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Karlsruhe Liga-Kater nach Pokal-Party: KSC-Kapitän Jerôme Gondorf als Symbol für einen gebrauchten blau-weißen Nachmittag

Auf die Pokalparty in Leverkusen folgte der Ligafrust zu Hause gegen Paderborn. Eine vor allem in der ersten Halbzeit desolate Vorstellung des Karlsruher SC ebnete den Grundstein für die deutliche 2:4-Klatsche gegen die Ostwestfalen und Ex-Trainer Lukas Kwasniok. Ausgerechnet der Kapitän kehrte zu Beginn der deutlich besseren zweiten Halbzeit allerdings nicht mehr auf den Platz zurück. Diese Entscheidung und die Reaktion Gondorfs zeigen die aktuelle Stärke des Kollektivs und den Charakter des Kapitäns.

Mit einer Viererpackung schlichen die Blau-Weißen auf der Baustelle Wildparks zur Halbzeit in die provisorischen Kabinen. Viermal innerhalb von zwölf Minuten hebelten die Ostwestfalen die Karlsruher Hintermannschaft nach allen Regeln der Kunst aus. Darüber hinaus hätte die Pausenführung der Gäste noch deutlich höher ausfallen können, da die Badener defensiv keinen Fuß auf den Boden bekamen.

Ohne Gondorf in die zweite Hälfte

"Vom Kopf bis in den Fuß hat das heute extrem lange gedauert bei uns", konsternierte Trainer Christian Eichner nach dem Spiel. Es war klar, dass etwas passieren musste und eine personelle Reaktion folgen würde. Zur Halbzeit tauschte Eichner zweimal und nahm unter anderem ausgerechnet den Leader, Kapitän Jerome Gondorf, vom Feld.

Bild: Mia

Der wortstarke Anführer musste in der Kabine bleiben und dient damit als Sinnbild für den Leistungsabfall im Vergleich zum Leverkusen-Spiel. Im Pokal hatte Gondorf - wie auch die ganze Mannschaft - noch geglänzt. Eine auf den ersten Blick durchaus überraschende Entscheidung des Trainers. Machten bei den Gegentreffern doch vor allem die Abwehrspieler in der Viererkette einen äußerst überforderten Eindruck.

Auf den zweiten Blick allerdings sieht die Sache etwas anders aus: Dass es in der Vierer-Abwehrkette keine personelle Veränderung gab, hing wohl auch mit mangelnden Alternativen zusammen. Auf der Ersatzbank waren gegen Paderborn nur drei gelernte Defensivspieler zu finden, die bisher kaum Pflichtspielminuten im KSC-Trikot absolviert hatten. Womöglich waren die Zweifel zu groß, dass durch diese Spieler die Mannschaft mehr defensive Stabilität bekommt.

Systemumstellung auf Doppelspitze

Stattdessen entschied sich das Trainerteam für eine Systemumstellung mit zwei Spitzen. Das hatte zur Folge, dass einer der drei zentralen Mittelfeldspieler weichen musste und so zu Gondorfs vorzeitigem Feierabend führte. Breithaupt rückte mit Wanitzek ins Zentrum, der für Gondorf eingewechselte Lorenz besetzte die Außenbahn.

Bild: Mia

Zudem war der 33-Jährige mit einer gelben Karte vorbelastet, die er sich in der 45. Minute abholte. Als Zentrumsspieler ist Gondorf in der Regel ständig in Zweikämpfe verwickelt, so dass er durchaus gelb-rot-gefährdet war. Ein möglicher Platzverweis und ein Spiel in Unterzahl hätten die Situation mit einem 0:4 im Rücken ebenfalls erschwert.

Gondorf zeigt Verständnis

Der Betroffene selbst kann seine Auswechslung gegen Paderborn nachvollziehen und zeigt Verständnis für die Trainer-Entscheidung. "Sicherlich hätte er viele herausnehmen können, aber an dem Tag hat er sich für mich entschieden. Meine Leistung war schlecht", äußerte sich Gondorf gegenüber den BNN selbstkritisch.

Kyoung-Rok Choi (KSC 11) im Duell mit Jerome Gondorf (KSC 8)
Kyoung-Rok Choi (KSC 11) im Duell mit Jerome Gondorf (KSC 8) | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Es ist auch ein Signal des Trainers: Der Star ist die Mannschaft, kein Spieler ist unantastbar, wenn es um den Gesamterfolg des Kollektivs geht. Und diese DNA verkörpert Gondorf durch seine Reaktion mit jeder Faser. "Ich konnte der Mannschaft nicht den Input geben, der notwendig gewesen wäre, was die Motivation der Jungs angeht und um den Laden zusammenzuhalten", resümierte der 33-Jährige weiter.

Schleusener trifft nach Einwechslung

"Das Abseitstor der Paderborner war schon ein erster Fingerzeig, in welche Richtung es gehen könnte. Wir kamen danach überhaupt nicht mehr ins Pressing, waren gefühlt immer ein Schritt später dran und alle vier Tore sind ohne große Gegenwehr gefallen“, bilanzierte Gondorf.

Bild: Mia

Eine hinzukommende schwache Pass- und Zweikampquote bescherten ihm dann nach eigenen Aussagen auch eine schlechte Nacht. Der taktische Schachzug, dem Gondorf als Individuum zum Opfer fiel, ging dann zumindest in Teilen auf.

Zwar konnten die Karlsruher die vier Tore nicht mehr aufholen, bewiesen mit zwei Treffern ihrer Doppelspitze Schleusener/Hofmann aber zumindest Moral und zeigten eine Reaktion auf die Nackenschläge aus der ersten Halbzeit.

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Kommentare (29)
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  •   Dobermann
    (348 Beiträge)

    04.11.2021 14:02 Uhr
    Das Ziel eines jeden Fußballer muss Aufstieg 1.Liga sein !
    Wer will denn ewig 2.Ligafussball anschauen ? Da geht' s nicht mal um die goldene ANANAS . Da kannst du auch in der 3.Liga rumkicken, das ist das gleiche, nur das man schneller stirbt (finanziell) .Da kannst auch Federball schauen, genauso unspannend ,da gehts um nix. Ich lese immer nur , der Spieler war gut und der war gut und bla bla bla... außer in Karlsruhe kennt doch keiner unsere Spieler. Das sind Nobodys, die nicht einmal auf dem Markt gefragt sind (evtl. Hofmann) ... Nix, gar nix ist das momentan beim KSC.... Rumgewurschtel und sonst nix.
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  •   steely
    (489 Beiträge)

    04.11.2021 21:09 Uhr
    Du bist aber
    Arg gefrustet...und dabei ist dir jeglicher Bezug zur Realität abhanden gekommen. Ich würde auch gerne 1.Liga mit dem KSC sehen...aber oft genug wurde hier geschrieben (, und teils berechtigt) der KSC wäre nur Kanonenfutter. Dein Frust wäre derselbe...nur eine Klasse höher.
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  •   ka76199
    (413 Beiträge)

    04.11.2021 16:49 Uhr
    Dann sag doch endlich mal wer diese Mannschaft
    in die erste Liga führen soll !? Ich kenne keinen und nach 3 Wochen würde das selbe Theater von vorn losgehen.
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  •   melotronix
    (3585 Beiträge)

    04.11.2021 14:10 Uhr
    Ka-news...
    .. am besten sie schliessen die Kommentarfunktion. Die geballte Hau- und Beissfraktion ist wieder unterwegs. Eine objektive Argumentation dadurch nicht möglich.
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  •   KSC-Hokey
    (59 Beiträge)

    04.11.2021 15:35 Uhr
    Hau und beiss fraktion
    ich würde nun echt gern wissen wie deine objektive Argumentation aussehen würde??
    Ich persönlich finde das die momentane Situation perfekt wieder gegeben wurde
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  •   Dobermann
    (348 Beiträge)

    04.11.2021 13:50 Uhr
    Ich wiederhole mich..
    wir landen im Nirvana, wenn wir nicht sogar gegen den Abstieg spielen werden. CE ist nicht der richtige Trainer für unseren KSC.
    Wie lange wollen wir noch nach Ausreden suchen. Wer soll alles Schuld haben ? Der Platz, das Wetter, der Schiedsrichter, der DFB ... etc etc. Wo war mal ein Spiel 90 Minuten gut ? Mit viel Glück, stehen wir nicht weiter unten, wo wir eigentlich richtigerweise stehen müssten. Die Mannschaft ist zu langsam, viel zu defensiv aufgestellt , ängstlich, unmotiviert. Der Trainer setzt keine Impulse, keine Signale von außen , er ist motivationslos, nicht zielorientiert, untüchtig. Reissleine ziehen !! Und hört auf mit dem Sieg in Leverkusen, über den ich mich auch sehr gefreut habe. Das Kampf , Glück und Leverkusener Unvermögen ..... aber kein Können !! KSC Brille absetzen, die Talfahrt stoppen und die Dinge sehen wie sie wirklich sind. Unterirdisch.
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  •   Anti_DFB
    (398 Beiträge)

    04.11.2021 16:52 Uhr
    Puh...
    Das einzig unterirdische hier bist du. Bei deinen Kommentaren wird einem echt schlecht.
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  •   KSC1894
    (701 Beiträge)

    05.11.2021 14:48 Uhr
    Spiel in Leverkusen
    herschenken und Gordon ist mindestens genau so gut wie Bormuth. Solche Kommentare zeugen von hoher Fussballfachkompetenz. Ach ja, der Schiedsrichter hat auch immer schuld.
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  •   andi-b7
    (3434 Beiträge)

    04.11.2021 21:47 Uhr
    Ich fand den Kommentar auf den Punkt
    Dieses weich gewaschen was soll das. Wenn nicht wir Fans wer dann ? Jemand muss doch die Kacke ansprechen wenn sie auf der Bank schon 90 min vor sich hin schnarchen.
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  •   schwarzvoraugen
    (4557 Beiträge)

    04.11.2021 11:22 Uhr
    CE wird Gondorf nicht dauerhaft opfern
    Scheingefechte die hier als taktisch intelligenter Schachzug aufgetan werden.

    Paderborn hat klar unsere Probleme aufgezeigt: Sobald es schnell geht sind wir komplett überfordert, Heise sieht absolut kein Land, Thiede und Gordon laufen 5-10 Meter HINTER dem Ballführenden her. Nur Kobald kann bedingt mithalten. Passgeber konnten nahezu ungehindert aus dem Halbfeld Diagonal- oder Steilpässe schlagen, auch im MF standen wir einfach zu weit weg vom Passgeber.

    Und genau das muss ich VOR dem Spiel analysieren und entsprechend AGIEREN. Dann bleiben Panikwechsel beim Stande von 0:4 erspart.

    Nach dem Spiel gegen den HSV werden wir wissen wo wir stehen. Mit einer weiteren Niederlage ist die "sorgenfreie" Zeit vorüber, vielleicht wird dann einmal das fehlende Konzept bei einem langfristig verpflichteten Trainerteam beratschlagt. Höchste Zeit!
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