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Karlsruhe Hindernis Mitgliedersatzung: Warum Rolf Dohmen (noch) kein KSC-Präsident werden kann

Es war die Überraschung im Sommer 2018, als Rolf Dohmen erklärte, für das Amt des KSC-Präsidenten zu kandidieren. Ein Jahr später sind die Pläne zwar noch nicht weiter gediehen - aber die Idee ist noch da, und der Wille auch. Es scheitert allerdings an der Mitgliedersatzung des Karlsruher SC

"Neues Präsidium? Rolf Dohmen bestätigt Interesse an Kandidatur" schrieb ka-news.de vor ziemlich genau einem Jahr am 8. September. Und auch heute noch hat der gebürtige Nordrhein-Westfale weiterhin Interesse an diesem Job. "Ich stehe zur Verfügung", sagt der ehemalige KSC-Profi gegenüber ka-news.de. "Ich habe schon immer viele Anfragen bekommen, ob ich nicht das Amt ausfüllen möchte und seit ich damals gesagt habe, dass ich Interesse habe, kamen noch mehr Menschen auf mich zu!" 

Rolf Dohmen (Mitte) bei der KSC-Mitgliederversammlung 2018. (Archivbild) | Bild: Thomas Riedel

Er geht die Kandidatur für das Amt des Vereinspräsidenten allerdings nicht aktiv an. "Ich möchte keine Schlammschlacht mit dem KSC, denn obwohl das Team gerade drei Spiele verloren hat, sind alle glücklich und zufrieden: Der Stadionbau läuft, die Dächer auf den Tribünen sind da", erklärt der 67-Jährige. 

Hindernisse in der Satzung

Doch zwischen ihm und einer möglichen Wahl zum Präsidenten - er würde nach zehn Jahren im Amt Ingo Wellenreuther ablösen - steht die Vereinssatzung. Die besagt in § 17: "Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten. Sie sind wählbar, wenn sie seit mindestens drei Jahren ununterbrochen Vereinsmitglied sind." Und genau da liegt die Crux. Rolf Dohmen ist erst seit Januar 2017 wieder Mitglied des Karlsruher SC. 

Bild: Thomas Riedel

"Das ist leider die Voraussetzung, also werde ich im Oktober dieses Jahres nicht kandidieren. Da habe ich mich drei Monate zu spät wieder angemeldet", sagt Dohmen. "Es gab zwar auch schon Ausnahmen von dieser Satzung, aber wie gesagt, ich möchte keine Unruhe reinbringen!"

Herz schlägt Blau-Weiß

Um in diesem Jahr doch noch antreten zu können, bedürfe es einer Satzungsänderung. Doch die strebt er nicht an. Daher bleibt ihm vorerst nur die Option, 2022 wieder seinen Hut in den Ring zu werfen, denn alle drei Jahre wird das Präsidium des KSC neu gewählt.

Abstimmung bei der Mitgliederversammlung 2018. (Archivbild) | Bild: Thomas Riedel

Heute ärgert sich der ehemalige Manager des Karlsruher SC darüber, ausgetreten zu sein. "Es ist ärgerlich, aber ich wusste ja, was die Satzung besagt. Aber ich wäre auch nie ausgetreten, wenn es keine Gründe dafür gegeben hätte, aber die hatte ich nun mal", so Rolf Dohmen im Gespräch mit ka-news.de. 

Ob Mitglied oder zeitweise nicht - der Ex-KSC-Profi ist immer im Bilde, wenn es um das Team aus dem Wildpark geht. "Ich bin voll informiert, schaue die Spiele vor dem Fernseher oder im Stadion. Ich war so lange beim Fußball, der KSC ist mein Verein", sagt er. "Da trägt man einfach Blau-Weiß!" 

ka-news.de Hintergrund: Rolf Dohmen
Geboren am 4. April 1952 in Nordrhein-Westfalen kam Rolf Dohmen das erste Mal von 1978 bis 1982 zum Karlsruher SC. Als Fußballprofi bestritt er für den KSC 141 Spiele und schoss sieben Tore. 

Im Mai 2002 kam er in den Wildpark zurück, diesmal als Manager des Vereins. Bereits seit 2005 kriselte es zwischen dem Karlsruher SC und Dohmen. Das gipfelte in einem Eklat im März 2009, als der Verdacht im Raum stand, Dohmen könnte Schmiergeldzahlungen des Ausrüsters "Nike" erhalten haben. Ende 2009 wurde er vom Verein freigestellt. Später klagte er vor dem Arbeitsgericht noch ausstehende Gelder ein. Das Gericht gab ihm recht. 

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  •   Dobermann
    (61 Beiträge)

    09.09.2019 20:40 Uhr
    Rolf Dohmen
    ist ein Kölner Jung und hat tatsächlich ein großes KSC-Herz. Er hat den KSC mit Schulden damals übernommen und mit einer schwarzen Null übergeben. Er ist mit Sicherheit immer eine gute Option. Aber never Change a Winning Team... wir lassen jetzt erstmal alles wie es ist und RD sagt selbst, er möchte jetzt wo es läuft, nichts ändern und sich nicht aufdrängen .... also Fair ist das.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11320 Beiträge)

    10.09.2019 10:11 Uhr
    kommt er nicht aus
    Düren?
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  •   DonHasi
    (996 Beiträge)

    09.09.2019 19:55 Uhr
    Ingo-Style
    Es wäre typisch, für unsere Paragraphen-Reiter und Sesselfurzer wenn man versucht, eine demokratische Abstimmung durch juristische Winkelzüge zu verhindern. Siehe das Beispiel "Jatta". Man hat versucht die eigene "Nichtleistung" auf dem Fußballplatz am grünen Tisch zu korrigieren. Die Lösung wäre ganz einfach: Man befragt am Abend der Entscheidung die Mitglieder, ob Sie was dagegen haben wenn "DD" trotzdem antritt. Sagen mehr als 75 % JA wäre der Käs` gesse. Dann vielleicht gleich noch ein paar "Oberluschen" entsorgen, die sich aufgrund der neuen Struktur der Fußballabteilung lediglich ein "Pöstli" erhoffen aber dafür frei von Eignung sind. Aber ja: "Sachverstand kann ja für eine neue Aufgabe so belastend sein....
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11320 Beiträge)

    10.09.2019 10:09 Uhr
    Du wiederholst
    Dich!!!

    Dadurch wird's nicht besser...
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  •   lynx1984
    (3175 Beiträge)

    09.09.2019 07:32 Uhr
    Kein Konzept Mann DD
    Disco Domen ist ein Mann ohne Konzept.
    Er hat seinen Hut in den Ring geworfen obwohl es der falsche Zeitpunkt war, obwohl er nichts aber auch gar nichts hat vorweisen können was er irgendwie besser machen will als das aktuelle Präsidium. Sofern das nicht gegeben ist, so kann ich nur eine Schädigung des Vereins sehen was DD hier veranstaltet.
    Soll er mal vorstellen warum er der bessere Kandidat ist.
    Schon in seiner Zeit als Manager war er nicht immer glücklich. Alleine die Geschichte um Fanz war schon kinoreif...
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  •   Schlappedengler
    (291 Beiträge)

    08.09.2019 19:10 Uhr
    Lass den Kelch vorüber gehen ...
    ... nach 20 Jahren herunterwirtschaften sind die nächsten 5 Jahre vom finanzielle Hoffnungsschimmer Stadion und Ausgliederung gekennzeichnet. Was will denn jetzt der Disco? Die Ernte einfahren, die andere mühsam erarbeiten? Von wem der angesprochen wird ist mir ein gleiches Rätsel wie sein Austritt! Ich wünsche den heutigen Mandatsträgern weiterhin ein gutes Händchen und hoffe auch, dass dieses Team in 2,5 Jahren das Stadion einweiht! Gefühlt waren wir schon lange nicht mehr so gut unterwegs.
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  •   Robert1959
    (1935 Beiträge)

    08.09.2019 12:48 Uhr
    Diese Satzung macht schon Sinn!
    Man tritt nicht aus dem Verein aus mit dem man sich identifiziert- Wenn die Zeit kürzer wäre, würden bei einem Höhenflug viele Prominente eintreten. Die Zuverlässigkeit , dass sie eine Amtszeit durchhalten wäre geringer, da die Identifikation mit dem Verein auch nicht gegeben ist!
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  •   sodbrenner59
    (211 Beiträge)

    08.09.2019 20:11 Uhr
    Joooooo.....
    Siehe Oli K. ! Bei der GV große Reden für seinen Vater schwingen, aber noch nicht mal mehr Mitglied im Verein gewesen! Von einem Engagement ganz zu schweigen! Genau wie der Mehmet. Der hat mit dem KSC auch nichts am Hut. Die sind im Herzen alle Weiß-Rot!

    Aber eines ist auch klar...ohne Welle gibts keinen Pille.Ohne Pille gibts keine Kohle! Ohne Kohle sind die Pleite, bevor noch ein einziges Ticket für das neue Stadion verkauft ist!
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  •   Tyr
    (480 Beiträge)

    08.09.2019 11:49 Uhr
    Rolf D
    der Lieblingskandidat von Welle, einfacher gehts für ihn nicht,
    eine Lachplatte und Bauernbühne sondergleichen
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  •   master-of-comment
    (3810 Beiträge)

    08.09.2019 10:39 Uhr
    Selbst wenn man ...
    die Notpräsidentschaft von IW dazurechnet, ist er erst seit knapp 9 Jahren im Amt, und nicht seit 10 Jahren. Oder ist das der Versuch von ka-news, ihm den "Eklat" von 2009 (unter Metzger) auch noch in die Schuhe zu schieben?

    Im Übrigen würde ich eine echte Wahlmöglichkeit auch begrüßen, nur hätte gerade DD auch nach einer Satzungsänderung keine realistische Chance gehabt. Das weiß er selbst am besten und begibt sich daher nun in die gönnerhafte Opferrolle.
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