Karlsruhe Willkommen im 100er-Club: "KSC-Abräumer" Lukas Fröde vor seinem Jubiliäumsspiel im Interview

Wenn er zum Einsatz kommt, wird Lukas Fröde gegen Darmstadt 98 sein 100. Spiel in der zweiten Bundesliga absolvieren. Im Gespräch mit ka-news.de verriet der 25 Jahre alte "Abräumer" im defensiven Mittelfeld des Karlsruher SC, vom wem er das bevorstehende Zweitligajubiläum erfuhr. "Luki" Fröde, inzwischen unumstrittene KSC-Stammkraft, macht dieses Jubiläum stolz - aber auch nachdenklich.

Herr Fröde, es steht beim Spiel gegen Darmstadt ein Jubiläum bevor. Sie wissen das?

Ich habe nach dem Spiel in Nürnberg mit meinen Eltern telefoniert, die haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass mir gegen Darmstadt das 100. Spiel in Liga zwei bevorsteht.

Ist dieses hundertste Ligaspiel etwas Besonderes?

Als mir meine Eltern das gesagt hatten, habe ich mich damit befasst, wurde nachdenklich und habe überlegt. Das ist schon eine schöne Marke. Aber man muss es relativieren. Toni Kroos hat vor ein paar Wochen sein 100. Länderspiel absolviert.

Lukas Fröde (KSC 4) im Zweikampf um den Ball.
Lukas Fröde (KSC 4) im Zweikampf um den Ball. |

Das ist eine ganz andere Marke. Aber für mich ist dieses Spiel 100 eine Bestätigung, dass ich gut gearbeitet habe, dass ich mich auf Strecke immer durchsetzen konnte. Ich hoffe aber, dass da noch einiges draufkommt.

Sie sind in der Startelf absolut gesetzt - ist das gut für Ihre Nerven?

Ich habe mir ein belastbares Nervenkostüm erarbeitet. Im Fußball gibt es unterschiedliche Phasen, ich habe im Moment eine gute Phase. Ich habe für den KSC überwiegend gute Spiele gemacht. Was die Nerven angeht: Ich, und wir alle beim KSC, hätten gerne ein paar Punkte mehr - das wäre für uns alle und für unsere Nerven gut.

Ihr Trainer Christian Eichner sprach vom "Break" in Nürnberg. Ist der gelungen?

Man muss differenzieren. Die Leistungen waren zuvor schon gut, wir haben auf etlichen Gebieten gegenüber der vergangenen Saison einen Schritt nach vorne gemacht. Aber punktemäßig hinken wir hinterher. Jetzt haben wir auswärts einen Punkt geholt, das war ein Break.

Warum war in Nürnberg die zweite Halbzeit ihres Teams so viel besser als die ersten 45 Minuten?

Wir hatten in den ersten 45 Minuten zwei große Probleme, weil wir fast nie, oder viel zu spät, Druck auf den Ball bekommen haben. Unser Anlaufverhalten war schlecht. Zum anderen war es hinten im Aufbau gut, aber das Übergangsspiel nach vorne war schlecht. Der Trainer hat gut analysiert hat unser Spiel hinten gelobt gesagt, hat gesagt, dass es gut ist, wenn wir versuchen Fußball zu spielen.

Lukas Fröde (KSC 4) schießt den Ball ins Tor.
Lukas Fröde (KSC 4) schießt den Ball ins Tor. | Bild: Tim Carmele

Aber: Es bringt nichts, wenn wir es nicht schaffen, unser Spiel nach ganz vorne zu verlagern, dass wir dann durchaus einmal den ein oder anderen langen Ball einstreuen sollen, um in die gefährliche Zone zu kommen. Das haben wir gemacht und es wurde besser. Schade, dass wir zu zehnt zu Ende spielen mussten, denn wir waren da am Drücker.

Dennoch: Zufrieden mit dem Punktgewinn auswärts?

Muss man sehen: Wie die erste Halbzeit lief und wenn man bedenkt, dass wir lange in Unterzahl waren, dann ist dieser Punkt, realistisch gesehen, gut.

War das der Start zum "Marsch ins Mittelfeld?"

Ich wünsche und hoffe es. Wir sind auf einem guten Weg. Aber: Drei Spiele ohne Punkt - das wirkt nach. Wichtig war es, zweimal in die Punkte gekommen zu sein. Wir geben weiterhin alle alles – mehr kann ich nicht versprechen.

Geht es nun am Sonntag gegen Darmstadt mit großem Selbstvertrauen, mit breiter Brust zur Sache?

Bestimmt, auch wenn wir wissen, dass Darmstadt sehr stark ist, dass wir da eine Topleistung zeigen müssen, um Erfolg zu haben. Aber ich bin zuversichtlich, weil wir viele Dinge gezeigt haben, die richtig gut sind. Wir haben aber auch noch Luft nach oben.

Das wäre zum Beispiel im Umschaltspiel oder in Sachen Genauigkeit beim Passspiel in der gefährlichen Zone vorne der Fall?

Ja und es gibt noch ein paar mehr Dinge, wo wir uns verbessern können. Offensiv und defensiv, auch wenn die Stabilität defensiv gut ist, und ein Gegner gegen uns kaum Torchancen hat, aber wir müssen mehr Chancen kreieren.

Lukas Fröde (KSC 4) im Lauf mit Gestik.
Lukas Fröde (KSC 4) im Lauf mit Gestik. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Sie treffen im Mittelfeld wohl oft auf Marvin Mehlem. Einen, der im KSC-Talentschuppen ausgebildet wurde… Ist das egal?

Ich habe schon gegen Marvin gespielt. Ich will gut trainieren, damit ich mit einem guten Gefühl ins Spiel gehe. Ich halte ihn für einen richtig guten Spieler, es macht Spaß gegen ein solchen Spieler anzutreten und ihn die eigene Qualität auf dem Rasen spüren zu lassen. Aber, dass er beim KSC war, ist für mich in diesem Spiel nicht von Relevanz.

Wie muss man gegen die Lilien taktisch agieren, um den Dreier einzufahren?

Wer Darmstadts Trainer Markus Anfang kennt, weiß: Er will viel Ballbesitz, er lässt bisweilen unkonventionell spielen. Da rücken die Außenverteidiger oft auf die Sechserposition und räumen da die Spur komplett für den Außen frei.

Lukas Fröde wie man ihn kennt: Im Zweikampf um den Ball mit Sandhausens Diego Contento.
Lukas Fröde wie man ihn kennt: Im Zweikampf um den Ball mit Sandhausens Diego Contento. | Bild: Tim Carmele/tmc-fotografie.de

Aber: Wir wissen das und müssen daher aber auch nicht alles auf links drehen. Wir müssen bei uns bleiben. Ein dazu passendes System ist nicht unwichtig. Die komplett alte Schule "geht's raus - spielt's Fußball", das geht nicht mehr. Wir haben einen Plan, den gilt es umzusetzen.

Nochmals zur Taktik: Welches System, mit zwei Sechsern oder alleine vor der Abwehr, bevorzugen Sie? Oder ist das gar egal?

Der Unterschied ist nicht so gravierend. Im 4-2-3-1 kann man vor der Viererkette die Halbräume besser verteidigen, im 4-3-3 gibt es Vorteile im Spiel nach vorne. Ich fühle mich in beiden Systemen wohl.

Das Minimal-Ziel ist: Drittes Spiel in Folge ungeschlagen? Oder mehr - sprich Heimsieg?

Wir werden alles geben, um Darmstadt Paroli zu bieten. Es ist ein Heimspiel und im Wildpark waren wir saisonübergreifend immer ganz gut drauf. Wir feuern alles raus und wollen punkten - am liebsten dreifach.

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