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Karlsruhe KSC-Kandidat Rolf Dohmen: "Als Präsident würde ich versuchen, die Grabenkämpfe im Verein zu beenden"

Rolf Dohmen will KSC Präsident werden. Klappt das nicht, stünde der Vater von zwei Töchtern auch bei der Wahl des Vizepräsidenten zur Verfügung. Der 68-Jährige, der in Karlsruhe lebt, hat eine lange KSC-Vergangenheit: Von 1978 bis 1982 war er Profi im Wildpark, von 2002 bis 2009 war er Sportdirektor der Badener. Im ka-news.de-Interview verrät er unter anderem, wie er mit dieser Erfahrung seinen Wahlkampf bestreiten will.

Herr Dohmen, es geht jetzt in die heiße Phase: Wie sieht Ihr Wahlkampf aus?

Ich habe wirklich kurz darüber nachgedacht, richtigen Wahlkampf zu machen. Aufgrund der Corona-Pandemie nehme ich aber Abstand davon. Ich wollte Mitglieder und Fanclubs einladen, aber dort nicht auf einer Bühne stehen, sondern mich unter die Besucher mischen. Ich hätte mich für Fragen zur Verfügung gestellt.

Ich hatte dabei auch an Getränke und Flammkuchen gedacht, für den symbolischen Beitrag von einem Euro, der Gesamtbetrag wäre dann der KSC-Jugend zugutegekommen. Dies könnte man ja aber auch nach den Wahlen nachholen, wenn es wieder erlaubt ist. Eines möchte ich aber klarstellen: Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, dass ich über niemanden negativ rede. Ich will keine Schlammschlacht, es muss ein sauberer Wahlkampf werden.

Sie sind Medienprofi. Ist es ein Nachteil, dass diese Mitgliederversammlung "nur" digital stattfindet?

Das ist vielleicht möglich, aber damit müssen alle klarkommen. Ich habe mir das alles sehr lange überlegt. Denn - bei allem Respekt - ich will nicht Präsident eines Kaninchenvereins werden, sondern beim Karlsruher Sport Club. Und ich will dieses Amt nicht nur für zwei Jahre übernehmen, ich denke längerfristig.

Rolf Dohmen, ehemaliger Spieler und Sportdirektor des KSC.
Rolf Dohmen, ehemaliger Spieler und Sportdirektor des KSC. | Bild: picture alliance/dpa/Archivbild

Einst waren einige Fangruppen gegen Sie, wegen Ihrer Abmeldung vom Verein und der juristischen Einforderung von Prämien aus Ihrer Zeit als Sportdirektor, nachdem man Sie freigestellt hat. Haben Sie sich - trotz dessen - mit Fans und deren Vertretern getroffen? 

Ich habe mich schon vor längerer Zeit mit einigen getroffen, als ich das erste Mal den Wunsch geäußert hatte, Präsident zu werden. All das ist besprochen und bereinigt. Einige tragen mir noch etwas nach, aber es ist besprochen, da ist nicht viel hängen geblieben.

Ich habe mich regelmäßig mit verschiedenen Fanvertretern getroffen und ich bin zu jeder Zeit gesprächsbereit, falls hier noch Bedarf bestünde.

Was befähigt Sie dazu, Präsident des KSC zu werden?

Zunächst, weil das mein Verein ist, auch wenn ich Rheinländer bin. Ich habe in Karlsruhe sportlich und beruflich meine größten Erfolge gefeiert und Karlsruhe ist seit 40 Jahren meine Heimat. Ich würde dem KSC sehr gerne meine Arbeit im Ehrenamt anbieten.

Sie erwähnen nicht Ihre sportliche Kompetenz...

Ich habe ein sehr gutes Netzwerk durch meinen Beruf, gute Verbindungen. Das habe ich auch nach der Freistellung beim KSC kontinuierlich ausgebaut. Ich kommuniziere nicht nur heute noch mit der Ersten und Zweiten Bundesliga sowie mit den unteren Ligen und kann daher heute mit Stolz sagen, zum deutschen Profifußball-Netzwerk zu gehören.

Wenn der KSC Sie als Präsidenten hätte, bräuchte er dann überhaupt noch einen Sportdirektor - oder kann man sich diese etlichen hunderttausend Euro jährlich sparen?

Das zu beurteilen steht mir jetzt noch nicht zu. Sollte ich gewählt werden, werde ich dazu eine klare Stellung beziehen. Ich möchte aber sofort etwas klarstellen: Ich strebe lediglich ein Ehrenamt an.

Mitkandidaten von Ihnen wollen, um die sportliche Kompetenz zu erhöhen, einen Beirat gründen. Sie auch?

Darauf kann man meiner Ansicht nach verzichten. Wie viele Beiräte hat denn der KSC inzwischen? Wir brauchen keine externen Berater, dieses Netzwerk haben wir selbst.

Möchte auch KSC-Präsident werden: Ex-Sportdirektor Rolf Dohmen.
Möchte auch KSC-Präsident werden: Ex-Sportdirektor Rolf Dohmen. | Bild: Uli Deck/dpa

Sie haben Spieler wie Federico oder Kapllani aus unterklassigen Teams zum KSC geholt. Werden Sie sich ins Scouting einbringen?

Aber natürlich. Ich habe auch Mario Eggimann aus der Schweiz geholt, ihn in der U17 beobachtet. Das Entscheidende wird aber sein: Die Leute im operativen Geschäft müssen ein Konzept erstellen. Ich würde unterstützen, das in die richtige Richtung zu lenken.

Im Endeffekt hat die sportliche Leitung das Sagen, für das operative Geschäft. Vor allem der Trainer, auch wenn der Sportdirektor sein Vorgesetzter ist. Wenn ein Trainer von einem Spieler nicht überzeugt ist und der wird dennoch geholt, ist das von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Was würden Sie denn anders machen als Ihr Vorgänger Ingo Wellenreuther?

Ich würde versuchen, die Grabenkämpfe im Verein in den einzelnen Gremien und Abteilungen zu beenden. Da ist vieles schief gelaufen, da ist Unruhe drin, da gibt es Befindlichkeiten. Das muss eingestellt werden.

Die Abteilungen müssen wieder als eine Einheit auftreten, man muss Visionen haben und auch das KIT einbeziehen. Und: Das Nachwuchsleistungszentrum muss gefördert werden. Mit großen Ausrufezeichen versehe ich eine U23!

Der KSC II spielt in der untersten Klasse - wie soll das gehen?

Es gibt Vereine, zum Beispiel in der Oberliga, die sich aus wirtschaftlichen Gründen damit befassen, sich abzumelden. Da könnte man einsteigen und den Verein irgendwann ganz rüberholen. Eintracht Frankfurt denkt im Moment über so eine Möglichkeit nach.

Das aktuelle KSC-Team II ist ein tolles Fanprojekt, aber bis die weiter oben sind, das dauert zu lange. Man sollte sich auf jeden Fall nochmal mit dem Fußballverband in Verbindung setzen.

Sagen Sie etwas zu Ihrer Konkurrenz um den Job?

Jedes KSC-Mitglied, das die Bedingungen erfüllt, hat das Recht sich zu bewerben. Ich finde es gut, dass sich eine Frau bewirbt. Ich habe in meiner Zeit als Manager von Nike mit Britta Steinmann, der Chefin von Wattenscheid, gut zusammengearbeitet.

Wenn Sie nicht als Präsident gewählt werden, stellen Sie sich als Vize zur Wahl. Kritiker sagen: So werden die gleichen Leute am Ruder bleiben, die den KSC fast in die Insolvenz getrieben haben...

Anfangs wollte ich nur Präsident werden, erst danach Vize. Der Grund: Ich will dem KSC mit meinen Erfahrungen im Fußballgeschäft und Netzwerk helfen. Und: Dabei geht es ja um den KSC - und der Vize-Präsident hat das gleiche Stimmrecht wie der Präsident.

Sagen Sie etwas zu Ihren Chancen?

Es wird eng werden und ich stehe für einen fairen Umgang miteinander. Aber: Ich bin Fußballer - und ein Fußballer will immer gewinnen.

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  •   Gelegenheits-Kommentator
    (42 Beiträge)

    10.07.2020 11:23 Uhr
    Erklärungsversuch
    Das Ende der Ära Dohmen als Manager fiel in die Amtszeit der Präsidentschaft von Paul Metzger. Wie damals der Verein geführt wurde ist hinlänglich bekannt – erinnere mich in diesem Zusammenhang an den Begriff „Tollhaus“. Es ging damals um ausstehende Punkt- und Siegprämien, die während seiner vom Verein erfolgten Freistellung nicht gezahlt wurden. Das Gericht sah eine entsprechende Klausel in Dohmens Vertrag als unangemessene Benachteiligung und gab Dohmens Klage statt. Von daher besteht kein Anlaß, ihm hier etwas vorzuwerfen.

    Betonung Ehrenamt: Rolf Dohmen ist 68 Jahre alt. Ich gehe davon aus, daß er inzwischen als Rentner, Pensionär, Privatier oder als was auch immer finanziell versorgt ist und sich eigentlich ganz seinem Ruhestand widmen könnte. Von daher muß er nicht bestrebt sein, noch irgendwelche lukrative Posten zu ergattern und sich irgendwie im Geschäft zu halten. Ich denke diese Unabhängigkeit hat er gemeint mit der Aussage, seine Arbeit im Ehrenamt anzubieten.
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  •   sauerbraten
    (2235 Beiträge)

    10.07.2020 10:07 Uhr
    Wenns um Geld geht, hoert der Spass halt auf
    und wenn mich nicht alles taeuscht, bekam der Dohmen seinerzeit ja auch Recht und der Prozess ging zu seinen Gunsten aus. Finde es nicht ok, ihm diesen Prozess jetzt vorzuwerfen und daraus eine mangelnde Eignung fuer das Praesidentenamt zu konstruieren. Fakt ist, dass der KSC deutlich besser dastand, als der Dohmen noch in die Ablauefe involviert war und es erst dann sukzessive den Bach runter ging - das "Graefe-Jahr" ausgenommen - nachdem Dohmen rausgeekelt wurde. Und Einen noch fuer die Kollegen, die auch heute noch mit Disko-Dohmen Titulierungen um die Ecke kommen - Freunde, der Mann kratzt mitlerweile an der 70 - wann der seinem Namen wohl zuletzt Ehre machte?
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  •   schwarzvoraugen
    (3811 Beiträge)

    12.07.2020 09:31 Uhr
    Neben Prozessen
    war er auch aus dem Verein ausgetreten...

    Traue ich ihm nun tatsächlich zu, den KSC als erster Mann aus der Krise zu führen? Ich habe meine Zweifel, denke aber seine Erfahrung und sein Sachverstand können im zweiten Glied durchaus nützlich sein.
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  •   Kruppstahl
    (1285 Beiträge)

    10.07.2020 10:16 Uhr
    Selbst wenn er noch in die Disko ginge.
    Das würde ihn für mich sogar noch symphatischer machen.
    Was die Prozesse betrifft: Ich glaube nicht, daß einer der Kommentatoren, die die Prozesse hervorkramen, kampflos auf ihnen zustehendes Geld verzichten würden. Einige schätze ich sogar so ein, daß sie sogar den Nachbarn wegen Grillgeruchs verklagen würden.
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  •   Schlappedengler
    (366 Beiträge)

    09.07.2020 19:32 Uhr
    Kelch geht hoffentlich vorüber!
    Ich kann mich den Kommentaren nicht anschließen. Bei Dohmens Abgang schauert mir es immer noch den Buckel runter. Bezüglich SD will er wohl alte Rechnungen begleichen und redet gleichzeitig von Gräben zuschütten? Genau diese Gräben hat er in seiner Zeit ausgehoben und vor allem nach seinem Abgang ganz tief gegraben. Den KSC verklagt und den letzten Cent ausgequetscht! Dann vor Jahren beleidigt ausgetreten und jetzt als Heilsbringer einen auf Ehrenamt machen. Das mit Disco ist mir alles noch so bewusst, dass ich im keine Stimme geben kann, egal welches Amt beim KSC. Wie war das mit dem Greenkeeper? Hoffentlich wird das Bild dieser Scheinheiligkeit noch allen transparent, denn das war und ist einem KSC Präsidium unwürdig. Da ist mir der Müller aber viel lieber und ich sehe einen Beitrat Sport, mit Ex KSC‘ler, als sehr gute Lösung an.
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  •   sauerbraten
    (2235 Beiträge)

    11.07.2020 09:24 Uhr
    Letztes Jahr im Oktober haette ich
    noch jeden genommen, der nicht Wellenreuther heisst - inzwischen ist mir aber auch der Herr Mueller, mehr als suspekt. Wie ich gerade las, stellt sich Mueller nun also doch als Vize zur Verfuegung und wenn es denn zu der Kombination, S.-Schulze/Mueller an der Spitze kaeme, dann waere aus meiner Sicht eher zu befuerchten, dass sich die Vetterleswirtschaftspraktiken sogar noch vertiefen und in keinster Weise aufloesen. Jedes wahlberechtigte Mitglied sollte genau darueber nachdenken, welche Werte nun gefragt sind und wer am ehesten dafuer steht, bevor es sich festlegt.
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  •   Kruppstahl
    (1285 Beiträge)

    10.07.2020 01:11 Uhr
    Deshalb wird demokratisch abgestimmt.
    Du hast deine Meinung zu Dohmen und das ist auch gut so. Ich für meinen Teil werde ihn wählen, kann aber auch Leute verstehen, die die alten Geschichten nicht vergessen wollen. Es wird spannend bei der Wahl.
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  •   brosi13
    (561 Beiträge)

    10.07.2020 12:34 Uhr
    Was so eine Demokratie....
    ...hervorbringen kann, haben wir ja in den letzten 10 Jahren gesehen!
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  •   Schlappedengler
    (366 Beiträge)

    10.07.2020 18:26 Uhr
    Am Ende des Tages
    bekommt halt jedes Land und jeder Verein denjenigen den er verdient, dafür haben wir die Demokratie. Es will ja jeder das Beste für den KSC, allerdings ist die Bewertung und das Blenden im Wahlkampf unterschiedlich! Daher genau hinschauen, sonst geht es so weiter!
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  •   Karlsruher
    (253 Beiträge)

    09.07.2020 22:12 Uhr
    ich glaube Schäfer
    hat damals bei seiner Entlassung auch geklagt und Carl Heinz Rühl hat auch seinen Anwalt eingeschaltet nach seiner Demission...
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