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Karlsruhe Jerôme Gondorf ist ein "nerviger" KSC-Kapitän: "Solche Typen braucht man"

Seit dieser Saison ist Jerôme Gondorf Kapitän beim Karlsruher SC. Nach anfänglichen Schwierigkeiten steigerte sich der gebürtige Karlsruher und ist mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil in der Mannschaft von Christian Eichner. Auch Peter Putzing ist diese Entwicklung nicht unbemerkt geblieben. Er wirft in seinem Spotlight einen genauen Blick auf den Mann mit der Binde.

Sollte es irgendjemand bezweifeln, dass Jerôme Gondorf ein geradezu idealer Kapitän des KSC ist - dann möchte der bitte in aller Ruhe das Video der Begegnung der Badener in Osnabrück beim 2:1 Sieg des KSC anschauen!

Gondorf ist überall

Gondorf ackerte und rackerte. Er rannte fast ohne Pause. Es war dem gebürtigen Karlsruher kein Weg zu weit. Er war lautstark. Er kritisierte die Mitspieler vehement, baute die Kollegen aber auch immer wieder auf. Beispiel gefällig? Nach einer Stunde, beim Stand von 1:0 für die Gastgeber, brüllte er, voller Überzeugung, über den Platz: "Jungs, es geht noch eine halbe Stunde! Da ist noch alles drin! Das packen wir.“ Gondorf sollte recht behalten.

Sein Team, der KSC, drehte die Partie, gewann mit 2:1, tütete den vierten Sieg in Serie ein. Der Erstliga-Erfahrene hatte anfangs nicht immer Glück bei seinen Zweikämpfen. Aber: Mit sich hadern oder gar aufgeben? Nie und nimmer! Der 32-Jährige warf sich weiterhin kompromisslos in jedes Duell, um der Mannschaft zu helfen.

Mit einem hilft der Routinier dem KSC Team schon seit Wochen: Mit seiner großen Ballsicherheit. Gondorf gibt immer alles. Mit Ball. Ohne Ball. Gibt´s irgendwo auf dem Feld Ungereimtheiten? Diskussionen? Auseinandersetzungen? "JeGo" ist dabei. Er wirft sich für jeden Teamkollegen in den Kampf.

Eichner zufrieden mit seinem Kapitän

Trainer Christian Eichner lobt den Kapitän. "JeGo" ist einer, an dem sich die Leute immer reiben werden. "Ich glaube, das braucht er ein Stück weit. Er ist seit Wochen in einer richtig, richtig guten Verfassung. Vor allem was das Läuferische angeht und die Art, wie er eine Mannschaft führt. Er ist erfolgsorientiert und unbequem, er nervt jeden und zwar richtig! All das will ich haben. Solche Typen braucht man in der Mannschaft und ich bin froh, dass er im Wildpark ist."

Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf mit David Pisot (KSC 5)
Jerome Gondorf (KSC 8) im Zweikampf mit David Pisot (KSC 5) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Gondorf sei ein wichtiger Teil des Trios im Mittelfeld. "Das Dreiermittelfeld ist unser Herzstück, das ist die Basis für Erfolge." Nach der Auswechslung von Lukas Fröde in Osnabrück ließ Eichner Mittelfeldmann Gondorf etwas defensiver agieren. Auch diesen Job erledigte er gut. "Positionswechsel sind mir egal, ich kann im Mittelfeld alles spielen", sagt der dazu.

Gegen Düsseldorf gesperrt

Gondorf hatte Pech in Osnabrück. Nach einer blendenden Kombination traf er zum 1:1. Doch der Schiri verweigerte dem Treffer die Anerkennung, er hatte ein Foul von Choi gesehen… Pech auch kurz vor dem Abpfiff: Da wurde er verwarnt, sah die fünfte gelbe Karte, ist somit im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf gesperrt.

Jerome Gondorf (KSC 8) liegt am Boden und hält sich den Fuß.
Jerome Gondorf (KSC 8) liegt am Boden und hält sich den Fuß. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Aber: Ganz, ganz sicher wird er die Kollegen dennoch puschen. Man wird im leeren Wildpark bestimmt Gondorfs Stimme hören, wenn der verbal versucht zu helfen, wenn er so versucht dazu beizutragen, dass die Kollegen weiterhin Erfolg haben. Der Ur-Karlsruher spielte 19 gute Pässe in der gegnerischen Hälfte. Bestwert. Insgesamt hatte er 51 Ballkontakte, eine Passquote von fast 70 Prozent. In Osnabrück spulte er 11,40 Kilometer ab.

Insgesamt brachte es der Mittelfeldallrounder in der aktuellen Saison auf 113,37 Laufkilometer. Das katapultierte ihn auf Rang zwei bei den laufstärksten Profis in der 2. Bundesliga. Lediglich Marco Meyerhöfer, SpVgg Greuther Fürth, lief 40 Meter mehr. Gut auch: Der Blick für die Mitspieler. An der Bremer Brücke gab Gondorf seinen Kollegen fünf Torschussvorlagen.

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  •   Mitsch
    (333 Beiträge)

    08.12.2020 19:48 Uhr
    Verstehe manche Aussagen hier nicht
    Gondorf hat sich für den KSC in der Winterpause mit voller Überzeugung angeschlossen. Er ist ein Führungsspieler ohne Frage. Kein Spieler auch in der 1. Bundesliga bringt immer über 90 Minuten und in jedem Spiel Topleistung. Jerome Gondorf ist ein harter Arbeiter im Mittelfeld mit Höhen und Tiefen -das ist doch ganz normal! Er ist extrem wichtig für dieses Team! Manchmal glaube ich manche Kommentatoren hier müssen halt immer an allem und jedem rumnörgeln. Einmal ist es der Trainer, einmal Gondorf.... das finde ich schade. Aber wahrscheinlich bringen die Negativschreiber in ihrem Job wahrscheinlich immer nur Höchstleistung Tag für Tag, Jahr für Jahr... wäre wirklich schön!
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  •   Kemp
    (50 Beiträge)

    09.12.2020 09:32 Uhr
    Top Beitrag Mitsch!
    Du sprichst mir aus der Seele. Diese Rumnörgelei kommt meistens von Menschen, die selbst sehr unperfekt sind. Fehler macht doch, verdammt nochmal, jeder.
    Unperfekt bin ja auch- aber gerade deswegen prangere ich nicht die Fehler anderer an.
    Ich mag diese Destruktivität auch nicht. Die Welt wird dadurch jedenfalls kein Stück besser!
    In diesem Sinne: Sonnige Grüße und auf eine Fortsetzung der Serie unseres KSC gegen Düsseldorf grinsen
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  •   steely
    (300 Beiträge)

    08.12.2020 18:12 Uhr
    Ackern alleine
    Reicht nicht. Viel rennen und dabei Ungenauigkeiten im An-und Abspiel machen das Spiel nicht besser. Einer der am meisten überschätzten Spieler des KSC
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  •   friend60
    (2577 Beiträge)

    08.12.2020 16:59 Uhr
    Gondorf
    Seine Einstellung stimmt immer, aber für jemanden, der schon Bundesliga gespielt hat, trifft er bei seinen Pässen vor und im Strafraum oft die falschen Entscheidungen.
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  •   schwarzvoraugen
    (4026 Beiträge)

    08.12.2020 15:56 Uhr
    Grosses Maul alleine gewinnt keine Spiele
    Ball bitte flach halten. Gondorf hat letzte Saison die in ihn gestellten Erwartungen keinesfalls erfüllt, er war ein reiner Mitläufer. Mit der Kapitänsbinde scheint er jetzt gewachsen zu sein, Betonung liegt auf scheint.

    1. Er soll jetzt mal das Team über die gesamte Saison führen
    2. Er selbst muss deutlich an Konstanz zulegen
    3. Viele technische Fehler, die Spielfluss unterbinden

    Er ist auf einem guten Weg, aber für mich noch immer zu unbeständig. An o.g. Punkten arbeiten, dann schauen wir einmal zum Saisonende hin.
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  •   brosi13
    (577 Beiträge)

    08.12.2020 12:20 Uhr
    Ein ganz wichtiger Mann..
    in diesem Mannschaftsgefüge. Er ist einer der "das Maul" aufmacht - außerhalb und vor allem auf dem Spielfeld. Solche Typen braucht eine Mannschaft (siehe Nationalmannschaft gegen Spanien- da war keiner dabei der den Mund im Spiel aufgemacht und die anderen wachgerüttelt hätte...) - ein ganz wichtiger Spielertyp, auch wenn er manchmal nicht "so gut aussieht" (fußballerisch betrachtet).
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  •   Kemp
    (50 Beiträge)

    08.12.2020 11:51 Uhr
    Guter Beitrag...
    ...guter Mann, der Gondorf. Am besten gefällt mir die Beschreibung seiner Führungsmentalität nach dem Rückstand in Osna. Am Fehlen solcher Führungsspieler krankt der deutsche Fussball derzeit (siehe Nationalelf!). Wie ersetzt man ihn gegen Düsseldorf?
    Würde Kobald auf seine Position stellen. Und Bormuth zusammen mit Gordi auf IV.
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