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Karlsruhe Abwehrchef Daniel Gordon zur bisherigen KSC-Saison: "Mit dieser Gegentorbilanz bin ich nicht zufrieden"

Das Fußball-Fachmagazin "Kicker" benotet die Fußballprofis in jeder Partie. Die Nummer eins beim KSC in diesem Ranking? Abwehrchef Daniel Gordon. Überraschend und irgendwie ein Widerspruch in sich. Der Grund: "Gordi" ist Taktgeber der Defensive, er ist der Stabilisator des Aufsteigerteams - und er kassierte in dieser Saison fast 50 Gegentore.

Obwohl der 34 Jahre alte Abwehrspezialist eine der Säulen im Team, einer der Anführer und Führungsspieler ist, konnte auch er es nicht verhindern, dass die Badener in dieser Saison die "Schießbude der Liga" sind: Der KSC kassierte mit Abwehrchef Gordon in 25 Spielen 46 Treffer - und dennoch ist der Ex-Nationalspieler Jamaikas Notenbester.

"Mit dieser Gegentorbilanz bin ich nicht zufrieden"

"Das ist schon etwas komisch. Ich versuche meine Leistung zu bringen, das habe ich größtenteils geschafft. Trotz der erfreulichen Noten: Mit dieser Gegentorbilanz bin ich nicht zufrieden", bekennt Gordon, der auch neben dem Spielfeld eine Führungspersönlichkeit ist.

Daniel Gordon (KSC 3) hocht enttäuscht am Boden, nach der 1:0 Niederlage im Wildpark.
Daniel Gordon (KSC 3) hocht enttäuscht am Boden, nach der 1:0 Niederlage im Wildpark. | Bild: Tim Carmele

"Es ist das erste Mal, dass ich so eine Saison mit derart vielen Gegentoren spiele. Das ärgert und wurmt ich. Aber das ist Abstiegskampf, es war uns klar, dass wir Gegentore kassieren werden. Doch in dieser Häufigkeit - das geht gar nicht."

"Wir hauen uns die Dinger mehr oder weniger selbst rein"

Gordon nennt Gründe für die Gegentorflut: "Wir hauen uns die Dinger mehr oder weniger selbst rein, verschulden unsere Tore zurzeit oft individuell." "Gordi", der über 150 Einsätze in der 1. und 2. Bundesliga hat und meist per Fahrrad ins Training kommt, ist bodenständig, weiß um seine Stärken und Schwächen.

Eine kleine Schwäche: Hin und wieder kommt sein jamaikanisches Temperament durch, da wird er leichtsinnig, treibt mit technischen Einlagen jeden Trainer nahezu in den Wahnsinn.

Daniel Gordon (KSC 3) wirft den Ball im Aufwärmspiel beim Training. vor dem Tor.
Daniel Gordon (KSC 3) wirft den Ball im Aufwärmspiel beim Training. vor dem Tor. | Bild: Tim Carmele

Er weiß, dass er nicht zur Kategorie der Sprinter zählt, weiß aber auch, dass "es auf meiner Position Dinge gibt, die wichtiger sind. Die Erfahrung ist als Innenverteidiger enorm wichtig, wichtig ist nahezu alle Situationen schon erlebt zu haben und daher nicht hektisch zu werden."

Kopfballspiel durch Daniel Gordon (KSC 3)
Kopfballspiel durch Daniel Gordon (KSC 3) | Bild: Tim Carmele

Essentiell ist für einen Innenverteidiger auch: die Zweikampfstärke. Und die hat "Gordi", trotz - oder gerade wegen - seiner schon 35 Lebensjahre. Der Team-Oldie hat noch etliche andere Stärken: Timing, Stellungsspiel und Abgeklärtheit. Bei direkten Duellen am Boden ist er richtig gut, bei Zweikämpfen in der Luft ist der 194-Zentimeter-Hüne überragend - defensiv wie offensiv.

Gordon will beim KSC bleiben

In Karlsruhe nennt man ihn auch: "Der Herr der Lüfte." Fast logisch, dass er zwei seiner drei Saisontore per Kopf erzielte. Bei Standards ist "Gordi" eine Bank. Sein Vertrag läuft Ende Juni aus, eine Zukunftsentscheidung hat er gefällt: "Ich will auf alle Fälle weiterspielen!"

Daniel Gordon (KSC 3) spielt den Ball.
Daniel Gordon (KSC 3) spielt den Ball. | Bild: Tim Carmele

Doch im Moment sei durch Corona-Krise alles weniger wichtig. "Man muss das große Ganze sehen. Ich denke nicht so weit nach vorne. Sportlich kann ich zufrieden sein, ich war - bis auf ein Spiel wegen Gelbsperre - immer dabei. Ich kann behaupten, ein wichtiger Faktor dieser Mannschaft zu sein."

Das Karriereende sei für ihn noch fern, auch wenn der Vertrag ausläuft. "Ich will mich mit der Aktualität beschäftigen, will alles tun, um gesund zu bleiben und in naher Zukunft wieder Fußball spielen."

Konsequentes Training für nach der Corona-Krise

An die Vorgaben in Sachen Corona-Krise, an die Kontakteinschränkungen hält er sich "absolut". "Wenn Frau Merkel das in einer Ansprache erläutert, dann muss man damit seriös umgehen." Täglich absolviert er daher ein Trainingsprogramm.

Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball.
Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball. | Bild: Tim Carmele

"Das arbeite ich ab. Leichtes Krafttraining, Stabilisationsübungen,…" Daniel Gordon weiß, dass er sich fit halten muss. "Sonst verliere ich komplett die Spannung. Keiner weiß, wie und wann es weitergeht, daher arbeite ich kontinuierlich und konsequent. Ich will mich nach der Pause gut präsentieren."

Wann und ob es überhaupt mit dem Ligabetrieb weitergeht, dazu hält er sich mit einer Einschätzung zurück: "Es ist alles spekulativ, es ist ein sehr dynamischer Prozess, daher kann man gar nichts sagen."

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Kommentare (9)
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  •   RainerBu
    (1006 Beiträge)

    03.04.2020 13:42 Uhr
    man hat
    sich gerade gegen Heidenheim lächerlich gemacht.Inclusive Trainer , der zwar meinte , bei ihm gibts keine Experimente. Dreierkette war aber eins was voll daneben ging.Bei nackter Verzweiflung probiert man halt alles mal aus .
    Hier haben alle komplett versagt .
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  •   sodbrenner59
    (660 Beiträge)

    02.04.2020 22:48 Uhr
    Joooooo.....
    ....na immerhin etwas. Von all den Schlechten, ist er noch der Beste! NICHT!! zwinkern
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  •   sodbrenner59
    (660 Beiträge)

    02.04.2020 22:47 Uhr
    Alter Falter..
    ...ja was denn nun? 34 oder 35 Jahre alt???
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  •   FCKSUV
    (82 Beiträge)

    02.04.2020 21:34 Uhr
    Er hat großen Anteil
    am sportlichen Niedergang des Vereins. Gordon, Roßbach und Pisot haben kein Zweitliganiveau.
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  •   teflon
    (2905 Beiträge)

    03.04.2020 08:14 Uhr
    Genau
    - technisch stark limitiert, taktisch limitiert und je älter er wird, umso langsamer wirds mit seinem Spiel - zudem war er nie wirklich "schnell".
    Einer der Kicker, der den Punkt fürs Aufhören nicht erwischt hat und sich selbst für unersetzlich hält - ihm mangelt es gewaltig an der notwendigen Selbstreflexion.Für Liga 2 hat es bei ihm noch nie wirklich gereicht - er ist und bleibt ein Spieler für Liga 3 oder tiefer
    Der gehört wie 50% vom Rest auf die Tribüne gesetzt oder wie beim FC Sion in der Schweiz, wegen dem Virus einfach gekündigt
    Die Mannschaft ist in allen Teilen der gleiche Saustall, wie er jedes Mal vor einem Abstieg da war - daran ändert sich nie was.
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  •   Neureuter
    (58 Beiträge)

    02.04.2020 15:21 Uhr
    Sooo...
    "Mit dieser Gegentorbilanz bin ich nicht zufrieden"
    Ach...er also auch nicht???
    So So ... ja was machen wir denn da???
    Lösungsvorschläge bitte an Daniel Gordon!!!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11814 Beiträge)

    02.04.2020 15:32 Uhr
    Keeper
    wechseln.

    Gersbeck für Karlsruh'!
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  •   Wahrheit
    (336 Beiträge)

    02.04.2020 17:42 Uhr
    Ein Fehlerfaktor weniger
    Das wäre mal ein Anfang. Thiede und Rossbach draußen lassen ein weiterer...
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  •   Mozzer
    (1994 Beiträge)

    02.04.2020 19:07 Uhr
    Hatten wir....
    ....ja schon, die Außen blieben draußen...
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