All das war in diesem Jahrtausend ein Novum in Liga zwei. Dass Wanitzek innerhalb von vier Minuten zuerst für den KSC und dann für die Franken traf, brachte ihn nicht aus dem Takt. Mit einem Traumtor - ein "wunderbarer Sonntagsschuss!", wie es Trainer Christian Eichner später bezeichnete - ballerte er die Badener kurz vor der Halbzeit prompt wieder auf die Siegesstraße.

Der Karlsruher Jerome Gondorf (l) jubelt mit Marvin Wanitzek.
Der Karlsruher Jerome Gondorf (l) jubelt mit Marvin Wanitzek. | Bild: Timm Schamberger/dpa

Wanitzek erzielte Treffer Nummer fünf der laufenden Spielrunde mit einem Schuss aus rund 20 Metern. Mit links hämmerte er die Kugel ins linke Toreck. Das war für den gebürtigen Bruchsaler so etwas wie das Sahnehäubchen auf einer Topleistung. Die Werte belegen das: 11,93 Kilometer Laufleistung - absolut top! Passquote: 81 Prozent. Top! Und als offensiv ausgerichteter Mittelfeldspieler jeden zweiten Zweikampf zu gewinnen - ebenfalls top.

Eichner schwärmt, Wanitzek bleibt cool

Logisch, dass Trainer Christian Eichner über solch eine Leistung ins Schwärmen kommt: "Marvin hat ein Topspiel abgeliefert. Wir haben viel mit ihm gearbeitet, insbesondere Assistenztrainer Zlatan Bajramovic hat viel mit ihm gearbeitet, mit Videos, mit Gesprächen. Marvin soll in die torgefährliche Zone durchlaufen, das macht er inzwischen prima. In der 3. Liga hat er am Sechzehner gewartet, hat dann von dort etliche Tore gemacht, jetzt geht er mehr vorne rein", so Eichner.

Marvin Wanitzek will, wie hier gegen Stuttgart, endlich wieder über ein Tor jubeln.
Marvin Wanitzek | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Und weiter: "Wir brauchen seine Tore. Marvin verkörpert den KSC, er ist mit Herz dabei. Er ist sehr torgefährlich, läuft immer mehr in die Box. Da kommt noch viel Positives auf uns zu." Der Hochgelobte blieb cool: "Mich freut es für die Mannschaft, dass wir uns mit dem Dreier belohnten und alles wieder in die richtige Richtung gebogen haben", sagt er.

"Waren immer eine Mannschaft auf Augenhöhe"

"Wir hatten uns das natürlich vorgenommen, hier den Dreier einzufahren, gerade auch um Würzburg auf Strecke hinter uns zu lassen." Es sei natürlich top, "dass das neue Jahr für mich so anfängt. Aber mich freut es auch, weil wir auch in den letzten drei Spielen, die wir verloren haben, nicht zwingend immer die schlechtere Mannschaft waren, sondern eigentlich immer auf Augenhöhe."

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Sein Eigentor nimmt er gelassen hin. Es sei natürlich ein blödes Eigentor gewesen, "der Schuss kommt scharf rein und ich wollte ihn klären. Ich glaube, dann rutscht er mir über das Schienbein ab. Natürlich holst du so den Gegner wieder unnötig zurück. Aber dann waren wir in der Mannschaft in der Pflicht nachzulegen."

Er habe aus der zweiten Reihe, aus dem Spiel heraus, versucht zu treffen, denn "das haben die Trainer gefordert". Zu den Eigentoren - Christoph Kobald erzielte das andere - erklärt er abschließend: "Klar, dass wir uns zwei selbst reinschießen, passiert uns auch nicht so oft, aber lieber zwei davon in einem Spiel und dann in den nächsten Wochen keines mehr."

Marvin Wanitzek (KSC 10) spielt den Ball
Marvin Wanitzek (KSC 10) spielt den Ball | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Wanitzek will immer besser werden

Wanitzek hat einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung gemacht, ist auf einem guten Weg, sein großes fußballerisches Potenzial kontinuierlich abzurufen. Er ist inzwischen auch dann zu sehen, wenn es im Team nicht so gut läuft. Er übernimmt immer mehr Verantwortung. Und: Er will immer besser werden.

Marvin Wanitzek (KSC 10) am Ball im Sturm, Angriff, Duell, Zweikampf mit MERGIM FEJZULLAHU (Saarbrücken 10)
Marvin Wanitzek (KSC 10) am Ball im Sturm, Angriff, Duell, Zweikampf mit MERGIM FEJZULLAHU (Saarbrücken 10) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Selbst nach dem Auswärtssieg in Würzburg fand er das ein oder andere Haar in der "Erfolgs-Suppe", sagte: "Vielleicht hätten wir die ein oder andere Kontersituation besser ausspielen müssen, um den Deckel drauf zu machen, aber wir sind auf jeden Fall verdient als Sieger vom Platz gegangen."