4  

Karlsruhe KSC-Kapitän David Pisot über die dritte Niederlage in Folge: "Es muss für jeden von uns eine Warnung sein, sich zu fokussieren!"

Wegducken nach einer Niederlage? Nicht sein Ding! David Pisot, Kapitän des Karlsruher SC, steht immer Rede und Antwort. Und vor allem: Der Spielführer ist keiner, der etwas schönredet. Wie er seiner Mannschaft nach den vergangenen drei Niederlagen wieder zurück in die Spur helfen will und warum ihn der Gedanke an einen möglichen drohenden Abstiegskampf nicht aus der Ruhe bringt - Peter Putzing hat ihn in der exklusiven ka-news.de-Serie "KSC-Spotlight" gefragt.

Die Analyse des KSC-Kapitäns zu der 0:3-Niederlage in Osnabrück fällt ehrlich aus: "Wir waren die ersten zehn, fünfzehn Minuten sehr gut im Spiel, haben kaum Chancen zugelassen, waren griffig. Dann haben wir Freistöße verursacht, was wir eigentlich vermeiden wollten, weil wir wussten, dass der VfL gute Schützen hat."

Hektik bringt das Team aus dem Rhythmus

Ärgerlich für den gebürtigen Karlsruher: Nach der ersten Chance für den VfL, dem Kopfball an den Pfosten, sei in den Reihen der Blau-Weißen "etwas Hektik" aufgekommen - und das habe dem VfL einen Push gegeben. "Da kam dann das 0:1 - fast logisch", meint Pisot.

David Pisot
David Pisot | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Es schien so, als hätte jemand dem Team nach einer Viertelstunde den Stecker gezogen, nichts lief mehr zusammen. Für Pisot war es die Hektik, die die Mannschaft aus dem Rhythmus brachte. "Wir bekamen nach dem 0:1 nichts mehr auf die Kette. Wir wussten, wir bekommen die Chancen, hatten wir auch mit Wanitzek und Lorenz - aber es fiel eben kein Treffer. Wir haben dann die Ruhe vermissen lassen, haben viel diskutiert und lamentiert", resümiert der Mannschaftskapitän.

"Wir haben zusammen verloren!"

Dass ihm selbst ein guter Auftritt gelungen war, interessiert den Innenverteidiger nicht. "Bitter ist, dass wir verloren haben. Enttäuschend, dass wir wieder drei Gegentore bekommen haben - enttäuschend für die Mannschaft. Wer die Fehler macht, ist egal", sagt der schnelle und kopfballstarke Abwehrspieler, doch ergänzt: "Jetzt haben wir drei Mal Lehrgeld bezahlt. Aber: Wir haben zusammen verloren!"

Karlsruher SC - Hallescher FC, 18.05.2019, Herren, Saison 2018/2019, 3.Liga, Fußball,  Heimspiel, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER
David Pisot (KSC 5) zur Aufstiegspaty. | Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Nun gelte es, aus der Abwärtsspirale rauszukommen. Da käme ihm die Länderspielpause gerade recht: "Da können wir uns ein bisschen sammeln, können das ansprechen, was wir verbessern müssen. Wir haben Zeit, daran im Training zu arbeiten, haben zwei Freundschaftsspiele, wo wir einiges ausprobieren können." 

Der 31-Jährige will vor allem, dass die Gegentorflut von bisher 12 Treffern eingedämmt wird. "Wir müssen schauen, dass wir wieder zu unserer defensiven Stärke zurückfinden. Wir werden so arbeiten, dass wir gegen Sandhausen eine gute Truppe auf dem Platz haben, die dieses Spiel gewinnen wird." 

Abstiegskampf? Von wegen!

Ob man in Sachen Taktik oder Personal etwas verändern sollte, dazu hält David Pisot sich zurück. "Taktik und Personal - das ist nicht mein Job. Das ist die Entscheidung des Trainers. Wir auf dem Platz müssen es umsetzen, müssen alles reinhauen, um zu gewinnen", erklärt er.

David Pisot
David Pisot | Bild: Hammer Photographie

Wenn einige davon reden, dass der KSC jetzt mitten im Abstiegskampf stecke, dann nervt ihn das. "Dazu sage ich: Ein klares Nein! Das wäre nach drei Niederlagen zu früh. Vor allem auch, weil wir wissen, was wir können, weil wir das in den beiden ersten, siegreichen Begegnungen gezeigt haben!"

"Mit 90 Prozent unseres Leistungsvermögens können wir nicht gewinnen"

Pisot nimmt daher auch die Teamkollegen in die Pflicht: "Es muss für jeden von uns eine Warnung sein, sich zu fokussieren, denn jetzt muss jedem klar sein, dass wir in dieser Liga für jeden Fehler bestraft werden! Die Gegner sind da eiskalt", meint er. "Mit 90 Prozent unseres Leistungsvermögens können wir nicht gewinnen. Wir müssen die Konzentration hochfahren, jeder muss ans Maximum gehen, um Punkte zu holen."

Training am 11.08.2019, Herren, Fußball, Saison 2019/2020, 2.Liga, Karlsruher SC.
David Pisot (KSC 5) spielt den Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Und die wird der KSC auch holen, da ist sich der Teamkapitän - trotz aller Kritik - sicher. Pisot versucht seine immer vorhandene Grundzuversicht auszustrahlen. "Ich bin immer positiv. Wer hinfällt, muss aufstehen. Wichtig ist, dass wir zusammenhalten, dass wir uns nicht gegenseitig Vorwürfe machen, sondern versuchen, miteinander Lösungen zu finden, um wieder zu gewinnen!"

Dieser Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (4)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   RainerBu
    (803 Beiträge)

    05.09.2019 12:54 Uhr
    nur enge Spiele
    ...deshalb ist klar, Ziel kann nur drinbleiben sein.
    Kobald und Carlson können was, ich glaub an die. Hoffentlich auch bald der Trainer !
    Die Abwehr scheint ne Liga höher gedanklich und manchmal auch körperlich bissl zu langsam .
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   melotronix
    (2856 Beiträge)

    05.09.2019 07:29 Uhr
    wer permanent..
    ..an der obersten Leistungsgrenze agieren muss kommt zwangsläufig in die Abstiegsregion.
    Keine Mannschaft hat eine Konstanz wie evtl. die Bayern. Deshalb zeichnen auch die aussergewöhnlichen Spieler die Aufstiegsaspiranten aus.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rundbau-Gespenst
    (11310 Beiträge)

    05.09.2019 08:08 Uhr
    Du meintest eher: die außergewöhnlich prall
    gefüllten Geldbeutel der Mäzene!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Tribünen-Bruddler
    (39 Beiträge)

    05.09.2019 07:05 Uhr
    Noch ist nicht passiert ...
    doch Achtung:
    Auch wenn man nur von Spiel zu Spiel denkt, sollte man nicht vergessen, dass man hier und da mal Punkte sammeln sollte. Wenn das letzte Spiel gespielt, und nicht ausreichend Punkte auf der Habenseite stehen, heißt es wieder Auf Wiedersehen 2. Liga.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.