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Karlsruhe Die KSC-Saison im großen Rückblick: Happy End mit Steigerungspotenzial

Die Saison des KSC ist mit einem beeindruckenden Sieg gegen Heidenheim zu Ende gegangen. Das Saisonziel ist erreicht, der Klassenerhalt geschafft. Zeit, auf die einzelnen Erfolge, aber auch Enttäuschungen der vergangenen Spielzeit der Blau-Weißen zurückzublicken. Vom Spieler der Saison bis zu einem neuen Rekord - ein Saisonrückblick.

Besonders beeindruckend beim KSC: Die Auswärtsstärke der Badener. Die Wildparkprofis beendeten die Saison als zweitbeste Auswärtsmannschaft, gewannen auf gegnerischem Gelände 31 Punkte, nur Aufsteiger Spvgg Greuther Fürth war mit 33 verbuchten Zählern erfolgreicher. Der KSC traf in den letzten 15 Auswärtsspielen immer, kein anderer Zweitligist kommt an diese Erfolgsserie auch nur annähernd heran. Die Blau-Weißen stellten mit dieser Super-Serie einen neuen Clubrekord in der 2. Bundesliga auf.

50-Punkte-Marke geknackt

Mit zwei Siegen in Serie, mit dem Sprung auf Rang sechs in der Abschlusstabelle verabschiedet sich der KSC aus der Zweitligaspielrunde, aus einer Saison, die alle positiven Erwartungen übertraf. Nachdem der Klassenerhalt - und damit das große Saisonziel - schon länger sicher war, schafften die Karlsruher durch das 2:1 in Heidenheim auch das selbstgesteckte Ziel Nummer zwei: Durch den Auswärtsdreier Nummer neun knackten die Badener die 50 Punkte-Marke.

Der Auswärtssieg basierte wieder einmal auf einer enormen Effizienz und der sehr großen Torgefahr der Elf von Trainer Christian Eichner nach Standards. Sowohl der Treffer von Innenverteidiger Robin Bormuth - sein viertes Saisontor - wie das Siegtor durch Babacar Guèye fielen nach einem Standard.

Robin Bormuth (KSC32) im Zweikampf mit Max Besuschkow (Regensburg 7)
Robin Bormuth (KSC32) im Zweikampf mit Max Besuschkow (Regensburg 7) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Apropos Abwehrspieler Bormuth: Insgesamt trafen KSC-Defensivspieler in der Saison 2020/2021 neunmal. Und: Insgesamt erzielten die Blau-Weißen in der abgelaufenen Spielrunde 20 Tore nach einem Standard. Für Eichner war es nicht überraschend, dass seine Elf in Heidenheim nach ruhenden Bällen Erfolg hatte.

Erst Pause, dann Trainingsbeginn

"Nach zehn Minuten war mir fast klar, dass dieses Spiel von Standardsituation entschieden wird. Das war dann auch so. Obwohl wir nicht mehr so viel große Spieler haben, sind wir auf diesem Gebiet vorne dabei." Eichner freute sich zum Saisonabschluss über eine Partie, "die ein Mentalitätsspiel war, von zwei Mannschaften die über die gleichen Werte kommen".

Nach der Rückkehr aus dem Schwäbischen endete für Trainerstab und Kader die Saison. Auf ein Abschlusstreffen einen Tag später wurde verzichtet. Jetzt sollen die Akteure "zehn, zwölf Tage total abschalten, absolut relaxen". Dann habe jeder ein Trainingsprogramm abzuarbeiten, ehe Eichner und sein Assistent Zlatan Bajramovic Mitte Juni den neuen Kader im Wildpark begrüßen werden.

Christian Eichner (KSC Trainer) kommt vor Spielbeginn ins Stadion.
Christian Eichner (KSC Trainer) kommt vor Spielbeginn ins Stadion. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Noch Luft nach oben haben die Karlsruher bei der Laufleistung. In diesem Ranking belegen sie lediglich Position 15. Leader: der FC Heidenheim. Die Schwaben liefen 150 Kilometer mehr als die Badener. Bester KSC Profi auf diesem Gebiet: Marvin Wanitzek mit im Schnitt 11,52 Kilometer pro Begegnung. Auch Marco Thiede und Kapitän Jerome Gondorf landeten mit ihren Laufleistungen unter dem besten Dutzend der Liga.

Und nächste Saison - Aufstieg?

Der Spieler der Saison? Marco Thiede? Torhüter Marius Gersbeck oder gar der Youngster Tim Breithaupt? Coach Eichner fällt es schwer, einen seiner Spieler hervorzuheben: "Breithaupt hat nur ein paar Spiele, die hat er gut gemacht, aber man muss ihm Zeit geben, das zu verarbeiten. Man sollte ihn auch nicht unter Druck setzen. Thiede und Gersbeck haben ein tolles Jahr hinter sich. Aber auch Gondorf, Hofmann, Choi und Lorenz."

Tim Breithaupt (KSC 38) am Ball.
Tim Breithaupt (KSC 38) am Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Der Blick nach vorne: Nachdem man Rang sechs in der Abschlusstabelle erreichte, werden die Erwartungen an die kommende Saison sicher hoch sein. Manche werden von Aufstieg reden. Ist das berechtigt? Eichner bleibt gelassen: "Ich kann und will es niemand verbieten, davon zu reden. Für mich ist das kein Druck, ich muss alles realistisch bewerten. Man muss sich nur das Teilnehmerfeld in Liga zwei anschauen. Es gibt Teams, die aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten hinter uns stehen müssten. Wir haben die Absicht und den Ehrgeiz wieder eine ruhige Saison zu spielen."

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  •   Rundbau-Gespenst
    (12443 Beiträge)

    29.05.2021 09:46 Uhr
    es war wesentlich mehr drin
    in der abgelaufenen Saison und so billig wird der KSC einen Platz an der Sonne kaum wieder erlangen können.

    Mit einem Platz in der oberen Tabellenhälfte werden wir dennoch rechnen.
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  •   schwarzvoraugen
    (4038 Beiträge)

    29.05.2021 09:39 Uhr
    Mit mehr Konstanz müssen auch nächste Saison 50 Punkte drin sein
    Das ganze Geschwätz von Budgets dient nur dazu sich nicht verbindlich zu Saisonzielen zu äussern und sich daran messen zu lassen. Die Wichtigkeit eines Punkteziels zeigt sich für uns alleine im letzten Saisondrittel. Bei einem Punkteziel von 50 Punkten wirkt ein Heimunentschieden gegen eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel sehr viel schwerer als bei einem Punkteziel von 40 Punkten.

    Wir hatten letzte Saison zwei Durchhänger zu Saisonbeginn und im letzten Drittel. Wenn es durch mehr Konstanz gelingt nur diese langen Perioden von Punktefrust zu durchbrechen sollte es ausser Frage stehen mindestens die 50 Punkte wieder anzupeilen.

    Vom ersten Spieltag weg daran alle Prämien ausrichten sichert Transparenz und Zugewinn für alle Beteiligten. Die Spieler müssen an den Ergebnissen ihres Tätigkeit direkt beteiligt sein. In einer guten Saison verbessere ich damit meine Wettbewerbsfähigkeit, in einer schwachen Saison sicher ich mich als Verein finanziell ab.
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  •   Schneekoenig
    (506 Beiträge)

    30.05.2021 10:40 Uhr
    Ich verstehe die Kritik nicht, die hier geäußerte wird
    Ruhige Saison heißt, mit dem Abstieg nix zu tun haben und impliziert eine Ausbeute von 50 Punkte plus/minus. Das ist schon sehr ambitioniert, da der Kader noch nicht steht und PH zurecht im Fokus anderer mit größeren Budgets ist. Wenn man sich die Spiele anschaut muss man erkennen, dass wir letzte Saison nicht in der Lage waren, den Gegner zu dominieren und so unter Druck zu setzen, dass wir Spiele , in denen die Gegner sich in der Abwehr verbarrikadierten zu unseren Gunsten entscheiden. Was wir aber sehr gut gemacht haben war mitzuspielen - eine klare Steigerung zur Saison davor. Und wir sind Standardmonster ... nicht über das Spiel sondern über Standards machten wir den Unterschied.

    Berücksichtigt man beide Stärken (mitspielen und Standard) sowie die Schwäche, spielerisch limitiert zu sein, haben wir das maximale herausgeholt. Das andere muss noch wachsen und braucht einen nachhaltigen guten Kader, was bei Leihspielern sich schwer darstellen läßt und dadurch mehr Zeit braucht.
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  •   Schneekoenig
    (506 Beiträge)

    30.05.2021 10:49 Uhr
    Daher...
    kann ich mich mit CEs Einschätzung und Aussagen zu 100% identifizieren und hoffe, dass er sich durch die starke Leistung in dieser Saison genügend Anerkennung verdient hat, unabhängig vom Tageserfolg für den langfristigen und nachhaltigen Erfolg ganz lange beim KSC zu arbeiten. Ich glaube an ihn, an den Staff und an das aktuelle Management!

    PS: bei den Neuwahlen hatte ich gegen das aktuelle Präsidium gewettert und ihnen fehlende Fachkompetenz vorgeworfen. Ich mit der ersten Saison auch auf Präsidiumsebene sehr zufrieden, ziehe meinen Hut für die bisher geleistete Arbeit und sage Danke!
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  •   Robert1959
    (2141 Beiträge)

    29.05.2021 14:45 Uhr
    Die nächste Saison wird anders werden!
    Ich rechne durch die Zulassung der Fans damit, dass sich unsere desolate Heimbilanz verbessern wird. Den gleichen Effekt werden die anderen Vereine ebenso haben! Ich weiß noch nicht, wie die nächste Mannschaft aussieht! Spielerisch müssen wir besser werden, zu viele 11m und Gegentore am Schluß! Es ist gut, dass wir auf Sieg spielen. Angriff ist die beste Verteidigung!
    Finanziell sieht es schon besser aus, neue Sponsoren, schon 5000 Dauerkarten verkauft. Der KSC wird wieder positiv wahrgenommen und wenn das Stadion fertig ist, gibt es einen neuen Schub. Die Abgänge sind ok, dazu noch Alois Schwarzs auslaufenden Vertrag, dafür wieder Pourie. Mal sehen, wie es weiter geht und wer tatsächlich kommt!
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  •   schwarzvoraugen
    (4038 Beiträge)

    30.05.2021 08:39 Uhr
    Sehe ich ganz genau so
    deshalb würden CE und die sportliche Leitung gut daran tun zumindest die Vorjahrespunktzahl als Richtmarke auszuloben und daran alle wichtigen Kennzahlen auszurichten.

    Wir werden sehen, was es in den kommenden Wochen an präzisen Äusserungen über „ruhige Saison“ hinaus geben wird. „Ruhe“ ist nicht mehr und nicht weniger wieder 40 Punkte, zu wenig aus o.g. Gründen.
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  •   schwarzvoraugen
    (4038 Beiträge)

    29.05.2021 09:20 Uhr
    50 Punkte Marke gekackt
    . Hier müsste die Netiquette von KA News im eigenen Haus greifen.

    ☺️
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12443 Beiträge)

    29.05.2021 09:44 Uhr
    ja, das klingt irgendwie
    "beknackt".
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  •   Schmarow
    (1022 Beiträge)

    29.05.2021 12:15 Uhr
    Solange
    es die Mannschaft nächste Saison nicht verknackt, sollte diese Marke wieder kackbar sein.
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