Herr Eichner, es ist Länderspielpause, wie lautet Ihre Einschätzung, ein Zwischenfazit?

Die Mannschaft hat gesehen, dass sie jedes bisher ausgetragene Spielen hätte gewinnen können. Das zeigt uns, dass wir mittlerweile eine gute Basis haben. Insgesamt hat sich unser Offensivspiel verbessert.

Christian Eichner (KSC Trainer) im Training.
Christian Eichner (KSC Trainer) im Training. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Zuletzt waren es zehn Treffer in vier Spielen, hier stimmt die Entwicklung. Und wir haben - Ausnahme Darmstadt - eine defensive Stabilität, haben zwischen den Länderspielpausen zweimal zu null gespielt, haben einmal - in Nürnberg - einen Treffer kassiert. Es ist ein Gerüst da, und es gibt viele Spieler im Kader, die sofort spielen können.

Stimmt auch die Punkteausbeute?

Wir können und müssen damit leben. Aber es wären sicher ohne weiteres drei Punkte mehr drin gewesen.

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Wo sind ganz konkret Verbesserungen notwendig?

Nach wie vor im letzten Drittel. Trotz der zehn Treffer zuletzt müssen wir da noch torgefährlicher werden. Wir müssen unsere Möglichkeiten klarer ausspielen und brutaler zu Toren nutzen.

Zum Beispiel wäre es gegen Darmstadt möglich gewesen, zwischenzeitlich auf 3:1 zu stellen. Das wäre vielleicht die Basis für den Heimsieg gewesen. So haben wir diese Chance liegen lassen.

Gibt es im bisherigen Saisonverlauf einen Spieler der Ihnen besonders gut gefiel, von dem Sie solch eine Leistung nicht erwartet hätten?

Wir reden immer über das Team. Aber es freut mich einfach extrem, dass es einen Spieler wie Marco Thiede gibt. Er hatte vergangene Saison eine ganz, ganz schwere Phase unter mir, er war aus der Mannschaft.

Marco Thiede (KSC 21) im Kopfballduell
Marco Thiede (KSC 21) im Kopfballduell | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Aber: Er ließ nie nach, kam über Einwechslungen und gute Leistungen wieder ins Team. Er will jeden Tag lernen, will immer alles gut - ja besser machen. Wir haben an manchen Details gefeilt, das passt jetzt prima. Sein Tor in St. Pauli war kein Zufall, das hat er hoch verdient, das hat er sich erarbeitet. Die Konkurrenz von Sebastian Jung hat ihn noch stärker gemacht.

Ihre Zielsetzung bis Weihnachten?

Ein kleiner Auftrag ist: Wir haben mit Paderborn, Düsseldorf und Hamburg drei richtig schwere Heimspiele. Die Erfahrung hat gezeigt, um eine weitere Stabilität reinzubekommen und um ganz am Ende die Liga zu halten, gilt es da zu punkten.

Es gibt keine Winterpause, aber das Transferfenster öffnet im Winter wieder. Denken Sie an Nachverpflichtungen?

Ich kenne unsere Gesamtsituation. Ich beschäftige mich mit meinen aktuellen Spielern. Wie gelingt es, dass Benni Goller torgefährlicher wird, dass Dominik Kother klarer und torgefährlicher wird - das sind Themen.

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Daniel Gordon hat beim Comeback in St. Pauli überzeugt, Christoph Kobald hat seine Sperre abgesessen. Eine schwere Entscheidung, wer neben Robin Bormuth in der Innenverteidigung zum Einsatz kommt?

Es ist super, dass es so einen Konkurrenzkampf gibt. Ich rechne zudem David Pisot dazu. Wir haben auf vielen Positionen Konkurrenz, können immer wieder frische Leute reinbringen. Ganz wichtig: So sind wir unberechenbarer!

Fällt Ihnen die Entscheidung in der Innenverteidigung für die Partie in Braunschweig nicht schwer?

Nein, das gehört zum Job. Wir schauen, was da auf uns zukommt und entscheiden dann.

Sie sagten sofort nach dem Sieg bei St. Pauli, dass es für diese Spieler  in Braunschweig dennoch keine Aufstellungsgarantie gibt.

Stimmt. Natürlich haben wir Führungs- und Achsenspieler wie Kapitän Gondorf, Torjäger Hofmann oder Torhüter Gersbeck, die ein Gerüst bilden.

Christian Eichner (KSC Trainer) instruiert die Mannschaft vor Spielbeginn.
Christian Eichner (KSC Trainer) instruiert die Mannschaft vor Spielbeginn. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Doch um diese Spieler gibt es eine gute Konkurrenzsituation, die erzeugt Reibung und das erzeugt am Ende Leistung. Daher kann es manchmal eine Aufstellung geben, mit der nicht jeder rechnet, aber das hat immer Gründe.

Man konnte und hat St. Pauli in der Tabelle überholt, das wäre auch bei Braunschweig möglich. Ist das zusätzliche Motivation?

Ein schöner zusätzlicher Anreiz. Grundsätzlich bin ich zuversichtlich, denn die Jungs haben nach den teils gerade für sie selbst unnötigen Anfangsniederlagen nicht gehadert, nicht gejammert, sondern sich rausgekämpft. Das macht Mut.

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