Karlsruhe KSC-Neuzugang Philip Heise: Der "Außenverteidiger mit viel Offensivdrang"

Gibt Philip Heise im DFB-Pokal gegen Union Berlin am kommenden Samstag, 12. September (Anpfiff 18.30 Uhr) sein Startelfdebüt? Oder muss der 29 Jahre alte Linksverteidiger auf der Bank Platz nehmen und dem erst 22-jährigen Dirk Carlson den Vortritt lassen? KSC-Trainer Christian Eichner hat seine Entscheidung noch nicht endgültig gefällt.

"Philip ist ein Außenverteidiger mit viel Offensivdrang. Er bringt in unseren Kader Erfahrung", sagt der Chef-Coach der Blau-Weißen. Der Konkurrenzkampf mit dem jüngeren Carlson würde allen guttun. Eichner will die letzten Trainingseindrücke abwarten - wohl auch vor dem Hintergrund, dass Carlson rund eine Woche beim KSC fehlte, weil er mit der Nationalelf Luxemburgs in Sachen "Nations League" unterwegs war.

Dirk Carlson (KSC 23) spielt den Ball
Dirk Carlson (KSC 23) spielt den Ball | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Das könnte durchaus ein Vorteil für den erfahrenen Heise sein. Doch der Mann für die linke Seite der Viererkette, der in den letzten fünf Jahren bei fünf Clubs unter Vertrag stand, wiegelt ab - obwohl Carlson die KSC-Generalprobe verpasste, während Heise eine gute Vorstellung ablieferte. Wer aufläuft, das würde der Trainer entscheiden, gibt er sich diplomatisch.

"Ich will nicht über Teamkollegen oder Konkurrenten reden"

Die Abwesenheit von Carlson sei nichts Weltbewegendes, auf alle Fälle kein gravierender Vorteil. "Ich war ja zu Anfang der Vorbereitung auch nicht dabei, jetzt fehlt ein Kollege. Doch ich will nicht über Teamkollegen oder Konkurrenten reden. Es war dessen Entscheidung. Aber zu einer Nationalelf zu gehen, das kann ich verstehen. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, das weiß ich nicht", so Heise, der die Erfahrung von hundert Zweitligaeinsätzen, in denen er sieben Treffer erzielte und 25 Tore vorbereitete, vorweisen kann.

Torchance für Philipp Hofmann (KSC 33) im Zweikampf gegen Philip Heise (1. FC Nürnberg 19)
Philip Heise im Februar 2020 - damals noch im Nürnberg-Dress im Zweikampf gegen Philipp Hofmann (KSC 33). | Bild: Tim Carmele

Liga zwei liegt ihm. Dass er die verließ, und dass der gebürtige Düsseldorfer im Januar 2019 nach England zu Norwich City wechselte, erwies sich - zumindest sportlich, finanziell wohl eher nicht - im Nachhinein für den sympathischen Rheinländer als Fehlentscheidung.

Heises Familie bleibt in Düsseldorf

Auf der Insel wurde er in keinem Ligaspiel eingesetzt. Daher: ausleihen. Zunächst nach Nürnberg, jetzt zum KSC. Keine komfortable Situation für den zweifachen Familienvater. Doch der denkt positiv. "Ich bin froh, dass ich wieder mal im Sommer wechseln durfte. Ich habe drei Wechsel - Dresden, Norwich und Nürnberg - im Winter hinter mir. Ich bin froh, dass ich jetzt vom Start bis zum Ende einer Saison bei einem Verein spielen kann."

Philip Heise reagiert im Spiel.
Philip Heise | Bild: Tom Weller/dpa/Archivbild

Da er zum zweiten Mal in Folge Leihspieler ist, nicht genau weiß was zukünftig kommt, nicht langfristig planen kann, hat der Familienrat beschlossen, dass es keinen Sinn macht, einen Umzug mit all den Veränderungen in Kauf zu nehmen. "Auch wegen der Kinder bleibt die Familie in Düsseldorf. Mit dem ICE bin ich in weniger als drei Stunden dort", sagt Heise.

"Bin eher der offensive Linksverteidiger als der nur defensiv denkende Spieler"

Der 1,84 Meter große und 79 Kilogramm schwere Profi bringt seine körperliche Stärke in den Zweikämpfen ein. Er macht lange Wege nach vorne - kommt aber immer wieder flugs nach hinten. Als Mensch bezeichnet er sich als "lockeren, dennoch ehrgeizigen Typ".

Als Fußballer sieht er sich "eher als der offensive Linksverteidiger als der nur defensiv denkende Spieler. Ich versuche den Fans meine Stärken zu zeigen und sie mitzunehmen - wenn sie denn da sind... Ich versuche Gegentore zu vermeiden, aber klar ist auch: Das Spiel besteht nicht nur aus Gegentor-Vermeidung."

Heise traut dem KSC einen Sieg gegen Union Berlin zu

Sollte er im Pokal gegen die "Eisernen" am Samstag dabei sein, will er genau so agieren. Dem KSC traut er durchaus einen Überraschungssieg zu. "Natürlich! In diesem Wettbewerb haben auch 'kleinere' Mannschaften große Chancen", meint Philip Heise.

Philip Heise bei der KSC-Saisoneröffnung. | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie.de

Der gebürtige Rheinländer weiß auch, wie die Badener auftreten müssen, um Erfolg zu haben. "Union Berlin spielt einen sehr robusten, einen körperlichen Fußball. Da müssen wir lange dagegenhalten und mit zunehmender Spieldauer versuchen, ihnen unser Spiel aufzudrängen. Aber klar - da ist Qualität da. Union hat sich zu Recht in der ersten Liga gehalten."

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