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Karlsruhe Vom Spieler zum beliebten KSC-Co-Trainer: Christian Eichner weiß, was er dem Verein zu verdanken hat - und auch das Team gerät ins Schwärmen

Auf die Leistungen des Karlsruher SC lohnt immer wieder ein genauerer Blick. Diesen wagt regelmäßig am Mittwoch Peter Putzing und rückt Erfolge der Profis in der exklusiven ka-news-Serie ins "KSC-Spotlight".

Trainer und Spieler des KSC haben Urlaub. Aber: Nicht alle. Christian Eichner, Assistenztrainer der Badener, arbeitet. Und zwar sehr intensiv. In Hennef absolviert der 36-Jährige gerade den Lehrgang zum Fußballlehrer. Mit dabei: die deutschen Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder, Christian Rahn, Tim Borowski und auch US-Boy Steven Cherundolo. "Ich bin dem KSC, speziell Alois Schwartz und Oli Kreuzer dankbar, dass ich neben der Co-Trainertätigkeit den Fußballlehrerlehrgang absolvieren kann", sagt Eichner gegenüber ka-news.

; am 26.01.2019, Herren, Fußball, Saison 2018/2019, 3.Liga, Training, Karlsruher SC.
v.l. Alois Schwartz (KSC-Trainer), Dimitrios Moutas (Co-Trainer), Cchristian Eichner (Co-Trainer) | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Nach einer umfangreichen Zulassungsprüfung wurde er unter mehr als 100 Kandidaten als einer von 25 Teilnehmern ausgewählt. Seine Analysen, seine Testergebnisse und seine Trainingspräsentationen hinterließen bei den Prüfern in Hennef einen durchweg positiven Eindruck. Man merkt wohl in allen Gebieten, dass "Eiche" Erfahrung als Profi, aber auch als Trainer, ja im gesamten Ausbildungsbereich hat.

Vom Reserve- zum Stammspieler

Als Spieler war er ein Vorbild an Professionalität - ohne verbissen zu sein. Er schaffte es, seine Leistung permanent zu steigern. Von der KSC-Reserve bis hin zum Stammspieler in der 1. Bundesliga. In fast jeder Partie hat er alle seine Fähigkeiten abgerufen. 139 Erstligaeinsätze (vier Tore, elf Vorbereitungen) waren der Lohn für die tägliche Arbeit.

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Christian Eichner mit der Nummer 21 im Jahr 2008 im Wildpark, als der FC Bayern München zu Gast war. | Bild: David Kaiser

Beim den Blau-Weißen stand er 63 mal in der 1. Bundesliga in der Startelf. Außergewöhnlich dabei: Wenn er in der Startelf stand - dann war er immer die kompletten 90 Minuten auf dem Feld! 2015 musste er wegen einer schweren Meniskusverletzung seine Karriere beenden. Bis dahin lebte "Eiche" den Fußball. Auf, aber auch immer neben dem Feld.

"Wir schätzen 'Eiche' sehr, er ist ein klasse Co-Trainer"

Das macht den gebürtigen Sinsheimer zum Vorbild für etliche aktuelle Spieler.  Kapitän David Pisot  schwärmt von Eichner: "Er ist ein super Typ, ein Top-Co-Trainer! Er hat ein klasse Verhältnis zu den Spielern, spricht unsere Sprache, die Sprache der Spieler", sprudelt es aus dem Abwehrspieler nur so heraus. "Eiche ist nicht nur von allen akzeptiert, sondern: Wir schätzen ihn sehr, auch wegen seiner akribischen Arbeit. Es macht einfach Spaß mit ihm zu arbeiten."

; am 01.05.2019, Herren, Fußball, Saison 2018/2019, 3.Liga, Training, Karlsruher SC.
v.l. Alois Schwartz (KSC-Trainer), Dimitrios Moutas (KSC-Co-Trainer), Morris Truntschka (Physiotherapeut), Cchristian Eichner (KSC-Co-Trainer) | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Ein Sonderlob erhält der 36-Jährige für seine Videoanalysen: "Ich habe in meiner Karriere schon viele Videoanalysen gesehen - aber Eiche macht das überragend. Er bereitet uns sehr gut vor, ist kommunikativ." Dann noch ein Sonderlob: "Alles in allem: Ein Top-Typ, dem man vertrauen kann, mit dem man gerne spricht. Der auch gerne zuhört. Er hat viel erreicht, viel erlebt. Wir sind froh, dass wir ihn haben."

Wohin der Weg führt? Ungewiss

Aber: Obwohl er viel Lob für seine Arbeit als Trainer bekommt und er sich riesig auf den Lehrgang freut - so richtig endgültig entschieden, wohin der Weg vom einstigen Linksverteidigers geht, hat er sich noch nicht. Wird er einmal Cheftrainer eines Proficlubs? Das ist ihm zuzutrauen - muss aber nicht sein. Oder: Macht er Karriere im Management eines Vereins? Die Basis dazu legt er, denn seit einiger Zeit absolviert Eichner ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement.

Co-Trianer Christian Eichner
Co-Trianer Christian Eichner | Bild: Reisenauer

Möglich wäre auch, dass er Leiter eines Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) wird. Beim Karlsruher SC arbeitete er bereits im Jugendbereich als Trainer und "Übergangsleiter", sprich: Er ist für die Verzahnung der Jugend- mit der Profiabteilung zuständig. Für Ede Becker, den Leiter des prämierten NLZ, hat er ein Sonderlob parat: "Für mich war Ede Becker enorm wichtig. Als Cheftrainer half er mir als Spieler, den Sprung in die erste Bundesliga zu schaffen, und er ermöglichte mir auch den Einstieg in den Trainerbereich!"

Vor der Karriere ist nach der Karriere

Eichners Voraussetzungen sind vielfältig - geradezu ideal. Der intelligente Ex-Profi bastelte schon während seiner aktiven Laufbahn an der Karriere - nach der Karriere. Obwohl mit viel, viel Aufwand und Disziplin verbunden, schloss er ein Studium zum Realschullehrer erfolgreich ab. Fächer? Mathematik und Ethik. Warum kein Sport - als Fußballprofi wäre er dafür bestens geeignet gewesen - das erklärt er: "Turnen, puhhh, das ist nicht so mein Ding. Ethik mehr. Das ist hilfreich für jeden verantwortungsvollen Job." Den genauen Grund nennt "Eiche", wenn er über Trainer redet. "Fachlich gibt es zwischen Profitrainern keine allzu gravierenden Unterschiede. Daher ist eines ganz, ganz wichtig; Sozialkompetenz. Ein Kernelement der Ethik."

Christian Eichner
Christian Eichner trug bis 2009 das Trikot der Blau-Weißen - und ist seit April 2017 der Co-Trainer der Profimannschaft. | Bild: dpa/Archiv

Daniel Gordon, einer der Führungsspieler der Badener, ist froh, dass Eichner den Lehrgang zum Fußballlehrer absolviert: "Man merkt in der täglichen Arbeit, dass er fachlich einiges drauf hat. Dass er zum Lehrgang zugelassen wurde, wundert mich nicht. Das ist für uns ein Vorteil, denn er bildet sich so weiter und entwickelt sich weiter, das ist auch für uns gut." Fachkompetenz sei absolut vorhanden, seine Arbeit sehr akribisch. "Er hilft dem Trainer und uns als Team. Er ist bundesligaerfahren und ist stetig im Gespräch mit den Spielern. Als Typ: Er kommt bei der Mannschaft gut an, ist eigentlich gar nicht mehr wegzudenken. Ich glaube auch der Trainer schätzt ihn sehr und sie sind ein gutes Team."

Cheftrainer Alois Schwartz bestätigt das, Teamplayer Schwartz redet eh immer von "Wir". Dabei denkt an seine Assistenten "Dimi" Moutas, Eichner, Athletikcoach Florian Böckler und Ex-Torwarttrainer Kai Rabe. "Alle haben einen tollen Job abgeliefert. Es ist ein super Miteinander. In der Kabine und auf dem Platz. Wir ergänzen uns, alle sind ein richtig gutes Team."

Dass er Monate auf Eichner verzichten muss, eben weil der den Fußballlehrerlehrgang absolviert, nimmt Schwartz gelassen hin: "Das ist entspannt zu betrachten. Die Ausbildung ist gut und nicht mehr so lange, wie sie zu meiner Zeit war. Da ging es von Montag bis Freitag. Jetzt ist 'Eiche' am Mittwoch, spätestens Donnerstag wieder im Wildpark. Das passt so."

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  •   Holzbierebub
    (145 Beiträge)

    06.06.2019 17:18 Uhr
    Warum kriegt der hier sein
    Gnadenbrot?
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  •   traxdata1
    (490 Beiträge)

    06.06.2019 00:55 Uhr
    Hätte ein gewisser Christian E.
    damals ebenso seinen Vertrag verlängert wie sein Kollege Maik F., dann müsste man heute kein Crowdfunding starten. Aber da war ihm sein Ausbildungsverein keine Ablöse wert.
    Daher bitte Trainerschein machen und ab in die große weite Welt, aber bitte nicht mehr zurück nach KA kommen.
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  •   DonHasi
    (976 Beiträge)

    06.06.2019 16:59 Uhr
    Volle Zustimmung
    Dem ist nichts aber auch garnichts hinzuzufügen.
    Mit den ganzen Söldnern die der KSC schon aufgegepeppelt, durchgefüttert und groß gezogen hat, ließe sich heute noch ein veritable Bundesligamannschaft bestücken. Dumm nur das der KSC nach getaner Arbeit immer mit dem "Ofenrohr" ins Gebirge schauen durfte, wenn´s um das "ganz große Geld" ging.
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  •   andi-b7
    (2875 Beiträge)

    06.06.2019 18:40 Uhr
    Cool bleiben Jungs ,denke Eiche hat sich da nichts vorzuwerfen.
    Seine Leistung beim KSC war immer OK sowohl als Spieler sowie auch als Co .
    Jetzt nachzutretten weil er nach dem Abstieg zum Plastik Verein wechselte ist nicht ok.
    Mir ist jeder der beim KSC seine Leistung bringt 10 mal lieber als solche Dauernörgler die permanent alles mies Labern. Und beim Verein nie etwas geleistet haben.
    Gruß 🤓
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  •   master-of-comment
    (3796 Beiträge)

    07.06.2019 09:15 Uhr
    Beides ist richtig!
    Mir gefällt es auch nicht, wenn sich Ex-KSC-Spieler erst dann wieder an "ihren" Verein erinnern, wenn es ihnen schlecht geht.

    Andererseits scheint er ein heller Kopf zu sein und vielleicht auch ein vielversprechendes Trainertalent. Wenn er seine jetzige Dankbarkeit dann später durch gute Trainerarbeit und Vereinstreue zeigt, haben beide Seiten gewonnen. Hauptsache, wir müssen seine Erfolge dann nicht wie bei Kwasniok und Walter bei anderen Vereinen bewundern.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11136 Beiträge)

    05.06.2019 18:12 Uhr
    Hallo Herr Putzing: entscheiden sollten Sie sich eigentlich bevor Sie losschreiben,
    ob Ihr Protagonist nun 36 oder 38 Jahre alt ist. Sonst wird das so nichts!
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  •   redaktion
    (1117 Beiträge)

    06.06.2019 08:56 Uhr
    Das lag an der Redaktion...
    ...die hat es nicht so mit dem Rechnen grinsen Wir haben den Fehler korrigiert - danke für den Hinweis!
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