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Karlsruhe KSC-Nachwuchstrainer Kwasniok: Er hat schon um Freigabe gebeten

Seit 2015 ist Lukas Kwasniok der Trainer der U19-Mannschaft des Karlsruher SC. Doch die Frage ist nun: wie lange noch? Dem gebürtigen Polen liegt ein Angebot aus Aue vor - das erste Gespräch mit seinem potentiellen Arbeitgeber hat er auch schon geführt. Peter Putzing hat mit dem Nachwuchscoach gesprochen.

Am gestrigen Dienstag hatte Lukas Kwasniok endlich die Zeit, um über die unerwartete Entwicklung der vergangenen Tage nachzudenken. Dem erfolgreichen U19-Coach des KSC flatterte ein enorm lukratives Angebot ins Haus. "Am vergangenen Mittwoch, auf der Rückreise von der Costa Brava, am letzten Tag des Familienurlaubs, erhielt ich den Anruf von Erzgebirge Aue. Am Tag danach führte ich schon das erste konstruktive Gespräch", erzählt Kwasniok, der dann ergänzt: "Der KSC war von Anfang an informiert!" 

Der Zweitligist Erzgebirge Aue will den ehemaligen Kapitän der deutschen U16-Nationalelf, der seine aktive Karriere schon Anfang 20 wegen mehrerer schweren Verletzungen beenden musste, als Cheftrainer.

KSC-Nachwuchscoach Lukas Kwasniok: "Ich brauche Spieler, die sich für den Verein zerreissen" | Bild: M. Ripberger

Es liegt nun am Karlsruher SC

Kwasniok, der die U19 des KSC in der A-Junioren-Bundesliga auf einen überragenden fünften Rang führte, entschied sich für das Angebot aus Aue, bat beim den KSC-Verantwortlichen um Freigabe, denn sein Vertrag läuft im Wildpark noch bis 2019. "Ich bin mir mit Aue einig, die Vereine müssen eine Lösung finden: Das Heft des Handelns liegt in der Hand des KSC." 

Doch das könnte schwierig werden, denn angeblich hatte man anfangs im Wildpark eine Ablöseforderung von rund 500.000 Euro im Kopf. Viel Geld für den 36 Jahre alten, unerfahrenen Kwasniok, der allerdings beim Fußballlehrer-Lehrgang des DFB im März 2018 mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen hat. Inzwischen soll man im Wildpark die Summe nach unten angepasst haben.

Karlsruher SC - Eintracht Braunschweig
Karlsruhes Trainer Lukas Kwasniok gestikuliert. | Bild: Uwe Anspach (dpa)

Kwasniok als Nachfolger von Aues Chefcoach Drews

Für Tim Walter, der vor drei Jahren vom KSC zu den Bayern München wechselte und dort die U19 übernahm, erhielt der KSC die Einnahmen eines Freundschaftsspieles, rund 250.000 Euro. Und: Aue hat für Domenico Tedesco, inzwischen erfolgreicher Trainer beim FC Schalke 04, "schlappe" 15.000 Euro nach Hoffenheim überwiesen. Fast logisch, dass der KSC weg von der halben Million ging, jetzt eine annehmbare Summe in den Raum geworfen haben soll.

Klappt der Deal, dann würde Kwasniok, dessen Familie weiterhin ihren Lebensmittelpunkt in Muggensturm hat, die Tradition von Jugendtrainern, die in Aue erfolgreich ins Profigeschäft einsteigen, fortsetzen. Nach Tedesco kam Hannes Drews, der war zuvor Coach in der Jugend von Holstein Kiel. Drews bat vergangene Woche, nach der erfolgreichen Relegation gegen den KSC, aus privaten Gründe um Vertragsauflösung.

Lukas Kwasniok, Trainer der KSC U19
Interims-Trainer Lukas Kwasniok | Bild: M. Ripberger

"Großartige Chance, die mich sehr glücklich macht"

Das würde auch Kwasniok gerne machen. "Ich habe noch ein Jahr Vertrag und ich habe eine enorme Verbundenheit mit dem KSC. Aber: Die Chance eine Zweitligamannschaft zu trainieren ist großartig", so Kwasniok, aus dem es nur so heraussprudelt: "Ich bin ein überaus glücklicher Mensch. Und jetzt habe ich die Möglichkeit, einen Zweitligisten zu übernehmen, das könnte dazu führen, dass ich sehr, sehr glücklich werden könnte", sagte er, fügt sofort hinzu: "Gleichzeitig zählen für mich Werte wie Vertragstreue etwas, sie sind etwas sehr Wichtiges. Ich akzeptiere es total, dass der KSC das Bestmögliche herausholen will. Sollte es nicht klappen, dann werde ich als glücklicher Mensch weiterhin meinen Job beim KSC mit vollem Einsatz und Riesenfreude machen."

Dann blickt "Luki", wie er in seiner Zeit beim FC Rastatt 04 nur genannt wurde, ganz weit nach vorne. "Wenn Alois Schwartz nach 13, 14 Jahren toller Arbeit in Rente geht – gibt es vielleicht die Möglichkeit sein Nachfolger zu werden", sagt er. Von einem ist er absolut überzeugt: "Irgendwann geht für mich eine Tür nach oben auf. Dafür arbeite ich."

Beim KSC könnte Zlatan Bajramovic Nachfolger von Kwasniok werden. Denn: Nach Auflösung der U23 ist Bajramovic im Moment ohne konkreten Aufgabenbereich… Doch ob er diesen enorm zeitintensiven und nicht sonderlich guten Job annimmt?

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  •   Schlappedengler
    (284 Beiträge)

    06.06.2018 20:46 Uhr
    Wir lassen unseren nächsten Trainer gehen.
    Der zweite Top-Jugendtrainer den wir gehen lassen. Kwasinok müsste bereits als Nachfolger installiert sein. Diese Blindgänger haben nichts geplant und verpflichten dafür Meister, Slomka und Oral.
    Wie hier manche negativ über LK sprechen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die guten U19 Buli-Platzierungen hat LK erreicht und das in einem sehr schwere Umfeld. Selbst Sandhausen greift uns Jugendspieler aber.
    Schade, wird ein sehr großer Verlust!
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  •   ksc-durchblick
    (36 Beiträge)

    06.06.2018 21:33 Uhr
    Zum Glück ... lassen wir ihn gehen !
    Der Verein muss das Geld nehmen! Welche guten Platzierungen hat LK denn geholt? Tabellenplatz 9, Tabellenplatz 9, Tabellenplatz 5 in seiner Amtszeit. Man kann nicht spekulieren, wenn man als Verein kein Geld hat. Das was LK abgeliefert hat, bekommen andere auch hin!
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  •   andi-b7
    (2928 Beiträge)

    06.06.2018 18:12 Uhr
    Reisende soll man nicht aufhalten , Hauptsache es kommt Geld in die Kasse.
    Aber bitte nicht den Bajra als U19 Trainer eingeschlafene Füße haben wir genug.
    👣
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  •   ksc-durchblick
    (36 Beiträge)

    06.06.2018 18:41 Uhr
    Geld einsacken und Kwasniok ziehen lassen
    Der Verein muss das nehmen, was man für Kwasniok bekommt. Jeder Betrag ist hilfreich. Der hat noch überhaupt nichts geschissen. KSC ist seine 1.Station und mit der U19 hat er die vergangen Jahre ja auch keine Bäume ausgerissen ! Alles andere ist rein spekulativ.
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  •   Senfdazu
    (225 Beiträge)

    06.06.2018 16:07 Uhr
    😎
    und wieder korrigiert der klamme KSC seinen Verkaufspreis für ein Talent nach unten 😩😭😤. Die Zweit- und Erstligisten lachen sich einen Ast und bluten dem Ausbildungsverein KSC weiter aus. KSC: Bitte aufwachen!
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  •   KSC1894
    (403 Beiträge)

    06.06.2018 11:25 Uhr
    AS vs. Kwasi
    Leider hatte Kwasi damals nicht die erforderliche Lizenz. Im 2. Spiel unter seiner Führung konnte man eine deutliche spielerische Steigerung erkennen. Gegen den Tabellenführer Braunschweig einen Punkt zu holen und spielerisch überlegen zu sein hatte nicht mit mauern zu tun. In Dresden davor war es so. Kwasi übernahm als 16. und übergab als 15. Übrigens war er sich nicht zu schade einen der Mehlem`s zu bringen.
    AS rumpelt schon mit der gleichen Spielweise durch seine Trainerlaufbahn.
    In Sandhausen stand er 2 Mal kurz vor seiner Entlassung. Die Spiele dort waren teils grauenhaft. Nürnberg ist gleich aufgestiegen als er weg war. Warum? Er hat eine zu defensive Einstellung. Die von ihm erwähnte A-Note hat er nirgends hinbekommen.
    Ob er ein Aufstiegstrainer ist, hat er genauso wenig bewiesen wie Kwasi.
    Walter, Kwasniok 2 Trainer vom KSC sind in der 2. Liga.
    Ich finde es eh ein Unding das in der heutigen Zeit ein U19 Trainer keine Lizenz hat.
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  •   Markymark
    (327 Beiträge)

    06.06.2018 08:50 Uhr
    So wie ich das lese
    So wie ich das lese, ist er "noch" nicht weg. Er würde seinen Vertrag gerne einhalten. Macht ihn sympathisch.
    Denke es wäre vielleicht möglich ihn ab 2019 zu gewinnen. Aus meiner Sicht gibt es 2 Optionen.

    Option 1) Schwarz schafft den Aufstieg, dann ist er im Fokus anderer Clubs. Aufstiegstrainer sind begehrt.
    Er könnte ihn beerben.
    Option 2) Das Ziel wird wieder nicht geschafft, dann ist er ein "gescheiterter". Evtl. erfolgt die Trainerentlassung schon in der Saison. Das ist er jetzt nicht, auch wenn einige Fans hier ungeduldig geworden sind, seine Aufstiegs Mission ist auf 2 Jahre ausgelegt.

    Ich bin ein Noob und kann das nicht wirklich beurteilen.

    Interpretiere aber, dass er damals schon die bessere Alternative zu Meister war, ansonsten hätte ja diese 2 Spiele auch schon Meister machen können. Ansonsten kann der KSC es wie Aue zu machen und genauso bei anderen Clubs talentierte Trainer verpflichten. Insofern sehe ich einen Weggang nicht allzu kritisch.
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  •   Badenstolz
    (1139 Beiträge)

    06.06.2018 07:31 Uhr
    Andere haben erkannt
    was für ein Feuer in Kwasi brennt ... anstatt Meister hätte man Ihn installieren sollen !
    Und selbst Schwartz steckt Kwasi X mal in die Tasche - taktisch und vor allem was es heißt eine Mannschaft zu motivieren !

    Wenn die sportliche Leitung dieses Trainertalent jetzt ziehen lässt ... wurde die letzte Zeit wirklich alles verbockt ... Kwasi war/ist meine große Hoffnung ... denn bald werden einige aufwachen was unseren momentanen Übungsleiter anbetrifft .
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  •   ksc-durchblick
    (36 Beiträge)

    06.06.2018 18:50 Uhr
    Talent oder nicht Talent
    Fakt ist:
    Kwasi hat in den 4 Jahren, die er jetzt beim KSC ist, nichts außergewöhnliches erreicht. Nichts, was andere vor ihm und nach ihm nicht auch erreicht hätten / werden. Dass überhaupt ein 2. Ligist (auch wenn das Aue ist) Interesse hat ihn zu verpflichten, obwohl er noch Vertrag hat, ist gefühlt ein Glücksfall. (Das sagt er ja auch). Aber Aue hat das ja bei ihren beiden vergangen Trainern auch schon so gemacht. Tedesco haben Sie m.W. für 15.000€ rausgekauft und der hatte zum damaligen Zeitpunkt beim VFB und in Hoffe eine wesentliche größere Reputation als Kwasi. Von daher gibt es nur eine Lösung. Verkaufen !
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  •   Gegengerade1975
    (165 Beiträge)

    06.06.2018 11:14 Uhr
    nicht möglich
    man hätte ihn nicht statt Meister installieren können, der er damals noch keine Fußballlehrerlizenz hatte.
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