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Karlsruhe KSC-Kapitän Jerôme Gondorf: Lauf- und lautstark im Schatten von Matchwinner Kyoung-Rok Choi

Gegen den SV Darmstadt war - wie schon gegen den SV Sandhausen - Kyoung-Rok Choi der Schütze des goldenen Tores und Garant für einen Auswärtsdreier. In Chois Rücken sorgte aber ein anderer auf seine ganz eigene Art und Weise dafür, dass der Karlsruher SC wieder als Sieger vom Platz ging: Kapitän Jerôme Gondorf. Er gewann die wichtigen Zweikämpfe, sorgte für den ein oder anderen spielerischen Glanzpunkt und blieb ohne Gelbe Karte. Peter Putzing wirft einen genaueren Blick auf den Kapitän im Schatten des Matchwinners.

Er hat das gemacht - was er immer macht. Geackert, gerackert, gestikuliert und: Viel, viel geredet. KSC-Kapitän Jerome Gondorf, der Mann, der die Anweisungen im Mittelfeld gibt. Schlicht und einfach: Der Chef in der Zentralen. Oder auch: Der zentrale Chef. Beim fünften Auswärtssieg des KSC in Folge - Vereinsrekord! - bei dem 1:0 Erfolg in Hessen bei Darmstadt 98, lieferte Gondorf wieder einmal eine kämpferisch sehr starke Partie ab, war der Taktgeber.

Sichern: "Er ist enorm wichtig"

"Jerome ist für unser Spiel ein Stabilisator, seine Fähigkeiten sind für uns enorm wichtig", so KSC-Trainer Christian Eichner über den Mittelfeldspieler, den er zum Kapitän bestimmte. Die Stärken von Gondorf, der über viel Erstligaerfahrung verfügt: Ruhe am Ball, Abgezocktheit in Zweikämpfen und Führungsqualitäten. "Jego" ist laut- und laufstark. Auf dem Gebiet "Laufleistung" ist er einer der absoluten Top-Spieler der Liga. Auch in Darmstadt spulte er rund elf Kilometer ab.

Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball
Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Seine Zweikampfquote mit rund 50 Prozent war kein Saisonbestwert. Aber: Gondorf gewann alle wichtigen Duelle, verlor nur hin und wieder einen Zweikampf - in der vorderen Region. Nach zwölf Minuten verhinderte er im eigenen Strafraum durch großen und cleveren Einsatz eine Darmstädter Großchance. Nach rund einer halben Stunde: Ein Schuss Genialität. Gondorf tunnelt einen Darmstädter, der Pass kommt zu Marc Lorenz. Doch der steht leider im Abseits.

Kurz vor Spielende gewann der 32-Jährige Gondorf wieder einmal ein wichtiges Duell, unterband einen Angriff der Gastgeber und dann: Abgezockt und clever schirmt er die Kugel ab, gewinnt wichtige Zeit, in der sein Team nicht in Gefahr geriet. Noch etwas hat er - trotz vollen Einsatzes - wieder geschafft: "Jego" ging mit neun Verwarnungen im Gepäck ins Spiel gegen die Lilien und sah keine weitere gelbe Karte. So ist er am Wochenende gegen den FC St. Pauli dabei, kann mitmischen, kann wieder als Chefstratege dem Spiel seinen Stempel aufdrücken.

Gondorf freut sich für Choi

Bei allen Erfolgen: Der gebürtige Karlsruher, der in Malsch lebt, bleibt zurückhaltend. "Demut hat uns gut getan. Wir werden bodenständig bleiben." So bleibt er, trotz der schon 39 Punkte auf dem Konto, beim ausgegebenen Saisonziel: Das Erreichen der 40-Punkte-Marke: "Klar ist das noch unser Ziel! Sollten wir die erreicht haben - reden wir weiter." Das könnte schon am Samstag, nach der Partie gegen die Kiezkicker aus St. Pauli der Fall sein.

Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf
Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Doch Gondorf, dem schon drei Saisontreffer gelungen sind, mahnt: "Im Fußball ist schon alles passiert. Wir wissen, dass wir in jedem Spiel alles reinlegen müssen. Das haben wir gegen Nürnberg zu spüren bekommen. Dementsprechend versuchen wir jetzt einfach weiter zu punkten und dann schauen wir mal."

Für Kyoung Rok Choi, den Siegtorschützen in Darmstadt, hat sich der KSC-Spielführer besonders gefreut: "Ich habe Kyoung in der Halbzeit gesagt, er hatte eine schwierige erste Halbzeit hinter sich. Aber wir wissen genau, dass er für diesen einen Moment da sein kann. Und mich freut es, dass er es dann so beweisen kann."

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  •   Mitsch
    (306 Beiträge)

    02.03.2021 14:40 Uhr
    Jego hat sich zum wirklichen Führungsspieler entwickelt
    und ist einfach ein toller Spielführer. Vor allem vermeidet er es nicht, entsprechend auch verbal voran zu gehen. Spielerisch ist manchmal noch etwas Luft nach oben, aber auch das wird noch besser werden. Das weiß er aber und das Trainerteam auch. Erinnert mich mitunter an Maik Franz!
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  •   bekama
    (101 Beiträge)

    02.03.2021 12:28 Uhr
    Reifeprüfung am Wochenende..
    Mit St. Pauli kommt ein starker Gegner die momentan auch einen Lauf aben. In der bisherigen Saison haben uns unsere Jungs und der Trainer mit ihrem Spiel die Herzen auf gemacht. Wie ärgerlich dass man noch nicht ins Stadion darf. Aber bei aller Freude wird das am Samstag eine Reifeprüfung für die Mannschaft, wenn man oben mitmischen und evtl. noch nach einem Aufstiegsplatz schielt muss man das Spiel am Wochenende gewinnen. Von da wo wir herkommen müssen wir nicht Aufsteigen, wenn nicht geht die Welt auch nicht unter, denn die Mannschaft hat uns diese Saison trotzdem begeistert, aber eine erfolgreiche Reifeprüfung wünsche ich ihr auf jeden Fall. Wirtschaftlich gesehen ist es mit dem neuen Stadion auch ein Schritt in die richtige Richtung, wenns 1 oder 2 Jahre früher geht um so besser.
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  •   KSC1894
    (490 Beiträge)

    02.03.2021 08:50 Uhr
    Gondorf hat sich gesteigert
    im Vergleich zur Rückrunde letzte Saison. Ihm fehlten die Spiele. Ein Führungsspieler muß mit Leistung voran gehen. Die zeigt er diese Saison mit seinem unbändigen Willen. Vor allem seit Wanitzek defensiver spielt gab es für Gondorf nochmal einen Schub. Wani ebenfalls mit überragendem Laufspiel und Kampf über
    90 Minuten. Am Ball stark. Heise und Thiede müssen wieder ihre Top-Form finden. Die Passgenauigkeit fehlt. Spielen Heise und Thiede schlecht? Nein, nur nicht mehr so gut als zu Beginn der Rückrunde. 100% muß nicht nur Gondorf geben, sondern ALLE. Hofmann bräuchte mal eine Entlastung. Sicherlich nicht Gueye. Vielleicht mal Batmaz, Amaechi oder Kother von Beginn an. Lorenz auf die Bank. Auf geht`s KSC am Samstag einen Sieg. Da alle Top 4 Mannschaften gegeneinander spielen, können wir auf Tuchfühlung gehen. Hoffe das der Rübenacker uns keinen Strich durch die Rechnung macht.
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  •   melotronix
    (3396 Beiträge)

    02.03.2021 08:25 Uhr
    der FC St. Pauli
    ...wird hier im Wildpark auch nicht auf ein Leichtgewicht treffen!!
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  •   107
    (726 Beiträge)

    02.03.2021 08:09 Uhr
    Der FC St. Pauli hat gestern mit 1:0 gegen den HSV gewonnen.
    Daniel Kyereh trifft in der 88. Spielminute zu 1:0.

    Die Mannschaft vom Millerntor wird hier am Samstag mit sehr breiter Brust auflaufen.

    Da kommt ein dicker Brocken auf uns zu.
    Daraus kann eine Belastungsprobe für die 1. Liga werden.
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  •   schwarzvoraugen
    (3886 Beiträge)

    02.03.2021 07:40 Uhr
    Licht und Schatten
    Er wächst zunehmend in die Führungsrolle hinein. Vorbild in Sachen Einsatzwillen und Kampfbereitschaft.Voll da von Beginn an.

    Dass er das 40 Punkte Geschwalle immer noch bemüht beschränkt seine Eigenschaft als Leader. Er muss hier besondere Ambitionen vorleben. Auch immer wieder gefährlichste Fehlpässe im Spielaufbau und - wohl als Selbstschutz - bei entscheidenden gegnerischen Angriffen den Ballführenden nur Geleitschutz zu geben ohne entscheidend in der neutralen Zone abzuräumen.

    Sein Wille wird gegen St. Pauli entscheidend sein. Seine Entschlossenheit und zielgerichtetes Abräumen im Mittelfeld wird ganz wichtig werden. 100% Einsatz und Kampf, die anderen mitreissen. Ein ganz wichtiges Spiel.
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  •   Senfdazu
    (436 Beiträge)

    02.03.2021 07:45 Uhr
    😎
    Zitat: Ein ganz wichtiges Spiel.

    Jedes Spiel ist ein wichtiges Spiel.
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