Dass Sercan Sararer über große Qualität verfügt, das belegen Fakten. Der neue Hoffnungsträger beim KSC absolvierte 164 Spiele mit 24 Toren in Liga eins und zwei. Doch dann setzte den vielseitigen Offensivspieler ein doppelter Adduktorenabriss lange außer Gefecht. Ex-Club Greuther-Fürth wollte nicht verlängern, der 29-Jährige war vereinslos, ehe er - für wenig Geld - bis Ende der Saison zu den Blau-Weißen kam.

SERCAN SARARER (Karlsruher SC #23) bei Dehungsübung
SERCAN SARARER bei Dehungsübung | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Sararer war nicht fit, kam mit Übergewicht in den Wildpark. Doch er arbeitet intensiv an seiner Fitness. Trainer Alois Schwartz bescheinigt, dass der auf einem "richtig guten Weg in Sachen Fitness" sei. Für Schwartz kann Sararer "in dieser Saison ein ganz wichtiger Spieler werden. Er kann uns in der entscheidenden Phase helfen!"

Ehrgeiziger Sararer: "Ich habe viel trainiert, auch zusätzlich"

Der Mann mit den der drei Staatsbürgerschaften (türkisch, deutsch und spanisch) freut sich über das Lob: "Ich bin ziemlich weit, aber es kann immer besser sein. Ich habe viel trainiert, auch zusätzlich. Ich könnte auf jeden Fall spielen."

SERCAN SARARER (Karlsruher SC #23) bei Dehungsübung
SERCAN SARARER (Karlsruher SC #23) bei Dehungsübung | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Sararer, der schnell, dribbelstark, abgezockt und technisch beschlagen ist, wäre in Zwickau erstmals im KSC-Kader gestanden. Die Absage der Partie war für ihn daher richtig unangenehm. "Das war für alle doof, für mich richtig ärgerlich. Wir wollten spielen. Aber lieber unter besseren Bedingungen spielen, als bei denen, die es da gab", sagt er und fügt hinzu, dass er keine Auswirkungen der Absage auf sich, oder den Spielrhythmus befürchtet.

KSC-Neuzugang Sararer: "Ich musste lernen, Geduld zu haben"

Sararer fügt an: "Probleme sehe ich deswegen keine. Ich trainiere gut, ich gebe in jedem Training Vollgas und gehe davon aus, bald wieder im Kader zu stehen. Wichtig ist auch, dass ich gesundheitlich keine Probleme mehr habe. Die Trainer sehen das, auch daher glaube ich schon, dass ich gegen Fortuna im Kader stehen könnte."

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Neben Zuversicht zeigt der KSC-Akteur auch Geduld: "Durch meine Verletzung habe ich das gelernt. Mir helfen diese Erfahrungen, Geduld zu entwickeln. Inzwischen kann ich abschätzen, wann ich wieder 100 Prozent fit bin. Ich kann auch abschätzen, wann ich etwas sagen kann. Ich musste lernen, Geduld zu haben."

Sararer über den Konkurrenzkampf: "Alle wollen in den Kader"

Jetzt, so hofft und glaubt er, sei die Zeit des Wartens bald vorbei. "Ich trainiere gut, wenn die Trainingsleistungen zählen, dann gehe ich schon davon aus, dass ich in den Kader komme. Aber: Alle bei uns machen es gut, alle wollen in den Kader. Die Jungs haben Erfolg, da gibt es wenig Gründe, etwas zu ändern. Ich bin bereit für den Kader, für eine Einwechslung und wenn ich irgendwann mal in der Startelf stehe - dann bin ich auch dafür bereit. Ich warte bis ich drankomme."

Sercan Sararer
Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Alles andere als einfach war für ihn der Weg: Von der Stammkraft in Liga eins und zwei hinab in Liga drei. "Ich muss es annehmen, das habe ich gelernt. Natürlich hätte ich das vor ein paar Jahren nicht gedacht, aber ich hatte eine schwere Verletzung, eine schwere Zeit. Ich bin froh, dass mich nach meiner langen Verletzung so ein guter Verein aufgenommen hat. Der KSC ist in meiner momentanen Situation ein guter Schritt."

Sararer nimmt Aufstieg ins Visier

Auch weil man ihm Verständnis entgegenbringt. "Ich wollte anfangs kein Risiko im Training eingehen, wollte mich langsam rantasten. Hier hat man mir diese Zeit gegeben. Für mich ist nun wichtig, dass ich wieder spiele, wieder in den Rhythmus komme." Wenn er den gefunden hat, will er natürlich eines: rauf in Liga zwei! "Wir stehen auf einem guten Platz, den wollen wir natürlich verteidigen, was dann den Aufstieg bedeutet."

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Mit wie vielen Toren oder Vorlagen er dazu beiträgt interessiert Sararer wenig. "Ich will mehrere Spiele am Stück spielen können, gelingt mir das, dann kommt das andere - Tore schießen, Tore vorbereiten - von ganz alleine. Ich muss keine großen Dinge machen - die Hauptsache ist, dass wir gewinnen."

Lob für Mannschaftskollegen: Beim KSC "sensationell aufgenommen"

Am liebsten würde er sein Können auf seiner Lieblingsposition einbringen. "Das ist die linke offensive Außenbahn. Ich kann aber auch rechts, zentral und als Zehner auflaufen." Eines liegt ihm sehr am Herzen: Das Lob an die Teamkollegen.

ANTON FINK (Karlsruher SC #30) zeigt SERCAN SARARER (Karlsruher SC #23) die Pulsuhrfunktion.
ANTON FINK (Karlsruher SC #30) zeigt SERCAN SARARER (Karlsruher SC #23) die Pulsuhrfunktion. | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Sararer: "Ich kenne einige Clubs, weiß wie schwer ein Vereinswechsel sein kann. Hier wurde ich sensationell aufgenommen, die Jungs sind alle nett, alle hilfsbereit. Das macht Spaß. Man merkt die Harmonie, die hier herrscht - auch mit dem Trainerteam. Auch daher stehen wir in der Tabelle da, wo wir stehen."