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Karlsruhe 120 Jahre KFC Phönix: Darum darf sich der KSC "Deutscher Meister" nennen

120 Jahre Karlsruher FC Phönix 1894: Der Vorgängerverein des Karlsruher SC feiert am 6. Juni Jubiläum. Anlass für ka-news in der Vergangenheit zu graben. Ab Montag, 2. Juni, greifen wir daher in die historische Fotokiste. Heute: die Mannen von Phönix Karlsruhe sind am Ziel ihrer Träume - nach dem Finalsieg 1909 gegen Berlin!

Das heutige Bild zeigt, warum sich der KSC "Deutscher Meister"auf den Wimpel schreiben darf: Die Mannen von Phönix Karlsruhe sind am Ziel ihrer Träume - nach dem Finalsieg 1909 gegen Berlin!

Das Foto wurde unmittelbar nach dem Schlusspfiff in Breslau geschossen: Die Karlsruher hatten trotz frühem Rückstand das Match noch gedreht und mit 4:2 gewonnen - Tore: Beier, Noe (2), Leibold - und wurden noch auf dem Platz mit einem übergroßen Lorbeerkranz geehrt.

Lustig: Von dem Siegerfoto gibt es insgesamt drei Varianten, von denen zwei nicht optimal gelangen. Denn während sich auf der vorliegenden Abbildung "Ottl" Reiser (hinten, 2.v.li.) noch schnell den Schweiß aus dem Gesicht wischt (und dadurch kaum zu erkennen ist), schauen bei einer anderen Version fast alle Spieler zu Boden oder am Fotografen vorbei.

Interessant ist auch, dass Phönix-Goalie Otto Michaelis (hinten, 1.v.li.) schon sein berühmtes Outfit ausgezogen hatte - er trat fast immer im weißen Pullover und weißer Kappe an - und im Spieler-Trikot kaum als Torwächter identifiziert werden kann. Den Zuschauer mit hübscher Melone zwischen Robert Neumaier (hinten, 3.v.li.) und Arthur Beier (hinten, 4.v.li.)) scheint das jedenfalls prächtig zu amüsieren!

Der Endspielgegner von Viktoria Berlin war ein illustrer und gefürchteter Haufen: So traten die "Löwen von Mariendorf" nicht nur mit fünf Nationalspielern an, sondern auch mit Stürmern, die u.a. "die kleine Schießbude", das "Tier vor dem Tor" und "der kalte Tortöter" gerufen wurden! Der Berliner Schlussmann Paul Skranowitz galt zudem als Wundertorhüter - er soll jeden Elfmeter gehalten haben, weil er dem Schützen ansah, wo er hinschießen wollte.

Als Berlin 1907 im Meisterschaftsfinale gegen Freiburg angetreten war, ging das mächtig schief: Der Freiburger Professor Josef Glaser schoss seinen Elfer nach eigenen Angaben so schlecht (und mit geschlossenen Augen!), dass der Ball in die entgegen gesetzte Ecke ging – unhaltbar für Skranowitz.

Was für harte Burschen und Marathonläufer beide Finalisten waren, beweist eine kleine Episode über eine Reise der Berliner: "Viktoria hat in einer Woche fünf Spiele in Bern, St. Moritz und Teplitz mit einem Goalergebnis von 22:7 durchgeführt. Sie fuhren 70 Stunden in der Bahn, bestiegen an ihrem einzigen spielfreien Tage einen Gletscher und machten drei Feste mit", war die "Illustrierte Österreichische Sportzeitung" erstaunt. Fast unglaublich also, dass die Karlsruher nach 23-stündiger Bahnfahrt (!) bis nach Breslau noch die Kraft hatten, diese "Konditionsmaschinen" im Finale niederzukämpfen.

Laut Zeitungsannonce im "Breslauer Morgen-Anzeiger" kostete der Eintritt zur "Bundesmeisterschaft" (Deutsche Meister wurden offiziell erst ab1911 ermittelt!) zwischen 50 Pfennig und 1,50 Mark. Sitzplätze oder gar eine Tribüne wurden im Finale nicht geboten. Die Organisatoren vom DFB hatten es zur Ehrung der Sieger übrigens nicht weit. Der Schiedsrichter des Endspiels war nämlich kein geringerer als der "erste DFB-Vorsitzende Hinze". Sportlich, sportlich: 1908 hatte Duisburg im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gestanden - mit (dem ziemlich beleibten) Gottfried Hinze als Torhüter zwischen den Pfosten!

"Die Deutschmeister. 1909 - eine vergessene Meisterschaft" von Thomas Alexander Staisch ist ab 30. Juni für 24,80 Euro im Handel erhältlich. Bei Bestellungen bis zum 18. Juni kostet es den Jubiläumspreis von 18,94 Euro. Das Buch erscheint beim BadnerBuch Verlag, ISBN 978-3-944635-09-5, Infos unter: www.facebook.com/diedeutschmeister und www.badnerbuch.de

120 Jahre Karlsruher FC Phönix 1894: Der Vorgängerverein des Karlsruher SC feiert am 6. Juni Jubiläum. Anlass für ka-news in der Vergangenheit zu graben. Ab Montag, 2. Juni, greifen wir daher in die historische Fotokiste: Täglich präsentieren wir Ihnen hier historische Fotos garniert mit spannenden Anekdoten aus der Geschichte des Karlsruher FC Phönix 1894. Reinschauen lohnt sich!

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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    05.06.2014 17:46 Uhr
    23-stündige Bahnfahrt
    nach Breslau.

    In einem heissen Sommer oder kaltem Winter im ICE ist das bestimmt auch heute noch ein realistischer Wert. grinsen
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  •   landei
    (6123 Beiträge)

    05.06.2014 15:36 Uhr
    also unechter
    deutscher Meister
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    06.06.2014 01:04 Uhr
    Sozusagen
    Ich mag den KSC ja wirklich gerne, aber auf diesem Auge ist man vollkommen blind. Und dass der KSC fast schon in der 'Neuzeit' aus zwei unabhängigen Vereinen fusioniert wurde wird auch ausgeblendet.

    Aber hauptsach 'Tradition'sgeschwalle, das ist so lächerlich manchmal hier.
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  •   Waterman
    (6557 Beiträge)

    06.06.2014 08:20 Uhr
    Eben: Fusion
    Das war eine Fusion, so dass theortisch von beiden Vereinen die Gutahaben und Schulden und auch die Stadien und die Meistertitel in den neuen Verein übernommen wurden.

    Man spielte selbstverständlich auch in der Oberliga, durch erfusionierte Berechtigung vom VfB Mühlburg.

    PS. Was ist eigentlich auf Deinem Bildchen zu sehen? Ist das der Flugzeugträger?
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12420 Beiträge)

    05.06.2014 16:47 Uhr
    eben so
    echt, wie Deine Zähne!

    grinsen
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  •   landei
    (6123 Beiträge)

    05.06.2014 21:42 Uhr
    Guter Witz
    schön dass KSC Fans Humor haben.
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