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Karlsruhe KSC-Größen beschreiben ihren emotionalsten Momenten: Schmitt, Schwartz und Co. nehmen Abschied vom Wildparkstadion

63 Jahre lang stand das Wildparkstadion als Heimat des Karlsruher SC für Titel, Tränen und Triumphe. Die Sportstätte im Hardtwald hat in über sechs Jahrzehnten große Spiele, Spieler und Trainer erlebt. Am Samstag steigt das letzte Spiel im alten Wildparkstadion, bevor die Bagger anrollen! Am Adenauerring entsteht in den kommenden Jahren eine moderne Fußballarena. KSC-Größen der Vergangenheit und der Gegenwart erinnern sich im zweiten Teil bei ka-news an ihre emotionalsten und schönsten Erlebnisse im Wildparkstadion.

Edgar Schmitt (55)

"Ich verbinde mit dem Stadion die Überschrift: 'Sehnsucht, Stimmung, Abenteuer und große Spiele'. Klar, dass mir das 7:0 gegen Valencia im Wildpark immer in Erinnerung bleibt. Die Menschen kamen ins Stadion, um was zu erleben, dem Alltag zu entfliehen. Was anderes zu erleben, wie in ihrem alltäglichen Beruf. Sie wollten mutige Trainer und Spieler sehen.

Spieler, die an alles glaubten. Wir hatten die verdammte Verantwortung genau das zu liefern und wir haben es getan, nicht immer, aber doch sehr oft. Und damit wir träumen konnten, haben die Fans und Zuschauer uns mit allem was sie hatten unterstützt. Dabei haben sie das nicht nur für uns getan. Nein, sie haben durchaus egoistisch und aus ihrem Selbstzweck gehandelt, weil sie aktiv ein Teil der großen Abenteuerreise sein wollten. Und das ist gut so! Das ist der Auftrag des Fußballs und nur das, sonst nichts. Alles andere wie monetäre Zuflüsse für Verein und Stadt, neues Stadion, Förderung der Jugend etc. generieren sich aus diesem Denken und Handeln. Also lasst uns eine neue Abenteuerreise gehen, träumen und die Welt zu einem besseren Ort machen. Und wenn es nur für 90 Minuten ist. "Nur der KSC!"

Edgar Schmitt
Edgar Schmitt gelang im Uefa-Cup-Rückspiel gegen Valencia 1993 ein Viererpack. | Bild: (ks)

Es ist der 2. November 1993 an dem der Fußballspieler Edgar Schmitt einen Namen bekommen sollte unter dem ihn heute alle kennen, die etwas mit dem KSC zu tun haben. Fast 25 Jahre ist der Viererpack von "Euro Eddy" mittlerweile her, doch noch immer ist der KSC die große Leidenschaft des Ex-Stürmers. Für den KSC kam "Euro Eddy" 93 mal zum Einsatz.

Lars Stindl (30)

"Ich habe sowohl als Spieler wie auch zuvor als Fan tolle Erinnerungen an das Wildparkstadion! Da wäre der Heimsieg gegen den HSV in der letzten Minute, als ich für den Torschützen Sebastian Freis aufgelegt habe. Als Fan habe ich vor allem den letzten Spieltag der Saison 2003/04 gegen Alemania Aachen in Erinnerung. Unser Spieler Conor Casey machte das Tor zum Nichtabstieg! Ein schönes Erlebnis für mich im Fanblock war aber auch der Sieg gegen Unterhaching in der Saison 2006/07, als wir am 31. Spieltag mit 1:0 gewinnen konnten und so vorzeitig den Bundesliga-Aufstieg perfekt machten! Da war ich im Stadion - unvergesslich!"

Lars Stindl
Bei Borussia Mönchengladbach ist Lars Stindl Kapitän wie schon zuvor bei Hannover 96. er gilt als derzeit bester aktiver Ex-KSC-Profi. | Bild: Marius Becker

Lars Stindl gilt als derzeit wohl bestes KSC-Eigengewächs: Der Offensivspieler steht seit 2015 bei Borussia Mönchengladbach und ist dort Mannschaftskapitän und Führungsspieler. Mit der Nationalelf gewann er 2017 den Confed Cup, im Finale gelang ihm dabei der 1:0-Siegtreffer. Die WM in Russland verpasste Stindl wegen einer Verletzung. Mit zwölf Jahren kam Stindl in die Jugendabteilung des KSC und durchlief dort alle Jugendteams bis zu den Profis. 2010 verließ Stindl den Verein mit 22 Jahren in Richtung Hannover.

Ingo Wellenreuther (58)

"Es gab viele schöne Momente in den letzten fast 50 Jahren, seit ich zum KSC in den Wildpark gehe: Auf- und Abstiege, Siege und Niederlagen, Begeisterung und sportliche Dramen. Das alles durfte ich im Wildpark erleben. Der schönste und emotionalste Abend war aber sicher am 2. November 1993 beim 7:0-Erfolg gegen den FC Valencia - ein unvergesslicher Abend mit einer anschließenden sehr langen Nacht!"

Ingo Wellenreuther
Ingo Wellenreuther. Foto: Thomas Eisenhuth/Archiv |

Ingo Wellenreuther ist seit 2010 Präsident des Karlsruher SC und zudem Bundestagsabgeordneter für die CDU.

Alois Schwartz (51)

"Da fallen mir spontan zwei Momente ein: der eine war in der letzten Saison direkt nach der Winterpause. Wir haben gegen Unterhaching 3:1 gewonnen und richtig gut gespielt, da waren die Fans begeistert. Der zweite Moment war unser Heimspiel in der Relegation gegen Aue. Es war eine großartige Leistung des Teams, das nach einer großartigen Aufholjagd überhaupt noch erreicht zu haben. Dazu ein volles Haus, das war schon toll. Leider gab es am Ende kein Happy End. Aber ich hoffe, dass wir in Zukunft von weiteren schönen Momenten sprechen können – im neuen Wildpark."

Cheftrainer Alois Schwartz
Cheftrainer Alois Schwartz | Bild: Reisenauer

Alois Schwartz kam im August 2017 als Nachfolger von Marc-Patrick Meister zum KSC und führte das Team noch schwachem Saisonstart noch in die Relegation gegen Aue (0:0, 1:3). Zuvor war Schwartz als Trainer in Nürnberg, Sandhausen und Kaiserslautern.

Mario Eggimann (37)

"Mein großes Highlight war das Spiel im Wildpark in der Saison 2006/2007, mit dem wir den Aufstieg schafften. Nach dem 1:0 gegen Unterhaching waren wir drei Spieltage vor Saisonende in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Die Atmosphäre vor, während und nach dem Spiel war sensationell. Die spontane, tolle Aufstiegsfeier mit den Fans im Wildpark werde ich in meinem ganzen Leben nie vergessen. Schön ist auch, dass die Aufstiegsmannschaft zum Spiel gegen Würzburg eingeladen ist. Dass ich komme ist selbstverständlich."

Länderspiel Schweiz - Deutschland
Eggimann im Trikot der Schweizer Nationalmannschaft. Hier gegen DFB-Stürmer Mario Gomez. |

Mario Eggimann absolvierte zwischen 2002 und 2008 176 Spiele für den Karlsruher SC und war Nationalspieler der Schweiz. Unter Trainerlegende Ottmar Hitzfeld  nahm er mit der "Nati" an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika teil. Nach sechs Jahren im Wildpark wechselte der heute 37-jährige Abwehrchef zu Hannover 96. 2015 beendete Eggimann seine aktive Laufbahn bei Union Berlin.

Sergei Kirjakow (48)

"Ein großartiges Erlebnis? Geht nicht! Es waren mindestens drei sensationelle Spiele im Wildpark für mich. Mindestens, eigentlich wären es noch mehr. Gegen Bremen habe ich drei Tore geschossen und einmal wurde ich am Tor durch ein Foulspiel gehindert - das gab Elfmeter für uns, den 'Manni' Bender reingehauen hat. Wir lagen nach 15 Minuten 0:2 zurück. Dann ein Fußballfeuerwerk, wir gewannen 5:2. 

Dann: Gegen Borussia Dortmund, da lagen wir zur Halbzeit mit 0:3 zurück, ich habe drei Tore gemacht, es endete 3:3. Der Wildpark kochte schier über. Dann natürlich: Für mich, für die ganze Mannschaft – für den ganzen KSC unvergesslich: das 7:0 gegen Valencia. Ein für immer und ewig unvergessliches und unglaubliches Spiel."

Sergej Kiriakov
Ex KSC Spieler Sergej KIRIAKOV wird den Fans im Stadion vorgestellt. | Bild: Oliver Hurst (GES/Oliver Hurst)

Sergei Kirjakow (48) spielte sechs Jahre im blau-weißen Dress der Karlsruher. Zwischen 1992 und 1998 lief "Kiki" in 145 Spielen (29 Tore) für den KSC auf und galt als "Dribbelkönig des Wildparks". Mittlerweile lebt der ehemalige Nationalspieler Russlands in Sankt Petersburg, Ende des Monats kehrt der ehemalige Dribbbelkünstler mit der Traditionsmannschaft von Zenit St. Petersburg zurück nach Karlsruhe.

Im ersten Teil von "Abschied vom Wildparkstadion" erzählen unter anderem Maik Franz, Martin Wacker und Edmund Becker von ihren emotionalsten Momenten im Wildparkstadion.

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  •   DonHasi
    (1003 Beiträge)

    04.11.2018 16:24 Uhr
    Fehlt da nicht einer...?
    Durfte oder wollte er nicht...
    Hat er vielleicht wegen schlechtem Benehmen noch Stadionverbot?
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  •   schwarzvoraugen
    (3219 Beiträge)

    03.11.2018 18:36 Uhr
    Dass unserem Coach
    ausgerechnet die Relegationspleite in positiver Erinnerung bleibt zeigt ja seine Geisteshaltung. Ich wünsche ihm und uns allen Ernstes, dass er am Saisonende eine echte Aufstiegsfeier miterleben darf.
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  •   Lipa
    (813 Beiträge)

    03.11.2018 12:41 Uhr
    Kiki
    von Schäfer wurde eingebleut:" Nicht liegenbleiben, AUFSTEHEN", Kiki war der erste, der dies sofort umsetzte, weil es auch seiner Mentalität entsprach.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11515 Beiträge)

    03.11.2018 12:21 Uhr
    rüber in die
    Dixikloarena !!!

    grinsen
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