Herr Gordon, es ist Länderspielpause. Wie lautet Ihr Zwischenfazit?

Nach einem schwierigen Saisonstart haben wir uns gefunden, sind angekommen und sind dazu fähig, jeden Gegner zu besiegen. Das macht uns natürlich Mut für die kommenden Wochen.

Gegen jeden gewinnen? Das ist nicht ganz korrekt. Gegen ein Top-Team der Liga konnte der KSC noch keinen Dreier einfahren.

Wir haben in Hamburg ein sehr ordentliches Auswärtsspiel abgeliefert, mit etwas mehr Effektivität vor dem gegnerischen Tor hätten wir etwas mitnehmen können, aber so ein Auftritt macht Mut.

Daniel Gordon (KSC 3) im Zweikampf um den Ball.
Daniel Gordon (KSC 3) im Zweikampf um den Ball. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Gegen Heidenheim haben wir zu null gespielt. Das heißt: Wir sind gegen jeden konkurrenzfähig und müssen ganz einfach weiterarbeiten.

Kann man die aktuelle Situation so formulieren: Der KSC ist auf dem richtigen Weg?

Das Gefühl habe ich. Wir befinden uns in einem Entwicklungsprozess und wollen uns stetig verbessern. Die letzten Spiele haben gezeigt, dass das gelingt.

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In der Länderspielpause gibt es ein paar freie Tage. Freuen sie sich darauf?

Auf jeden Fall, denn die Anfangsphase der Saison und die Vorbereitung war anspruchsvoll. Es war intensiv, jetzt ein paar Tage abschalten - darauf freue ich mich.

Sie sind 37 Jahre alt. Was ist schöner: in der Startelf stehen oder auf der Auswechselbank sitzen?

Würde ich Bank sagen - würde ich lügen. Aber: mittlerweile kann ich einiges gut einschätzen und bin auch froh, wenn ich meinen Part von der Bank aus übernehme.

Daniel Gordon (KSC 3) am Ball.
Daniel Gordon (KSC 3) am Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Die Saison ist wie gemalt für einen Routinier wie Daniel Gordon. Neun Spiele gespielt – Länderspielpause, acht Spiele danach – dann ist WM Pause. Erholung genug.

Jeder weiß, dass ich am Ende meiner Karriere bin. Daher zählt für mich nur das nächste Spiel, ich denke nicht an die kommenden Pausen.

Was heißt „am Ende der Karriere?“ Finden keine Vertragsgespräche statt?

Jetzt etwas dazu zu sagen, ist nicht der richtige Zeitpunkt. Ich denke an das nächste Spiel und freue mich über jede Einsatzminute, in mit der ich dem Team helfen kann. Aber – zunächst werde ich die Pause genießen.

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Bei Daniel Gordon gibt es Wunderheilungen. "Gordi" hat einen Muskelfaserriss und drei, vier Tage nachdem der festgestellt wurde – spielt "Gordi" wieder. Andere fallen monatelang aus… Wie geht so etwas? Was ist das Geheimnis?

Schwierig zu erklären. Ich versuche es. Ich hatte in meiner ganzen Karriere nie eine Muskelverletzung. Deswegen wusste ich mit dieser Situation nicht richtig umzugehen, es war für mich nicht so richtig greifbar. Fakt war: Ich hatte Schmerzen, eine Schwellung im Oberschenkel. Es war eine Verletzung da und zwar sichtbar.

Chance für Daniel Gordon (KSC 3) zum Tortreffer
Chance für Daniel Gordon (KSC 3) zum Tortreffer | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Ich habe von Tag zu Tag geschaut was geht, habe gehofft und es gewagt. Ich habe gewusst: Ich werde gebraucht. Da Deswegen habe ich versucht, den Schmerz etwas auszublenden. Die Stelle der Verletzung war zum Glück nicht ganz so schlimm, was das Sprintverhalten anging.

Kann man sagen: Daniel Gordon hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und war sich bewusst, dass er das Risiko eingeht, so möglicherweise lange auszufallen?

Ja, ich will das nicht betonen, aber ich bin dieses Risiko eingegangen.

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Wo landet der KSC am Ende der Saison? Und wie viele Tore erzielt Daniel Gordon?

Knifflig, dazu etwas zu sagen. Daniel O`Shaughnessy kommt zurück, Christoph Kobald und Florian Ballas sind wieder voll da. Ich bin zufrieden, wenn der KSC am Ende der Saison einen einstelligen Tabellenplatz belegt.

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Und die "Gordi"-Tore?

Also gut - wenn es am Ende zwei Treffer sind war es eine gute Saison