Man schaue nur auf die immense Anzahl von Spielern, die beim designierten Zweitligisten schon jetzt für die kommende Saison unter Vertrag stehen. Aktuell haben die Badener 26 Spieler auf der Gehaltsliste. Von drei Akteuren kann sich der KSC am Ende der Spielrunde problemlos trennen: Martin Stoll, Sercan Sararer und Marin Sverko.

Hat den Ball im Fokus Martin Stoll (KSC 4), links Martin Röser (KSC 11), rechts Malik Batmaz (KSC 31)
Hat den Ball im Fokus Martin Stoll (KSC 4) | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Die Trennung von Sverko, der nach der Ausleihe zum FSV Mainz 05 zurückkehrt, scheint beschlossene Sache. Abwehrspieler Stoll wird mit 36 Jahren wohl seine Profikarriere beenden und dem KSC als Jugendtrainer zur Verfügung stehen. Bei Sararer ist es "ein schwebendes Verfahren". Die vertraglich festgelegte Anzahl von Einsätzen, nach denen sich sein Vertrag im Wildpark automatisch verlängert, hat er nicht erreicht.

Bleibt Sararer im Wildpark?

Man könnte sich "kostenneutral" trennen. Aber: Dass Sararer die Fähigkeiten besitzt, um in Liga zwei zu überzeugen, steht außer Frage. Doch konstant gezeigt hat er das bisher beim KSC nicht. Wenn er sein Können auf den Platz bringt, könnte der Offensivspieler in Liga zwei sehr hilfreich werden. Doch schafft er das? Diese Frage stellen sich die KSC-Bosse. Tendenz: Sararer bleibt. Auch, weil ein Neuzugang seines Kalibers ein Vielfaches kosten würde.

Sercan Sararer
Sercan Sararer | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Kommende Spielrunde kehren die ausgeliehenen Alexander Siebeck und Valentino Vujinovic in den Wildpark zurück. Beide hatten in Liga drei keine Chance auf Einsatzzeiten - in Liga zwei wohl auch nicht. Zudem signierte Nachwuchsmann Dominik Kother schon einen Profivertrag.

Verstärkt sich der KSC mit einem Angreifer aus Magdeburg?

Aber um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga zu schaffen, benötigt der KSC Verstärkungen. Vor allem auf den Außenbahnen fehlen schnelle, torgefährliche Spieler. Da hat man Felix Lohkemper, einen Offensivallrounder mit viel Entwicklungspotential, im Visier. Der 24-Jährige steht bis Saisonende beim 1. FC Magdeburg unter Vertrag, könnte dann ablösefrei in den Wildpark wechseln.

vl. Manuel Stiefler (KSC 8) passt den Ball zu Dominik Stroh-Engel (KSC 27), hinten Alois Schwartz (KSC Trainer)
vl. Manuel Stiefler (KSC 8) passt den Ball zu Dominik Stroh-Engel (KSC 27). | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Das Sturm-Duo Anton Fink und Pourié hatte in der Aufstiegssaison null Konkurrenz. Auch nicht vom einstigen Toptorjäger in Liga drei, Dominik Stroh-Engel. Der wurde beim Wechsel in den Wildpark mit einem langfristigen, exzellent honorierten Vertrag ausgestattet. Obwohl Stroh-Engel damals in 17 Monaten zuvor weit, weit weniger als insgesamt eine Stunde auf dem Spielfeld stand. Monatlich im Schnitt rund drei Minuten...

Vertragsauflösung mit Stroh-Engel angestrebt?

Der einstige Top-Angreifer brachte es in der Aufstiegssaison bisher auf einen Einsatz - eine Minute im September 2018 bei Absteiger Aalen. Der Lohn beim KSC: Eine gute Aufstiegsprämie und ein neuer Vertrag zu besseren Konditionen. Angeblich war die Verlängerungen nicht an Bedingungen wie Einsatzzeiten geknüpft. Wohl zur Freude von Stroh-Engel. 

Dominik Stroh-Engel (KSC 27) grätscht in den Ball im Zweikampf mit Malik Batmaz (KSC 31)
Dominik Stroh-Engel (KSC 27) grätscht in den Ball im Zweikampf mit Malik Batmaz (KSC 31) | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Der 33-Jährige, der menschlich absolut integre Angreifer, ein Sportsmann durch und durch, bleibt im Wildpark. Sollte man sich auf eine Vertragsauflösung einigen, müssten die Karlsruher einige hunderttausend Euro locker machen.

KSC-Erfolg auch auf Erfahrung gegründet

Der badische Aufstiegserfolg basiert auch auf viel Erfahrung in der Mannschaft. Die Innenverteidiger David Pisot (31) und Daniel Gordon (34) agierten abgezockt und clever, ließen kaum gegnerische Chancen zu. Das Angriffsduo Fink (31) und Pourié (28) ballerte die Badener fast im Alleingang mit mehr als 30 Treffern in die zweite Liga. Aber: Oft stand die älteste Mannschaft der 3. Liga auf dem Feld. 

Marvin Pourie (KSC 9) im Duell mit David Pisot (KSC 5, rechts)
Marvin Pourie (KSC 9) im Duell mit David Pisot (KSC 5, rechts) | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Doch für die KSC-Verantwortlichen ist es kein Problem, dass viele Leistungsträger die 30er-Grenze überschritten. Ob das vorbehaltlose Setzen auf erfahrene Spieler in Liga zwei klappt?  Abwarten. Wenn nicht, könnte die Kaderplanung zum Bumerang werden.

Verleiht der KSC einige Akteure aus der zweiten Reihe?

Da man fünf, sechs Neuzugänge braucht, droht ein Monsterkader im Wildpark. "Ausleihe" heißt wohl das Zauberwort. Aber welcher Klub leiht Akteure aus, die in der vergangenen Saison ganz wenig Einsatzzeiten hatten? Man denke an Kyoung Rok-Choi, Justin Möbius, Martin Röser oder Saliou Sané? Dieses Quartett kam zuletzt kaum auf Einsätze. Ausleihe - ein schwieriges Unterfangen.

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