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Karlsruhe KSC-Comeback für Routinier Gordon: "Ich wusste sofort, warum ich dieses Spiel liebe"

Lange war die blau-weiße Zukunft Daniel Gordons ungewiss, bis er endlich Ende September einen neuen Ein-Jahres-Vertrag beim Karlsruher SC unterschrieb. Seitdem kämpfte sich der Innenverteidiger nach und nach zurück und feierte auf St. Pauli ein gelungenes Comeback im KSC-Dress. Zeit, einen genauen Blick auf den Routinier aus Jamaika zu werfen.

Nach 133 Tagen ist Daniel Gordon in die Startelf der Badener zurückkehrt. Der 35 Jahre alte Routinier - vor seinem KSC-Comeback einige Zeit arbeitslos - übernahm in der Innenverteidigung des Wildparkclubs den Job des gesperrten Christoph Kobald. "Gordis" Comeback: Absolut geglückt.

"Er hat eine enorme Ausstrahlung"

Cheftrainer Christian Eichner war denn auch nach dem 3:0 des KSC beim FC St. Pauli - dem höchsten Auswärtssieg seit sechs Jahren - voll des Lobes: "Wir haben gewonnen, haben zu null gespielt und Gordi hat dabei in der Innenverteidigung gespielt", nennt Eichner Fakten.

Christian Eichner (KSC Trainer) gibt Anweisungen
Christian Eichner (KSC Trainer) gibt Anweisungen | Bild: Tim Carmele

Für den Trainer hat Gordon nicht nur auf dem Spielfeld eine große Präsenz. "Er hat eine enorme Ausstrahlung, auch wenn er nicht auf dem Platz steht. Daher wollten Zlatan Bajramovic und ich ihn unbedingt. So einen Spielertyp braucht man auch für die jungen Spieler, er ist eine Bereicherung."

Gordon, Ex-Nationalspieler Jamaikas, hört solch ein Lob gerne, bleibt dennoch demütig und bekennt: "In der Tat war ich in Pauli leicht nervös, weil ich am Ende des Tages meinem Anspruch gerecht werden wollte. Ich war nach dem Anpfiff sofort drin und ich wusste direkt, warum ich dieses Spiel liebe. Die Mannschaft hat es mir einfach gemacht und ich hatte Riesen-Spaß auf dem Platz!"

Der Knoten platzt nach zwölf Sekunden

Nach zwölf Sekunden hatte Gordon seinen ersten Ballkontakt. Er gewann die Kugel und schlug sie prompt nach vorne. Leider ins Niemandsland. Trotz Fehlpass - es war eine Initialzündung in Sachen Aktivität. Gordon agierte ab dieser Aktion wie immer in den Jahren zuvor: Er gab Anweisungen, war clever, abgeklärt und souverän. Nach 30 Minuten wäre ihm fast ein Treffer gelungen, aber sein Drehschuss, nach einem Eckball, aus sechs Metern landete neben dem Gehäuse der Paulianer.

Daniel Gordon (l) behielt mit dem KSC beim Sieg auf St. Pauli die Oberhand.
Daniel Gordon (l.) behielt mit dem KSC beim Sieg auf St. Pauli die Oberhand. | Bild: Martin Rose/Getty Images Europe/Pool/dpa

Sein Fazit: "Natürlich bin ich sehr zufrieden, die schwierige Aufgabe gegen St. Pauli so gelöst zu haben. Es war ein ganz wichtiger Sieg für die Mannschaft. Das Gefühl des Sieges ist unbezahlbar. Wir waren von Anfang an griffig und gierig auf den Ball. Alle waren stets aktiv und bereit. Das war die Grundlage für den Dreier."

Stellt er Ansprüche, nun auch in Braunschweig den Anpfiff auf dem Rasen zu erleben, obwohl Christoph Kobald seine Sperre abgesessen hat? Gordon äußert sich dazu diplomatisch. "Es war ein Zeichen für Team und Trainer, dass ich da bin, wenn ich gebraucht werde." Natürlich hofft er "grundsätzlich" auf weitere Einsätze, doch all das geht er "sehr entspannt an."

Zahlen zeigen: Da geht mehr

Trotz des Lobs von allen Seiten für den Routinier, einige Spielfakten zeigen die fehlende Spielpraxis und belegen Verbesserungsmöglichkeiten. Die Laufleistung von 9,03 Kilometer ist okay - aber da ist noch etwas Luft nach oben.

Daniel Gordon: Nach langer Hängepartie dann doch zurück beim KSC. Kämpfte sich im internen Ranking an David Pisot vorbei und feierte gegen St. Pauli ein unaufgeregtes Comeback. Bringt Gordon weiter ähnliche gute Leistungen wie am Wochenende, wird es für Eichner schwer, auf den Routinier zu verzichten. Note 3,5
Daniel Gordon: Nach langer Hängepartie dann doch zurück beim KSC. | Bild: Tim Carmele/tmc-fotografie.de

Die Passquote von 74 Prozent ist gut. Luft nach oben ist auch noch bei der Zweikampfquote: 36 Prozent der direkten Duelle gewann Gordon. Sein Kollege in der Innenverteidigung Robin Bormuth gestaltete 38 Prozent der Zweikämpfe siegreich. Sei's drum: Der KSC hat "zu null" gespielt.

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  •   Schneekoenig
    (445 Beiträge)

    13.11.2020 12:55 Uhr
    Und genau hier gilt es anzusetzen...
    ...eine Zweikampfquote unter 40% in der IV ist schlecht auf wenn es diesmal ein zu null gab.
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  •   mkeller017
    (42 Beiträge)

    14.11.2020 00:15 Uhr
    Was zählt als Zweikampf
    Die Statistik nervt mich sowieso und mich würde hier auch mal die Definition interessieren. Ein Mensch muss diese Statistik ja irgendwie erfassen und was ist für denjenigen ein Zweikampf. Der Stürmer von St Pauli ist gefühlt 2,50 Meter also ist es ja klar das er jeden Kopfball gewinnt aber die Kopfbälle die er gewonnen hat waren meist belanglos und sind bei uns gelandet oder im aus. Und gilt ein Zweikampf als verloren wenn man den Gegner körperlich abdrängt aber dabei den Ball nicht gewinnt? Ich finde diese Statistik sehr schwierig weil sie sehr subjektiv vom Statistikerfasser ausgelegt werden kann und wirkliche Zweikämpfe außer beim Kopfball kann man nur schwer beurteilen also sollte man diese Werte vernachlässigen bzw. sich dann doch mal genau die Zweikämpfe sich anschauen die es in die Wertung geschafft haben.
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  •   jojo
    (745 Beiträge)

    13.11.2020 14:57 Uhr
    Ohne Spielpraxis
    Müssen Sie diesen Wert fairer bewerten. Ich fand seine Leistung sehr erfreulich. Nicht das Alter zählt, sondern allein die Leistung.
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  •   Schneekoenig
    (445 Beiträge)

    13.11.2020 16:01 Uhr
    Sollte keine Kritik an Gordon sein
    ...war immer für seine Vertragsverlängerung und bin überzeugt, dass er auch als Backup ganz wichtig für uns wird. Seine Leistung war auch gut.

    Was ich meinte war, dass die Zweikampfquote ALLER IVer sich stark verbessern muss ... Zielwert über 50%.
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