Nur 40 Prozent Ballbesitz auf Seiten des KSC. Immerhin hatten die Badener zu diesem Zeitpunkt 75 Prozent aller Kopfballduelle gewonnen.

Als eine halbe Stunde vorbei war - Ernüchterung in Sachen Offensivspiel. Denn: Die KSCler hatten sämtliche Zweikämpfe in der Offensive verloren. Torschüsse? Null... Dann der erste gewonnene Zweikampf in des Gegners Hälfte vorne von Ray Yabo, Ilian Micanski gewinnt prompt Duell Nummer zwei und erzielt mit dem ersten- und sehr lange letzten... - Torschuss die KSC-Führung. Insgesamt schossen die Wildpark Profis nur vier Mal auf das Leipziger Gehäuse, trafen davon zweimal auf das Tor…

Zehn Fouls nach 30 Minuten

Schon nach 30 Minuten mussten die Fächerstädter bereits zehn Mal Foul spielen, um einen Rückstand zu vermeiden. Am Ende standen auf Seiten des KSC 26 Fouls. Dass auch die Abwehr "verwachst" hatte, beweist: Karlsruhe stellte mit nur vier Gegentreffern vor der Partie bei den "Bullen" eine der besten Abwehrreihen der Liga, nach den drei Gegentoren ist man in dieser Tabelle ins Mittelfeld abgerutscht.

Etwas eigentlich fast Unmögliches geschah in Leipzig: Die Gastgeber rannten den KSC fast in Grund und Boden. Das Team, das bisher läuferisch dem Gegner so gut wie immer überlegen war, wurde kaputt gelaufen. Am Ende hieß es: 118,30 Kilometer für RB, im Vergleich zu 112 Kilometer für die KSC-Spieler.

Gravierende Bilanz bei Intensivläufen

Gravierend negativ - wie noch nie in dieser Saison - fiel die Bilanz der intensiven Läufe aus. 762 zu 594 für Leipzig... Damit werden Spiele gewonnen, wenn einer schneller ist als der Gegenspieler. Die KSC-Innenverteidiger Gulde und Gordon wissen das...

Apropos Gulde. Der war Gulde hatte die beste Zweikampfquote beim KSC - mit 70 Prozent. Bei Gegentor Nummer drei kam er allerdings, wegen einer Nachlässigkeit im Stellungsspiel, gar nicht in den Zweikampf...

Positiv in Sachen Einsatz und Engagement fiel der sonst spielerisch blasse Hiroki Yamada auf. Yamada lief 11,52 Kilometer, darunter waren 82 intensive Läufe.

Bilanz zeigt: Wille war da

Etwas überraschend bei einer 1:3 Niederlage: Der KSC hatte bei RB Leipzig beim Schlusspfiff fast 56 Prozent Ballbesitz. Hatte 53,1 Prozent der Zweikämpfe gewonnen. Auch bei den Duellen in der Luft waren die Karlsruher erfolgreicher, gewannen 58,3 Prozent der Auseinandersetzungen. Das zeigt: der Wille war da – aber es reichte an diesem Tag vor allem fußballerisch nicht, um den Retortenclub zu besiegen.

Aber: Während die Gastgeber 85,7 Prozent aller Zweikämpfe in der Abwehr gewannen, konnten die KSC-Defensivspieler hier nur 68,9 Prozent für sich entscheiden. Auch daher kassierten die KSC-Profis drei Gegentreffer.

Dominic Peitz warf sich in 31 Zweikämpfe - die meisten aller KSC-Spieler und ging in 17 Kopfballduelle rein - auch das waren die die meisten aller Wildparkakteure.

Dennis Kempe war wieder einmal der Spieler mit den meisten Ballkontakten: 78. Gaetan Krebs hatte mit 80 Prozent die beste Passquote. Diese Zahl ist allerdings, wie auch die Werte von Dominic Peitz - im Vergleich zu anderen Spielpaarungen - eher Mittelmaß.

Die Karlsruher spielten mit 398 Pässen zwar rund 90 Pässe mehr als RB, aber da die Passgenauigkeit in der gegnerischen Hälfte nur bei 44 Prozent lag, war das nicht sonderlich positiv.

Ungenau auch: Flanken. Von den nur sechs geschlagenen Flanken landete nur eine beim eigenen Mitspieler. Zu wenig - viel zu wenig.