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Karlsruhe KSC-Profi Wanitzek: "Ich muss noch torgefährlicher werden, um dem Team zu helfen"

Er ist 26 Jahre alt, spielt im Mittelfeld, kommt aus Bruchsal und spielt seit 2017 beim Karlsruher SC. Die Rede ist von Marvin Wanitzek. Mit seinen Vorlagen und seinen Toren hatte er einen großen Anteil am Wiederaufstieg in die Zweite Liga. Licht aus und Spot an für den Bruchsaler Bub.

Im Zentrum des Spotlights hätten nach dem beeindruckenden 4:1 des KSC gegen Regensburg auch Doppeltorschütze Philipp Hofmann oder "Schleicher" Anton Fink stehen können. Beide lieferten eine Topleistung ab, beide trafen ins gegnerische Netz.

Aber es ist Marvin Wanitzek, der im "Spotlight" steht. Der bereitete gegen Regensburg per Eckstoß die so wichtige 1:0 Führung vor und erlöste das Team, die Trainer und die Fans mit dem Tor zum 4:1. Dieser tolle Treffer war das Sahnehäubchen auf einer richtig guten Vorstellung. Der gebürtige Badener arbeitete nicht nur 90 Minuten - er spielte auch gut Fußball. 

Die Fakten: Bei den Torschussvorlagen war Wanitzek, dessen Trikot Ex-KSC Spieler Selcuk Alibaz nach dem Schlusspfiff als Souvenir mitnahm, die Nummer eins beim KSC. Auch bei den Torschüssen führte er mit fünf Versuchen die Bestenliste der Badener an. Zudem: 73 Prozent Passquote – klasse. 12,57 km Laufleistung – herausragend. Insgesamt ist er mit 177,45 Kilometer in allen Partien die Nummer zwei der Liga zwei! Nur der Bochumer Anthony Losilla rannte ein paar Meter mehr.

Karlsruher SC
Hamburgs Finn Ole Becker (l) und Marvin Wanitzek von Karlsruhe kämpfen um den Ball. | Bild: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild

Dies alles brachte er - auch gegen Regensburg - auf verschiedenen Positionen zustande. Zunächst als "der offensivere der beiden defensiven Mittelfeldspieler", so der O-Ton von Trainer Alois Schwartz. Dann, nach der Auswechslung von Anton Fink, als "hängende Sturmspitze".

"Das Tor hat gut getan"

"Wir haben zweieinhalb Monate nicht gewonnen - daher ist die Freude über den Sieg gegen Regensburg groß. Wir wollten nach dem schwachen Derby eine Reaktion zeigen. Das ist uns rundum gelungen. Von Beginn an hat man gesehen, dass wir als Sieger vom Platz gehen wollten", sprudelt es aus dem sonst nicht gerade redseligen Wanitzek nur so heraus. "Das Tor", so sagte er, total abgekämpft nach dem Schlusspfiff, "fühlt sich richtig gut an". Das habe "richtig gut getan. Ich bin froh, dass ich zu dem Sieg etwas beitragen konnte", blieb er bescheiden. Dass sein toller Freistoß zuvor vom gegnerischen Torhüter gerade noch entschärft wurde, nahm er vor dem Hintergrund des Sieges gelassen hin.

Karlsruher SC - SSV Jahn Regensburg, 29.11.2019, Herren, Saison 2019/2020, 2.Liga, Fußball,  Heimspiel, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER
Marvin Wanitzek (KSC 10) im Kopfballduell. | Bild: Tim Carmele

Der tolle Techniker nimmt in dieser Saison, als Profi ohne Zweitligaerfahrung, eine positive Entwicklung. Er schafft es immer mehr, in kniffligen Situationen für die Mannschaft da zu sein, übernimmt Verantwortung, wenn es nicht so gut läuft und versucht in schwierigen Phasen positive Akzente zu setzen.

Nie zufrieden mit der eigenen Leistung

Eines zeichnet ihn aus: Er ist nie zufrieden, will immer besser werden. Zum Beispiel in Sachen Torgefahr: "Bei mir kann und sollte das ein oder andere Tor mehr dazukommen, ich sollte torgefährlicher werden und so der Mannschaft noch mehr helfen."

Torschütze Philipp Hofmann (r.) jubelt mit Marvin Wanitzek
Karlsruhes Torschütze Philipp Hofmann (r) jubelt mit Karlsruhes Marvin Wanitzek über das Tor zum 0:1. | Bild: Uwe Anspach/dpa

Am liebsten würde er schon am kommenden Spieltag in Bielefeld erneut treffen - und gewinnen. Wie das geht? Das weiß der vielseitige Mittelfeldmann: "Um dort zu bestehen, müssen wir so wie gegen Regensburg agieren. Von Anfang an da sein. Alles abrufen - vom Anpfiff an." Für Wanitzek ist das Team von Bielefeld "eine absolute Topmannschaft, die zwar schon ein wenig überrascht, aber völlig zu recht da oben in der Tabelle steht." Der KSC müsse "Wille zeigen, kämpferisch, läuferisch überzeugen und dann das Fußballerische ausspielen. Vor allem dürfen wir nicht so mutlos auftreten wie das in Stuttgart der Fall war."

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  •   Mitsch
    (148 Beiträge)

    04.12.2019 14:21 Uhr
    Weiter so
    ...wir brauchen mehr von solchen Spielern. Badener, früher selbst im Fanblock gestanden, heimatverbunden, guter Charakter, ein lauffreudiger und sehr intelligenter Spieler, etc. Er muss unbedingt gehalten werden. Er ist der Schlüsselspieler! Mit einer Ausstiegsklausel sollte das auch möglich sein für seinen Heimatverein.
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