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Karlsruhe Herr Siegmund-Schultze, was sind Ihre Visionen für den KSC?

Holger Siegmund-Schultze kandidiert als Präsident des Karlsruher SC und möchte damit die Nachfolge von Ingo Wellenreuther antreten. Lesen Sie im zweiten Teil des ka-news.de-Interviews über die Ziele von Siegmund-Schultze für den badischen Zweitligisten, seinen potentiellen Vize-Präsidenten und sein Verhältnis zum "Bündnis KSC". Mit Siegmund-Schultze sprach Peter Putzing.

Im Moment spricht ihr Vize-Präsident Kollege Günter Pilarsky. Er hält sich wohl nicht an die Spielregeln, dass nur der Präsident spricht. Er verkündet über die Medien, dass der in der Kritik stehende Oliver Kreuzer Sportdirektor bleibt, dass Christian Eichner Cheftrainer bleibt. Eichner hat übrigens auch eine Woche nach dieser Aussage noch kein Vertragsangebot vorliegen. Werden da Nägel mit Köpfen gemacht, ohne abzuwarten wer Präsident wird? Hat man Sie übergangen?

Günter Pilarsky und ich bilden ja beide als Vizepräsidenten das Präsidium des Vereins und daher kann er sich selbstverständlich öffentlich äußern, abgesehen davon, dass ich höchsten Respekt vor seiner Meinung habe. Im Beirat wurde entschieden, dass die weitere Planung davon abhängt, in welcher Spielklasse wir in der nächsten Saison spielen. Wir waren vor vier Wochen kurz vor der Insolvenz, das dürfen wir nicht ignorieren.

Als Ingo Wellenreuther erstmals zum Präsidenten gewählt wurde, stellte er Visionen vor. Eine war, den KSC innerhalb von fünf Jahren in die erste Bundesliga bringen zu wollen. Werden Sie etwas Ähnliches erklären?

Auf sportliche Ziele bezogen bestimmt nicht...

... sondern auf welche Ziele? Finanziell? Außendarstellung?

Ich nenne ein Beispiel: Wenn der KSC insgesamt auf dem Niveau ist, das den Rahmenbedingungen entspricht - der Raum Karlsruhe ist wirtschaftlich eine der stärksten Regionen die es gibt - dann haben wir etwas Wichtiges erreicht. Dann hätten wir zum Beispiel einen deutlich höheren Umsatz. Das wäre dann die Voraussetzung für sportlichen Erfolg. Ich finde es klüger, die Rahmenbedingungen zu nutzen - nochmals: Die sind in Karlsruhe exzellent - und darauf alles aufbauen.

Die Rahmenbedingungen sind besser als wir selbst es im Moment sind. Daher müssen wir nach innen schauen. Wenn wir so gut werden wie die Bedingungen in Karlsruhe, dann werden wir auch wieder sportlich erfolgreicher sein. Wenn wir mit einem klaren Profil erkennbar wären, dann würden die Menschen sich wieder mehr mit dem KSC identifizieren. Dann würden die Menschen auch wieder mehr zum KSC kommen. Aber: das muss glaubwürdig sein. Dafür muss man tun, was man sagt.

Der KSC war zuletzt bundesweit meist in den Schlagzeilen, wenn es um Prozesse ging. Würden Sie diese Linie fortführen? Wie sehen Sie den Prozess mit Vermarkter Lagardère?

Lagardère heißen jetzt wieder "Sportfive". Es gibt mit dem Vermarkter Gespräche, wir sind daran interessiert, ein Ergebnis ohne eine Gerichtsentscheidung zu erreichen. Ob es gelingt, weiß ich nicht.

Wer soll Ihr Vize-Präsident werden, wenn Sie gewählt sind?

So einfach davon ausgehen, dass ich gewählt werde - das geht ganz und gar nicht. Ich werde darum kämpfen müssen und das werde ich auch…

Wie ist Ihr Verhältnis zu den Mitgliedern des "Bündnis KSC?"

Gut, ich kenne nicht alle Mitglieder, aber einige, weil sie lange Sponsoren des KSC sind. Ich habe großen Respekt vor dem, was diese Gruppe für den KSC geleistet hat. In der damaligen Situation KSC-Aktien zu kaufen, war mutig. Diesen Mut werden wir auch in Zukunft brauchen, wenn wir den Verein weiter verändern wollen, um die Rahmenbedingungen für Erfolg zu schaffen.

Waren Sie selbst aktiver Fußballer?

Rund 30 Jahre, als offensiver Mittelfeldspieler. Im Alter von sechs Jahren habe ich bei der DJK Durlach begonnen und später ein Jahr beim VfR Bürstadt in der Regionalliga gespielt. Allerdings kann man die damalige Hessenliga nicht mit der aktuellen Regionalliga vergleichen.

Lesen Sie ihm ersten Teil des ka-news.de-Interviews über seine Motivation, notwendige Veränderungen beim KSC und warum ein Präsident kein Rampenlicht benötigt: www.ka-news.de/2537140

Holger Siegmund-Schultze ist im April 1967 geboren, Architekt und Unternehmer in der Immobilienbranche mit dem Fachgebiet: Immobilienprojektentwicklung. Siegmund-Schultze, bisher Vize-Präsident des KSC, kandidiert beim badischen Zweitligisten für das Amt des Präsidenten, als Nachfolger des zurückgetretenen Ingo Wellenreuther. 
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  •   DominikKane
    (72 Beiträge)

    11.06.2020 17:41 Uhr
    Mal schauen, welchem Kandidaten der Schmierfink
    Putzing in den nächsten Wochen durch seine "objektive" Berichterstattung am stärksten unter die Arme greift bzw. am Wenigsten schadet...

    In den vergangenen Jahren schien es ihm meiner Meinung nach eher darum zu gehen, den Verein durch seine Meinungsmache in der Öffentlichkeit unter Druck zu setzen!
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  •   DominikKane
    (72 Beiträge)

    11.06.2020 13:18 Uhr
    Mal schauen, welchem Kandidaten der Schmierfink
    Putzing in den nächsten Wochen durch seine "objektive" Berichterstattung am stärksten unter die Arme greift bzw. am Wenigsten schadet...

    In den vergangenen Jahren schien es ihm meiner Meinung nach eher darum zu gehen, den Verein durch seine Meinungsmache in der Öffentlichkeit unter Druck zu setzen!
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  •   Gevatter
    (458 Beiträge)

    11.06.2020 09:20 Uhr
    Sehe kein wirklichen Neuanfang.
    Es ist alles sehr unverbindlich, was er da an Visionen hat. Es ist in Ordnung, dass man mit CE als Trainer diese Saison zu Ende spielt, ein Wechsel würde nichts mehr bringen.

    Das Problem ist, wie SVA richtig ausführte, dass es zu großen Problemen kommt, eine neue Mannschaft aufzubauen, wenn wichtige Personalien wie Sportdirektor oder Trainer aufgeschoben werden. Denn ausgerechnet in dieser wichtigen Phase zwischen den Spielzeiten scheint mir der KSC führungslos zu sein. Pilarsky sagt hü, Schultze sagt hott in Sachen Sportdirektor und Trainer.

    Dies zeigt auch, warum Theurer nicht kandidieren will. Es sind zu viele Egos und alte Seilschaften in den Gremien des Vereins, so dass ein neues Gesicht es unheimlich schwer haben würde, einen anderen Weg mit einem Neuanfang zu gehen. Dies hat Theurer erkannt.

    Von der Aufbruchstimmung ist nicht mehr viel übrig geblieben. Würde mich gerne irren, aber es scheint so, als gibt es nur ein weiter so.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3017 Beiträge)

    11.06.2020 12:12 Uhr
    Ein glaubhafter Neuanfang sieht wirklich anders aus -
    zudem entspricht Rhetorik, Optik und Gestik von HSS unserem aktuellen Verkehrsminister Scheuer...und was von dem zu halten ist, sieht man an seiner "Erfolgsbilanz". Pilarsky und HSS sollten Platz machen - nur so bekommt man das Kapitel Wellenreuther wirklich geschlossen. Bleibt einer von den 2 im Amt oder steigt zum Präsi auf, kommt die Vergangenheit bei jeder passenden Situation wieder hoch. Auch erschreckt mich, dass er keinen wirklichen Plan zu haben scheint - hört sich alles nach Beckenbauers "schaun mer mal" an. Theurer tat gut daran, sich nicht aufzustellen - da muss noch viel mehr vom dem gewachsenen KSC Filz weg, bevor man wirklich von einem Neuanfang reden kann. Aber die Mitglieder haben es mit ihrem Votum in der Hand, wieviel Mut man fürs Neue hat oder wie mutlos man den altbekannten Phrasen & Wegen folgt
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  •   schwarzvoraugen
    (3717 Beiträge)

    11.06.2020 00:39 Uhr
    Nachdenklich
    das ist ganz sicher keine Liebe auf den ersten Blick.

    Es scheint mir da einiges nicht so ganz abgestimmt zwischen den beiden Vize Präsidenten. Der Zeitpunkt der Wahl und die daraus folgenden Konsequenzen kann natürlich ungünstiger kaum sein. Sollte der neue Präsident sich dann auf einen neuen Sportdirektor festlegen, wird dieser wenige Tage nur haben um eine neue Mannschaft für Liga2 oder 3 zusammenzustellen. Schwieriges Unterfangen.

    Seine Aussagen sind sehr unverbindlich, nüchtern, wenig visionär. in seiner Funktion und Kenntnislage hätte ich hier ein wenig mehr erwartet. Aber kann ja noch kommen.

    Bleibt spannend. Hoffe, dass sich nch andere Kandidaten melden werden.
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  •   stev777
    (348 Beiträge)

    10.06.2020 22:17 Uhr
    Interview
    Dieses zweiteilige Interview lässt mich völlig ratlos zurück. Da muss schon mehr Substanz kommen. Ein Profiverein ist auch ein Wirtschaftsbetrieb, aber nicht nur. Auf´s Sportliche bezogen hab ich jetzt nichts Verwertbares gelesen.
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  •   sauerbraten
    (2212 Beiträge)

    10.06.2020 15:14 Uhr
    Wenn Im Beirat
    entschieden wurde, dass die weitere Planung (Trainer / Sportdirektor) davon abhängt, in welcher Spielklasse wir in der nächsten Saison spielen, wieso posaunt der Pilarsky dann hinaus, dass mit den beiden Personalien bereits alles geklaert ist und man mit ihnen weiter macht? Was sagt uns der aktuelle Tabellenstand und die Aussicht, bald wieder nach Meppen zu fahren, in Bezug auf die Qualitaet unserer sportlichen Leitung, wenn die Grundvoraussetzungen in und um Karlsruhe, doch eigentlich hervorragend sind? Wieso werden daraus weder Rueckschluesse, noch Konsequenzen, gezogen? Da passt ganz viel ueberhaupt nicht zusammen.
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