5  

Karlsruhe KSC-Offensivmann Schleusener: "Müssen alle mit Vollgas Fußball spielen"

Fabian Schleusener ist ein Offensivallrounder. Auch beim Karlsruher SC kam der 24-Jährige zum Einsatz. Nach einem Kreuzbandriss kommt der gebürtige Badener immer besser in Form und ist auf dem Weg zu einem Stammplatz. Wie schätzt er die Lage seiner Mannschaft ein?

Herr Schleusener, wie fällt Ihr Fazit des bisherigen Saisonverlaufs aus? Zum einen für Sie persönlich, zum anderen für das Team?

Für mich persönlich: Man ist nie komplett zufrieden. Aber nach der schweren Verletzung, die ich mir im Januar zugezogen habe, stand ich nach fünf Monaten und ein paar Tagen wieder auf dem Platz. Dass ich schon im Sommer am Trainingslager teilnehmen konnte, das war ein Highlight. Es ging wirklich sehr schnell.

Sie sagten es: Es war eine enorm schnelle Genesung. Waren Sie überrascht, dass Sie nach der schweren Verletzung so schnell zu Einsatzzeiten kamen?

Irgendwie schon, denn man rechnet nach einem Kreuzbandriss so mit sechs bis neun Monaten Pause. Es war mir immer bewusst, dass ich meine Zeit brauche, um wieder in Form zu kommen. Auch weil ich eben nach fünf Monaten schon wieder dabei war. Es war mir klar, dass ich noch ein, zwei Monate brauche, um Spiele auch wieder von Anfang an zu bestreiten.

Eigentlich sollten Sie nach dem Kreuzbandriss langsam aufgebaut werden, aber aufgrund der schwachen Angriffsleistung mussten Sie schneller ran.

Einerseits stimmt das. Ich hatte früh meine Einsatzzeiten, ich habe mich in jedem Training reingehauen, habe hart gearbeitet. Aber es ist nicht so, dass ich nicht langsam aufgebaut wurde, es ging da schon Schritt für Schritt. Jetzt fühle ich mich auf einem hohen Level. Ich bin zwar noch nicht bei hundert Prozent, aber auf einem sehr guten Weg.

Nach so einer langen Verletzung ist es normal, dass man aufgrund der körperlichen Belastung in ein Leistungsloch fällt.

Ich glaube, in diesem Tal war ich schon. Das habe ich schon durchschritten. Ich kenne meinen Körper, da bin ich durch. Ich bin wieder absolut fit. Ich kann wieder voll angreifen, kann nach vorne blicken.

Und wie fällt Ihr Fazit für die Mannschaft aus? 

Wir stehen nicht da, wo wir uns das vorgestellt haben, wo wir in der Tabelle gerne platziert wären. Wir müssen jetzt Schritt für Schritt schauen, dass wir dahin kommen, wo wir gerne wären.

Wo liegen die Gründe dafür, dass es nicht so lief? 

Das detailliert zu beantworten, ist schwer. Es fallen mir immer wieder die Standardantworten ein und die treffen auch zu. Es wurde eine neue Mannschaft aufgebaut, die in der Vorbereitung sehr gut gespielt hat, aber wir haben es nicht geschafft, diese Leistung in die Spielrunde mitzunehmen. Das hat natürlich an jedem genagt und mit jedem Spiel, das nicht so lief wie wir es wollten, wurde das Selbstbewusstsein weniger.

Jetzt muss sich jeder an der eigenen Nase packen, sich selbst da unten rausziehen. Wir müssen uns auf die Grundtugenden besinnen: Einsatz, Kampf und Wille. Wir müssen alle mit Vollgas Fußball spielen, und diese Stabilität, die wir zuletzt schon zeigten, permanent auf den Platz bringen. Ich glaube wir sind auf einem guten Weg. 

Als Sie beim KSC unterschrieben, standen schon Toni Fink und Dominik Stroh-Engel im Kader. Beide schienen in der Startelf gesetzt. Eine mutige Entscheidung von Ihnen. 

Konkurrenz reizt jeden Fußballer. Beide sind gute Fußballer. Mein Vorteil ist, dass ich offensiv flexibel bin. Als sich der KSC bei mir meldete, war ich sofort Feuer und Flamme. Da habe ich nicht an die Konkurrenz gedacht, sondern daran, für diesen Club spielen zu dürfen. Ich kann mir von den Konkurrenten das eine oder andere abschauen – und vielleicht die auch etwas von mir. Das bringt uns alle weiter.

In Meppen spielte der KSC schwach. Was muss sich ändern, um wieder Erfolge zu feiern? 

Es war kein gutes Spiel, aber wir hatten dennoch die eine oder andere Chance, die wir aber nicht genutzt haben. Wir haben die erste Phase verschlafen, waren dann kompakt, haben aber in der zweiten Halbzeit etwas den Faden verloren. Wir haben nicht mehr die Stabilität gehabt, die nötig ist. 

Vor der Saison dachten viele: Die Partie des KSC gegen Würzburg wird ein Spitzenspiel, eine Partie, in der es um den Aufstieg geht. Jetzt geht es um den Klassenerhalt. Das Spiel steht unter dem Motto"Verlieren verboten".

Das ist so. Wir wollen aber nie ein Spiel verlieren, sondern gehen immer mit dem Ziel auf den Platz, zu gewinnen. Das Duell gegen Würzburg ist prickelnd, da wollen wir drei Punkte einfahren. Wir müssen 90 Minuten sicher stehen. Jeder muss daran denken, dass es darum geht, dahin zu kommen, wo wir wieder hinwollen. 

Sind Sie in der Startelf dabei?

Das müssen Sie den Trainer fragen, ob und wo er mich aufstellt. Ich werde alles geben, dass es klappt.

Was ist denn Ihr primäres Saisonziel? Der Klassenerhalt? 

An so etwas denke ich selten. Es ist klar, es sieht nicht rosig aus. Aber es ist alles sehr eng in dieser Liga. Unser Ziel muss sein, viel zu punkten und Siege einzufahren, nach Möglichkeit eine kleine Serie starten. Der Fokus liegt zuallererst auf Würzburg, damit wir im Ranking etwas höher rutschen. 

Was machen Sie, wenn Sie nicht hat Fußball spielen? 

Sport. Ich jogge gerne mit meiner Freundin, gehe gerne ins Fitnessstudio. Ich komme aus der Region, bin in Freiburg geboren, liebe das Badische. Ich gehe auch gerne mal in die Innenstadt von Karlsruhe, um etwas anzuschauen. 

Die Fragen stellte Peter Putzing. 

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (5)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   hansfranz12
    (261 Beiträge)

    10.10.2017 19:42 Uhr
    ksc
    müssen müssen ,der unbedingte wille vermisse ich.jahrelang erzählen sie was sie müssen.zum kotzen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   RainerBu
    (268 Beiträge)

    11.10.2017 10:29 Uhr
    ned uffrege
    sie wollen ja vielleicht... obwohl bei dem Meppen-Spiel kann man wohl auch das infrage stellen.Hat ja auch der Trainer gemacht. Ist ja eigentlich Note fünf bis sechs vom Coach was die Arbeitseinstellung angeht.
    Dazu hinten Fehler (die Tore hat der KSC viel zu einfach bekommen) und vorne Unvermögen bis Harmlosigkeit.
    Man kann nur hoffen...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kampion
    (1175 Beiträge)

    10.10.2017 15:24 Uhr
    müssen...
    ...weniger reden, mehr spielen und vor allem kämpfen!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   melotronix
    (2233 Beiträge)

    10.10.2017 11:46 Uhr
    das wird...
    ...noch ein ganz hartes Stück Arbeit.... und braucht neben ungebrochenem Willen und 100 prozent Kampfkraft das Glück der Tüchtigen. Davon sind sie weit entfernt. Diese Mannschaft ist einfach keine.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   schwarzvoraugen
    (2751 Beiträge)

    10.10.2017 10:53 Uhr
    Wunschdenken...
    zu viel der Sprüche. Leistung zeigen. Tore machen. Spiele entscheiden.

    Dann wird das was.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben