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Karlsruhe Vertrags-Frust bei KSC-Profi Daniel Gordon: "Dass es sich so hinzieht, nervt natürlich"

Daniel Gordon ist im Moment vertragslos. Der Abwehrspieler würde aber gerne weiterhin beim Karlsruher SC spielen. Dessen Sportgeschäftsführer Oliver Kreuzer erklärte, Gordon gerne als "Kabinenspieler" einen neuen Kontrakt zu geben. Doch der Etat für Personalkosten beim badischen Zweitligisten gibt dies im Moment nicht her. Streckt "Gordi" seine Fühler schon nach anderen Vereinen aus?

Herr Gordon, "Kabinenspieler" - was bedeutet das?

Dieser Begriff ist auf jeden Fall nicht von mir. Ich glaube das basiert darauf, dass ich in jeder Mannschaft, in der ich war, ein hohes Ansehen genossen habe. Ich bin ein positiver Typ, daraus entstand vielleicht dieser Begriff. Mir geht es ums Sportliche, aber es geht natürlich auch darum, wie man in der Kabine agiert. Ich habe da in den zurückliegenden Jahren eine gute Mischung gefunden.

Das heißt doch aber in erster Linie, dass man ihre charakterlichen Fähigkeiten höher einschätzt als ihre sportliche Leistungsfähigkeit. Konsequenz: Vertrag nur aufgrund Ihrer Sozialkompetenz?

Nein. Ich will der Mannschaft natürlich sportlich weiterhelfen. Mit der Verpflichtung eines neuen Innenverteidigers gibt es nochmals zusätzliche Konkurrenz, aber der stelle ich mich, wenn es klappt. Mein Naturell ist es nicht, zu sagen: "Gordi, stell dich hinten an und warte." Ich will natürlich spielen.

Daniel Gordon (KSC 3) im Interview, nach dem Training.
Daniel Gordon (KSC 3) im Interview, nach dem Training. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Alles andere wäre auch kontraproduktiv für das Team. Es geht um den Wettbewerb. Ich wäre ein schlechtes Vorbild, wenn ich sagen würde, ich gebe mich damit zufrieden im Kader zu stehen. Nur Kabinenspieler - nein.

Das heißt, durch diese Kategorisierung fühlen Sie sich nicht als Auslaufmodell diskreditiert?

Ich bin erfahren genug, weiß um meine Situation, weiß um mein Alter. Aber ich glaube ganz sicher, dass ich der Mannschaft helfen kann.

Dennoch: Schreckt diese öffentliche Einordnung nicht andere, interessierte Clubs ab? Ist das für Ihre Zukunft nicht hinderlich bis destruktiv?

Nein, das sollte man nicht überbewerten. Es gibt einige Interessenten. Dass es nicht mehr Vereine sind, liegt wohl daran, dass der KSC und ich kommunizierten, dass wir weiter zusammenarbeiten wollen.

Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball.
Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball. | Bild: Tim Carmele

Leben Sie im Moment vom Arbeitslosengeld?

Korrekt.

Sie haben Familie, Ihre Frau erwartet das zweite Kind. Da ist diese Hängepartie doch belastend.

Nicht zufriedenstellend. Keiner der arbeitslos ist, ist zufrieden. Es wurde klar kommuniziert seitens des KSC, dass man verlängern will. Dass es sich so hinzieht, nervt natürlich...

Gibt es eine Deadline, bis wann alles über die Bühne sein soll?

Nein, das wurde nie ausgesprochen. Aber klar, die Saison beginnt bald. Ich würde schon gerne von Anfang an dabei sein. Bis die Transferperiode vorbei ist, wird noch viel passieren.

Siegesjubel des Torschützen Daniel Gordon (KSC 3)

;DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO.
Siegesjubel des Torschützen Daniel Gordon (KSC 3) ;DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Stichwort Saisonstart: Sind Sie denn fit genug?

Ich absolviere viele Laufeinheiten, bin im Fitnessstudio. Aber klar ist auch, dass ich in Sachen Teamtraining Nachholbedarf habe. Ich würde alles geben, um schnell den Anschluss zu finden.

Der KSC hat inzwischen vier Innen-, aber nur einen Rechtsverteidiger unter Vertrag. Glauben Sie wirklich, bei den Finanzproblemen als fünfter Innenverteidiger einen Vertrag zu bekommen, ehe ein Rechtsverteidiger da ist?

Beides steht im Raum. So wurde es kommuniziert. Ich glaube daran, dass die Zusagen eingehalten werden, dass ich Geduld brauche.

Daniel Gordon (KSC 3) wirft den Ball im Aufwärmspiel beim Training. vor dem Tor.
Daniel Gordon (KSC 3) wirft den Ball im Aufwärmspiel beim Training. vor dem Tor. | Bild: Tim Carmele

Können Sie da nachts überhaupt noch gut schlafen?

Absolut, ich stehe zwar unter Spannung, aber mein Schlaf ist in Ordnung. Es steht das nächste Kapitel auf der Agenda. Ich warte, freue mich. Ich weiß aber auch, dass das Thema Fußballprofi bald ein Ende hat.

Und was kommt danach?

Ich will eine Trainerkarriere starten.

Sind Sie dazu nicht zu gutmütig, zu sehr auf Ausgleich bedacht?

Das kann ich erst beantworten, wenn ich auf der anderen Seite stehe. Ich bin sehr anspruchsvoll, scheue mich allerdings nicht, Kritik zu üben. Aber: Zunächst will ich noch spielen, dann die Trainerscheine machen - alles step by step.

Daniel Gordon (KSC 3) mit Humor beim Training.
Daniel Gordon (KSC 3) mit Humor beim Training. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie
ka-news.de-Hintergrund: Daniel Gordon

Daniel Gordon wurde am 16. Januar 1985 in Dortmund geboren. Der Deutsch-Jamaikaner begann seine Fußballkarriere von Borussia Dortmund. Nach Stationen beim VfL Bochum, Rot-Weiß Oberhausen und FSV Frankfurt spielte der Innenverteidiger in der Nationalmannschaft von Jamaika.

Seit 2012 trägt "Gordi" das Trikot des KSC - mit einer einjährigen Abwesenheit durch seinen Wechsel zum SV Sandhausen. Der inzwischen 35-Jährige lebt seit acht Jahren in der Fächerstadt. In seiner blau-weißen Karriere hat der 1,94 Meter-Hüne für den KSC 216 Spiele absolviert und 16 Tore erzielt. Mit dem Ende der Saison im Juni lief auch Gordons Vertrag bei den Karlsruhern aus. Seither ist er vereinslos.
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  •   FCKSUV
    (415 Beiträge)

    12.09.2020 16:27 Uhr
    Gordi ist ein Super Typ....
    Man sieht in als unten an der Alb beim Joggen. Vom Tempo her bewegt er sich allerdings auf Augenhöhe mit den Senioren, die dort ebenfalls entlang joggen. grinsen
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  •   bekama
    (83 Beiträge)

    12.09.2020 11:12 Uhr
    Klartext reden mit Gordi...
    bitte keinen Vertrag mehr für Gordi, viel zu langsam, ist zwar ein super Typ und hat sich für den KSC verdient gemacht aber nix mehr für die 2. Liga. Wenn man ihn anderweitig im Verein einbinden will gerne, aber nicht auf dem Platz. Momentan ist er Vertragslos und es gibt keine Anfrage von einem Anderen Verein, noch nicht mal 3. Liga, da sollten die sogenannten Fachmänner im Verein hellhörig werden, was sie als sogenannte Fachmänner sowieso sein müssten. Wenn ich mich als Ausbildungs und Nachwuchsverein tituliere muss ich wenn die Kohle fehlt zumindest aus der eigenen Jugend was zum hochziehen mit Zukunft vorweisen können.
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  •   steely
    (216 Beiträge)

    09.09.2020 12:24 Uhr
    Ich wünsche Daniel Gordon
    Alles Gute aber bitte nicht beim KSC. Er ist der langsamste Spieler seit Jahren..schiesst ab und an Tore (auch Eigentore) und soll einfach Platz machen für junge Spieler. Wenn er Trainer werden will kann er wohl beim KSC auch nicht weiterkommen,denn Trainer verdienen auch Geld...und das hat der KSC nicht
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  •   KSC1894
    (445 Beiträge)

    09.09.2020 10:44 Uhr
    OK´s rumgeeiere
    Es ist unglaublich was unser Sportdirektor alles macht um Unruhe reinzubringen. Hier hätte man einen Zeitpunkt vereinbaren sollen, bis dahin verpflichtet oder Gordon soll sich nach einem neuen Verein umschauen. Desto älter ein Spieler wird desto mehr Training mit der Mannschaft und Spiele braucht er. Ohne diese wird er nicht schneller. Ausdauer kann jeder alleine trainieren. Den Rest nicht. Wollte OK nicht auch Lorenz loswerden? Auch mal wieder vergebens.
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  •   sauerbraten
    (2160 Beiträge)

    09.09.2020 09:45 Uhr
    Eins mal vorne weg - wer auch immer mit
    dem Begriff, "Kabinenspieler" um die Ecke gekommen ist, ist ein Idiot. Klar, der Gordon ist jetzt in einem Alter, in dem man nicht mehr als Stammspieler mit ihm planen sollte, aber mit seiner Erfahrung, seinem Stellungsspiel & Antizipation, kann er durchaus noch bereichernd sein und das nicht nur auf dem Trainingsplatz. Wenn es so ist, dass der KSC ihm gegenueber im Wort steht, dann sollte es auch gehalten werden - das ist das Mindeste, das sich der Gordon ueber die Jahre verdient hat, Punkt.
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  •   RainerBu
    (1127 Beiträge)

    09.09.2020 15:47 Uhr
    Vorsicht
    mit der Wortwahl. ka-news hat mich in anderer Diskussion verwarnt obwohl ich niemanden beleidigt habe , sondern nur auf Provokation reagiert habe .Beleidigt habe ich dabei niemanden.
    Die sind da etwas überempfindlich .
    Sollten aber erstmal an sich selbst arbeiten, die Flut an Rechtschreibfehlern und vergessenen Worte usw war ja unglaublich hier . Teils sogar in fetten Überschriften.
    Gibt bestimmt Verwarnung Nummer zwei.
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  •   Markymark
    (456 Beiträge)

    09.09.2020 10:45 Uhr
    Pisot
    glaub erst muss Pisot wechseln. Scheint Mission Impossible zu sein. Kommentar zwecklos. Irgendwo las ich, dass mit dem Aufstieg automatisch alle Verträge sich erhöhten, anstatt man aufgrund neuer Situation neu verhandelt mit dem Spielern. Stichwort 2.Liga Tauglichkeit und was Spieler zum Aufstieg beigetragen haben. Gleiches beim Torwart Müller, immerhin vermittelt worden. Mich hat es sehr verwundert, dass anscheinend trotz Aufstieg rote Zahlen geschrieben wurden...(ohne Anpassung in der Winterpause)
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  •   kommentar4711
    (2660 Beiträge)

    09.09.2020 09:58 Uhr
    ANTWORT AUF "EINS MAL VORNE WEG - WER AUCH IMMER MIT"
    Dieses Wort scheint aber eben von Anfang an an klar kommunizierte Bedingungen geknüpft gewesen zu sein.
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  •   andi-b7
    (3261 Beiträge)

    08.09.2020 18:48 Uhr
    Ja irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem man verstehen muss das es vorbei ist.
    Lieber Gordon mit 35 sollte man die Einschätzung haben aufzuhören wenn es am schönsten ist.
    Der Sieg über die Schaben und der Verbleib in Liga 2 ist schon ein Höhepunkt.
    Sich nun ein Jahr noch als Spieler auf die Bank zu setzen ist in meinen Augen lächerlich. Der Platz gehört unserer Jugend. Geh hin und lass dich beim KSC als Trainer anstellen und fang bei einer Jgendmanschaft mit an als Co. So lernst du was für Leben als Trainer und Vorallem wirst du bei uns Fans immer im Herzen bleiben und nicht als abgehalfterter Spieler Enden. Man hört auf wenns am schönsten ist und nicht wenn man von der Bank fällt.
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  •   kommentar4711
    (2660 Beiträge)

    09.09.2020 08:38 Uhr
    ANTWORT AUF "JA IRGENDWANN KOMMT DER ZEITPUNKT AN DEM MAN VERSTEHEN MUSS DAS ES VORBEI IST."
    Sehe ich auch so. Zumal, wenn man ehrlich ist war er vor 2 Jahren schon zu langsam.
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