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Karlsruhe KSC-Interview: "Kein Männerfußball" - Wie sehr fehlt der Mannschaft aktuell ihr "Aggressiv Leader", Herr Gondorf?

Er ist Kapitän und einer der Führungsspieler des KSC: Jerome Gondorf. Doch eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel zwang ihn zu einer Pause. Drei Zweitligaspiele der Badener musste der Mittelfeldmann mit Erstligaerfahrung zuletzt zuschauen. "Jego" ist zuversichtlich nach der Länderspielpause, bei der Partie des KSC gegen Erzgebirge Aue, wieder dabei sein zu können. Mit Gondorf sprach Peter Putzing.

Herr Gondorf, was macht die Verletzung? Wie geht es Ihnen?

 Ganz gut. Ich war schon ein paar Mal auf dem Platz, habe individuell gearbeitet. Alles wird langsam aufgebaut, mit dem Ziel, dass der geplante Abschlusstest am kommenden Montag gut verläuft und ich danach wieder mit der Mannschaft trainieren kann.

Sie hatten im linken Oberschenkel einen Muskelfaserriss?

Es war etwas mehr als einen Muskelfaserriss. Eine Sehne war in Mitleidenschaft gezogen. Daher muss man mit Bedacht vorgehen. Wir sind alle positiv überrascht, dass ich so schnell wieder auf dem Platz stehe. Ich scheine gutes Heilfleisch zu haben.

Kapitän Jerome Gondorf (KSC 8) hält den Ball.
Kapitän Jerome Gondorf (KSC 8) hält den Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie.de

Sie verfolgten drei Spiele des KSC von außen. Hatten Sie da bereits den Trainer-Blick? Denn es ist doch wohl wahrscheinlich, dass Sie nach der Profikarriere ins Trainerfach wechseln?

Das ist durchaus eine mögliche Zukunftsoption. Das steht zur Auswahl. Ich habe die Partien zum einen mit dem Blick des Mitspielers verfolgt, aber auch etwas mit dem Trainerauge. Vor allem vor dem Hintergrund der Vorgaben, die die Mannschaft von Trainer Christian Eichner bekommen hat. Was war gut? Was eher nicht? Nach dem Spiel habe ich mich mit dem Trainer ausgetauscht.

Und wie haben Sie die drei Spiele gesehen?

Man muss da jede Partie separat bewerten. In Schalke waren wir defensiv sehr stark. Auch wenn man berücksichtigt, dass Schalke nicht den besten Tag hatte. Dafür, dass viele unserer Jungs erstmals in so einer richtig großen Arena gespielt haben, haben sie es gut gemacht und wurden durch Marvins Traumtor belohnt.

Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf um den Ball.
Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf um den Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Dann kam Pauli. Denen haben wir zu viele Freiheiten gelassen. Dann sind die enorm stark. Da ließen wir Grundattribute wie: Aggressivität. den Gegner stressen, vermissen… In Regensburg war das wieder vorhanden. Aber: Regensburg war auch schwach wie nie zuvor in dieser Saison. Das hätten wir ausnutzen müssen. Nach einer 2;0 Führung - und das sehe ich mit Trainer-Blick - muss man drei Punkte mit nach Karlsruhe nehmen.

Sie sprechen von fehlender Aggressivität. Eichner monierte, es habe "Männerfußball" gefehlt. Hat da Jerôme Gondorf ganz besonders gefehlt?

Das weiß ich nicht. Aber: Wenn wir sieben gelbe Karten kassieren – und das jetzt meine ich nicht böse – aber der Gegner nicht einmal Schmerzen hat, dann stimmt etwas nicht. Ich denke, ich hätte wohl mal ein Zeichen gesetzt. Das hat ein Stück weit gefehlt.

Auch wenn Jerome Gondorf auf dem Platz steht gibt es Leistungs-Unterschiede zwischen Heim- und Auswärtsspielen. Auswärts präsentiert sich der KSC besser als im heimischen Wildpark. Woran liegt das?

Schwierig. Das ist auch gegnerabhängig. Auswärts macht meist der Gastgeber das Spiel. Da kann man durch schnelle Ballgewinne in bessere Räume, in gefährliche Zonen kommen. Im Wildpark stehen die Gegner tief. Es fährt keiner mehr zum KSC und sagt: Da holen wir schnell mal die drei Punkte. Die Teams sind vorsichtiger geworden, haben mehr Respekt und stehen daher mehr hinten drin. Aber einen so großen Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen sehe ich nicht.

Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball.
Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Jetzt kommt Erzgebirge Aue. Die werden im Wildpark kein Offensivfeuerwerk abbrennen, sondern: Beton anrühren.

Das sehe ich auch so. Es wird eine harte Nuss. Man hat gesehen, wie Aue es gegen den HSV richtig gut gemacht hat, Und der HSV ist - unter Tim Walter als Trainer - schwer zu bespielen. Die sind individuell gut besetzt, sind unberechenbar, sind taktisch schwer einzuschätzen. Es war unglücklich, dass Aue nicht gewonnen hat. Da kommt ein Brocken auf uns zu, das wird ein unangenehmes Spiel. Gut war, dass wir gesehen haben: Aue hat einen neuen Schub bekommen! Wohl auch durch den Trainerwechsel.

Babacar Guèye kehrt in den Wildpark zurück. Er wird hoch motiviert sein, sein Verhältnis zu Keeper Marius Gersbeck war nicht das Beste. Er wird alles daransetzen, einen Treffer zu erzielen. Wird das KSC-Team ein besonderes Augenmerk auf ihn legen?

Nein, es ist ja nicht so, dass er bisher sieben, acht Tore erzielte, oder dass er jeden Angriff einleitet. Er ist abhängig von seinen Kollegen. Wir wissen um seine Stärken und seine Schwächen. Diese Kenntnisse müssen wir ausnützen.

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Kommentare (11)
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  •   Schmarow
    (1148 Beiträge)

    11.10.2021 11:37 Uhr
    Hoffentlich bald wieder dabei
    Nachdem man Gondorf nach dem etwas glücklichen Sieg auf Schalke hier fast schon aus der Mannschaft geschrieben hatte, konnte man doch in den Spielen danach sehen, dass eine gewisse Cleverness und Zweikampfhärte dem Team gut tun könnte.
    Und wenn man mal wieder dem Gegner eine Halbzeit überlässt, wäre es gut, wenn auf dem Spielfeld einer nicht nur körperlich reingrätscht. Das müssen unsere "Männer" verkraften können. Auch wenn die Zielsetzung in der Wohlfühloase Wildpark Platz 15+ ist, wollen die Fans Einsatz und Gegenwehr sehen. Aue kann ein richtungsweisendes Spiel werden. Bitte nicht wieder abschenken, wie gegen Pauli.
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  •   Helmdex
    (72 Beiträge)

    11.10.2021 11:45 Uhr
    In meinen Augen
    Kann JeGo in den Spielen helfen, in denen die Mentalität und Zweikampfhärte gefragt ist. Bei Spielen, bei denen eher Geschwindigkeit und Kreativität gefragt ist, sollte er allerdings auf der Bank sitzen und Wanitzek, Kother und Choi machen lassen.
    JeGo kann der entscheidende Faktor sein, jedoch habe ich in Spielen der Klasse Kreativität das Gefühl, er unterdrückt die Leistung der anderen, technisch besseren und kreativeren Spieler.
    Obwohl ich ihn wirklich nicht mag, denke ich, dass er wichtig ist. Nur halt in den Spielen, in denen er wirklich gebraucht wird.
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  •   KSC1894
    (635 Beiträge)

    11.10.2021 09:35 Uhr
    Kein Männerfussball, was ist es dann?
    Wie nennt es CE was wir spielen? Von der Vereinsführung sollte endlich mal eine Reaktion kommen und CE mal zurecht gestutzt werden. Mit der wiederholten Aussage wir spielen kein Männerfussball, wertet er das Kapital, die Spieler, vom Verein ab. Warum CE spielen wir immer mit fast der gleichen Aufstellung. Es hat doch mindestens 3 Mal die Männlichkeit gefehlt. Ist CE nicht Mann`s genug Kobald oder Heise mal rauszunehmen? Einer der Beiden macht immer einen Fehler der zum Gegentor führt. In fast jedem Spiel. Spieler sind gesetzt mit einer Zweikampfquote unter 30%. Warum? Weil die älter, größer und schwerer sind? CE wo ist hier der Respekt vor der Leistung? Kother, Batmaz bringen nach ihren Einwechslungen immer Schwung. Rennen, kämpfen wollen was reissen und werden links liegen gelassen. Wanitzek blühte ohne JeGo richtig auf. Das ständige Gemotze braucht keiner. Vertragsverlängerung ist Geldvernichtung. CE und JeGo sind für mich die Hauptverantwortlichen für die Unterdrückung der Talente.
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  •   MalleRalle
    (116 Beiträge)

    11.10.2021 10:06 Uhr
    Muss ich zustimmen!
    Obwohl ich CE für einen geeigneten KSC Trainer halte, bitte aufhören mit diesem Männergeschwafel! Kann mich ausserdem noch entsinnen, dass CE's Qualitäten als aktiver nicht in seiner männlichkeit begründet waren...
    Körperlich doch eher Unterpräsent, dann gab's doch damals auch eines der ersten Mentalcoachings....und mit Metro-sexuellem Outfit sieht man neben einem Steffen Baumgart naja....ganz putzig aus! zwinkern
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  •   Senfdazu
    (500 Beiträge)

    12.10.2021 08:05 Uhr
    😎
    Neben einem Steffen Baumgart (aus welchem Käfig hat man den entlassen?) sieht jeder gut aus.
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  •   melotronix
    (3535 Beiträge)

    11.10.2021 08:03 Uhr
    Herr Gondorf...
    ...die Mannschaft muss auch ohne Sie funktionieren. Jetzt sind Sie erstmal in der zweiten Reihe. Nur mit Lautsprechergehabe wird kein Spiel gewonnen.
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  •   schwarzvoraugen
    (4346 Beiträge)

    11.10.2021 07:33 Uhr
    Kein besseres Heilfleisch, er ist einfach ein MANN
    Diese Geschwätz und einer Mehrzahl der Teammitglieder - alles ausgebildete Fussballprofis - die „Mannhaftigkeit“ abzusprechen ist fast schon eine Diskriminierung. Vielleicht sollte man in der Kabine oder bei Interviews das Gendern einführen, um hier ganz bewusst zwischen „Männern“ und „Nicht-Männern“ zu unterscheiden.

    Auffallend auch, wie jetzt plötzlich Schalke und Regensburg auffallend schlechte Tage hatten. Einfach einmal feststellen, dass wir gegen Schalke das wohl beste Saisonspiel hingelegt haben. Wohlgemerkt ohne Lautsprecher Gondorf.

    Demut ist gut, solange diese nicht in Armut endet. Wir haben gerade gegen die Mannschaften von oben gezeigt, dass wir mithalten können. Solange Trainer und Kapitän rumschwatzen von Tabellenregionen, in die wir nicht gehören, werden wir weiterhin Mittelmass liefern. Der „Mindset“ macht den Unterschied. Hören Sie auf, den „Jungs“ einzureden was sie nicht können. Fokus auf die Möglichkeiten, die sich bieten.

    Dann wird das was.
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  •   Senfdazu
    (500 Beiträge)

    11.10.2021 08:02 Uhr
    😎
    🥱🥱🥱🥱🥱🥱🥱🥱🥱🥱, bei dem Kommentar wird mir SVA.
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  •   schwarzvoraugen
    (4346 Beiträge)

    11.10.2021 21:50 Uhr
    @KA-News Netiquetten Polizei
    denke hier hat sich ein besonders geistreicher Teilnehmer mal wieder komplett im Wort und Inhalt vergriffen.

    Lasst die Netiquette leben…
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  •   ka76199
    (351 Beiträge)

    11.10.2021 13:00 Uhr
    Seid lieb
    zueinander ❤️
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