Karlsruhe Vom Wildpark in die Fußballwelt: Ehemalige KSC-Nachwuchstrainer mischen im Profigeschäft mit

Die Nachwuchsabteilung des Karlsruher SC war in den letzten Jahren eine Brutstätte für junge Trainer, die von dort den Sprung in den Profifußball wagten. Ein Quartett machte sich vom Wildpark in alle Richtungen der Republik auf, um für Erfolge zu sorgen.

Zwei Ex-Jugendtrainer arbeiten mit Erfolg in Liga zwei, haben gar noch richtig gute Aufstiegshoffnungen. Zum einen Markus Kauczinski, der als Chefcoach von St. Pauli aktuell Rang drei belegt. Er war der erste, der das Badnerland verließ, um mit einem anderen Club Erfolge zu feiern. Kauczinski verließ den Wildpark nach 15 Jahren, in denen er viele Bundesligastars - zum Beispiel Nationalspieler Lars Stindl - geformt hat. 

Markus Kauczinski
Der FC St. Pauli hat den Vertrag von Trainer Markus Kauczinski bis 2020 verlängert. Foto: Daniel Bockwoldt | Bild: dpa

Kauczinski lieferte von 2001 bis Mitte 2016 ein Topjob ab – auch mit dem Profiteam, das er im Juni 2012 alleinverantwortlich übernahm. Von der U17 bis zu den Profis - alle trainierte er mit Erfolg, entwickelte und verbesserte viele Spieler. Mit den Profis scheiterte der Coach in der Relegation zu Liga eins. Noch immer ist er davon überzeugt, dass der Weg vom Jugend- zum Profitrainer "absolut gut ist. Man kann viel lernen."

Tim Walter: Vom KSC über Bayern München nach Kiel

Ebenfalls erfolgreich in Liga zwei: Tim Walter, Trainer von Holstein Kiel. Auch er erlernte das Trainerhandwerk im Wildpark, auch er ist, wie Kauczinski, studierter Sportwissenschaftler. Von der U15 bis hin zur U19 war er verantwortlich, arbeitete mit großem Erfolg, entwickelte beim KSC viele Talente. Man denke an Hakan Calhanoglu (Mailand), an den Arsenal-Star Sead Kolasinac und den U21-Nationalspieler Kevin Akpoguma. 

Tim Walter
Will sich mit Holstein Kiel in der 2. Liga etablieren: Trainer Tim Walter. | Bild: Frank Molter

Zehn Jahre war Walter im Jugendbereich des KSC als Trainer aktiv. Mit viel Erfolg coachte der 43-Jährige seine Teams im Wildpark. Unter seiner Regie erreichte die U19 das Halbfinale der deutschen Meisterschaft. Walters Auge für Talente fiel Bayern-Boss Uli Hoeneß auf. Die Münchner bezahlten 200.000 Euro an den KSC, damit Walter zu den Bayern durfte.

Zwei Ex-Jugendtrainer nun direkter Konkurrent des KSC

Alle haben noch Kontakte ins Badische, wenn die auch weniger werden: "Ich kenne nur noch einige. Zu Nachwuchschef Ede Becker gibts natürlich Kontakte", sagt Walter. Die Trainer aus gemeinsamen KSC-Zeiten sind weiterhin Freunde. "Ob Markus Kauczinski, Argirios Giannikis oder auch Patrick Westermann und Lukas Kwasniok - da werde ich immer Kontakt halten."

Karlsruher SC - Eintracht Braunschweig
Lukas Kwasniok | Bild: Uwe Anspach (dpa)

Apropos Giannikis und Kwasniok: Die beiden sind Cheftrainer in Liga drei. Kwasniok war Wunschkandidat beim Zweitligisten Erzgebirge Aue, doch sein Wechsel scheiterte an den Ablöseforderungen des KSC. Die 120.000 Euro, die die "Veilchen" nach Karlsruhe überweisen wollten, waren dem Verein zu wenig. Dann löste man den Vertrag mit Kwasniok, der die Fußballlehrerprüfung mit der Traumnote 1,0 abschloss, auf.

Kwasniok-Wiedersehen mit dem KSC am 9. Februar

Der Trainer war frei, hatte einige Angebote aus Liga zwei und drei und entschied sich zum Jahresende für den FC Carl Zeiss Jena. Dort ist er nach zwei Spielen (vier Punkte) noch ungeschlagen. Kwasniok zufrieden: "Wir haben in zwei Spielen nur einen Gegentreffer kassiert, das ist ok."

SG Dynamo Dresden - Karlsruher SC
Lukas Kwasniok trifft am 9. Februar auf seinen Ex-Club | Bild: Thomas Eisenhuth

Auf den KSC trifft Kwasniok am 9.  Februar. "Zunächst stehen die Spiele davor im Fokus", sagt er. Der 37-Jährige will bis dahin Rang 18 verlassen haben, will das Punktekonto von momentan 21 Zählern aufstocken.

Giannikis kehrt im März in den Wildpark zurück

Eine Position hinter Jena steht der VfR Aalen. Trainer dort: Argirios Giannikis.  Auch der war einst Jugendcoach im Wildpark, war elf Jahre beim KSC, die meiste Zeit davon Assistent von Kauczinski. Dann ging es zu Rot-Weiß Essen, danach ins Schwäbische nach Aalen. Dort ist der 38 Jahre alte zweifache Vater Trainer und Manager zugleich. 

Fussball 2.Bundesliga, Karlsruher SC - TSV 1860 MŸnchen
Argirios Giannikis spielt im März mit Aalen im Wildparkstadion | Bild: fu-sportfotografie

Zu Kauczinski hat er noch gute Kontakte. Die halfen, dass Abwehrspieler Clemens Schoppenhauer von FC St. Pauli zum VfR Aalen wechselte. Trotz der mageren 17 Punkte hat das VfR-Präsidium die Arbeit von Giannikis ausdrücklich gelobt, ihm eine Jobgarantie gegeben. Mitte März tritt Giannikis mit seiner Elf im Wildpark an.

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