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Karlsruhe Vom "Straßenkicker" zum Matchwinner: Weltenbummler Änis Ben-Hatira im KSC-Spotlight

Es war ein Traumdebüt von Änis Ben-Hatira. Der Deutsch-Tunesier erwies sich als Volltreffer bei seinem ersten Startelfeinsatz für den KSC, beim 2:0-Erfolg des Wildparkclubs. Er bereitete das 0:1 durch Gerome Gondorf vor und erzielte den zweiten KSC-Treffer selbst. Dieser Erfolg war der erste Auswärtssieg seit dem 28. Juli 2019, dem ersten Spieltag der laufenden Spielrunde.

Der 31-Jährige Ex-Nationalspieler Tunesiens ist ein torgefährlicher Techniker. Ein "Straßenkicker", der trotz aller taktischen Disziplin seine Freiheit auf dem Feld braucht. Er rochiert gerne, wechselt oft die Position. Nach dem Schlusspfiff in Sandhausen blieb er trotz toller Partie cool: "Ich bin froh, dass ich diese Minuten bekommen habe, dass ich von Anfang spielen durfte. Wir dürfen uns freuen, aber: Wir dürfen nicht nachlässig werden, wir brauchen noch viele Punkte."

Abgezockt, aggressiv und sehr, sehr schnell

Ab sofort heißt es: "Volle Konzentration auf das Spiel gegen Nürnberg", so der Routinier, der ganz einfach "froh ist, dass es für die Mannschaft und für mich gut gelaufen ist." Man habe hinten raus noch gute Möglichkeiten gehabt, dennoch wertet Ben-Hatira das Spiel als eine gute Mannschaftsleistung. 

Der Offensivspieler ist abgezockt, aggressiv und sehr, sehr schnell. Im Stadion im Hardtwald war er mit knapp über 32 km/h der schnellste im Team der Blau-Weißen. Ben-Hatira war beim Auswärtssieg das, was sein Trainer Christian Eichner von ihm behauptet. "Er ist ein Unterschiedsspieler", sagt "Eiche", der dann schmunzelnd bekennt, dass er sich nicht so gerne an die Erstligaduelle mit Änis zurückerinnert. Ben-Hatira dagegen erinnert sich gerne: "Als Eiche beim 1.FC Köln spielte, habe ich mal zwei Tore gegen ihn gemacht."

Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Aber die große Frage war: Reicht die Fitness des Winterneuzugangs? Und vor allem: Wie kompensiert er die fehlende Spielpraxis? Vor seinem Wechsel zum KSC erlebte er rund zehn Wochen keinen Anpfiff eines Ligaspiels auf dem Rasen.

Nachdem sich Darmstadt 98 im Jahr 2017 vom hoch talentierten Ben-Hatira trennte, war er viel unterwegs. "Grund für die Trennung war die wachsende öffentliche Kritik an den Verbindungen des Deutsch-Tunesiers mit der vom Verfassungsschutz als extremistisch-salafistisch eingestuften Hilfsorganisation Ansaar International", so die "Welt" damals.

Türkei, Tunesien, Ungarn, Karlsruhe

In der Türkei, Tunesien und Ungarn. Der schnelle Mann, der auf beiden Außenbahnen spielen kann, war auch vereinslos, hat insgesamt wenig Wettkampfpraxis. Trotz all der Widrigkeiten zeigte der Routinier gegen Sandhausen auf beeindruckende Weise: Er kann dem KSC mit seiner Qualität helfen. Ben-Hatira ist absoluter Profi, das belegen seine Topfitnesswerte. 

Karlsruhes Torschütze Änis Ben-Hatira (M) jubelt über das Tor zum 0:2.
Karlsruhes Torschütze Änis Ben-Hatira (M) jubelt über das Tor zum 0:2. | Bild: Uwe Anspach/dpa

Er gab alles. 10,47 Kilometer spulte er in 88 Minuten ab - ein Topwert. In der ersten Halbzeit, als er noch viel Kraft hatte, lieferte er eine überragende Passquote ab: 93 Prozent seiner Zuspiele landeten beim Teamkollegen. Zudem: Die Mehrzahl seiner Pässe spielte er nach vorne, verzichtete auf Rückwärtsgekicke.

Ben-Hatira scheint die vielleicht letzte Chance, wieder im deutschen Profifußball Fuß zu fassen, zu nutzen. Bei seinem Startelfdebüt gegen Sandhausen sorgte er für Furore - war der Matchwinner des KSC. Dass er außergewöhnliches Talent hat, belegen seine Erfolge. Ehe er irgendwie - wegen Temperaments, seiner bisweilen all zu lockeren Sprüche und auch, weil er einfach Pech hatte - die Erfolgsspur verlor.

Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Er gewann er mit der deutschen U 21 Nationalelf im Jahr 2009 die Europameisterschaft in Schweden. Mit dabei: Namhafte Spieler, spätere Weltmeister wie Mats Hummels, Manuel Neuer, Mesut Özil, Beni Höwedes und auch Sami Khedira. Doch das ist heute Schnee von vorgestern. Ben-Hatira denkt in diesen Tagen vor allem an den 1. FC Nürnberg., den kommenden KSC Gegner.

Der deutsche Nationalspieler Änis Ben-Hatira kontrolliert den Ball.
Änis Ben-Hatira im Trikot der deutschen U21-Nationalmannschaft. |
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Kommentare (20)
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  •   schwarzvoraugen
    (3608 Beiträge)

    25.02.2020 20:56 Uhr
    Leistung bestätigen
    Nürnberg ist ein 6 Punktespiel. Es gilt die Leistung gegen Sandhausen zu bestätigen. Nürnberg ist angeschlagen, zwei Stammspieler fehlen gesperrt. Ein neuerliches Unentschieden wäre ein Rückschlag, es zählt nur ein Sieg.

    Ben Hatira kann uns mit seiner Erfahrung helfen, er kann den entscheidenden Pass spielen oder ein Spiel selbst entscheiden. Er muss nur Konstanz beweisen in den verbleibenden Spielen.

    Nürnberg ist ein wegweisendes Spiel, ein Sieg und wir verlassen die Abstiegsränge und haben unser Schicksal wieder selbst in der Hand. Deshalb mutig offensiv aufstellen, 3 Punkte sichern.
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  •   Maverick
    (209 Beiträge)

    26.02.2020 10:15 Uhr
    Für angeschlagene Mannschaften....
    ist der KSC der perfekte Gegner. Wie oft haben wir schon Aufbauhilfe geleistet......
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  •   andi-b7
    (3282 Beiträge)

    25.02.2020 19:26 Uhr
    Bin absolut positiv überrascht von Änis
    Habe ihn in Hamburg gesehen und dort schon feststellen müssen das wenn er aufs Feld kommt gleich eine andere Aura auf dem Feld ist. ( würde es fast schon als Haarland Effekt bezeichnen)
    Technisch absolut 1. Liga und den Rest bekommt er beim KSC auch hin.
    Änis mach weiter so und du bekommst in KA ein Denkmal 👍
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  •   sodbrenner59
    (660 Beiträge)

    25.02.2020 20:44 Uhr
    Alter Falter..
    Irgend etwas stimmt mit Dir nicht so recht.....Vergleich mit Haarland? Alderle grinsen
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  •   zahlenbeutler
    (1577 Beiträge)

    25.02.2020 21:07 Uhr
    wieso
    fangen doch beide mit Ha an, wie Haeßler und Basler, der allerdings mit B, aber wegen dem einem Buchstaben
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  •   master-of-comment
    (3843 Beiträge)

    26.02.2020 08:58 Uhr
    Und Haare hat...
    der Benni Haartira auch, genau wie "Haarland", har har har...

    Spaß beiseite - was mich stört, ist dass schon wieder einer wegen seiner Nichtberücksichtigung rumheult. Erst Fink, dann Pourié, jetzt Pisot. Kann denn ein Trainer inzwischen nicht mehr auswechseln, ohne dass der Spieler sofort zum nächstbesten Journalisten rennt, um sich auszuweinen?
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  •   brosi13
    (524 Beiträge)

    26.02.2020 13:42 Uhr
    Und wenn der Pisot...
    ....als Kapitän gefragt wurde, wie es in der Mannschaft (Kameradschaft u.s.w.) aussieht, dann war alles immer bestens. Aber kaum ist er einmal nicht in der Mannschaft, geht sofort das große Gejammer los. Sorry, aber das ist für mich das Verhalten eines nicht mannschaftsdienlichen Stinkstiefels!!! Jetz ist aber der Trainer gefragt. Der muss da mal richtig auf den Tisch hauen und nicht klein beigeben.
    Dabei hätte ich zu Beginn der Saison erwartet, dass beide Innenverteidiger durch gestandene Zweitligaspieler ersetzt werden. Denn beide sind zwar überaus nette Kerle, aber doch inzwischen viel zu langsam für diese 2. Liga.
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  •   steely
    (244 Beiträge)

    26.02.2020 13:19 Uhr
    Kann es verstehen
    Das pisot angefressen ist...allerdings damit an die Öffentlichkeit zu gehen ist eines Profis nicht würdig. 97 Spiele ohne ein Spiel zu verpassen ist schon eine gute Leistung. Wenn dann die Leistung Mal nicht da ist muss man auch mit Konsequenzen rechnen.ich persönlich finde das Spiel beider Abwehrspieler (Gordon & pisot) nicht berauschend...ewiges hin und her Geschiebe... Gordon weiss meist nicht wohin mit dem Ball. Ergo hätte man auch ihm eine Pause gönnen können ( zum Geschwindigkeit trainieren 😎
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  •   Krunemer
    (215 Beiträge)

    26.02.2020 13:07 Uhr
    So ist es
    er sollte sich selbst mal hinterfragen warum er nicht berücksichtigt wurde und nicht rumheulen.
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  •   sodbrenner59
    (660 Beiträge)

    25.02.2020 23:08 Uhr
    Joooooo.....
    ... zwinkern
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