Browserpush
4  

Karlsruhe Wellenreuther-Konkurrent Martin Müller erklärt: "Diese Dinge würde ich als KSC-Präsident anders machen"

Er ist Ingenieur und KSC-Verwaltungsrat - nun will der 55-jährige Martin Müller dem amtierenden Ingo Wellenreuther auch den Posten des Vereinspräsidenten streitig machen. Warum er mit dessen Führungsstil nicht immer einverstanden war und wie er zum vergangenen Stadion-Streit steht - Peter Putzing hat mit ihm gesprochen.

Herr Müller, warum wollen Sie KSC-Präsident werden? Sie sind mehrfacher Vater, erfolgreicher Geschäftsmann. KSC-Präsident: Das ist ein sehr zeitintensiver Job, der nicht honoriert wird.

Zunächst: Das bekommt man honoriert. Nicht mit Geld - aber in Werten. Ich bin seit drei Jahren im Verwaltungsrat. Da habe ich mich stark eingebracht, sonst hätte ein Günter Pilarsky nicht so eine vernünftige Meinung von mir. Ich habe in dieser Zeit festgestellt: Wenn man nicht satzungsgemäß arbeitet, ist der Verwaltungsrat außen vor - und das war mir nicht mehr genug.

Wenn man in einem so tollen Gremium ist wie dem Verwaltungsrat, in dem man beraten und kontrollieren soll, aber nicht zum Beraten und Kontrollieren der wirklich kritischen Themen hinzugezogen wird, dann ist es nicht zufriedenstellend. Daher biete ich eine Alternative zu der bisherigen Vereinsspitze. Ich sage bewusst nicht Vereinsführung, denn bei mir würde ein Präsidium mehr im Hintergrund arbeiten als an vorderster Front. 

Das heißt konkret? Was würden Sie verändern? 

Ich würde die Gremien stärker einbinden. Ich sehe beim KSC vier Geschäftsbereiche. Nummer eins: Der Sport, das ist unser Produkt. Dann die Wirtschaft, die Wirtschaftlichkeit. Dazu das Thema Marketing und Vertrieb. Dort müssen wir das Geld reinholen, das wir in der Wirtschaft gut verwalten. 

Dann das große Thema: Mitglieder- und Fanbetreuung. Ich kann mir vorstellen, dass in jedem Gremium ein Fachmann für einen Bereich sitzt, dessen Meinung man immer anhören muss.

Feiernde KSC-Fans in Aalen
Auch für die KSC-Fans will sich Martin Müller einsetzen. | Bild: Reisenauer

Dass am Ende jemand entscheiden muss, ist klar. Das ist dann das gesamte Gremium des Präsidiums. Mein Ansatz war und ist: Ich arbeite im Ruhigen. Mein Credo war schon immer: Der beste Chef rationalisiert sich als erstes weg. Mein Unternehmen funktioniert so, da brauche ich gar nicht so viel Zeit.

Der KSC hat viele juristische Auseinandersetzungen. Mit der Stadt, mit dem DFB, mit dem Vermarkter Lagardère - werden Sie diese Kampflinie weiterfahren?

(lacht) Definitiv: Nein! Wir unterscheiden uns da im Führungsstil zu der aktuellen Führung. Das kann ich belegen. Unsere Firma ist in Karlsruhe und Umgebung der größte Projektentwickler und Bauträger, ich leite Projekte mit einem Gesamtvolumen, das ein Vielfaches von dem des neuen Wildparkstadions umfasst. Ich habe bisher nicht einen Euro in Rechtsberatung investieren müssen, dazu reichte unserer Rechtsberatung im Haus aus.

Präsident Ingo Wellenreuther
Präsident Ingo Wellenreuther | Bild: Hammer Photographie

Herr Wellenreuther und ich unterscheiden uns im Führungsstil und in der Herangehensweise an die Lösung von Problemen nicht unmaßgeblich. Ich habe mein eigenes Geld investiert - das ist vielleicht der Unterschied, warum das so ist.

Günter Pilarsky macht laut BNN-Informationen sein weiteres Engagement nicht mehr vom Verbleib Ingo Wellenreuthers abhängig. Wie haben Sie diesen Sinneswandel herbeigeführt?

Relativ einfach: Wir arbeiten seit drei Jahren zusammen. Er als Vizepräsident, ich im Verwaltungsrat, und wenn es kritische Themen gab, haben wir uns ausgetauscht, haben uns unterhalten. Dabei habe ich eine sehr hohe Meinung und Wertschätzung von ihm gewinnen können und einen sehr hohen Respekt. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Wir haben ein sehr gutes, sehr vertrauensvolles Verhältnis.

Günter Pilarsky (KSC Vizepräsident)
Günter Pilarsky (KSC Vizepräsident) - mit ihm pflegt Martin Müller ein freundschaftliches Verhältnis. | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Das heißt: Es wäre für Sie kein Nachteil, mit Günter Pilarsky als Vizepräsident zusammenzuarbeiten?

Es wäre mein absoluter Wunsch, mit Günter Pilarsky im Präsidium zusammenarbeiten zu können und dürfen. Er wäre mein absoluter Wunschkandidat als Vizepräsident. Ich sagte: Ich stelle keine Bedingungen bei der Wahl. Ich bin der Meinung, man muss mit den Leuten zusammenarbeiten, die von den Mitgliedern gewählt werden. Ich halte nichts davon, vorzugeben, wen die Leute zu wählen haben. Das hat für mich nichts mit einer Wahl zu tun. Daher habe ich mich gegen eine "Paketwahl" entscheiden.

Natürlich freue ich mich, dass Edgar Schmitt sich zur Wahl stellt. Da hätte man die Fußball-Profi-Kompetenz im Präsidium. Und ein Präsidium bestehend aus Günter Pilarsky, der ein Topmann ist, Edgar Schmitt und meiner Wenigkeit - das könnte sich schon sehen lassen.

Edgar "Euro-Eddy" Schmitt.
Zieht Edgar "Euro-Eddy" Schmitt auch ins KSC-Präsidium ein? | Bild: (ks)

Sie erwähnen es: Überraschend stellt sich KSC-Legende "Euro-Eddy" als Stellvertreter zur Wahl. Ein Schachzug?

Das war kein Schachzug, das war Überzeugung. Wir kennen uns seit Jahren, reden immer wieder über den KSC, was wir gerne machen würden und haben jetzt die Chance gesehen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Mehr zum Thema
ka-news-plus: Der kürzeste Weg durch Karlsruhe, spannende Köpfe im Porträt, Hintergründe und Analyse zu aktuellen Ereignissen: Erfahren Sie mehr aus der Stadt, die Sie lieben - mit ka-news-plus! Hier bekommen Sie noch mehr Karlsruhe. In den Frequently Asked Questions (FAQ) beantworten wir Ihre offenen Fragen.
Fragen, Kritik, Lob, Anmerkungen? Schreiben Sie uns unter plus@ka-news.de
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (4)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   ExklusiveInhalte
    (3 Beiträge)

    03.10.2019 13:33 Uhr
    Ein Zeichen?
    Den Preis bildet die Nachfrage. Müller kostet was, IW kostet nix. Die Redaktion setzt hier - vermute mal ganz unbewusst - ein Zeichen. IW hat viel geleistet über einen langen Zeitraum in dem es nicht von ungefähr keine Gegenkandidaten gab. Er ist und war ein Notpräsident. Nun ist es an der Zeit, den Stab an den bessere geeigneten Müller zu übergeben. Ist doch alles gar nicht so dramatisch. IW ist vielleicht sogar ein klein wenig erleichtert, wenn es vorbei ist. Dem gut durchdachten kurzfristigen Antritt Müllers hat er nichts vergleichbares entgegenzusetzen: Die Neutralität Pilarskys und die Fan-Ikone Schmitt lassen Müller im Vorteil erscheinen. Wenn die Supporters sich ab Dienstag noch öffentlichkeitswirksam positionieren wird IW eine weitere empfindliche Niederlage kassieren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Nikodimi
    (5 Beiträge)

    02.10.2019 15:17 Uhr
    Vorredner
    Schließe mich beiden an!
    Müller, Pilarsky und Schmitt: dann könnte das noch was werden mit dem KSC....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   melotronix
    (3530 Beiträge)

    02.10.2019 10:25 Uhr
    normalerweise...
    halte ich mich mit Kritik an den Artikeln zurück. Im vorliegenden Falle muss ich meinem Vorschreiber allerdings recht geben. Wenn sie für eine objektive und faire Darstellung der Präsidentschaftskandidaten sind, dürfen sie Informationen über den Herausforderer nicht nur einem bestimmten Klientel der Zahlenden präsentieren. Das kommt nicht gut!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   DonHasi
    (1012 Beiträge)

    02.10.2019 09:12 Uhr
    Demokratie lebt vom mitmachen...
    Es ist mal wieder bezeichnend für das Demokratieverständnis von ka-news, das jeder negative Artikel über I.W. kostenlos ist. Jeder positive natürlich auch. Aber wenn jemand ein anderes Konzept für die Zukunft vorstellen will, kostet es Geld.... Wie soll man sich da eine Meinung bilden, wenn ihr Sie "runterbügelt"
    Wenn ihr noch einen Funken Anstand habt, laßt ihr das " + " bei diesem Artikel bitte schnell verschwinden und ermöglicht es jedem, sich ein Bild zu machen. Von mir gibts die "Demokratiegurke" - zum Frühstück.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen