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Karlsruhe 120 Jahre KFC Phönix: Ein mitreißendes Derby zwischen den Lokalrivalen

120 Jahre Karlsruher FC Phönix 1894: Der Vorgängerverein des Karlsruher SC feiert am 6. Juni Jubiläum. Anlass für ka-news in der Vergangenheit zu graben. Ab Montag, 2. Juni, greifen wir daher in die historische Fotokiste. Heute: ein mitreißendes Derby zwischen den Lokalrivalen.

Das Bild auf dem Titel der vor 100 Jahren beliebten Sportzeitung "Fussball" zeigt eines der mitreißenden Derbys zwischen den Lokalrivalen Phönix Karlsruhe und Karlsruher FV - hier vom 14. Januar 1912.

In Fußball-Deutschland heutzutage in Vergessenheit geraten, war das Aufeinandertreffen der Schwarzblauen und der Schwarzroten seinerzeit das sportliche Highlight des Jahres - und eines der meistgespielten Derbys im Lande. Von 1896 bis zur KSC-Fusion 1952 wurden knapp 130 Gipfeltreffen gezählt, die eines gemeinsam hatten: viele spektakuläre Tore (knapp vier pro Spiel), Massenbesuche, Skandale wie der angeblich manipulierte Ball im Halbfinale 1910, Platzverweise oder Abbrüche - selbst 150 Sekunden vor Schluss!

Kurioser Hintergrund: Zum Entsetzen von Spielern, Zuschauern und aus Reihen des DFB hatte der Schiedsrichter die Partie am 8. Dezember 1912 beim Stand von 2:1 für Phönix kurz vor dem Abpfiff wegen Nebels (!) vorzeitig beendet. Der Fußballgott hatte aber ein Einsehen, denn die Schwarzblauen gewannen das Wiederholungsspiel zwei Monate später mit 2:0 - wobei KFV-Star Förderer des Feldes verwiesen wurde, weil er seine Gegenspieler in Serie "zu Boden geworfen" hatte.

Dass die Zeitung vom März 1917 stammt - und nicht wie das Foto von 1912 - hat seinen (traurigen) Grund: Das Magazin ehrte damit den am 31. Januar 1917 im Krieg gefallenen Phönix-Kapitän Arthur Beier, der hier noch "in hartnäckigem Kampfe2 mit KFV-Stürmer Julius Hirsch zu sehen ist. Das Match, im Vordergrund ist Phönix-Nationalspieler Robert Neumaier zu erkennen, endete 1:0 für den KFV und soll laut "Kicker"-Experte Joseph Michler "das schönste Spiel gewesen sein, das ich je gesehen!" Ein zweites Tor durch 16:0-Rekordtorschütze Gottfried Fuchs wurde wegen Handspiels nicht gegeben.

Phönix- oder KFV-Spieler auf dem Cover einer der großen Sportzeitungen waren damals übrigens keine Seltenheit, sondern in schöner Regelmäßigkeit zu bestaunen. Kein Wunder: Beide Karlsruher Mannschaften zählten ab zirka 1905 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu den besten deutschen Mannschaften.

"Die Deutschmeister. 1909 - eine vergessene Meisterschaft" von Thomas Alexander Staisch ist ab 30. Juni für 24,80 Euro im Handel erhältlich. Bei Bestellungen bis zum 18. Juni kostet es den Jubiläumspreis von 18,94 Euro. Das Buch erscheint beim BadnerBuch Verlag, ISBN 978-3-944635-09-5, Infos unter: www.facebook.com/diedeutschmeister und www.badnerbuch.de

120 Jahre Karlsruher FC Phönix 1894: Der Vorgängerverein des Karlsruher SC feiert am 6. Juni Jubiläum. Anlass für ka-news in der Vergangenheit zu graben. Ab Montag, 2. Juni, greifen wir daher in die historische Fotokiste: Täglich präsentieren wir Ihnen hier historische Fotos garniert mit spannenden Anekdoten aus der Geschichte des Karlsruher FC Phönix 1894. Reinschauen lohnt sich!

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  •   Rundbau-Gespenst
    (12420 Beiträge)

    03.06.2014 16:51 Uhr
    ach,
    die "gute", alte Zeit...

    grinsen
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  •   Faecherstadt_Guerilla
    (4092 Beiträge)

    03.06.2014 21:33 Uhr
    Aber ...
    damals hat man schon Fußball falsch geschrieben.
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  •   stefko
    (2329 Beiträge)

    04.06.2014 08:42 Uhr
    ;-)
    nööö, eigentlich nicht, wenn sie für den Titel/Überschrift einen Font ohne SZ-Ligatur verwendeten ist 'ss' als Ersatz ja korrekt, zumal in der Subhead auch Fußball steht.
    boahhhh, ist mir gerade fade ... ,-)
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  •   Malefiz
    (4616 Beiträge)

    04.06.2014 00:46 Uhr
    Aber....
    sonst gab es doch einiges was es heute auch noch gibt.
    Schiri der merkwürdige Entscheidungen trifft,
    Spieler die nicht zimperlich mit dem Gegenspieler umgehen,
    nur die Tore fallen nicht mehr so zahlreich wie früher.
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