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Karlsruhe KSC-Shooting Star Tim Breithaupt über seinen kometenhaften Aufstieg: "Es ist nicht leicht, das zu realisieren"

14 Einsätze in Liga zwei, davon zwölf in der Startelf. Insgesamt 1009 Minuten stand Tim Breithaupt in der 2. Bundesliga auf dem Spielfeld. Dazu durfte der erst 19 Jahre alte Mittelfeldspieler in zwei DFB Pokalspielen ran. Das ist die beeindruckende Saisonbilanz des KSC-Eigengewächses. Breithaupts Leistungen schlagen sich in seinem Marktwert nieder, der für Profis regelmäßig von "transfermarkt.de" ermittelt und veröffentlicht wird. Innerhalb von wenigen Wochen schoss die Bewertung Breithaupts - den so etwas so gut wie nicht interessiert - von 150 000 Euro auf 1,5 Millionen Euro in die Höhe. Überall heißt es: "Breithaupt - Shooting-Star." Mit Breithaupt, der inzwischen auch in der deutschen U20-Nationalelf zum Einsatz kam, sprach Peter Putzing.

Herr Breithaupt, wie und wo feiern Sie Weihnachten?

Mit der Familie. Oma und Opa kommen am 24. Dezember zu uns. Auch an den Feiertagen ist die Familie zusammen.

Gibt es da ein spezielles Ritual? Ein spezielles Essen?

Bei uns wird am Heiligen Abend gewürfelt und wer gewinnt, darf sich ein Geschenk holen. Am 1. Weihnachtsfeiertag gibt es dann bei der Oma Fondue.

Sie haben von zu Hause, das ist das Dorf Nesselried, gesprochen. Hat sich da etwas geändert, seit Sie Stammspieler beim KSC sind?

Nein - weil ich mich nicht verändert habe. Natürlich ist da etwas Euphorie, alle freuen sich mit mir. Aber: Da ich der Gleiche geblieben bin - ist alles gleich.

Tim Breithaupt (KSC 38)
Tim Breithaupt (KSC 38) | Bild: ka-news.de

In einem Spiel wurden Sie in der ersten Halbzeit ausgewechselt, erinnern Sie sich?

(Die Antwort kommt sofort): Das war gegen Aue…

…war das gerecht? Ist das verarbeitet?

Zuerst: So etwas gehört zum Reifeprozess eines jungen Spielers dazu. Ich bekam ziemlich früh eine gelbe Karte, habe danach noch ein kleines Foul begangen. Der Trainer wollte mich und die Mannschaft schützen, hat mir diese Auswechslung direkt erklärt. Das ist abgehakt. Zudem muss man als junger Spieler damit leben, dass so etwas mal vorkommt. Es geht weiter.

Tim Breithaupt (KSC38) vorne, läuft mit Marlon Dinger (KSC 27) links und David Trivunic (KSC 18) Runden um den Platz, links Christian Eichner (KSC Trainer)
Tim Breithaupt (KSC38) vorne, läuft mit Marlon Dinger (KSC 27) links und David Trivunic (KSC 18) Runden um den Platz, links Christian Eichner (KSC Trainer) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Alle sprechen vom „Shooting-Star Breithaupt.“ Tut das gut?

Mir tut es gut, weil ich bodenständig bin, weil ich nicht abhebe. Ich bin zurückhaltend, ich kann die ganze aktuelle Situation nicht so richtig greifen. Stammspieler beim KSC, dann in die U20-Nationalelf berufen worden - es ist viel passiert. Es ist nicht leicht, das zu realisieren. Aber: ich genieße jeden Moment und von mir aus kann es so weitergehen.

Wie ordnen Sie den bisherigen Saisonverlauf ein. Für das Team und für Sich?

Für mich: Absolut positiv. Ich habe sehr früh in der Saison Chancen bekommen, durfte viele Spiele machen, dadurch konnte ich mich weiterentwickeln. Ich glaube, ich habe einen Sprung im Vergleich zur letzten Saison gemacht. Als Mannschaft haben wir uns immer besser eingefunden. Wir haben nur zwei Punkte weniger als nach der Hinrunde in der vergangenen Saison, das ist dann wieder eine ordentliche Saison.

Tim Breithaupt (KSC 38) schießt den Ball ins Tor gegen Torwart Marius Gersbeck (KSC 35), Der Ball trifft Gersbeck ins Gesicht.
Tim Breithaupt (KSC 38) schießt den Ball ins Tor gegen Torwart Marius Gersbeck (KSC 35), Der Ball trifft Gersbeck ins Gesicht. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Sie sagten: "Ich habe einen Sprung in meiner Entwickelung gemacht." Können Sie das konkretisieren?

Meine Spielweise ist gereift. In den Zweikämpfen habe ich ein besseres Gefühl bekommen. Und ich versuche mich immer mehr im Spiel nach vorne einzubringen und auch da Akzente zu setzen.

Ihr bestes Spiel war?

Das Heimspiel gegen Hannover.

Und das beste Spiel der Mannschaft?

Da gab es mehrere richtig gute Leistungen. Gegen Hannover, gegen den HSV oder beim Pokalsieg in Leverkusen.

Jetzt kommt eine, wenn auch kurze, Pause. Tut das gut? Kann man da die Akkus aufladen?

Das tut jedem gut. Durch die vielen Verletzten im Kader konnte man niemand schonen. Daher - durchatmen, etwas mehr als eine Woche ausruhen, das tut gut.

Geht es in Urlaub?

Nein, ich bleibe bei der Familie in Nesselried.

Worauf speziell liegt in der Restrunde der Fokus? Für die Mannschaft - und für Sie? Wo konkret sollte man sich verbessern?

Wir haben einige Gegentore zu einfach bekommen. Durch individuelle Fehler, durch gegnerische Standards. Für die Restrunde nehmen wir uns vor, das zu verbessern. Wenn das gelingt, wird es schwierig, uns zu schlagen, denn vorne haben wir die Qualität, immer ein Tor zu machen.

Tim Breithaupt (KSC 38) am Ball.
Tim Breithaupt (KSC 38) am Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Haben Sie eine Position in der Abschlusstabelle im Kopf?

Über so etwas mache ich mir keine Gedanken.

Denken Sie hin und wieder an den Aufstieg?

Wenn das Stadion fertig ist, dann haben wir ein Erstligastadion. Dann kann man vielleicht einmal in diese Richtung schielen, aber jetzt: Konzentration auf die Spiele. Nächste Saison sehen wir weiter.

Haben Sie etwas Angst, dass der KSC abstürzen könnte?

Nein, wir sind eine stabile Mannschaft mit einem stabilen Trainerteam. Wir wissen was wir können - auch daher sehe keinen Grund, dass wir abstürzen.

Und: Angst, dass Tim Breithaupt auf der Bank landen könnte?

Das kann immer wieder mal sein. Fußball ist ein Tagesgeschäft - da gibt es nicht nur positive Erlebnisse. Im Moment läuft es prima, und ich gebe alles, dass es mit dem Platz auf der Bank nicht vorkommt.

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  •   schwarzvoraugen
    (4554 Beiträge)

    23.12.2021 18:27 Uhr
    Shooting Star passt so überhaupt nicht
    die ersten Spiele hat sich Breithaupt auf Defensivaufgaben beschränkt. Jetzt sehen wir ihn zunehmend auch in Offensivaktionen beteiligt. Da genau sehe ich auch seine Stärke. Ruhig auch einmal den Abschluss suchen, dann hat das schon hin.

    Er steht noch ganz am Anfang seiner Entwicklung, kein Grund hier von einem Shooting Star zu sprechen. Jetzt einmal kontinuierliche Leistung über eine gesamte Saison bringen, dann sollte sich eine Entwicklung ergeben.

    Hoffe er und der Verein bleiben auch ruhig, sollten dann einmal die ersten Anfragen mit Millionenangeboten rüberkommen.

    An unseren Schrotflintenmanager: Hier sind langfristige Verträge angebracht, gerne mit Ausstiegsklausel ab 5 MEUR. Werden Sie tätig!
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  •   Helmdex
    (188 Beiträge)

    23.12.2021 19:58 Uhr
    Naja
    Kother wurde damals nach ca 7 Spielen als Shootingstar bezeichnet, während sich sein Spiel fast ausschließlich auf die Offensive bezogen hat. Bei Tim sind das jetzt ein paar mehr und sein Spiel bezieht sich fast ausschließlich auf die Defensive.
    Solche Bezeichnungen werden schnell gewählt, aber auch sehr schnell fallengelassen.
    Allerdings stimm ich zu, Shootingstar passt nicht richtig. Für mich ist das eher eine Bezeichnung für einen, der (im Spiel) im Mittelpunkt steht und das Gefühl hab ich bei Tim gar nicht. Er geht manchmal fast etwas unter und spielt eine eher unscheinbare, aber sehr wichtige Rolle.
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  •   Schmarow
    (1228 Beiträge)

    23.12.2021 18:24 Uhr
    Gut gebrieft!
    Diese Sätze wie bspw., dass man nur 2 Punkte weniger geholt hat als letzte Saison in der Hinrunde, wiederholen die Spieler mantraartig in jedem Interview. Was hier noch fehlte, war der Satz "Wir wissen, wo wir herkommen".
    Zum Spieler Tim Breithaupt kann man nur sagen, dass er eine tolle Entwicklung durchgemacht hat und CE erkannt hat, dass er in die erste Elf gehört. Selbst die Abstrafung im Aue Spiel konnte ihm nichts anhaben. Weiter so! Junge Spieler müssen in diesem Kader immer etwas mehr geben als ihre älteren Kollegen. Ich wünsche ihm, sowie Kother und Batmaz eine noch bessere Rückrunde. Vielleicht bekommen sie mehr Spielzeit, wenn die Saison im Februar oder März abgeschenkt wird, weil das Saisonziel erreicht wurde.
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