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Karlsruhe/Flachau KSC-Interview mit Tomas Oral: "Bjarne Thoelke wird mein Abwehrchef"

Gestern hat der KSC das neuntägige Trainingslager in Flachau wieder verlassen und ist in den Wildpark zurückgekehrt. Im Interview mit Harald Linder zieht KSC-Cheftrainer Tomas Oral für ka-news eine erste Bilanz dieses Trainingslagers, spricht über seine Eindrücke, die er von seinen Spielern gewonnen hat und darüber, wie er seine neue sportliche Heimat bislang wahrgenommen hat.

Herr Oral, neun Tage hatten Sie Ihre Mannschaft jetzt im Trainingslager zusammen, um sich auf die neue Saison vorzubereiten. Was für Eindrücke haben Sie gewonnen?

Es waren sehr gute Trainingstage, nachdem wir ja kurzfristig von Schladming nach Flachau umswitchen mussten. Aber wir hatten ein Tophotel und einen sehr guten Trainingsplatz. Darüber hinaus gab es auch eine Menge Angebote, um auch außerhalb des Trainings einiges zu unternehmen. Das Wetter hat ebenfalls mitgespielt, sodass ich sehr zufrieden bin. 

Auch mit Ihren Spielern?

Auch mit den Spielern. Die Jungs haben voll mitgezogen und sich auch als charakterlich guter Haufen gezeigt. Man muss natürlich sehen, wie die Saison anläuft, aber bislang kann ich mich nicht beschweren, weder über die Bereitschaft noch über die Art und Weise, wie sie im Training mitziehen.

Viele von den Spielern kenne ich ja aus der zweiten Liga oder auch aus anderen Ligen. Das sind gestandene Spieler.Aber wir haben auch ein paar sehr interessante junge Leute dabei, von denen der eine oder andere sicher mittel- oder langfristig seinen Platz in der Mannschaft finden wird.

Einen vermutlich festen Platz in der Mannschaft gefunden hat wohl Bjarne Thoelke. Wird er der neue Abwehrchef? Und was ist mit seiner Verletzung an der Patellasehne?

Ich denke, dass wir Bjarnes Verletzung sehr schnell in den Griff kriegen werden. Wir haben kurze Wege in der medizinischen Abteilung, die sehr gute Arbeit leistet. Ich bin da absolut zuversichtlich, dass er bis zum Saisonstart fit sein wird.

Und dann als Abwehrchef eingesetzt wird?

Zum heutigen Zeitpunkt, ein klares Ja. Bjarne hat ja schon zu Ende der vergangenen Saison starke Leistungen gezeigt. Natürlich muss er noch in diese Rolle hineinwachsen, aber vom Typ ist er einer, der es kann. Er muss nur schauen, dass er seinen Körper im Griff hat und entsprechend trainieren kann.

Die Innenverteidigung ist immer noch eine Baustelle, wenn ich so sagen darf. Jetzt haben Sie mit Hamidou Maïga einen jungen Spieler aus Mali zum Probetraining eingeladen. Die gewünschte Sofortlösung kann dieser aber nicht sein.

Maïga ist sicher nicht die kurzfristige Lösung, die wir auf dieser Position anstreben. Da sind Jens Todt und ich nach wie vor dabei, den Spieler zu finden, der uns wirklich sofort weiterhilft. Und von einem solchen müssen wir komplett überzeugt sein.

Deshalb lassen wir uns da nicht unter Druck setzen. Mit Hamidou Maïga hat dies zunächst nichts zu tun. Aber ungeachtet dessen, müssen wir auch weitblickend denken, was unseren Kader angelangt. Wir haben uns Maïga angeschaut und sind zu der Auffassung gekommen, dass es sich aus diesen Gründen lohnt, ihn genauer unter die Lupe zu nehmen.

Unter die Lupe nehmen wollen Sie auch Isaac Vorsah, den Sie kurzfristig ins Trainingslager eingeladen haben. Vom Namen her sicher eine echte Hausnummer. Von der Verletzungshistorie mit zwei Kreuzbandrissen in den letzten zehn Jahren eher ein Gesundheitsrisiko. Wie geht es da weiter?

Wie Sie sagen, fußballerisch ist Isaac Vorsah über alle Zweifel erhaben. Aber er hatte die beiden schweren Verletzungen und war nach einer komplizierten Operation zuletzt ohne Spielpraxis.
Unsere medizinische Abteilung hat ihn untersucht und jetzt werden wir heute mit seinem Berater sprechen, ob und wie es eine Möglichkeit gibt, ihn genauer anzuschauen. Dann werden weitersehen.

Erst Hamidou Maïga, jetzt Isaac Vorsah. Soforthilfe sieht anders aus.Lenkt das nicht davon ab, dass der Kader zwei Wochen vor Saisonstart noch Lücken aufweist?

Das sehe ich nicht so. Wie gesagt, ist Maïga ein Spieler. der für die Zukunft vorgesehen ist, sollten wir ihn verpflichten und wenn man einen Isaac Vorsah angeboten bekommt, muss man ihn sich anschauen.Das hat nichts mit der Konkurrenzfähigkeit unseres jetzigen Kaders zu tun, ungeachtet dessen, dass wir vor allem in der Innenverteidigung noch was tun wollen.

Aber wenn ich sehe, wie sich die Neuzugänge wie Moritz Stoppelkamp, David Kinsombi, Franck Kom oder auch Yann Rolim schon eingefügt haben, haben wir doch einige Positionen, die durch die letztjährigen Abgänge entstanden sind, schon gut ersetzt. Eine dieser Positionen im defensiven Mittelfeld wurde durch Franck Kom ersetzt, der ja erst im Trainingslager zur Mannschaft stieß und noch einigen Rückstand hat.

Wie groß ist dieser Rückstand noch und bis wann wird er ihn aufgeholt haben?

Ein guter Spieler wird einen Rückstand, der bei Franck Kom jetzt vor allem daher kommt, dass er nicht an unserem Lauftrainingslager teilnehmen konnte, relativ schnell aufholen. Das hat auch damit zu tun, dass ein guter Spieler sehr schnell in eine Mannschaft integriert wird – was man bei Franck in der kurzen Zeit in Flachau schon sehen konnte. Jede Mannschaft profitiert von guten Spielern und Franck ist ein solcher. Es wird deshalb nicht allzu lange dauern, bis er voll dabei ist und ich bin sicher, dass wir an ihm noch viel Freude haben werden.

Wie weit haben Sie denn Ihre Stammformation für den Saisonstart schon im Kopf?

Am Ende des Tages haben wir mindestens 17 bis 18 Feldspieler, die gutes Potenzial haben. Einige haben noch reichlich Luft nach oben, was ein gutes Zeichen ist. Ich will mich deshalb nicht auf 11 oder 12 Spieler festlegen. Es spielt auch keine Rolle, wer am ersten Spieltag dabei ist.

Es wird eine große Rolle spielen, wie wir uns als Team entwickeln und so schnell wie möglich Ergebnisse einfahren. Wir haben einen guten Kern, wir wollen uns verbessern, aber wir haben kurzfristig auch das Ziel, Spiele zu gewinnen. Dazu brauchen wir jeden Mann. Wir wissen, wo wir stehen und sind schon in einem recht guten Zustand.

Trotz der deutlichen Niederlage im Test gegen West Ham United?

Das war guter Anschauungsunterricht. Da haben wir uns den Schneid abkaufen lassen, sind nach den beiden ersten Gegentoren ängstlich geworden und hatten zu viel Respekt vor einem Gegner, der uns in der Trainingsarbeit fast zwei Wochen voraus ist, weil er in der kommenden Woche schon Euro-League spielt.

Allein von der Kaderzusammenstellung und dem Etat, über den West Ham verfügt, ist das eine ganz andere Hausnummer als der KSC. Aber dafür ist man im Trainingslager, um auch aus solchen Spielen zu lernen. In Bezug auf den Saisonauftakt mache ich mir da keine Sorgen.

Seit Anfang Juli sind Sie jetzt beim KSC. Wie haben Sie den Verein und Karlsruhe bislang wahrgenommen?

Ich empfinde den KSC als einen sehr herzlichen und familiären Verein. Es gibt kurze Wege zu den Entscheidungsgremien und ich habe das Gefühl, das man den KSC hier lebt. Das betrifft auch die Fans, mit denen ich auch schon erste Kontakte hatte.Die Identifikation mit dem Verein ist groß und ich bin schon allein aufgrund dieser ersten Wochen absolut fest davon überzeugt, dass das auch bei mir so sein wird.

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  •   BR71
    (250 Beiträge)

    27.07.2016 22:52 Uhr
    Ich denke, dass die Innenverteidigung...
    ...auch zum heutigen Tage jetzt nicht sooo schlecht ist, falls sie verletzungsfrei bleibt. Stolli hat (über die Jahre) stets bewiesen, dass er zuverlässig und stabil spielen kann. Mit Kinsombi und Hoffmann hat man 2 Jungs in der Hinterhand, die noch Zeit brauchen, aber aus denen durchaus was werden kann.
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  •   Grosses_W_kloiner_Eber
    (174 Beiträge)

    27.07.2016 13:44 Uhr
    Jesses noi,
    unser Bräsidend soll dem Oral mol en gschaider Rasierer kaafe, do kansch jo nemme nagugge. zwinkern
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  •   Bannimender
    (114 Beiträge)

    27.07.2016 11:18 Uhr
    Was für eine Aussage...
    "Wir haben einen guten Kern, wir wollen uns verbessern, aber wir haben kurzfristig auch das Ziel, Spiele zu gewinnen."
    Echt ?? und mittelfristig und langfristig nur unentschieden ?
    wer ist Kapitän ?
    wer ist die Nr. 1
    wer spielt in der IV ??

    tolle Strategie des Oralen Todten Duos..
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  •   Grosses_W_kloiner_Eber
    (174 Beiträge)

    27.07.2016 10:15 Uhr
    Erschde Runde Bukareschd,
    zwoide Runde Rom, in Koppenhagen schellt s'Telefon, vielleicht nach Rotterdam, vielleicht nach Mailand, vielleicht au Teneriffa oi Woch lang Sandstrand!

    Europabokal, Europabokal....... zwinkern
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  •   Grosses_W_kloiner_Eber
    (174 Beiträge)

    27.07.2016 10:10 Uhr
    Wollt der Linder
    net in Rente gehn?
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  •   roland
    (91 Beiträge)

    27.07.2016 13:20 Uhr
    linder
    ist er schon seit zwei jahren, meint aber exklusiv, er sei so gut, dass die welt nicht auf ihn verzichten kann. typischer fall der Diskrepanz zwischen selbst- und fremdeinschätzung!
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  •   auchmalsenfdazu
    (3223 Beiträge)

    27.07.2016 09:00 Uhr
    Oral
    spricht bei Rolim schon von Neuzugang.

    Hab ich die Pressemitteilung des KSC dazu irgendwie verpasst oder ist das alles still und heimlich ohne großes Aufsehen über die Bühne gegangen ?
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  •   ka-lex
    (1715 Beiträge)

    27.07.2016 08:38 Uhr
    Also was jetzt?
    Stoppelkamp: "Wir wissen nicht genau wo wir stehen."
    Oral: "Wir wissen, wo wir stehen."
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  •   Waterman
    (6774 Beiträge)

    27.07.2016 09:41 Uhr
    Ganz klar definiert:
    Stürmer muss ständig in Bewegung sein; am besten unberechenbar..

    Coach hat seine Coach-Zone, die er nicht verlassen darf...
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  •   schwarzvoraugen
    (4444 Beiträge)

    27.07.2016 08:15 Uhr
    Gut dass er Thoelke den Job zutraut
    viele Alternativen hat er da nicht. Für mich ist er noch ein wenig zu "leise" auch Akzente im Spielaufbau fehlen mir noch.

    Entscheidende Fragen fehlen in diesem seichten Interview:

    Saisonziele?
    Potenzial des Kaders für die kommende Saison und darüber hinaus?
    Torwartfrage?
    Kapitän, den er bestimmen wollte?

    Oral muss sich bei dem jetzigen Stand der Vorbereitungen um kurzfristige Erfolgserlebnisse mühen. Ein Fehlstart {Niederlage in Bielefeld, Erstrundenaus im Pokal) könnte schwerwiegende Folgen haben.
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