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Karlsruhe KSC-Schütze Kyoung-Rok Choi über seinen Doppelschlag: "Nur über den Sieg bin ich noch glücklicher"

Christian Eichner hält sich in Sachen Startformation meist bis kurz vor dem Anpfiff zurück. Garantien gibt er zuvor eigentlich nie ab. Doch schon kurz nach dem 3:1 Sieg des KSC in Braunschweig handelte der Cheftrainer anders wie gewohnt. Auf die Frage: "Gehört Choi gegen Paderborn zur Startformation?" antwortete Eichner: "Ja!" - eine spontane Anerkennung für Kyoung-Rok Chois Topleistung bei der Eintracht.

Beim 1:0 der Badener war ein Schuss Chois ins Tor der Gastgeber abgefälscht worden, den dritten Treffer erzielte er mit filigraner Feintechnik. Choi beruhigte so das KSC-Spiel, erzielte den vorentscheidenden Treffer. Der Offensivspieler agierte variabel, zwar meist über rechts, aber er versuchte - mit Erfolg - auch aus dem zentralen Mittelfeld heraus dem Spiel der Badener Impulse zu verleihen.

"Kyoung-Rok erinnert mich ein wenig an Alexander Iashvili"

Kyoung-Rok Choi ist ein Spieler, wie ihn Cheftrainer Eichner mag: Technisch stark, lauffreudig und diszipliniert. Einer, der den Teamerfolg über den eigenen Glanz stellt. Einer, der auch in der Defensive arbeitet. Wegen all dieser Eigenschaften ist Eichner voll des Lobes über den 25 Jahre alten Südkoreaner.

Kyoung-Rok Choi (KSC 37) am Ball.
Kyoung-Rok Choi (KSC 37) am Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

"Kyoung-Rok ist im dritten Jahr beim KSC - nach schweren Verletzungen ist er angekommen. Er blüht immer mehr auf", sagt der KSC Coach, der dann einen - doch etwas gewagten - Vergleich zieht: "Kyoung-Rok erinnert mich von seinen Voraussetzungen her ein wenig an Alexander Iashvili. Immer viel Aufwand, immer sehr fleißig - immer eine hohe Spielintelligenz an den Tag legend." Der Georgier Iashvili hatte von 2007 bis 2012 für den Karlsruher SC gekickt und dabei in 141 Spielen 24 Liga-Tore erzielt.

Alexander Iashvili
Alexander Iashvili | Bild: marvinguengoer.de

Der bescheidene "Mann des Spiels"

In Braunschweig war Choi der "Mann des Spiels". Mit seinem linken Zauberfuß beeinflusste, ja entschied er gar die Begegnung pro KSC. Dennoch blieb er bescheiden - wie immer. "Natürlich bin ich sehr, sehr glücklich über mein Tor. Aber ich bin noch glücklicher, dass wir gewonnen haben", sagte Kyoung-Rok Choi. "Ich wollte beim zweiten Tor eigentlich direkt mit rechts schießen, aber das hat nicht so gut geklappt. Dann habe ich gesehen, dass das linke Eck frei ist und einfach geschossen und mich dann sehr gefreut."

KSC-Profi Kyoung-Rok Choi (l) schirmt den Ball gegen den Braunschweiger Manuel Schwenk ab.
KSC-Profi Kyoung-Rok Choi (l) schirmt den Ball gegen den Braunschweiger Manuel Schwenk ab. | Bild: Swen Pförtner/dpa

Torjäger Philipp Hofmann, fairer Sportsmann wie immer, sagte: "Für Kyoung-Rok mit seinem Doppelpack freut es mich besonders, er hat sich einfach mal belohnt." Allerdings traf "Hoffi" diese Aussage, ehe das 1:0 für den KSC von den Funktionären als Eigentor und nicht mehr als Choi-Treffer gewertet wurde.

Kyoung-Rok Choi trifft in Hamburg auf seinen Ex-Klub.
Kyoung-Rok Choi trifft in Hamburg auf seinen Ex-Klub. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Coach Eichner konnte darüber nur den Kopf schütteln. "Wenn der Schuss zehn Meter vorbei wäre, aber so… eine komische Regelung." Mehr wollte "Eiche" zu dem Vorfall nicht sagen.

Carlson freut sich mit seinem besten Freund

Auffallend: Nach seinem Treffer zum 1:3 spurtete Choi über den halben Platz zu Dirk Carlson. Mit dem Luxemburger freute sich der Südkoreaner über den dritten, den erlösenden Treffer in Braunschweig, den er erzielt hatte. Ausgelassen, mit einem abgesprochenem, gemeinsam eingeübtem Torjubel. Der Grund? Choi und Carlson sind allerbeste Freunde.

Dirk Carlson (KSC 23) und Kyoung-Rok Choi (KSC 11) reichen sich die Hand.
Dirk Carlson (KSC 23) und Kyoung-Rok Choi (KSC 11) reichen sich die Hand. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Beide sind ruhige Zeitgenossen, sind Zimmerkollegen, die sich absolut professionell verhalten, die - wenn immer möglich - ihren Körper hegen und pflegen. Zusatzschichten - selbst auf dem Zimmer - in Form von unzähligen Liegestützen und Sit-ups sind normal. Dieses Duo hilft sich immer und überall. Und mit dem besten Freund jubelt es sich über das erzielte Tor schließlich doppelt schön.

Kyoung-Rok Choi (KSC 37)  mit Fans nach dem Traning.
Kyoung-Rok Choi (KSC 37) mit Fans nach dem Traning. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie
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  •   KSC1894
    (469 Beiträge)

    26.11.2020 11:45 Uhr
    Ball flach halten
    Bisher war er leider ein Chancentod. Er hat viele 100%ige liegen lassen. Zum Beispiel gegen Darmstadt kurz vor der Halbzeit, läuft frei auf den Torwart zu. Er taucht oft minutenlang ab und in den Zweikämpfen ist noch sehr viel Luft noch oben. Aber vielleicht steigert er sich noch. Das wäre für uns alle toll.
    Hoffe das CE Kother für Lorenz bringt. Kother muss unbedingt spielen, mit seinem Tempo und auch dem Willen in den Strafraum einzudringen. Viel Erfolg gegen Paderborn
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  •   FCKSUV
    (580 Beiträge)

    25.11.2020 15:54 Uhr
    Der Schuss wäre 5 Meter am Tor vorbei gegangen,
    ergo klares Eigentor.

    Den zweiten Treffer stolpert er rein.
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  •   Kemp
    (35 Beiträge)

    25.11.2020 12:31 Uhr
    Klasse Typ-......
    Vergleich mit Iashvilli ist gar nicht so gewagt...Eichner hat auch da den Durchblick.
    Choi ist ein Top-Typ und jetzt schon nicht mehr wegzudenken aus dem Mittelfeld.
    Tolle Arbeits- und Lebenseinstellung- trägt das Vereinsgen mit sich- was will man mehr?
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  •   patrickkk
    (1833 Beiträge)

    25.11.2020 08:26 Uhr
    ...
    Der Ball kam auf das Tor. Natürlich ist dass sein Treffer. Nur weil die Herren vom DFB mal wieder bewiesen haben dass ihre Entscheidungen nichts mit der Realität zu tuen haben braucht der Rest der Welt nicht so zu tuen als ob es ein Eigentor wäre. Ist auch dem Verteidiger gegenüber nicht fair der da die Rübe so gut er konnte noch hingehalten hat.

    Hoffe der KSC zahlt ihm seine Torprämie einfach trotzdem. Und dass noch viele dazu kommen.
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