Der 28 Jahre Leihspieler vom englischen Club Stoke City stand als Vertreter des verletzten Linksverteidigers Philip Heise die komplette Spielzeit auf dem Feld. "Ich habe mich gut gefühlt, war in England stets im Training. Aber ein paar Tage Quarantäne bringen dich doch ein bisschen aus dem Rhythmus, dennoch hat es gut funktioniert", so Wimmer.

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Das sei möglich gewesen, "weil mich die Mannschaft gut aufgenommen hat". Wimmers tiefere Analyse beschäftigte sich mehr mit dem Team als seinem Auftritt: "Ich glaube, wir haben eine ganz ordentliche Leistung abgerufen. Wichtig ist auch, dass wir zu Null gespielt haben", sagte er.

"Er hat das gemacht, was ich von ihm erwartet habe"

Der Unterschied zwischen englischem und deutschem Profifußball ist für den 1,87 Meter großen Abwehr-Recken nicht gravierend: "Man sagt, in England ist es kämpferisch richtig gut, auch in der Zweiten Liga geht richtig viel über den Kampf."

KSC-Trainer Christian Eichner zum Wimmer-Debüt: "Er hat das gemacht, was ich von ihm erwartet habe. Es war nicht einfach, nach nur drei Tagen im Mannschaftstraining von Anfang an auf den Rasen zu müssen", so der Coach, der einst mit Wimmer beim 1. FC Köln spielte und der Ideengeber und Triebfeder für die Wimmer-Verpflichtung war.

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Eichner schätzt am Neuzugang, dass der "eine sehr gute Selbsteinschätzung hat". Sein Debüt war durchwachsen, nicht berauschend, aber auch nicht enttäuschend. Anfangs cool zurückgehalten, Bälle durch kluges Stellungsspiel gewonnen, nicht durch Eins-gegen-eins-Duelle, die vermied er, wenn möglich.

Wenn andere müde werden, legt er den Turbo ein

Das Hauptaugenmerk Wimmers lag darauf, die linke defensive Seite dicht zu machen. Der körperlich massive Abwehr-Recke begann abwartend in Sachen Offensivarbeit. Aber, mit zunehmender Spieldauer, als eigentlich damit zu rechnen war, dass er müde wird - wurde Wimmer aktiver, war öfters in der Offensive zu sehen.

Albion Vrenezi (Regensburg 8) im Zweikampf gegen Marc Lorenz (KSC 7) und Kevin Wimmer (KSC 6)
Albion Vrenezi (Regensburg 8) im Zweikampf gegen Marc Lorenz (KSC 7) und Kevin Wimmer (KSC 6) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Für Eichner keine Überraschung. "Kevin ist fit, er hat überragende Laktatwerte". Nach rund einer Stunde hatte der so Gelobte gar eine Torchance. "Das wäre natürlich ein super Einstand gewesen", trauerte er der guten Gelegenheit etwas nach. Der erfahrene Nationalspieler Österreichs wirkte souverän, abgeklärt und ruhig.

Da ist noch Luft nach oben

Wimmer hat nicht enttäuscht, aber auch nicht so gespielt, dass den Fans Jubelschreie am Fließband entlockt wurden. Doch das konnte auch keiner erwarten. Auch, weil der gelernte Innenverteidiger auf der ungewohnten Linksverteidiger-Position ran musste.

Bei aller Cleverness, man bemerkte, dass ihm Spielpraxis fehlt, dass er in Sachen Wettkampfpraxis und Wettkampfhärte noch Nachholbedarf hat.

Kevin Wimmer (KSC 6) versucht Albion Vrenezi (Regensburg 8) zu stoppen.
Kevin Wimmer (KSC 6) versucht Albion Vrenezi (Regensburg 8) zu stoppen. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Die Quote der gewonnenen Zweikämpfe belegt das: 17 Prozent Zweikampfquote -  ein mäßiges Ergebnis. 10,62 Kilometer Laufleistung - absolut in Ordnung. 44 Ballkontakte, 25 gespielte Pässe, davon kamen 14 bei Teamkollegen an - ebenfalls in Ordnung. Fazit: Ordentlich gespielt, mit noch ordentlich Luft nach oben.