Sollte es irgendjemand bezweifeln, dass Jerôme Gondorf ein geradezu idealer Kapitän des KSC ist - dann möchte der bitte in aller Ruhe das Video der Begegnung der Badener in Osnabrück beim 2:1 Sieg des KSC anschauen!

Gondorf ist überall

Gondorf ackerte und rackerte. Er rannte fast ohne Pause. Es war dem gebürtigen Karlsruher kein Weg zu weit. Er war lautstark. Er kritisierte die Mitspieler vehement, baute die Kollegen aber auch immer wieder auf. Beispiel gefällig? Nach einer Stunde, beim Stand von 1:0 für die Gastgeber, brüllte er, voller Überzeugung, über den Platz: "Jungs, es geht noch eine halbe Stunde! Da ist noch alles drin! Das packen wir.“ Gondorf sollte recht behalten.

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Sein Team, der KSC, drehte die Partie, gewann mit 2:1, tütete den vierten Sieg in Serie ein. Der Erstliga-Erfahrene hatte anfangs nicht immer Glück bei seinen Zweikämpfen. Aber: Mit sich hadern oder gar aufgeben? Nie und nimmer! Der 32-Jährige warf sich weiterhin kompromisslos in jedes Duell, um der Mannschaft zu helfen.

Mit einem hilft der Routinier dem KSC Team schon seit Wochen: Mit seiner großen Ballsicherheit. Gondorf gibt immer alles. Mit Ball. Ohne Ball. Gibt´s irgendwo auf dem Feld Ungereimtheiten? Diskussionen? Auseinandersetzungen? "JeGo" ist dabei. Er wirft sich für jeden Teamkollegen in den Kampf.

Eichner zufrieden mit seinem Kapitän

Trainer Christian Eichner lobt den Kapitän. "JeGo" ist einer, an dem sich die Leute immer reiben werden. "Ich glaube, das braucht er ein Stück weit. Er ist seit Wochen in einer richtig, richtig guten Verfassung. Vor allem was das Läuferische angeht und die Art, wie er eine Mannschaft führt. Er ist erfolgsorientiert und unbequem, er nervt jeden und zwar richtig! All das will ich haben. Solche Typen braucht man in der Mannschaft und ich bin froh, dass er im Wildpark ist."

Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf mit David Pisot (KSC 5)
Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf mit David Pisot (KSC 5) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Gondorf sei ein wichtiger Teil des Trios im Mittelfeld. "Das Dreiermittelfeld ist unser Herzstück, das ist die Basis für Erfolge." Nach der Auswechslung von Lukas Fröde in Osnabrück ließ Eichner Mittelfeldmann Gondorf etwas defensiver agieren. Auch diesen Job erledigte er gut. "Positionswechsel sind mir egal, ich kann im Mittelfeld alles spielen", sagt der dazu.

Gegen Düsseldorf gesperrt

Gondorf hatte Pech in Osnabrück. Nach einer blendenden Kombination traf er zum 1:1. Doch der Schiri verweigerte dem Treffer die Anerkennung, er hatte ein Foul von Choi gesehen… Pech auch kurz vor dem Abpfiff: Da wurde er verwarnt, sah die fünfte gelbe Karte, ist somit im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf gesperrt.

Jerome Gondorf (KSC 8) liegt am Boden und hält sich den Fuß.
Jerome Gondorf (KSC 8) liegt am Boden und hält sich den Fuß. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Aber: Ganz, ganz sicher wird er die Kollegen dennoch puschen. Man wird im leeren Wildpark bestimmt Gondorfs Stimme hören, wenn der verbal versucht zu helfen, wenn er so versucht dazu beizutragen, dass die Kollegen weiterhin Erfolg haben. Der Ur-Karlsruher spielte 19 gute Pässe in der gegnerischen Hälfte. Bestwert. Insgesamt hatte er 51 Ballkontakte, eine Passquote von fast 70 Prozent. In Osnabrück spulte er 11,40 Kilometer ab.

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Insgesamt brachte es der Mittelfeldallrounder in der aktuellen Saison auf 113,37 Laufkilometer. Das katapultierte ihn auf Rang zwei bei den laufstärksten Profis in der 2. Bundesliga. Lediglich Marco Meyerhöfer, SpVgg Greuther Fürth, lief 40 Meter mehr. Gut auch: Der Blick für die Mitspieler. An der Bremer Brücke gab Gondorf seinen Kollegen fünf Torschussvorlagen.