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Karlsruhe 120 Jahre KFC Phönix: Dramatik pur - die Schlacht gegen Nürnberg

120 Jahre Karlsruher FC Phönix 1894: Der Vorgängerverein des Karlsruher SC feiert am 6. Juni Jubiläum. Anlass für ka-news in der Vergangenheit zu graben. Ab Montag, 2. Juni, greifen wir daher in die historische Fotokiste. Heute: eine Szene aus dem für KSC-Vorgängerverein Phönix Karlsruhe wohl wichtigsten Spiel im Jahre 1909.

Das heutige Bild aus der "Illustrierten Sportzeitung" zeigt eine Szene aus dem für KSC-Vorgängerverein Phönix Karlsruhe wohl wichtigsten Spiel im Jahre 1909. Die beiden dramatischen Schlachten gegen Nürnberg waren der Wendepunkt auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft.

Der Fußball-Krimi: Am 21. März 1909 hatte der Favorit aus Karlsruhe sein Heimspiel völlig überraschend mit 1:2 gegen die Franken vergeigt - die einzige Niederlage der Schwarzblauen in der Endrunde um Süddeutsche und Deutsche Meisterschaft überhaupt! Obwohl Mittelläufer Arthur Beier Phönix bereits in der zweiten Minute zur Führung eingeköpft hatte - seine "menschlichen Lufttorpedos" waren gefürchtet - kassierten die Karlsruher zwei unglückliche Gegentreffer, scheiterten im Laufe der Partie an den "großen, kräftigen Gestalten" und vor allem am eigenen Unvermögen. Denn trotz größter Chancen und "energischer Angriffe" trafen die Stürmer um die Nationalspieler Oberle und Wegele nur die Stange oder drüber: "Die Schüsse sind vom Pech verfolgt, ein Elfmeter wird 15 Minuten vor Ende neben das Tor geschossen, Schluss! Aus!", verzweifelte auch die "Süddeutsche Sportzeitung".

Vor dem alles entscheidenden Rückspiel in Nürnberg entschließt sich Spielführer Beier zu einem riskanten Schachzug: Er ersetzt den schwachen Torwächter Lehne, der bisher alle Saisonspiele bestritten hatte, durch Otto Michaelis aus der B-Elf von Phönix. Der Kniff erweist sich als goldrichtig: Der "eiserne Otto" hält nicht nur gegen Nürnberg bravourös, sondern den Schwarzblauen schließlich den Titel fest.

Das Match in Nürnberg am 11. April 1909 wird dann nichts für schwache Nerven: Vor rekordverdächtigen 3.000 Zuschauern (und sogar einigen badischen Auswärtsfans!) geht Phönix wieder durch einen "Beier-Köpfer" früh in Front, muss aber bereits eine Minute später den Ausgleich durch ein Eigentor zulassen. Es kommt noch schlimmer: Nach 18. Minuten steht es schon 1:3, durch eine "Schussflanke" von Fritz Reiser, die im Kreuzeck landet, schafft Phönix "trotz aussichtsloser Situation" bis zur Pause immerhin noch den Anschluss. Nach der Pause geht das "Ringen zweier gleichwertiger Gegner" weiter, der 18-jährige Jung-Star Wilhelm Noe schießt in der 49. Minute den 3:3-Ausgleich und "Feenix"-Goalgetter Hermann Leibold ist es vorbehalten, in der 65. Minute den 4:3-Siegtreffer zu erzielen. Die schwarzblaue Vereinschronik war aus dem Häuschen: "Unser lieber Phönix süddeutscher Meister! Bestimmt und doch ängstlich erwarteter Ausgang. Frohlockender Jubel in Karlsruhe, glückselige Stimmung in der Mannschaft!"

Kurios: Weil der Schiedsrichter aus Frankfurt seinen Zug verpasst hatte, musste ein Ersatz-Referee aus Nürnberg (!) ran, der sich aber "seines Amtes sehr gut entledigte"...

"Die Deutschmeister. 1909 - eine vergessene Meisterschaft" von Thomas Alexander Staisch ist ab 30. Juni für 24,80 Euro im Handel erhältlich. Bei Bestellungen bis zum 18. Juni kostet es den Jubiläumspreis von 18,94 Euro. Das Buch erscheint beim BadnerBuch Verlag, ISBN 978-3-944635-09-5, Infos unter: www.facebook.com/diedeutschmeister und www.badnerbuch.de

120 Jahre Karlsruher FC Phönix 1894: Der Vorgängerverein des Karlsruher SC feiert am 6. Juni Jubiläum. Anlass für ka-news in der Vergangenheit zu graben. Ab Montag, 2. Juni, greifen wir daher in die historische Fotokiste: Täglich präsentieren wir Ihnen hier historische Fotos garniert mit spannenden Anekdoten aus der Geschichte des Karlsruher FC Phönix 1894. Reinschauen lohnt sich!

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