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Karlsruhe Harrys KSC-Sportschau: HSV-Freistoß war Aufstiegsbetrug!

Es ist wieder Mittwochnachmittag: Zeit für "Harrys KSC-Sportschau" - der KSC-Kolumne auf ka-news. In der letzten Kolumne für diese Spielsaison beschäftigt sich Harald Linder mit der Fehlentscheidung des Schiedsrichter und dem "Ausfstiegsbetrug" am Karlsruher SC im Relegationsrückspiel gegen Hamburg.

Liebe Fußballfreunde,

auch zwei Tage danach fühlt sich der Aufstiegsbetrug, der dem KSC die erste Liga gekostet hat, immer noch wie ein Betrug an, unabhängig davon, welche Motive Herr Gräfe hatte, in der Nachspielzeit einen Freistoß für den HSV zu geben, der keiner war, wie mir nach Spielschluss Eugen Strigel, den ich am Ausgang traf, sagte. "Der Freistoß war kein Freistoß und der Elfmeter war kein Elfmeter", meinte der Schiedsrichter-Lehrwart des DFB auf meine Frage und er hatte damit absolut Recht.

HSV wurde nur durch Schiri Gräfe im Spiel gehalten

Ich will Herrn Gräfe keine Absicht unterstellen, aber bei einem solchen Spiel pfeife ich, zumal in der Nachspielzeit, nur dann, wenn die Situation vollkommen eindeutig ist. Aber Gräfe konnte überhaupt nicht genau sehen, was da am Arm von Jonas Meffert passiert war und reagierte - so mein Empfinden - mehr oder weniger auf Zuruf der HSV-Spieler, die natürlich ein Handspiel gesehen haben wollten, wobei die Fernsehbilder belegten, dass es keines war.

Dass der KSC nach diesem Freistoß , der zum 1:1 und zur Verlängerung führte, es doch noch selbst in der Hand gehabt hätte, das Spiel zu gewinnen, wie einige Stimmen lauteten, mag richtig sein, aber der psychologische Vorteil in dieser letzten halben Stunde lag eindeutig beim HSV, der durch niemanden anderen als Herrn Gräfe im Spiel gehalten wurde. Auch Meinungen, dass es der KSC im Hamburg versäumt hatte, eine Vorentscheidung herbeizuführen oder dass die Mannschaft schon in der Liga den direkten Aufstieg hätte schaffen müssen, mögen für sich genommen ja richtig sein.

Aber letztlich war es die 91. Spielminute im Rückspiel gegen den HSV, als der KSC durch eine krasse Fehlentscheidung um den Lohn seiner Arbeit gebracht wurde. Hätten die Hamburger in dieser Nachspielzeit ein reguläres Tor erzielt und hätten sie das Spiel dann in der Verlängerung gewonnen, wäre man beim KSC und seinen Anhängern sicher traurig gewesen und hätte sich vielleicht auch geärgert, aber man hätte es akzeptieren können.

KSC ist wieder Sympathieträger!

Jetzt überwiegt aber nicht die Trauer, weil das Ziel nicht erreicht werden konnte, sondern der Frust und die Wut darüber, dass das Erreichen dieses Ziels auf ein Art und Weise verwehrt wurde, die nicht korrekt war. Dass der Schiedsrichter in der Regel die "ärmste Sau" in einem Spiel sein kann und dass dessen Job sehr oft alles andere als vergnügungsteuer pflichtig ist, will ich überhaupt nicht verhehlen. Und ich will Herrn Gräfe auch keinesfalls Absicht unterstellen, aber er wird in seiner weiteren Schiedsrichterkarriere damit klar kommen müssen, dass es seine falsche Entscheidung war, die am 1. Juni 2015 maßgeblich darüber befunden hat, wer in der kommenden Saison den letzten noch freien Platz in der ersten Bundesliga einnehmen wird.

Vor den Spielern des KSC und ihrem Trainer ziehe ich nach einer großartigen Saison, mit allen Höhen und Tiefen, den Hut. Sie haben die Blau-Weißen in der Region und weit darüber hinaus wieder zu einem echten Sympathieträger gemacht und so möchte ich diesen zum Schluss ein kleines Zitat von Bertolt Brecht ans Herz legen, das dieser zwar in einem anderen Zusammenhang gebraucht hat, das aber - wie ich meine - eine allgemeingültige Wahrheit beinhaltet: "Wer niedergeschlagen wird, der erhebet sich! Wer verloren ist, kämpfe! Wer seine Lage erkannt hat, wie sollte der aufzuhalten sein? Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen. Und aus Niemals wird: Heute noch!" (Lob der Dialektik).

Auf ein Neues KSC!

Harald Linder

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ka-news-Kolumne: Harrys KSC-Sportschau: Jeden Mittwochnachmittag beleuchtet unser Autor Harald Linder in der ka-news-Kolumne "Harrys KSC-Sportschau" verschiedene Themen rund um den Karlsruher SC. Der einstige Chefredakteur des Kurier ist nach seiner Pensionierung mittlerweile als freier Publizist, unter anderem auch für ka-news, tätig und hat für seine Sportkommentare, die sich überwiegend mit dem KSC beschäftigen, schon einige Auszeichnungen erhalten.
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Kommentare (64)
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  •   Der_Alex
    (921 Beiträge)

    10.06.2015 05:57 Uhr
    Ich schrieb schon weiter oben: schlechter Verlierer!
    Genau das sind Sie offensichtlich. Aber gut, zum Glück weiß ich, dass es auch Fussballfans gibt, die nicht Ihr primitives, pöbelndes Niveau haben. Sie allerdings passen voll in jedes Klischee vom dummen Proleten.
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  •   andi-b7
    (3350 Beiträge)

    11.06.2015 21:28 Uhr
    sag mal haste dir die Eier im Sack verklemmt ?
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Der_Alex
    (921 Beiträge)

    11.06.2015 21:41 Uhr
    Und weiter geht's...
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   andi-b7
    (3350 Beiträge)

    12.06.2015 17:12 Uhr
    An die Redaktion,
    was ist daran falsch wenn ich frage ob er im Sack die Eier verklemmt hat ?
    Geht's noch ? Wo kommt den ihr her ?
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  •   Tyr
    (657 Beiträge)

    04.06.2015 09:32 Uhr
    Linders
    aberwitziges, dummes Geschreibsel stinkt wieder nur nach Populismus und geht an der Realität weit vorbei wenn er dem Schiri Betrug vorwirft.
    Für diese Behauptung sollte Linder als Kommentator bei Ka-News entfernt werden.
    Ich sehe die Fehlentscheidung von Gräfe im Nachhinein als simples tragisches Versagen des Schiri, aber nicht als Betrug.
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  •   zahlenbeutler
    (1577 Beiträge)

    04.06.2015 09:26 Uhr
    Taktik ging nicht auf
    sicher den Freistoß hätte ich auch nicht gegeben, aber nur mehr oder weniger auf ein 0:0 zu spielen ging nicht auf. Zumal die HSV-Abwehrspieler technisch mit Sicherheit nicht die besten sind. D.h.,
    wenn man sie unter Druck setzt machen sie viele Fehler, das hat man in Hamburg gesehen, zig einfache Abspielfehler im Spielaufbau. Kein Vorwurf an den Trainer, denn wie im Leben: manchmal geht eine Planung auf, manchmal nicht
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  •   sauerbraten
    (2284 Beiträge)

    04.06.2015 07:33 Uhr
    Als ich nach dem Match
    mit einem Mitschreiber auf dieser Plattform diskutierte und der andere Kollege dabei dann auch das Conspiracy Theory Thema ins Spiel brachte, wurden die Kommentare von uns beiden von der Redaktion hier weg zensiert und von daher wundert es mich schon sehr, dass Herr Linder hier mit Worten von strafrechtlicher Relevanz auftreten darf. Fakt ist und bleibt, dass eine Fehlentscheidung eines Fifa Schiris ursaechlich dafuer war, dass der grosse HSV sein Dino Image weiter pflegen darf und wir auch weiterhin kleinere Broetchen backen muessen. Nach dem wie und warum, wird aber spaetestens zum Auftakt der neuen Runde, keiner mehr fragen. Was lernen wir daraus? Es ist besser, sich einen Aufstieg schon waehrend einer Zweitligasaison zu sichern und sich nicht auf Relegationsspiele gegen Gegner, die moeglicherweise gar nicht absteigen sollen, zu verlassen. In diesem Sinne - Vollangriff im naechsten Jahr mit hoffentlich besseren Heimspielen
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  •   Nullo
    (122 Beiträge)

    04.06.2015 05:51 Uhr
    Man stelle sich vor
    der KSC hätte in der 91. Minute einen unberechtigten Freistoß bekommen und wäre so im Rennen geblieben und wäre aufgestiegen. Das Geschrei würde die ganze Sommerpause anhalten...

    Weshalb gilt die Auswärtstorregel in einer Verlängerung beim Rückspiel? Die sollte nur 90 Minuten gelten. Alles andere ist meiner Meinung nach eine Benachteiligung der Heimmannschaft im Rückspiel in der Verlängerung.
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  •   auchmalsenfdazu
    (3208 Beiträge)

    03.06.2015 22:27 Uhr
    Der Kicker
    sieht das übrigens so:

    Diaz' Schuss in allen Ehren - ohne Gräfes Fehleinschätzung hätte er gar nicht die Gelegenheit dazu bekommen. Und dies war nicht der erste Schiedsrichter-Fehler, von dem der Hamburger SV im Saisonfinale profitiert hat. Am 31. Spieltag ging dem 2:1-Siegtreffer von Gojko Kacar in Mainz ein nicht geahndeter Ellenbogeneinsatz von Artjoms Rudnevs im Luftduell mit Shinji Okazaki voraus.

    Eine knappe Woche später behinderte Kacar bei seinem Last-Minute-Ausgleich zum 1:1 gegen Freiburg regelwidrig SC-Torwart Roman Bürki - erneut blieb ein fälliger Pfiff aus. Beide Vergehen waren schwer erkennbar, aber dennoch Fehlentscheidungen, die auch die Schiedsrichterbosse von DFL und DFB intern klar als solche definierten.
    Ohne diese Irrtümer der Unparteiischen hätte der HSV höchstwahrscheinlich drei Punkte weniger auf dem Konto und wäre direkt abgestiegen.
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  •   auchmalsenfdazu
    (3208 Beiträge)

    03.06.2015 22:27 Uhr
    II
    Nun der dritte Schiedsrichter-Fehler binnen vier Wochen, der den HSV begünstigt; aufgrund der Offensichtlichkeit der Szene und der unmittelbaren Konsequenzen der gravierendste.

    Dadurch bleibt mit Blick auf den Klassenerhalt des HSV ein bitterer Beigeschmack, der den Aufschwung des Teams unter Trainer Bruno Labbadia im Liga-Endspurt und die couragierte Leistung mit einem Chancenplus in Karlsruhe ein wenig in den Hintergrund drängt.
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