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Karlsruhe Trainer-Quelle KSC: Eichner und Kwasniok wirbeln Liga zwei auf - Meister schafft Sprung zum DFB

Mit Christian Eichner steht aktuell ein Karlsruher Trainer-Eigengewächs an der Seitenlinie des Karlsruher SC. Damit ist er nach Marc-Patrick Meister und Lukas Kwasniok ein weiter KSC-ler der das Trainer-Dasein in der Wildpark-Jugend lernte. Im zweiten Teil seiner Serie spricht Peter Putzing mit Kwasniok und Meister und natürlich kommt auch Christian Eichner zu Wort.

Aktueller Cheftrainer ist Christian Eichner. Der war schon als Profi ein "Lieblingsschüler" von Ede Becker, der damals Coach der KSC Profis war. Becker wollte "Eiche" unbedingt zum KSC locken. Der wurde zunächst Co-Trainer in der U17. Eichner und auch Lukas Kwasniok, der zur gleichen Zeit Jugendcoach war, hat es Becker absolut zugetraut, dass sie erfolgreiche Trainer werden.

"Habe es beiden zugetraut"

"Man sah wie sie arbeiten, da war offensichtlich, dass da Qualität vorhanden ist. Klar war aber auch: das musste reifen, sich entwickeln. Aber ich habe ihnen definitiv zugetraut, dass sie ihren Weg im Profifußball machen werden", findet der NLZ-Chef.

Bild: Lukas Hiegle

Eichner ist ein KSC-Urgestein. Erst Jugend- dann Amateurspieler, ehe er Profi und danach Trainer wurde. "Es war für mich extrem wichtig, im Nachwuchs Erfahrungen zu sammeln, so den Job von Grund auf zu lernen. Im Nachwuchsbereich lernt man auch, einen etwas anderen Blickwinkel auf die Dinge zu haben. Das ist elementar wichtig. Ich konnte als Co-Trainer der U17 reifen, dann Co-Trainer der Profis werden“, blickt Eichner zurück.

Meister bleibt nur kurz Chef bei den Profis

Beide Assistenten-Jobs hatte er unter Marc-Patrick Meister. Der war zuerst Coach der U17 des KSC, dann gar von April bis August 2017 Cheftrainer im Wildpark. Danach: Ein kurzer Abstecher nach Südkorea, ehe er ein Angebot des DFB annahm. Aktuell ist Meister Trainer der deutschen U17 Nationalelf.

Karlsruhes Trainer Marc-Patrick Meister gestikuliert.
Karlsruhes Trainer Marc-Patrick Meister gestikuliert. | Bild: Uwe Anspach

Für ihn ist es "logisch, dass ich den KSC beobachte. Durch das engere Band zu Christian und Zlatan (Bajramovic) habe ich den Werdegang des KSC natürlich genauer verfolgt. Es zeigt: Christian will den Ausbildungscharakter des KSC wieder mehr in den Mittelpunkt stellen."

Eichner versucht Erklärungen für die so gehäuften, tollen Trainerentwicklungen zu finden. "Ich hatte da einen weichen Übergang. Ede Becker war da und half. Uns verbindet alle die KSC-Mentalität. Wir wissen beim KSC, dass wir uns Dinge erarbeiten müssen. Keinem, der jetzt im Profigeschäft ist, flog irgendetwas einfach so zu. Jeder hat sich das erarbeitet - mit der KSC Mentalität. Der KSC stand immer - schon als ich Spieler war und jetzt als Trainer - dafür, immer und immer wieder fleißig sein, immer Eigenmotivation einbringen. Ganz einfach: Jeder versucht weiter zu kommen, zu lernen, sich zu verbessern."

Kwasniok: Vom Amateur- zum Proficoach

Der erfolgreichste Ex-KSC Jugendcoach ist im Moment wohl Lukas Kwasniok. Er schwingt das Trainingszepter beim SC Paderborn, belegt mit seinem Team Rang drei in Liga zwei. "Luki hat beim KSC die Erfahrung als Interimscoach machen können. Das war sicher hilfreich", sagt Eichner zum Ex-Kollegen und Freund.

Karlsruhes Trainer Lukas Kwasniok geht über das Spielfeld.
Karlsruhes Trainer Lukas Kwasniok geht über das Spielfeld. | Bild: Uwe Anspach (dpa)

"Kwasniok war Amateurtrainer in Reichenbach, wurde mir empfohlen von Ex-KSC Manager Arnold Trentl. Dann gab es ein Gespräch und danach habe ich entschieden, dass er zu uns kommt", erinnert sich Becker. Kwasniok strahlt, wenn er über seinen Herzensclub KSC redet. "Es war eine tolle, absolut lehrreiche Zeit", sagt er rückblickend.

Für ihn gibt es einige Gründe, warum sich beim KSC so viele erfolgreiche Trainer entwickeln konnten. Zum Beispiel – Fleiß. Er, und die meisten anderen waren täglich, ob Training oder nicht, morgens um acht Uhr auf dem Trainingsgelände, gegen 20 Uhr gings nach Hause. Fleiß, das sei etwas was die "NLZ Trainer" auszeichnet, sagt er.

"Habe die Freiheiten genossen"

Kwasniok, Ex-Kapitän der deutschen U16 Nationalelf, der wegen einer Verletzung nie den Durchbruch als Profi schaffte und Anfang 20 seine aktive Karriere beenden musste, genoss "die Freiheiten, die man beim, KSC hatte. Der Chef, Ede Becker, gab keine engen Vorgaben, mischte sich nur ganz, ganz selten ein. Weder in Taktik noch Aufstellung. Der Trainer hatte immer die letzte Entscheidung. Es herrschte ein toller Teamspirit."

Will den SC Paderborn mit Pragmatismus zu Erfolgen fürhen: Trainer Lukas Kwasniok.
Lukas Kwasniok ist seit dieser Saison Trainer beim SC Paderborn. | Bild: Uwe Anspach/dpa

Becker bestätigt dies: "Wir geben Freiheiten, pressen niemand in ein Schema." Dann eine kleine Einschränkung: "Aber: So ganz ohne Vorgaben geht es nicht. Wir schauen, dass der Bereich Sozialverhalten gut abgedeckt ist." Das sei jedoch nahezu immer so. Kwasniok. der wie Eichner die Fußballlehrerlizenz mit der Traumnote 1,0 erwarb, schwärmt vom gemeinsamen Mittagstisch.

"Jeder hat von jedem profitiert"

"Bei den gemeinsamen Gesprächen, entstanden Ideen. Das war eine tägliche Fortbildung auf hohem Niveau in Sachen Taktik. Einer hatte sich etwas ausgedacht und das taktisch umgesetzt. Zum Beispiel mit sehr, sehr hohen Außenverteidigern zu agieren, auf eine besondere Art zu pressen. Die anderen haben hoch konzentriert zugehört, es eingeordnet - probiert, bewertet, vielleicht etwas maximiert und wieder in die Gruppe, gegeben. Jeder hat von jedem profitiert. Jeder hat jeden unterstützt. Wir haben Teamwork vorgelebt. Erfolg war wichtig - aber stand nicht über allem", so der Paderborn-Coach.

Becker ergänzt Kwasnioks Aussagen um ein Detail: "Anfangs der Woche werden regelmäßig gemeinsame Spielanalysen durchgeführt. Da ist natürlich auch ein Austausch während der ganzen Woche. Das qualifiziert alle weiter."

Eine Übersicht über erfolgreiche Ex-Trainer des KSC:
  • Markus Kauczinski
    03.04.2016, xfux, Fussball 2.Bundesliga, Karlsruher SC - TSV 1860 MŸnchen, emspor, v.l. Trainer Markus Kauczinski (Karlsruher SC KSC)
    03.04.2016, xfux, Fussball 2.Bundesliga, Karlsruher SC - TSV 1860 MŸnchen, emspor, v.l. Trainer Markus Kauczinski (Karlsruher SC KSC) | Bild: fu-sportfotografie
    15 Jahre stand Markus Kauczinski beim KSC unter Vertrag, schaffte als Coach der Profis den tollem Punkteschnitt von 1,64 Zähler pro Partie. Nach dem Abgang aus dem Wildpark zog es den inzwischen 51 Jahre alten Kauczinski, der noch immer seinen Lebensmittelpunkt in Karlsruhe hat, nach Ingolstadt, St. Pauli und Dresden.
  • Argirios Giannikis
    03.04.2016, xfux, Fussball 2.Bundesliga, Karlsruher SC - TSV 1860 MŸnchen, emspor, v.l. Co-Trainer Argirios Agi Giannikis (Karlsruher SC KSC)
    03.04.2016, xfux, Fussball 2.Bundesliga, Karlsruher SC - TSV 1860 MŸnchen, emspor, v.l. Co-Trainer Argirios Agi Giannikis (Karlsruher SC KSC) | Bild: fu-sportfotografie
    Giannikis wuchs in Karlsruhe auf, wurde früh Trainer beim KSC. Insgesamt von 2007 bis 2016. Punkteschnitt als Chefcoach in Essen, Aalen und Giannina: 1,67. Seit Montag ist er neuer Trainer bei AEK Athen in Griechenland.
  • Tim Walter
    Steht offenbar beim HSV hoch im Kurs: Tim Walter.
    Tim Walter ist aktuell Trainer beim HSV. | Bild: Swen Pförtner/dpa
    Nach seiner Zeit im Wildpark coachte Walter sehr erfolgreich unter anderem die U23 des FC Bayern München, wechselte dann zu Holstein Kiel, ehe es zum VfB Stuttgart ging. Jetzt hat der 45 Jahre alte, dreifache Vater, die Mammutaufgabe, den HSV in Liga eins zu führen.
  • Marc Patrick Meister
    Trainer Marc-Patrick Meister muss mit dem KSC den Gang in die 3. Liga antreten.
    Trainer Marc-Patrick Meister musste mit dem KSC den Gang in die 3. Liga antreten. | Bild: Uli Deck
    Er ist "waschechter" Badener, wurde am 23. Juli 1980 in Bruchsal geboren. Meister war erster deutscher Absolvent des Master-Studiengangs "Fußball und Talententwicklung" an der Escuela Universitaria von Real Madrid. Von 2013 bis 2015 trainierte er die U19 von Borussia Dortmund, ehe er zu Beginn der Saison 2016/17 die U17 des Karlsruher SC übernahm.
  • Christian Eichner
    Christian Eichner (KSC Trainer)
    Christian Eichner (KSC Trainer) | Bild: Carmele|TMC-Fotografie
    "Eiche" könnte zum KSC – Dauerbrenner werden, denn erst kürzlich signierte er einen Vertrag bis 2025. Er will., langsam, kontinuierlich und nachhaltig das KSC-Team auf ein höheres Niveau eben.
  • Lukas Kwasniok.
    Lukas Kwasniok.
    Lukas Kwasniok. | Bild: Thomas Eisenhuth/Archiv
    Vom "Lieblingsverein KSC" ging es zunächst zu Carl Zeiss Jena. Dort erfüllte er die Mission "Klassenerhalt." Danach: Aufstieg mit dem 1. FC Saarbrücken. Jetzt: Liga zwei mit Paderborn. Der 40-Jährige hat noch immer mit der Familie eine Wohnung in Muggensturm, in der Nähe von Karlsruhe.
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Kommentare (4)
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  •   Waterman
    (6736 Beiträge)

    13.10.2021 14:58 Uhr
    Rainer Ulrich
    war lange Spieler beim KSC in LIga 1 und 2.

    Dann Trainer bei KSC-Amateure und in dann KSC-Profis.

    Warum fehlt der?
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12870 Beiträge)

    14.10.2021 10:39 Uhr
    der wird vielleichtaufgrund der Ära Cannstatt zusammen mit
    Walter abgehandelt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Schmarow
    (1128 Beiträge)

    13.10.2021 14:14 Uhr
    Meister
    Wieder einer, den OK direkt mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet hatte. Er hatte die restlichen Spiele in Liga 2 in den Sand gesetzt, um dann in der dritten Liga in derselben Tabellenregion weiter zu machen.
    Wenn ich seinen Namen lese, muss ich immer an das legendäre Interview nach der Niederlage gegen Bremen II denken, als er vom besten Spiel sprach. Zum Genießen:
    https://www.kicker.de/trotz-0_2_meister-sieht-die-beste-leistung-703084/artikel
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Anti_DFB
    (365 Beiträge)

    13.10.2021 18:10 Uhr
    Meister
    Noch besser gefiel mir seine Aussage auf der PK nach dem Osnabrück-Spiel. Stichwort ,,Blitz''. Einfach legendär:
    https://www.youtube.com/watch?v=W5hANeridE8&ab_channel=KarlsruherSC ab 2:17
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
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