In seinen rund 30 Monaten als Cheftrainer beim Karlsruher SC hat Christian Eichner schon einiges erlebt. Zum Beispiel, dass er die Auswechselbank vorwiegend mit Jugendspielern besetzten musste. Doch dass er in Sachen Personal so oft wie momentan die Qual der Wahl hat - das ist für den Coach Neuland.

Gordon und Thiede außen vor

Gegen den 1. FC Nürnberg musste er ein Überangebot in der Innenverteidigung managen. Er fällte eine Entscheidung, die ihm schwerfiel. Daniel Gordon stand erstmals in den fast zehn Jahren, die er beim KSC unter Vertrag steht, nicht im Spieltagskader.

KSC gegen Nürnberg, 02.10.2022
Bild: Mia

Dieses Schicksal droht dem Routinier auch am Freitag beim KSC-Spiel in Bielefeld. Eichner wollte dazu nichts sagen. Auch zur Besetzung hielt sich der KSC-Coach lange zurück. Gegen Nürnberg stand Marco Thiede zwar im Kader, musste aber auf der Ersatzbank Platz nehmen. Und das, nachdem der ehrgeizige und zuverlässige Allrounder alle Saisonbegegnungen in der Startelf stand.

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Seinen Job in der Viererkette übernahm der genesene Sebastian Jung. Warum - das erläutert Eichner: "Ich wollte Sebi in der ersten Elf, wegen seiner Qualitäten im letzten Drittel. Der letzte Pass, die Flanke - das gehört zu seinen Stärken."

Jung wohl erneut in der Startelf

Flugs ergänzte der KSC Coach: "Ich habe mich sehr gefreut, dass er ein so gutes Spiel gezeigt hat. Er hat sich das durch viel Arbeit, durch gute Trainingseinheiten verdient." Aber: Die Entscheidung für Jung sei keine Entscheidung gegen Thiede gewesen.

Marco Thiede (KSC 21) am Ball.
Marco Thiede (KSC 21) am Ball. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Der Fussballlehrer weiß genau, dass Thiede und Jung unterschiedliche Fähigkeiten und Stärken haben, "daher könnte es durchaus sein, dass beide spielen."

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Bei den Arminen dürfte das aber nicht der Fall sein. Da ist Jung gesetzt. Dass die Pause kurz ist, nimmt Jung gelassen hin: "Fünf Tage, das ist viel Zeit, genug zu regenerieren und am Freitag wieder anzugreifen." Allerdings heißt es abwarten, wie sein Körper nach so einer langen Verletzung auf die Belastung reagiert.

"Müssen Leistung bestätigen"

Eichner macht klar, was er von seiner Mannschaft am Freitag in Bielefeld erwartet: "Dort müssen wir die Leistung, die wir gegen Nürnberg auf den Rasen gebracht haben, bestätigen." Nach drei Spielen ohne Sieg gelang den Badenern wieder ein Dreier. Der 1. FC Nürnberg wurde abgewatscht, verdient mit 3:0 besiegt.

Christian Eichner (KSC Trainer) und rechts Zlatan Bajramovic (KSC Co-Trainer)
Christian Eichner (KSC Trainer) und rechts Zlatan Bajramovic (KSC Co-Trainer) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Daher, so Mittelfeldmann Tim Breithaupt, werde man auf der Bielefelder Alm mit breiter badischer Brust auflaufen. Der KSC-Coach will unbedingt dafür sorgen, dass die gegen die Franken gezeigte positive Entwicklung bei der Mannschaft anhält.

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"Der zweite Block dieser Saison hat begonnen, da wartet ein anspruchsvolles Programm auf uns. Aber, wenn man seine Ziele erreichen will, dann wird es notwendig sein, auch einen der größeren Clubs zu schlagen. Egal wen. Und: Spiele auf Augenhöhe - wie gegen den FCN - die sollte man gewinnen."