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Karlsruhe Nach Kwasniok-Freistellung beim KSC: Es gibt nur Verlierer!

Eines ist offensichtlich bei der Trennung des Karlsruher SC von U19-Trainer Lukas Kwasniok: Es gibt nur Verlierer. Die Vereinsführung hat wohl rund ein Viertelmillion Euro "verschenkt". Zudem: Mit "Luki" Kwasniok verlor der Club einen Toptrainer, der den Fußballlehrer-Lehrgang mit der Traumnote 1,0 abschloss.

Wer die Details dieser undurchsichtigen Entscheidung kennt, stellt sich hinsichtlich aller Beteiligten viele Fragen. Vor wenigen Wochen wollte Zweitligist Erzgebirge Aue noch Kwasniok als Cheftrainer. KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer war mit dem Klub einig. Es wären 125.000 Euro an Ablöse in den Wildpark geflossen. 

Doch das Präsidium ließ Kreuzer im Regen stehen, akzeptierte nicht, wollte mehr. Kreuzer musste Aue mitteilen, dass sein ausgehandelter Deal platzt. Eine Art Gang nach Canossa - Aue beendete das Pokerspiel. Verlierer: Kwasniok und der KSC.

Abfindungszahlungen trotz leerer Kassen

Und jetzt die teure Trennung von Kwasniok. Die Abfindung soll mehr als ordentlich sein. Und das bei leeren KSC-Kassen. Macht man das bei jemandem, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen? Wohl eher nicht. Die Abfindungen für einige der Fehleinkäufe aus der vergangenen Saison wie Nathaniel Amamoo oder Kai Bülow, jetzt die für Kwasniok – da kann im Wildpark locker eine halbe Million Euro verbrannt worden sein.

Interims-Trainer Lukas Kwasniok
Lukas Kwasniok | Bild: M. Ripberger

Spricht er über sein Ende "beim Herzensverein KSC", kommen dem einstigen Kapitän der deutschen U16-Nationalelf immer wieder die Tränen. Kwasniok: "Aber ich verlasse meinen Herzensverein erhobenen Hauptes." 

Unverständnis im Nachwuchsleistungszentrum

Wenig überraschend: Das komplette Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) sieht das so, hat der Vereinsführung schriftlich sein Unverständnis über diese Entscheidung der KSC-Bosse mitgeteilt. Kwasniok genoss hohes Ansehen, er war das Herz des NLZ, arbeitete mit dessen Chef Edmund Becker optimal zusammen. Dieser zur Trennung: "Ich bedaure das und hätte gerne mit ihm weitergearbeitet."

Kwasniok ist ein Workaholic. Morgens um sieben Uhr war er meist schon im Wildpark, kehrte oft erst gegen 22 Uhr in die Wohnung nach Muggensturm zurück. "Eigentlich hatte ich dienstags frei. Aber: Meine Frau arbeitet, die Kinder waren in der Schule, logisch, dass ich auch da in den Wildpark bin", sagt er - mit Tränen in den Augen.

Kwasniok überzeugt mit großem Engagement

Derweil vibriert sein Handy permanent, quillt die Sprachbox über - Eltern, Kollegen, Spieler - auch Profis. Allesamt äußern ihr Unverständnis. Einer hat ihm gar einen handgeschriebenen Brief in den Briefkasten gesteckt.

Karlsruhes Interimstrainer Lukas Kwasniok gibt seinen Spielern Anweisungen.
Lukas Kwasniok | Bild: Thomas Eisenhuth

Kwasniok weiter: "Die aktuelle U19 war die beste Mannschaft, die ich je trainiert habe. Damit hätte man in der Bundesliga unter die ersten drei kommen können." Sieben neue Spieler hat er geholt – und die waren vorwiegend wegen ihm zum KSC gekommen. Dass er und sein Assistenztrainer die Beobachtungstouren selbst bezahlten, weil kein Dienstwagen da war - "geschenkt". 

Viele ungeklärte Fragen

Eine Begründung, warum der KSC den Erfolgscoach vor die Tür setzte, gibt es seitens des Klubs nicht. Folglich kann über die Gründe nur spekuliert werden. Kwasniok äußert sich auch auf explizite Nachfrage dazu nicht.

Wurde der Toptrainer einigen im aufgeblähten Trainerstab zu gefährlich? Bekam da jemand Job-Angst  , obwohl "Luki" als die personifizierte Loyalität bekannt ist? Hieß es: Den Letzten - sprich den Jugendtrainer - beißen die Hunde? Dessen Rauswurf wäre eh der Billigste. Wurde ihm seine offene und direkte Art - auch dem Präsidium und Sportdirektor gegenüber - zum Verhängnis? 

"Man hat mir das Herz rausgerissen"

Beispiel: Vier Spieler aus seiner Mannschaft fuhren mit den Profis ins Trainingslager. Kwasniok findet das grundsätzlich prima, das sei ein Ziel einer Arbeit. Aber reicht ihm in solchen  Angelegenheiten die Kommunikation mit der Profiabteilungen nicht aus, sagt er das und nimmt so etwas nicht wortlos hin.

Der 37-Jährige sagt zu all dem: "Ich habe alles für den KSC rausgehauen, immer alles gegeben. Man hat mir das Herz rausgerissen, aber man hat mich nicht gebrochen!" Klar ist jedenfall: Nachfolger Zlatan Bajramovic, den man zum Job überreden musste, tritt ein schweres Erbe an.

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Kommentare (74)
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  •   Eduard
    (96 Beiträge)

    02.08.2018 04:50 Uhr
    Was bleibt als Zwischfazit:
    Der Verein wurde in den letzten Jahren sportlich aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung ruiniert.
    Das Image in der Region war vermutlich nie schlechter.
    Wer trägt hierfür die Verantwortung?
    Wer stellt sich vor den eigenen Spiegel und kommt zur Selbsterkenntnis: Ich habs jetzt 8 Jahre probiert - muss zugestehen ich kanns nicht
    Wann kommt die Erleuchtung?
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  •   Richy2011
    (145 Beiträge)

    01.08.2018 19:09 Uhr
    Jeder Kommentar,
    zum Thema KSC ist eigentlich mittlerweile überflüssig.Der Verein ist am A...Super traurig aber wahr!Entweder kommt nun endlich ein echter Sponsor,völlig egal woher,oder diese Amateure können endlich in der Amateurliga ihr Unwesen weiter fort führen.Wobei mit dem Begriff Amateure verunglimpft man ja die Amateure,weil die können was!
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  •   andi-b7
    (3238 Beiträge)

    01.08.2018 17:32 Uhr
    Lieber PP das dämliche abschreiben mach den Artikel nicht besser.
    Wenn eine 1/4 Million 125000 ist da wir LK auch noch Bundestrainer und Weltmeister.😂
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  •   Eduard
    (96 Beiträge)

    02.08.2018 04:37 Uhr
    Eine Viertel Million
    Ist schon richtig. Zur entgangenen Ablöse von Aue kommt ja noch die Abfindung hinzu.
    Wenn man die Personalpolitik der letzten Jahre gesamthaft betrachtet kommt man zu einem desaströsen Fazit unter diesem Prösidium. Nachhaltig wurde in den letzten 10 Jahren nichts verbessert. Die sportliche Situation aber auch das Image des Vereins war nie schlechter.
    Es ist eine traurige Entwicklung festzustellen.
    Es schliesst sich meine generelle Frage an: WIE LANGE DÜRFEN DIESE PERSONEN DENN NOCH WEITERWURSCHTELN?
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  •   andi-b7
    (3238 Beiträge)

    02.08.2018 11:56 Uhr
    bla bla bla
    bei einem Jahresgehalt von ca 60T wird mit Sicherheit keine höhere Ablöse gezahlt da der Vertrag ehe 2019 Endet . Also wenn da 20 T geflossen sind dann ist es viel.
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  •   MiRu
    (2 Beiträge)

    02.08.2018 13:26 Uhr
    bla bla bla
    ....woher willst du denn wissen was er verdient?
    Und wieso sollte er für weniger gehen als das was ihm bis Ende des Vertrages eh zusteht, könnte sich doch einfach bis Ende freistellen lassen?
    Also..mal aufhören zu spekulieren und so zu tun als hätte man die Wahrheit mit den Löffeln zu sich genommen.
    Wir kennen die Gründe nicht, und werden sie nie erfahren.
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  •   andi-b7
    (3238 Beiträge)

    02.08.2018 18:04 Uhr
    Ja du Held weil es keine 12Monate sind.
    Und weil er nun wo anders anfangen kann. Beim Gehalt fragst ihn am besten selbst er ist ja sehr Auskunftsfreudig und es sind keine 60T im Jahr aber knapp darunter 🤐
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  •   cc91
    (273 Beiträge)

    01.08.2018 22:04 Uhr
    Typisch KSC Fans
    zu doof den Artikel zu lesen...
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  •   patrickkk
    (1582 Beiträge)

    01.08.2018 20:27 Uhr
    du
    Magst lachen, aber es wurden schon deutlich schlechter ex KSC Trainer Bundestrainer, ja sogar Weltmeistertrainer.

    Alles gut Kwasniok!
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  •   Gegengerade1975
    (220 Beiträge)

    01.08.2018 17:58 Uhr
    ne moment
    pp meinte eine viertel million mark (oder eine million ostmark!)
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