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Karlsruhe KSC-Allrounder Marco Thiede nach mysteriöser Verletzung wieder fit: "Gar nichts machen war die Hölle"

Etliche Wochen setzten gesundheitlichen Probleme Marc Thiede außer Gefecht. Man vermutet, dass er eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Die Zeit in der er "die Füße stillhalten musste" war für den KSC-Allrounder mit dem großen Kämpferherz - "die Hölle." Jetzt ist er wieder fit, trainiert ohne Einschränkungen und drängt in die Startelf des KSC. Mit Thiede sprach Peter Putzing.

Herr Thiede, was zwang Sie zu der langen Pause?

So ganz zu hundert Prozent ist es noch nicht geklärt, was ich hatte. Klar war: Ich litt unter den klassischen Symptomen, die man bei einer Gehirnerschütterung hat. Massive Schwindelgefühle, Übergeben - das volle Programm. Da ich mir schon einmal in einem Spiel - gegen 1860 München - eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, waren wir sehr vorsichtig. Auch, weil es mir anfangs jedes Mal, wenn ich wieder mit dem Sport begann, richtig schlecht ging.

Und wie geht es Ihnen aktuell?

Wieder gut. Ich habe zuerst individuell trainiert und nun seit rund einer Woche wieder mit der Mannschaft. Es ist alles in Ordnung.

Marco Thiede (KSC 21)
Marco Thiede (KSC 21) | Bild: ka-news.de

Wie haben Sie diese fußballlose Zeit überstanden? Mit Ihrem enormen Bewegungsdrang ist so etwas für Sie und Ihr Umfeld bestimmt nicht einfach…

(lacht laut) Brutal ist das. Ich habe keine Lebensgefährtin, aber ich glaube: Die wäre mit mir durchgedreht. Mein Hund musste leiden. Der dachte bestimmt: "Warum geht Herrchen heute mit mir zum zehnten Mal Gassi?" Das war das Einzige was ich machen konnte.

Unser Athletiktrainer, der mich gut kennt und weiß, dass ich immer zusätzlich trainiere, sagte: "Marc – du MUSST die Beine stillhalten." Gar nichts machen war die Hölle… In dieser Zeit war es anstrengend mit mir.

Wäre Ihr Einsatz im Pokalspiel in Lotte möglich?

Für den Kader reicht es, ob für mehr - das muss der Trainer entscheiden.

Und der hat nun die Qual der Wahl. Zwischen Ihnen und Ihrem Hauptkonkurrent: Sebastian Jung. Jung spielte zuletzt gut.

Es wusste jeder, dass "Sieb" ein Qualitätsspieler ist. Er hat lange erste Bundesliga gespielt, das kommt nicht von ungefähr, das basiert auf Qualität.

Und Ihr Verhältnis zu Jung?

Ist prima. Wir wohnen im gleichen Haus, wir verstehen uns blendend - es ist ein fairer Konkurrenzkampf. Ich glaube, dass der Trainer froh ist, sich auf zwei solche Junge für diese Position verlassen zu können.

Marco Thiede (KSC 21) versucht den Ball vor dem Aus zu retten.
Marco Thiede (KSC 21) versucht den Ball vor dem Aus zu retten. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Sie sind sehr vielseitig, können dem Kampf entgehen, denn sie sind auch offensiv einsetzbar, haben da gegen Ende der abgelaufenen Saison gut gespielt.

Das klappte prima, auch weil wir beide wissen: Wie tickt ein Rechtsverteidiger? Wenn Sebastian mal vor mir war, habe eben ich diesen Job übernommen. Er hat in solch einer Konstellation Erfahrung, hat so in Frankfurt gespielt, damals war es mit Patrick Ochs. Ich bin nicht der Typ, der Eins-gegen-eins-Situationen sucht. Aber: Wir standen in dieser Konstellation defensiv sehr gut, da ist nichts angebrannt.

Der KSC ist Tabellenführer. Hat Sie das überrascht?

Unabhängig von der Tabelle hat mich der Start nicht überrascht. Ich wusste, dass wir ein eingespieltes Team haben, und dass wir gute Neuzugänge bekommen haben. Ich wusste: Diesen KSC muss man erst einmal schlagen. Man muss aber auch ehrlicherweise zugeben, dass wir in Rostock etwas Matchglück hatten. Aber: Drei Tore in Rostock - Top. Die Tabelle ist eine Momentaufnahme. Eine schöne. Wir wollen unseren Stiefel runter spielen und so dafür sorgen, dass gegen uns keine Mannschaft so richtig gerne spielt.

Marco Thiede (KSC 21) am Ball.
Marco Thiede (KSC 21) am Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Wie lange bleibt der KSC Tabellenführer? Bis zum 34. Spieltag?

Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht, denn das macht keinen Sinn. In dieser Liga gibt es andere Schwergewichte, die den Anspruch haben, da oben zu stehen. Wir waren vor zwei Jahren schon mal kurz Tabellenführer, wissen dass es ein schönes Gefühl ist. Über das Pokalwochenende hinschauen und alles richtig einschätzen, denn es geht auch schnell in die andere Richtung.

Sie sprechen den Pokal an. In Lotte, beim Regionalligisten, ist der KSC haushoher Favorit, ein Sieg ist normal, eine Niederlage wäre schlimm. Glauben Sie, dass Überheblichkeit aufkommen könnte?

Auf keinen Fall. Jeder weiß, dass der Pokal eine tolle Herausforderung ist. Da hat man die Chance gegen Topteams zu spielen. Das nimmt jeder von uns ernst und Lotte wird nicht unterschätzt. Ich erinnere mich an unseren letzten Auftritt dort. Der endete 0:0 und wir haben uns wahnsinnig schwergetan. Im Wildpark haben wir sogar verloren. Wir sind vorgewarnt und wissen, dass im Pokal das unterklassige Team über sich hinauswachsen kann. Also: Nichts wird auf die leichte Schulter genommen!

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  •   Rundbau-Gespenst
    (12875 Beiträge)

    08.08.2021 06:57 Uhr
    @ Herr Putzing: das ist wieder mal super - zum Kringeln
    "In Lotte, beim Regionalisieren"

    grinsen
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  •   schwarzvoraugen
    (4328 Beiträge)

    08.08.2021 02:09 Uhr
    Immer gut Alternativen zu hanen
    Jung ist für mich aktuell torgefährlicher und präziser mit Flanken.

    Thiede soll erst wieder voll fit werden, dann gute Alternative.
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  •   Felix1999
    (118 Beiträge)

    08.08.2021 09:38 Uhr
    Lustig
    Jetzt kann SVA bei Ka-news anfangen "zu hanen"
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