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Karlsruhe KSC-Torwart-Monster Marius Gersbeck bleibt nach Glanzleistung gegen Rostock bescheiden: "Man muss sich immer beweisen"

In der abgelaufenen Saison war er erstmals die Nummer eins bei einem Verein und bis auf wenige Fehler ein sicherer Rückhalt für den Karlsruher SC. Jetzt ist Marius Gersbeck ähnlich gut in die neue Saison gestartet. Er hielt was zu halten war und sorgte mit seinen Paraden im ersten Abschnitt dafür, dass seine Kollegen einen Zwei-Tore-Vorsprung herausschießen konnten. Die Nummer eins des KSC ist da, weiß aber: "Unumstritten? Das gibt es nicht." Im KSC-Spotlight wirft Peter Putzing einen genauen Blick auf "Gersi."

In der Vorbereitungszeit auf die aktuelle Saison erlebte Marius Gersbeck ein neues Gefühl. Der Torhüter bereitete sich auf eine Spielrunde als die absolut unumstrittene Nummer eins im Gehäuse seines Clubs vor. In den Jahren zuvor war er zu diesem Zeitpunkt meist der Keeper im Wartestand, die Nummer zwei. "Unumstritten? Das gibt es so einfach nicht. Man muss immer Leistung bringen. Man muss sich immer beweisen", sagt der geborene Berliner in den Reihen der Badener.

"Man muss es bestätigen"

Aber der bodenständige 26-Jährige bekennt, dass es "ein schönes Gefühl ist, mit einer Menge Rückendeckung zu starten. Doch: Das darf man nicht verspielen, das muss man bestätigen." Und das gelang ihm schon beim ersten Ligaspiel, der Partie des KSC in Rostock. "Gersi" bestätigte das Vertrauen, das ihm der Trainerstab gab, das ihn zum Stammkeeper ernannte. Vom Anpfiff an strahlte er Ruhe und Souveränität aus.

Marius Gersbeck (KSC 35)
Marius Gersbeck (KSC 35) | Bild: ka-news.de

Der Spielfilm in Kurzform: In der 10. Minute: Tolle Fußabwehr mit der er die Führung der Rostocker verhinderte. Sieben Minuten danach: Die Führung des FC Hansa. Aber: Glück für Gersbeck, der Treffer wurde annulliert. "Ich habe einen Kontakt gespürt. Ich weiß nicht von wem. Ob ich den Ball sonst gehalten hätte? Auch das weiß ich nicht. Da war das Glück auf unserer Seite." Der Schiri habe ihm gesagt, er hätte annulliert, weil Gersbeck von einem Gegner berührt worden wäre.

25. Minute: Tolle Parade nach einem Mamba-Schuss. Gersbeck lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen der linken Hand zur Ecke. 90.+1: Kurz vor Ende gewann er eine knifflige Eins-gegen-eins-Situation, ersparte so hektische Schlussminuten.

Insgesamt dirigierte der Keeper seine Vorderleute lautstark, puschte die Kollegen immer wieder. Dass der KSC In Rostock schwer ins Spiel kam erklärt er so: "Das war ein Aufsteiger, der hat enorm viel Druck gemacht", da könne es schon mal vorkommen, dass man hinterherläuft. "Dass dieses 0:1 annulliert wurde, hat uns am Leben gehalten." Man sei anfangs etwas zu passiv gewesen. "Und uns fehlte die Ruhe im Spiel, wir haben den Ball zu oft zu früh hergegeben, hatten wenig Ballbesitz und sind daher hinterhergelaufen", analysiert er ohne Schönrednerei.

"Uns darf man nie abschreiben"

Dass das Team abgezockt auftrat überraschte ihn nicht: "Uns zeichnet aus, dass man uns nie abschreiben darf. Egal wie schlecht es in einem Moment für uns aussieht. Man darf uns nie abschreiben." Trotz des Auswärtsdreiers redet er noch von einem Traumstart: "Es ist ein gutes Gefühl, es ist schön, dass wir von den Punkten her gesehen da weitermachten, wo wir vergangene Saison aufhörten Trotzdem sollten wir den Ball flach halten. Es war das erste Spiel."

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält die Torchance aus dem letzten Freistoß.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält die Torchance aus dem letzten Freistoß. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Wichtig sei in den kommenden Partien, "dass wir es schaffen, den Spielverlauf auf unsere Seite zu bekommen und so lange wie möglich die Null zu halten. Für Tore sind wir immer gut. Daher: Stehen wir hinten gut, können wir immer Spiel gewinnen."

Gegen Darmstadt müsse man nun versuchen, besser als in Rostock ins Spielt zu kommen. Dass der KSC aufgrund des Auftaktsieges und der gleichzeitigen Heimniederlage der Darmstädter gegen Regensburg am Freitag bei der Partie gegen die "Lilien" Favorit ist – sieht er nicht so. "Das wird ein Spiel gegen einen Gegner auf Augenhöhe. Wir müssen unsere Schwächen beseitigen und beweisen was wir draufhaben. Sonst verlieren wir auch mal enge Spiele."

Das endlich wieder viele Zuschauer im Wildpark zugelassen sein werden, ist für ihn "absolut positiv. Das kann helfen, ich finde es super. Zuschauer sind einer der wichtigsten Bestandteile beim Fußball und unser Publikum ist sensationell. Ich freue mich darauf und hoffe, dass es immer mehr werden."

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  •   andip
    (11195 Beiträge)

    28.07.2021 12:21 Uhr
    Wie heisst es so schön
    "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer"
    Von daher ist es völlig richtig, auf dem Teppich zu bleiben und erstmal abzuwarten, wie es in den nächsten Spielen weitergeht.
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  •   Kemp
    (57 Beiträge)

    28.07.2021 10:04 Uhr
    Was wäre der KSC Chat ohne....
    Dich SVA? ...vermutlich zu langweilig..(?)
    Du kannst schreiben was Du willst- es wird nichts an der (einwandfreien) Einstellung von Eichner und seiner Truppe ändern. Es wird rausgeholt was drin ist- und das seit dem ersten Tag von CE als Trainer.
    Egal was (angeblich) so alles falsch gelaufen ist unter Kreuzer und Co: Man hat ganz mehrheitlich seit Jahren gute Arbeit geleitet- frag mal in Mannheim, Kaiserslautern, Saarbrücken, (1860)München nach usw.
    Ein Vergleich der Etats hat auf jeden Fall Aussagekraft (egal wie zustande gekommen); und da sind wir nun mal (noch) Klassenerhaltler was das Ranking angeht...also mir gefällt die Art der handelnden Verantwortlichen derzeit. Darmstadt seh ich uns infolge der Aktualität auch als Favorit. Aber (Aufstiegs)Favorit war der HSV ja bekanntlich auch die letzten Jahre...........,........
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  •   schwarzvoraugen
    (4271 Beiträge)

    28.07.2021 20:47 Uhr
    Ich brauche nicht nach
    Mannheim, Saarbrücken, Worms oder Völklingen schauen. Warum immer die Ausrichtung an den Negativbeispielen? Ich schau auch nicht auf Sandhausen, wir sind gut beraten uns an positiven Beispielen auszurichten, da gibt es Überlebenkünstler mit Bielefeld, Überraschungsteams wie Union und Fürth und Meister ihres Fachs wie Freiburg.

    Du disqualifizierst Dich selbst wenn Du OK und CE in einem Atemzug nennst. Damit tust Du CE ganz sicher keinen Gefallen…
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  •   Schmarow
    (1109 Beiträge)

    28.07.2021 14:07 Uhr
    CE ja, OK eher nicht
    Kein Zweifel an der guten Arbeit von CE. Er hat mehr erreicht (bislang), als die meisten dieser Truppe zugetraut hätten.
    Bei OK habe ich eine komplett andere Meinung. Letzten Sommer konnte sich OK bei Nürnberg bedanken, dass er nicht zum 3.(!) mal in seiner Amtszeit abgestiegen ist. Das kann ich nicht als erfolgreich einordnen, nur weil einige, wenige Vereine wie der FCK noch schlechter abgeschnitten haben. Die Aufstiege wurden teuer bezahlt oder auch teilweise verpasst. Beides bekommen wir finanziell auf Jahre zu spüren und die in letzter Minute angewendete Insolvenz haben viele beim Feiern letzte Saison vergessen.
    OKs Leistungen mache ich nicht an einer Saison fest. Über Jahre kann man beurteilen, wie erfolgreich die Verantwortlichen ihre Aufgaben erledigt haben. Dass es letzte Saison toll lief, ist sicherlich auch ein Verdienst von OK, der nach vielen erfolglosen Versuchen endlich einen Trainer gefunden hat, der zum KSC passt. Letztendlich hat ihm CE auch den Job gerettet...
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  •   Schneekoenig
    (566 Beiträge)

    28.07.2021 14:58 Uhr
    Als schlecht würde ich OKs Arbeit nicht einstufen wollen…
    Denn der damalige 3. Platz war auch sein Verdienst. Dann die schnellen Aufstiege und die Tatsache, dass wir nun mit einem minimalen Budget in die dritte Saison gehe - auch daran wie auch bei den Verpflichtungen der letzten 2 Jahre (Killer Miller als TW Trainer, CE, Gersbeck, PH) geht der Weg in eine gute und nachhaltige Richtung TROTZ Corona. Sicher hat er auch Fehler gemacht (wie das Thema PH Kommunikation letztes Jahr) aber hätten wir weniger Geld in Gerichtsverfahren investiert wäre mehr für das sportliche da. Auch Transferüberschüsse lassen sich sehr schwer generieren - hier sehe ich FIFA und UEFA und EU in der Pflicht, die Freiheiten der Spieler und Berater besser zu regulieren.
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  •   Schmarow
    (1109 Beiträge)

    28.07.2021 22:34 Uhr
    Das sind nur die guten Seiten
    Leider wird in der aktuellen Situation vergessen, welche Massen an Spielern er verpflichtet hat, bei den Versuchen, die Abstiege zu vermeiden bzw. die Aufstiege auf Biegen und Brechen zu erreichen. Gerade in der dritten Liga hat man mehr ausgegeben als die meisten anderen Vereine, vor allem was Spielergehälter angeht (DSE, Pourié, etc.). Teilweise wurde der halbe Kader halbjährlich ausgetauscht. Von Trainern wie Oral, Slomka, Meister, etc. will ich gar nicht sprechen. Ich habe bis auf letzte Saison keine Entwicklung bzw. Strategie erkennen können. Die Führung des Vereins hatte nicht ohne Grund die Verlängerung des Vertrags hinausgezögert. Die finanzielle Schieflage kam vor allem durch die sportlichen Misserfolge zustande und dieses Schicksal hat OK wesentlich mitbestimmt, mit allen Trainern, die er ausgewählt hatte.
    Dass es gerade gut läuft, vor allem dank CE, kommt OK zugute und lässt die Fans vieles vergessen, was vor CEs Amtsantritt geschehen ist, inklusive der Abstiege.
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  •   Schneekoenig
    (566 Beiträge)

    28.07.2021 23:54 Uhr
    Moment!!!
    Mit Meister in die Saison zu gehen war der Wunsch des Präsidiums, wie man in der Berichterstattung gut verfolgen konnte (erste offizielle Statements kamen zu Beginn vom damaligen Präsidenten - wie hieß der nochmals…?). AS führte uns erst von einem Abstiegsplatz am 10. Spieltag mit nahezu null Punkten auf Platz 3, dann zum Aufstieg. Meister kostete uns 1 Jahr 2. BL. Daher bin ich dem Alois für sein Wirken in Liga 3 sehr dankbar. Aus dem Forum hier kam ganz klar die Ansage mit MP langfristig zu verlängern (auch du hattest einmal dafür votiert - schau dir deine Beiträge von damals an). Auch auf Platz 3 bist du zu keiner Zeit eingegangen und hätte Gräfe den Durchblick gehabt, wären wir aufgestiegen. Wir vergessen schnell … leider - das gilt auch für andere Lebenslagen.
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  •   Schmarow
    (1109 Beiträge)

    29.07.2021 07:13 Uhr
    Diesen Platz 3
    in der zweiten Liga von 2015 meinst du? Ich dachte, du redest vom dritten Platz 2018 in der dritten Liga, als AS alles mögliche getan hat, um das Missverständnis mit Meister zu korrigieren. Weil das würde ich nicht als Sternstunde von OK bezeichnen. Eher als späte Einsicht. OK hatte Meister einen längeren Vertrag unterzeichnen lassen.
    Als Gräfe uns den Aufstieg in der Relegation verbockt hat, war aber Todt unser Sportdirektor, nicht OK, der damals bei 1860 war, bevor er dort, wie eigentlich überall, entlassen wurde.
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  •   Schneekoenig
    (566 Beiträge)

    29.07.2021 09:01 Uhr
    Stimmt
    …mit der Mannschaft, die OK zusammenstellte. Nach dem verpatzen Aufstieg gingen erst Leistungsträger, dann der Trainer und die, die unter JT kamen ebneten uns den Weg in Liga 3.
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  •   master-of-comment
    (3863 Beiträge)

    29.07.2021 14:04 Uhr
    Und zu diesen JT-Verpflichtungen ...
    zählte auch Thomas Oral, für den OK ja laut Schmarow angeblich ebenfalls zuständig war. Auch das Pourié-Gehalt war in Liga 3 noch bescheiden und stieg erst in Liga 2, nachdem er als allseits umjubelter Torschützenkönig verlängert wurde.
    Schade, dass Fakten bei all dem Hass auf OK kaum noch eine Rolle spielen.
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