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Karlsruhe KSC-Keeper Marius Gersbeck im Interview: Nervös? "Dafür bin ich nicht der Typ"

Marius Gersbeck ist die neue Nummer eins im Tor des Karlsruher SC. Der Torhüter überzeugte bisher bei all seinen Einsätzen in der 2. Bundesliga, ist unumstritten als KSC Keeper. Der Nachfolger von Benjamin Uphoff, der zum SC Freiburg abgewandert ist, bleibt bei allem Erfolg demütig, ist ein bodenständiger, den Fans nahestehender Typ. Der 25-Jährige, der nie nervös war, ist kein Lautsprecher, aber auch alles andere als ein Leisetreter. Mit Marius Gersbeck sprach Peter Putzing

Herr Gersbeck, für Sie verlief die Saison bisher geradezu optimal. Die Leistungen waren gut, es war kein gravierender Fehler dabei.

Optimal wäre, wenn wir jedes Spiel gewonnen hätten und das dann auch noch zu null. Was mich betrifft, da gibt es natürlich immer Sachen, die man verbessern kann. Aber: es ist meine erste Zweitligasaison, damit kann ich zufrieden sein.

Zufrieden? Es waren bisher souveräne Auftritte.

Danke. Das versuche ich auch auszustrahlen, wenn es dann auch so rüberkommt ist es umso schöner.

Waren Sie nervös, als die erste Partie als neue Nummer eins bevorstand?

(lacht) Nein, ich bin nicht der Typ dafür, richtig nervös zu werden. Es war zwar mein erstes Zweitligaspiel, aber ich habe davor schon im Pokal, vor großem Publikum, gespielt. Daher war es nichts grundlegend Neues. Da war auch schon vorher Feuer drin.

Das heißt, Sie stecken größeren Druck ganz einfach weg?

Ich hatte während der kompletten Vorbereitung eine größere Anspannung. Als dann die Entscheidung gefallen war, wer zunächst im Tor steht, gab es keinen Druck mehr. Meine Hoffnung hatte sich erfüllt, da war es dann die Vorfreude, die überwog.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält den Ball und steht nach dem Sprung auf.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält den Ball und steht nach dem Sprung auf. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Dass man das Vertrauen, das man seitens der Trainer erhalten hatte, zurückgibt. Für mich war das kein Druck, sondern nach der Entscheidung konnte ich mit breiter Brust an alles rangehen. Anspannung - das gehört dazu.

Sie waren zuvor die Nummer zwei, das ist jetzt Neuzugang Markus Kuster. Sie kennen diese Situation. Denken Sie daran, wie es Kuster gehen könnte? Oder ist Ihnen das egal, ist "Business as usual?"

Egal ist es auf keinen Fall, auch weil wir uns so gut verstehen. Ich kann mich in ihn reinversetzen, aber trotzdem: Man muss trennen. Beruflich und privat! Jeder wollte ins Tor, die Entscheidung hätte auch anders herum fallen können.

Torwart Markus Kuster (KSC 1)
Torwart Markus Kuster (KSC 1) | Bild: Tim Carmele

Ich verstehe ihn, ich weiß, dass er mir im Nacken sitzt, dass er Druck aufbaut. Und das ist auch gut so. Bei solch einer Situation ist es umso schöner, wenn man sich neben dem Platz gut versteht, über alles sprechen kann. Das weiß ich sehr zu schätzen.

Könnten Sie folgendes Zwischenfazit unterschreiben: Der KSC spielt besser als in der vergangenen Saison, hat aber nicht mehr Punkte auf dem Konto?

Absolut, wir haben sogar weniger Punkte, als zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Saison. Aber trotzdem glaube ich, dass - wenn wir es schaffen unsere Qualität so hoch zu halten - dass dann die Punkte kommen. Nicht von allein, aber wenn wir alles dafür tun, dann kommen die. Wir müssen etwas souveräner werden, 90 Minuten konzentriert bleiben, einfache Gegentore vermeiden, dann kommen schnell etliche Zähler auf das Konto.

Sie sprechen von einfachen Gegentoren. Gegen Darmstadt gab es drei einfache Gegentore, dreimal nach Standards. Wird man da als Torhüter nicht fast wahnsinnig?

Wenn diese Gegentore verteilt gewesen wären über einige Spiele, wenn es immer wieder vorkommen würde, dann müssten wir uns Sorgen machen. So war alles in einem Spiel, schlimm genug, aber besser so.

Jetzt geht es nach Braunschweig. Ihr Kapitän Gondorf meinte: "Das ist unsere Qualitätsstufe, da ist ein Sieg drin."

Das unterschreibe ich. Braunschweig ist ein direkter Konkurrent, die kämpfen auch eher um den Klassenerhalt als um den Aufstieg. Daher ist es ein besonders wichtiges Spiel, das wir gewinnen wollen. Aber: Wir müssen es schaffen, unsere Leistung wieder abzurufen.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35)
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) | Bild: Tim Carmele/tmc-fotografie.de

Sie sprechen vom Klassenerhalt. Das ist das Ziel?

Das ist das Ziel, das ist erreichbar und ich hoffe, dass wir es etwas früher erreichen, als in der vergangenen Saison.

Ihr Vertrag endet 2021. Gibt es da schon Kontakte seitens des KSC?

Bis jetzt haben wir noch keine Gespräche geführt, es ist ja noch einige Zeit.

Würde Marius Gersbeck gerne im Wildpark bleiben?

Momentan freue ich mich, regelmäßig auf dem Platz zu stehen. Das ist nach längerer Zeit endlich wieder so. Und: ich will gute Leistungen bringen. Klar ist aber auch: ich fühle mich hier in Karlsruhe sehr wohl.

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Kommentare (3)
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  •   Kemp
    (20 Beiträge)

    25.11.2020 12:37 Uhr
    Gersbeck......
    ist der bessere Uphoff..
    Hat ne konsequentere Ausstrahlung- wirkt fokussierter..
    Passt!
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  •   ka76199
    (61 Beiträge)

    21.11.2020 14:54 Uhr
    Ver
    goldet.....👍
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  •   runner
    (503 Beiträge)

    21.11.2020 14:36 Uhr
    Doppelpunkt statt Bindestrich: neue Seuche
    Was früher der von ka-news-Autoren viel zu oft und häufig falsch eingesetzte Bindestrich ist neuerdings der Doppelpunkt. Ich habe keine Ahnung, wo diese Autoren schreiben gelernt haben.
    In der Schule hieß es sicher oft: X war stets bemüht.
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