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Karlsruhe KSC-Coach Alois Schwartz über die Winterpause, Verstärkung und Vorbereitung: "Wir arbeiten daran, besser zu werden!"

Es hätte für den KSC ein so schönes Jahr sein können. Souveräner Aufstieg in die Zweite Bundesliga, dann legten die Badener dort einen beeindruckenden Start hin. Aber: Zuletzt kassierten die Blau-Weißen zwei Heimniederlagen in Folge und das trübte die Bilanz etwas. Da einige Spieler Schwächen zeigten und sich nur wenige der Neuzugänge als Verstärkungen erwiesen, kam der Karlsruher SC der Abstiegszone nahe. Über all das sprach Peter Putzing mit KSC-Cheftrainer Alois Schwartz.

Herr Schwartz, die Liga hat Pause. Können Sie überhaupt vom Fußball abschalten? Sie müssen sich ja mit eventuellen Neuzugängen beschäftigen - gar treffen. Denken Sie zudem an die schwere Auftaktpartie in Dresden?

Man versucht abzuschalten, auch wenn es schwer ist, runter zu kommen. Ich fahre ein paar Tage in die Berge - aber richtig abschalten, das geht nicht.

Alois Schwartz (KSC Trainer) beim Training.
Alois Schwartz (KSC Trainer) beim Training. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Nach der Winterpause steht gleich das Duell in Dresden auf dem Spielplan, bei einer stark abstiegsgefährdeten Mannschaft, die vom Ex-KSC-Coach Markus Kauczinski trainiert wird. Ist das richtungweisend?

Ich habe immer gesagt, dass man als Aufsteiger einen langen Atem und Geduld braucht. Sicher wird das eine wichtige Partie, aber ein Spiel ist nicht richtungweisend. Wir müssen so weiterarbeiten wie bisher. Schade ist: Wir haben uns eine gute Ausgangsposition durch die zwei Niederlagen etwas kaputt gemacht. Eines ist klar: Für uns ist jedes Spiel enorm wichtig.

Schauen wir etwas zurück. Was überwiegt: Die Genugtuung, dass der Aufsteiger KSC auf einem Nichtabstiegsplatz überwintert – oder der Frust, zwei Heimspiele in Folge verloren zu haben?

Vor den beiden Heimspielen hatten wir uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Insgesamt hatten wir ein gutes Jahr 2019, deswegen überwiegt mit etwas Abstand zum Spiel schon etwas die Freude. Auch wenn es schade ist, dass wir das Jahr nicht abgerundet haben.

Der KSC hat 36 Gegentore kassiert. Zu viele. Der Trainer Schwartz hat es bei all seinen Mannschaften geschafft, dass die Abwehr dicht war. Warum klappt das momentan beim KSC nicht so?

Wir arbeiten daran, besser zu werden. Es hat ja lange gut funktioniert. Es läuft auch einiges gegen uns, da sind zum Beispiel die vielen Elfmeter, die gegen uns gepfiffen werden. Dann kommt die Qualität der Gegner dazu, auf die mussten wir uns erst einmal einstellen. Zudem unterliefen uns einige individuelle Fehler.

Alois Schwartz (KSC Trainer) gibt lautstarke Anweisungen .
Alois Schwartz (KSC Trainer) gibt lautstarke Anweisungen . | Bild: Tim Carmele/TMC-Fotografie

Sie erwähnten die individuellen Fehler: Immer wieder hat einer der Spieler Aussetzer. Zuletzt war es der sonst so zuverlässige Keeper Benjamin Uphoff. Haben Sie dafür Erklärungen?

Eigentlich nicht. Die Trainingsleistungen waren gut, bei der ganzen Mannschaft kann ich da nicht klagen. Auch Spieler, die nicht so oft zum Einsatz gekommen sind, arbeiten gut.

Worauf liegt Ihr Fokus in der Vorbereitung?

Es wird eine Restrunde, die von uns alles abverlangen wird. Vielen anderen Mannschaften auch, denn: Fast zwei Drittel der Ligaclubs kämpfen ums sportliche Überleben. Dafür müssen wir gerüstet sein. Wir werden viel im physischen Bereich arbeiten, aber auch an der Stabilität im Defensivbereich.

Vor der Saison kamen sechs neue Feldspieler. Meist standen nur einer oder zwei in der Startelf. Dieses halbe Dutzend Neuzugänge hat den Aufstiegskader in der Qualität kaum verstärkt.

Das muss man das differenziert sehen und auch Geduld haben. Philipp Hofmann hat gut eingeschlagen, auch Lukas Fröde hat sich stabil gezeigt, mit einem kleinen Durchhänger. Dirk Carlson hat in der U23 von Grasshopper Zürich gespielt, klar, dass er sich erst einmal anpassen musste. Er wurde als Backup für links hinten geholt. Lukas Grozurek kam relativ spät dazu, hat schnell Fuß gefasst – bis zu seiner Krankheit. Nur Marco Djuricin hatte wenig Einsätze, er kam bisher noch nicht so richtig ins Laufen. Es liegt in der Natur der Sache, dass einer schneller als der andere zurechtkommt. Ich hoffe natürlich, dass uns Djuricin nach der Pause helfen wird und seine Leistungsfähigkeit abrufen wird. Da muss man auch mal etwas Geduld haben.

Sie sagten: Der Kader hat immer wieder bewiesen, dass er zweitligatauglich ist. Denken Sie dennoch, auch vor dem Hintergrund der Gegentorflut daran, Verstärkungen zu holen? Für welche Mannschaftsteile?

Ich bin in engem Austausch mit Sportchef Oliver Kreuzer. Wenn wir was machen, muss es wirtschaftlich und sportlich passen…

Karlsruhes Sportdirektor Oliver Kreuzer (r.) spricht mit Trainer Alois Schwartz.
Karlsruhes Sportdirektor Oliver Kreuzer (r.) spricht mit Trainer Alois Schwartz. | Bild: David Inderlied/dpa/Archivbild

Aber wenn es geht: für welche Mannschaftsteile?

Ich will nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Wir werden in Ruhe analysieren. Da gibt es ja auch noch die Frage: Wollen Spieler weg? Ich werde keinen Spieler wegschicken, aber wenn einer wo anders vielleicht bessere Einsatzchancen sieht, müssen wir natürlich offen darüber sprechen. Dann muss man sehen: Kyoung-Rok Choi hat bei uns Fuß gefasst, hat ordentliche Spiele gemacht und wird uns wegen des Kreuzbandrisses den Rest der Saison fehlen. Da haben wir eine Alternative weniger im Kader.

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  •   andi-b7
    (3238 Beiträge)

    28.12.2019 18:42 Uhr
    Fazit am Ende kann nur lauten Liga 3 wir kommen !
    Nachdem wir beide Heimspiele gegen enorm schwache Gegner verloren haben kann das nur das einzige Fazit sein.
    Aktuell spielen wir Fußball wie in den 80er Jahren Hauptsache Höhe lange Bälle und der Rest ist Zufall.
    Sorry Trainerstab das kann ich nicht mehr sehen. System ? Nicht vorhanden.
    Auswechselungen ? Schon mal was davon gehört ? Junge willige Spieler auf dem Feld ? Fehlanzeige!
    Fehler über Fehler und dann noch Wechselwillige Spieler die nichts anderes mehr im Kopf haben.
    So KSC geht's zurück in Liga 3.

    Wacht endlich auf auf der Bank und ändert!!!
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  •   Kraichgauer80
    (121 Beiträge)

    27.12.2019 13:30 Uhr
    Trainer
    Welcher Trainer soll es den machen? Ich habe die letzten Jahre viele Trainer gesehen, nur besser wurde wirklich nichts. Ein Trainerwechsel kostet nur Geld und der nächste funktioniert dann auch wieder nicht. Welcher top Trainer möchte sich schon seinen Namen kaputt machen. Aber nennt doch mal Namen? Gegen WW war ich auch von der Aufstellung überrascht, hätte auch lieber mehr Offensive gesehen. Natürlich war der Platz auch entscheidend, auf einem schlechten Platz ist es leichter nur zu verteidigen wie das Spiel zu machen, was wir eh nicht gut können. Wenn dann noch Uphoff versagt ging es für WW auf. Hinten verteidigen und vorne wird schon mal was rein gehen. Uphoff gehört mal raus, nicht nur die Fehler die zu den Gegentore führten sondern auch die Abschläge, unterirdisch.
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  •   bekama
    (77 Beiträge)

    27.12.2019 11:29 Uhr
    Wie wahr...
    macht ihn zum Trainer der KSC AH Mannschaft.
    Und einen alten Gondorf brauchen wir auch nicht !!!
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  •   Badenstolz
    (1439 Beiträge)

    26.12.2019 21:05 Uhr
    Das Interview spricht Bände,
    "gute Ausgangsposition vor den letzten zwei Heimspielen" ?? ... wenn man alles wie gehabt per Punkteausbeute & Tabellenplatz bewertet - Okay ... wenn man aber sieht wie wir spielerisch abgebaut haben (zum Vergleich der ersten Partien) und weiter stagnieren , in alte destruktiv Muster verfallen ... dan sollte man endlich mal die Gesamtsituation real betrachten !!

    Das Team braucht derzeit nicht zwingend "neue" Spieler , sondern einen Trainer der das vorhandene Potenzial des Kaders nutzt und den taktischen Anforderungen dieser Liga gewachsen ist ... Ein Trainer der mit Mut und Leidenschaft vorlebt.
    Ein Trainer der Spieler und Talente aufbaut und die Breite des Kaders nutzt .

    Es riecht jetzt schon wieder nach nem Unentschieden in Dresden ... Angsthasenfussball mit Ansage , wie gehabt.

    Deshalb, Schwartz raus .
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  •   schwarzvoraugen
    (3453 Beiträge)

    26.12.2019 02:45 Uhr
    Schluss mit Geduld und wachseichen Ausreden
    es zaehlen jetzt nur noch Siege, am besten gleich in Dresden anfangen.

    Mit seinem Gedulds- und Aufsteigergesabbel hat er uns genau dahin gebracht wo wir jetzt stehen: am Abgrund. Es nur an den letzten beiden Heimspielen festzumachen ist einfach eine Fehlanalyse. Es ist AS nicht gelungen die Aufstiegseuphorie der ersten Wochen in den Rest der Hinrunde mitzunehmen.

    Nach Spieltag 8 haette eine Zielkorrektur vorgenommen werden muessen, nicht mehr Klassenerhalt, sondern einstelliger Tabellenplatz. Die Messlatte hoeher legen um Ausreden und Bequemlichkeiten vorwegzukommen. Den Preis zahlen wir heute - die Unentschiedenduselei, und die "Erfolgsserie" unbesiegter Spiele war der Anfang vom Ende.

    Das muss AS bewusst sein und daran muss er arbeiten. Ein Unentschieden ist ein Punk naeher an der Niederlage als am Sieg. Um unten rauszukommen braucht es Siege, Wehen und Fuerth haben diese Arithmetik kapiert, AS zeigt erstaunliche Resistenz im Lernprozess.
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  •   RainerBu
    (1098 Beiträge)

    26.12.2019 11:19 Uhr
    Nee
    schwarzvoraugen unterstellt den Spielern , dass sie nicht maximalen Erfolg haben wollen, dass sie nicht alles geben.Und das darf man stark bezweifeln.Sie können nicht mehr , zeigen eben Formschwankungen.
    Trainer kann nicht viel anders machen außer vielleicht gegen WW mit Fink von Anfang an.Pourie war bekanntlich noch krank und hat die letzten Spiele auch nichts mehr gezeigt.
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  •   schwarzvoraugen
    (3453 Beiträge)

    27.12.2019 06:05 Uhr
    Einblick in the Motivationspsychologie
    Ein kluges Pferd springt nur so hoch wie es muss. Das gleiche gilt fuer einen Fussballspieler. Du definierst als Ziel Nichtabstieg, dann ist Platz 15 "hoch genug". Eine Heimniederlage zu Hause gegen Wehen ist dann verkraftbar. Die gleiche Niederlage bei definiertem Saisonziel Platz 9 tut dann bedeutend mehr weh, ist bedeutend schwieriger zu kompensieren.

    Das solltest Du doch verstehen, oder?
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  •   Markymark
    (435 Beiträge)

    27.12.2019 11:20 Uhr
    entscheidend war
    Entscheidend war dass der KSC den einen entscheidenden Fehler mehr macht. Man verlor nicht als schlechtere Mannschaft, gegen Fürth war es genauso, nur da war es auch verdient, weil man schlechter als Fürth war. Aber ohne Fehler hätte man auch gegen Fürth ein Unentschieden holen können. Wenn man im Prinzip zwei Heimspiele wegen Torhüter Fehler verliert, nützt im Prinzip die ganze Psycho Nummer nichts. Jeder weiß, gerätst du erst in Rückstand brauchst nur eine ordentliche Moral es nochmal zu drehen, und klappt nicht immer....eine Mannschaft wie Fürth nutzt es aus, und macht den Deckel drauf. Jetzt ist die Frage, wie kommt es zu den Fehlern? Zu wenig Routine (Mehr Training notwendig)? Kopfsache? Zufall (jeder macht mal irgendwann einen Fehler)? Zuviel Druck weil 6 Punkte Spiel? Zu wenig Druck w, zu locker weil ?

    Na ich bin kein Psychologe. Aber im prinzip kann ein schlechter Tag von einem Spieler die ganze Team Leistung zunichte machen. Deswegen sollte ein Trainer entsprechend reagieren
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11918 Beiträge)

    26.12.2019 11:42 Uhr
    aber sowohl Pourié, als auch Fink
    werden wir in den kommenden Spielen neben Hofmann dringend brauchen, um einfach zu verhindern, dass wir mehr Kisten kassieren, als wir selbst erzielen.

    KSC forever !!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   melotronix
    (3196 Beiträge)

    26.12.2019 01:28 Uhr
    Herr Schwartz
    hören sie doch bitte auf... Elfmeter oder Qualitäten der anderen Mannschaften dafür verantwortlich zu machen, dass es nicht rund läuft. Sie müssen erkennen, dass es so nicht weitergeht. Und da bedarf es nicht die Gründe ausserhalb des Vereins zu suchen. Beeilen Sie sich bitte die Ursachen abzustellen...und stehen sie zu den Fehlern. Natürlich muss man nicht alles brühwarm der Presse präsentieren....aber tun sie etwas...sie haben einen grossen Kader!
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