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Karlsruhe Drei Niederlagen in Folge, doch KSC-Coach Schwartz lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: "Unsere Punkteausbeute ist für einen Aufsteiger in Ordnung"

Nach dem fulminanten Start in die neue Zweitligasaison musste der Karlsruher SC dann drei Niederlagen einstecken - eine davon ausgerechnet gegen den HSV - und schon wird Kritik am Trainer Alois Schwartz laut. Im Interview mit Peter Putzing steht der KSC-Coach Rede und Antwort. Es geht um Taktik, Konkurrenzkämpfe im Kader und Aberglaube.

Herr Schwartz, seit der Niederlage in Osnabrück liegen über eine Trainingswoche und zwei Testspiele hinter Ihnen. Welche Erkenntnisse konnten Sie da gewinnen?

Wir haben gesehen, dass die Spieler, die hinten dran stehen, den Finger gehoben haben. Die Spieler, die gegen Metz eingewechselt wurden, haben Tore gemacht, Tore vorbereitet und insgesamt gegen einen Erstligisten einige Akzente gesetzt. Ein positiver Aspekt. Es war ein guter, aufschlussreicher Test.

Karlsruher SC - SK Sturm Graz, 13.07.2019, Herren, Saison 2019/2020, 2.Liga, Fußball,  Blitzturnier, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER
Alois Schwartz (KSC Trainer) fängt den zufliegenden Ball vor der Trainerbank. | Bild: Tim Carmele

Haben Sie taktisch etwas probiert?

Ja, wir haben in einer anderen Formation gespielt. Das war für da erste Mal ganz ordentlich. Es war anfangs ein 3-5-2 und danach ein 4-3-3.

Sie sagten, es wäre vielleicht gut, einen weiteren Mittelfeldspieler zu nominieren, um die Defensive zu stärken. Heißt das, auch ein 4-2-3-1 ist möglich?

Auch daran denken wir, um Stabilität ins Mittelfeld zu bringen, damit wir da kompakter stehen. Mal schauen. Aber: Wir haben gute Stürmer, daher sind wir bisher mit zwei Angreifern angetreten, aber mal schauen.

Alois Schwartz
Der Karlsruher Trainer Alois Schwartz. | Bild: Uli Deck/Archivbild

Wer wäre bei einem Ein-Mann-Angriff der Stürmer? Pourié, der in die Tiefe geht, oder Hofmann, der bisher mehr traf?

Wir haben auch noch Toni Fink und Marco Djuricin, alle haben ihre Qualitäten. So etwas opfern, wenn es im Moment nicht läuft? Oder: Muss man sich vielleicht einfach mal aus so einer Situation rausbuddeln? Wir werden alles abwägen. Mal schauen, ob wir in unserer Situation etwas anders machen, um eben Stabilität ins Team zu bekommen.

Eines ist offensichtlich: Der KSC ist im Abwärtsstrudel mit drei Niederlagen in Folge. Was ist zu tun, um da rauszukommen?

Zunächst: Hätten wir die drei Spiele nicht jeweils in Serie gewonnen und dann in Folge verloren, würde man das alles nicht so sehen. Es wäre natürlich in der Tabelle genauso. Aber nach den drei Siegen in Serie wurde das sehr überschwänglich gesehen. Insgesamt ist die Punkteausbeute für einen Aufsteiger in Ordnung.

Training am 23.06.2019, Herren, Fußball, Saison 2019/2020, 2.Liga, Karlsruher SC.
Alois Schwartz hat (noch) gut Lachen im Gespräch mit Sportdirektor Oliver Kreuzer. | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Dennoch gibt es Kritik…

Das ist nach drei Niederlagen in Folge ja nicht ungewöhnlich. Aber man muss immer den Ist-Zustand sehen: Wir sind ein Aufsteiger mit geringem Budget. Man muss sehen: Was habe ich, wo komme ich her? Bis auf Osnabrück waren die Auftritte auch in Ordnung. Aber ich weiß auch: Das Wort Geduld wird immer kleiner geschrieben. Ich habe aber Geduld, werfe nicht so schnell alles über Bord. Vorher war nicht alles gut, jetzt ist nicht alles schlecht.

Der KSC kassierte zwölf Gegentreffer. Warum so viele? Der Trainer Schwartz steht für defensive Stabilität.

Das ist korrekt. Schon bei meinen vorherigen Trainerstationen habe ich es geschafft, jeder Mannschaft defensive Stabilität zu geben. In Sandhausen war der Geldbeutel klein, wir waren Aufsteiger und haben - auch aufgrund der defensiven Stabilität - die Klasse gehalten.

Karlsruher SC - Hamburger SV
Alois Schwartz (KSC Trainer) gibt mit Gestik Anweisungen. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Klar ist, wir haben zu viele Gegentore hinnehmen müssen. Die Balance zwischen Offensive und Defensive müssen wir wieder verbessern. Aber: Im Moment wird jeder Fehler, der uns unterläuft, bestraft. Vorher klärten wir auf der Linie - jetzt landet die Kugel im Netz und vorne geht sie im Moment nicht rein…

Was ist zu tun, um das zu beenden?

Nicht jammern - arbeiten! Wir wissen was wir können, wir müssen die Konzentration schärfen. Wir müssen fleißig sein.

Ist das so lange, so erfolgreiche Umschaltspiel des KSC, das dem Gegner bewusst mehr Ballbesitz überlässt, berechenbar geworden?

Wir wissen auch wie der Gegner spielt, wir wissen auch was er machen will. Aber wir machen zu viele Fehler, haben auch Pech - man denke daran, dass Daniel Gordon ausgerutscht ist vor dem Gegentor in Osnabrück.

Denken Sie daran taktische und/oder personelle Veränderungen?

Wir müssen wieder etwas Leben reinbringen. Wir werden den Konkurrenzkampf weiter schüren. Jeder hat die Chance, sich zu präsentieren und den Finger zu heben. Wir werden aber auch nicht in Aktionismus verfallen.

Training am 29.08.2019
Alois Schwartz (KSC Trainer) gibt mit Blickkontakt Anweisungen. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Ein Grund für Ihren Erfolg war bisher, dass Sie auf Kontinuität setzten. Sie sprechen jetzt davon, den Konkurrenzkampf zu schüren. Rechnen Sie damit, dass der eine oder andere aus der zweiten Reihe Ansprüche stellt? Man denke an Toni Fink oder Marco Djuricin, die sich beide nicht als "Bankspieler" sehen? Ist da Unruhe möglich?

Leider konnte Anton Fink aufgrund von Adduktorenproblemen gegen Metz nicht spielen. Marco Djuricin hat 60 Minuten gezeigt was er kann. Marvin Pourié kam rein und hat ein Tor gemacht. Lukas Grozurek und Martin Röser wurden ebenfalls eingewechselt und haben getroffen. Das hat gezeigt: Wir haben Alternativen auf die wir zurückgreifen können. Wir dürfen jedoch nicht in Aktionismus verfallen. Nicht alles, was so lange gut war, ist plötzlich schlecht.

Sind einige im Team an ihrer Leistungsgrenze angekommen? Ist Liga 2 vielleicht doch zu hoch?

Das kann man nach ein paar Spieltagen nicht sagen. Bisher konnten wir generell ja schon mithalten. Jetzt heißt es einfach, mit viel Fleiß dagegen steuern.

Jetzt kommen die Spiele gegen ihre Ex-Clubs in Sandhausen und Nürnberg, etwas Besonderes?

Sandhausen waren drei Jahre, eine schöne Zeit, auf die ich stolz bin. Ich habe das Schiff "SVS" auf Kurs gebracht, da konnte der Vereinschef Jürgen Machmeier - dadurch, dass wir immer die Liga gehalten haben - seinen Herzenswunsch erfüllen und das Stadion ausbauen. Ich habe dazu beigetragen, dass nicht nur in Beine, sondern auch in Steine investiert werden konnte. Ich habe ein gutes Gerüst, eine gute Mannschaft hinterlassen, die sich jetzt in der 2. Liga etabliert hat. Nürnberg - nun ja, das war nur eine kurze Zeit.

Herausforderung
In Nürnberg war Alois Schwartz von Juni 2016 bis März 2017 Trainer. |

Gegen Sandhausen geht's am Freitag den 13. Sind Sie abergläubisch?

Ich finde das ist ein ganz schönes Datum - nicht mehr.

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Kommentare (6)
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  •   schwarzvoraugen
    (3191 Beiträge)

    13.09.2019 15:31 Uhr
    Welch eine Selbstgefälligkeit
    scheint ja ein grosser Bauherr zu sein, erst Stadion in Sandhausen, nun unter seiner Regentschaft auch in Karlsruhe. Ob man das Stadion je einmal nach ihm benennen wird, mit einer derartigen Selbstgefälligkeit eher nicht.

    AS, wachen Sie bitte auf. Budgets gewinnen keine Spiele. Diese werden durch Aufstellung und Einstellung gewonnen. Bisher kann ich der Mannschaft hier keinen Vorwurf machen, nur eine selbstgefällige Einstellung ist aller Laster Anfang.

    Es gibt in dieser Liga kein „gut genug“. Jeder Spieltag zählt. Deshalb durch einen Sieg die regionale Positionierung klarmachen. Dann wird das was.
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  •   Tyr
    (480 Beiträge)

    13.09.2019 08:32 Uhr
    wenn Schwartz gegen Sandhausen wieder verliert
    muss sich der KSC nach einem neuen Trainer umschauen, den Kopf in den Sand stecken und sinnfreie Parolen wie:"Die Punkteausbeute ist für einen Aufsteiger in Ordnung"sind Quatsch.
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  •   Shmuel_K
    (421 Beiträge)

    12.09.2019 23:24 Uhr
    Der Loisl macht das schon richtig.
    Laßt ihn machen, den Klassenerhalt kriegt er mit dieser Mannschaft locker hin. Ich traue dem gesamten Team aber auch mehr zu. Z.B.innerhalb der oberen 6 Plätzen.
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  •   MACHTEL
    (97 Beiträge)

    12.09.2019 22:45 Uhr
    Ksc
    Alois wirds richten.
    Vertrauen bringt Selbstvertrauen und hilft dem Teamgeist.
    Weiter so.
    Am Ende wird abgerechnet.
    Hab ich letzte Saison schon gesagt
    Wenige haben es geglaubt...
    Und?
    Recht gehabt!!!
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  •   107
    (396 Beiträge)

    12.09.2019 19:50 Uhr
    keine Panik
    von 34 sind erst 5 Spieltage absolviert.

    Nach dem 34. Spieltag wird unser KSC auf Platz 10 oder besser stehen und
    ein HSV auf Platz 4 oder 5 und ebenso
    ein gewißer VfB Stuttgart auf Platz 5 oder 4.

    Ich kann`s kaum erwarten.
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  •   Senfdazu
    (225 Beiträge)

    12.09.2019 17:09 Uhr
    😎
    "Unsere Punkteausbeute ist für einen Aufsteiger in Ordnung": und mit den liegen gelassenen, aber machbaren Punkten "in Ordnungerer" 😉. Aber nicht verrückt machen lassen, das wird schon.
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