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Karlsruhe KSC versus Saarbrücken: Brisantes Familientreffen im DFB-Pokal - "gibt den ein oder anderen Spruch"

Die Achtelfinalpartie im DFB-Pokal zwischen Saarbrücken und dem KSC (5. Februar 2020, 20.45 Uhr) birgt familiäre Brisanz. Der Sportdirektor der Saarländer, Markus Mann, hat nicht nur eine KSC-Vergangenheit – der einstige Defensivspieler stand beim KSC von 2004 bis 2006 unter Vertrag, kam in der 2. Bundesliga zum Einsatz, trug insgesamt elf Jahre das KSC-Trikot. Mit im Team damals: der aktuelle Assistenzcoach Christian Eichner. Nicht genug damit. "Eiche" ist mit Manns Schwester Monja verheiratet, demzufolge Manns Schwager. Da alle drei absolute Fußballfreaks und Familienmenschen sind gibt es sicher Diskussionen, Frotzeleien – oder gar Streit? Mit Marcus Mann, dessen Arbeit in Saarbrücken eine so hohe Wertschätzung erfährt, dass sein Vertrag kürzlich vorzeitig bis 2023 verlängert wurde, hat Peter Putzing gesprochen.

Herr Mann, das Pokalspiel ist für Sie eine familiär brisante Begegnung. Droht da Ärger bei Familienfeiern?

Nein, davon gehe ich nicht aus. Es gibt sicher den einen oder anderen Spruch - mehr nicht. Die Konstellation ist für mich einfacher als für Christian…

Training am 03.10.2019, Herren, Fußball, Saison 2019/2020, 2.Liga, Karlsruher SC.
Christian Eichner (l.) und Headcoach Alois Schwartz. | Bild: Carmele/TMC Fotografie

Warum?

Weil der KSC als Favorit ins Spiel geht, ich dagegen kann ganz gelassen bleiben. Die Partie wird sicher immer wieder mal Thema sein - aber es wird keinerlei Streitereien irgendwelcher Art geben.

Es ist eine schwierige Situation für Ihre Schwester Monja, die mit Christian Eichner verheiratet ist. Wem wird sie die Daumen drücken?

Stimmt - für Monja ist das richtig schwierig. Ich frage nicht nach, ich will sie nicht in Verlegenheit bringen. Das soll sie für sich entscheiden. Sie hat mir gesagt, dass sie um das Spiel herum am liebsten ein, zwei Tage wegfahren würde, um Abstand zu haben… Zur nächsten Runde erwarte ich sie aber in Saarbrücken beziehungsweise in Völklingen.

Pokalsensation
Viertligist Saarbrücken gelang gegen den 1. FC Köln die Sensation. | Bild: Oliver Dietze/dpa

Und wie sieht es in Sachen Kontakt zwischen Ihnen und Ihrem Schwager aus? Gibt es über es überhaupt Kontakte?

Wir hatten sogar im Vorfeld Kontakt. Es war ja klar, dass es die Möglichkeit dieser Partie gab. Nachdem es so kam, habe ich ihn schon etwas auf die Stimmung und die Gegebenheiten in Völklingen vorbereitet.

Wird da eine Wette laufen?

Nein, das gibt es nicht.

Saarbrücken hat mit Regensburg einen gestandenen Zweitligisten aus dem Pokal geworfen, dann den Erstligisten Köln eliminiert. Jetzt kommt ein Zweitligaaufsteiger - das wird ja einfacher als zuvor…

Einfach? (lacht) Das wird es ganz bestimmt nicht. Aber ich behaupte, wir sind mit dem Los glücklicher als es der KSC ist. Wir sind als Regionalligist im Achtelfinale. Wir haben keinen Druck, der KSC schon. Der ist Favorit - wir Außenseiter. Aber wir sind selbstbewusst genug und wissen auch, dass wir an einem guten Tag gegen einen Zweitligisten gewinnen können.

1. FC Saarbrücken - Jahn Regensburg
Die Spieler des 1. FC Saarbrücken lassen sich nach dem Spiel von den Zuschauern feiern. | Bild: Oliver Dietze

Zurück zu den familiären Banden. Ihr Schwager und Ex-Teamkollege Christian Eichner redet gerne über Fußball, sicher auch bei Familienfesten. Ist das ein Vorteil, weil sie da vielleicht doch das eine oder andere mehr wissen als ein "normaler Sportdirektor" eines KSC-Gegners?

Sicher reden wir viel über Fußball. Er hat mir nichts verraten, was uns einen Vorteil verschaffen könnte. Aber ich weiß über den KSC Bescheid, den beobachte ich, auch aufgrund meiner Vergangenheit, mehr als andere Vereine. Vergangene Saison war ich außerdem oft im Wildpark.

KSC-Training am 22. August
Das Trainer Trio Dimitrios Moutas (KSC Co-Trainer), Cchristian Eichner (KSC Co-Trainer) und Alois Schwartz (KSC Trainer) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Gibt es jemand, zu dem Sie aus Ihrer Zeit beim KSC noch Kontakt haben?

Ich war insgesamt elf Jahre beim KSC, daher sehe ich noch den einen oder anderen wenn ich im Wildpark bin. Burkhard Reich war damals Co-Trainer bei den Amateuren, Ede Becker mein Trainer bei den Amateuren und den Profis und auch Doc Schweizer war schon damals da. Zudem habe ich mit Manuel Stiefler in Saarbrücken und mit Markus Miller beim KSC zusammengespielt.

Sie waren In Hoffenheim aufgrund Ihres Könnens und Ihrer Sozialkompetenz der "Leader" im Talentteam. Wäre Ihnen daher das Los Hoffenheim nicht lieber gewesen, das wäre ein Erstligist gewesen?

Nein. Das Stadion wird voll. Wir hätten gegen Bayern München oder auch Hoffenheim nicht mehr Fans ins Stadion bekommen. Es gehen ja leider nur knapp 7.000 rein. Aber wir bleiben, aufgrund der Atmosphäre und des Heimvorteils, da wo wir immer spielen. Sportlich sind unsere Chancen dort am besten. Wir brauchen noch die endgültige Zusage des DFB. Aber ich denke: Wenn wir gegen Köln in Völklingen spielen durften, dann dürfen wir das auch gegen den KSC.

Marcus Mann
Der Ex-KSC-Spieler Marcus Mann ist aktuell Sportdirektor des 1. FC Saarbrücken. | Bild: privat

Und wer erreicht die nächste Pokalrunde?

Wir werden uns nicht kampflos ergeben. Aber der KSC hat einen kleinen Vorteil. Wenn die Partie Anfang Februar angepfiffen wird, ist der KSC schon im Spielrhythmus, wir haben da den Ligabetrieb noch nicht aufgenommen. Das erste offizielle Regionalligaspiel ist Ende Februar. Daher werden wir unsere Planungen mit dem Trainingslager und dem Trainingsauftakt ändern müssen, werden alles etwas nach vorne verlegen. Wir werden uns aber ganz sicher so vorbereiten, dass wir in dieser Partie fit sind.

Was macht der 1. FC Saarbrücken mit den 1,4 Millionen Euro, die es für ein Weiterkommen gäbe?

Sollte es klappen, wäre es ein schöner Geldsegen. Aber da gibt es keine Pläne. Zudem muss man sehen: Wir haben auch Kosten. Gegen Köln mussten wir aus England zwei Flutlichtmasten kommen lassen, um spielen zu dürfen und können. Das wird dieses Mal auch der Fall sein. Dazu bekommen die Spieler ihre verdienten Prämien.

Marcus Mann
Der Ex-KSC-Spieler Marcus Mann ist aktuell Sportdirektor des 1. FC Saarbrücken. | Bild: privat

Es gibt noch eine "Familien-Bande" bei diesem Spiel. Außenverteidiger Mario Müller ist der Stiefsohn von KSC-Cheftrainer Alois Schwartz. Da ist auch Brisanz drin. Haben Sie mit ihm darüber geredet?

Wir tauschen uns oft aus, denn er hat, wie ich, eine KSC-Vergangenheit und den KSC besonders im Blick. Wir sind uns einig: Wir haben den Vorteil, dass wir alles etwas entspannter angehen können, denn der Druck liegt ganz gewiss nicht auf uns. Von uns erwartet keiner das Weiterkommen. Bei Mario ist es wie bei mir: Uns würde ein Sieg auch zuhause, bei der Familie helfen…

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    (3832 Beiträge)

    18.11.2019 14:00 Uhr
    Und was keiner weiß:
    Die Klofrau vom 1. FC Saarbrücken ist die Großtante von Damian Roßbachs Hund ...

    Das schreit nach einem Exklusiv-Interview!
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  •   olafb
    (286 Beiträge)

    18.11.2019 17:39 Uhr
    Aufklärungsbedarf!
    ist da etwa die Skulptur "nackter Mann" auch noch involviert.
    Evtl. stecken beim Abbau noch ganz andere Gründe dahinter.
    Bitte da noch weiter recherchieren!
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  •   Waterman
    (6390 Beiträge)

    18.11.2019 14:20 Uhr
    Nicht noch mehr Sprengstoff!
    Bei soviel Brisanz ist eh schon höggschde Explosionsgefahr....
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11531 Beiträge)

    17.11.2019 08:14 Uhr
    egal, ob bei de Schwobe, oder bei de
    Muffländer: überall wimmelt's von ex-KSCler.

    Also kann des, was in Wildpark vermittelt wird net so falsch sei!
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  •   FinnMcCool
    (212 Beiträge)

    18.11.2019 11:00 Uhr
    net so falsch sei
    Aber es muss ja einen Grund geben, warum die Leute nicht beim KSC bleiben wollen.
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