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Karlsruhe Pfefferspray gegen KSC-Fans: Fanprojekt kritisiert Frankfurter Polizei

Der Polizeieinsatz der Frankfurter Polizei gegen KSC-Anhänger beim Auswärtsspiel des Karlsruher SC steht in der Kritik. Der Vorwurf: Die Beamten hätten am vergangenen Samstag in Frankfurt überreagiert und Fans wahllos mit Pfefferspray attackiert. Der Polizeieinsatz sei unverhältnismäßig gewesen. Der Leiter des Karlsruher Fan-Projekts, Volker Körenzig, ist entsetzt und will jetzt Beschwerde beim DFB einreichen.

Körenzig kritisiert den Polizeieinsatz gegen KSC-Anhänger im Gästeblock beim Auswärtsspiel in Frankfurt scharf. "Das war in 15 Jahren mein schlimmster Einsatz", sagte der Projektleiter gegenüber ka-news. Bereits kurz nach Anpfiff der Partie hätten sich in der Arena furchtbare Szenen abgespielt. "Die Polizei hat mit starker Intensität und großer Menge Pfefferspray wahllos und ohne zu differenzieren in den Block der KSC-Anhänger gesprüht", so Körenzig.

Etwa 100 Verletzte

Die Beamten seien dabei mit "unverhältnismäßiger Härte" auch gegen Jugendliche und ältere KSC-Anhänger vorgegangen. Etwa 100 Fans seien nach Aussage Körenzigs bei dem Einsatz verletzt worden - die meisten an den Augen - und mussten von Sanitätern behandelt werden. Darunter wohl auch ein ehrenamtlicher Fanbetreuer des KSC.

Kurz nach Anpfiff sei ein blauer Rauchtopf im Gästeblock gezündet worden, erklärte Körenzig. Aus seiner Sicht "nicht dramatisch, keine Bengalo-Show." Der Rauch habe sich auch schnell wieder verzogen. Doch plötzlich sei auf Kommando eine Horde von Ordnern in den Block gestürmt und hätte versucht die sogenannte Zaunfahne der Gästefans zu entfernen. Daraufhin sei es vereinzelt zu kleinen Rangeleien gekommen. In der Folge sei die Polizei plötzlich massiv mit Pfefferspray gegen KSC-Anhänger vorgegangen. Für Körenzig ein untragbarer Zustand, gerade weil im Vorfeld der als Risikospiel klassifizierten Partie alles "relativ entspannt" verlaufen sei.

Beschwerde beim DFB

Das Spiel galt bereits im Vorfeld  als "Hochsicherheitspartie des Jahres", so der Projektleiter. Gerade deswegen hätten sich die Fanprojekte gut darauf vorbereitet. So habe es auch auf dem gesamten Weg von Karlsruhe bis zum Stadion fast keine Vorkommnisse gegeben. Umso unverständlicher sei daher die harte Reaktion der Einsatzkräfte vor Ort. Körenzig will jetzt Beschwerde beim DFB einreichen.

Der zuständige Ansprechpartner der Polizei sei erst am Dienstagmittag wieder zu erreichen, erklärte die Pressestelle der Polizei Frankfurt auf ka-news-Anfrage. Daher könne man derzeit keine Stellungnahme zu dem Polizeieinsatz abgeben.

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Kommentare (243)
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  •   andi79
    (2650 Beiträge)

    07.12.2011 11:03 Uhr
    und nicht nur bei uns...
    http://www.liga3-online.de/polizei-geht-uberaus-gewalttatig-gegen-fans-vor/

    anderstwo sieht es nicht anderst aus... das dort angesprochene "verloren gehen" von beweismaterial kommt übrigends öfters vor... gerade bei digicams schon mehrfach gelesen dass diese beschlagnahmt wurden und leer wieder kamen.
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  • unbekannt
    (16 Beiträge)

    07.12.2011 11:13 Uhr
    Zum Thema: Datei Gewalttäter Sport
    Viele kennen Sie. Willkürlich werden darin Leute gespeichert, sogar Rentner stehen dort drin.
    Natürlich werden auch mitunter "die Richtigen" dort drin stehen, aber Fakt ist: Diese Datei ist RECHTSWIEDRIG!! Das wurde auch vom Gericht so befunden (siehe: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,600857,00.html )

    Was aber eine rießen Schweinerei ist: Ein Mannschaftskollege von mir ist bei der Polizei. Dieser hat mir bestätigt, dass nach wie vor diese Datei existiert und verwendet wird. Sowas ist einfach unglaublich, da soll mir mal noch einer sagen wir leben in einem Rechtsstaat mit Demokratie!
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  •   andi79
    (2650 Beiträge)

    07.12.2011 11:00 Uhr
    Teil 2
    wenn a) Polizeibeamte nicht mehr gegen das Vermummungsverbot verstoßen (sprich identifizierbar sind.. wenn auch nur anonym über eine Nummer), und wenn dafür sorge getragen wird daß Beweise gegen Kollegen nicht verschwinden. Letzteres kann IMHO nur erreicht werden wenn man die BFE Einheiten in eine Beweissicherungseinheit und eine Festnahmeeinheit aufteilt... bzw. optimalerweiße die Beweissicherung externen unternehmen überlässt... dabei sollte die kamera durchgehend laufen (zeitstempel) und das Material auf anwältliche aufforderung eingesehen werden dürfen. Die Beweissicherungseinheit darf finanziell nicht abhänig sein von der Polizei, und muß dem Zug zugeteilt werden. Des weiteren sollten die zuordnungen von Beweissicherungseinheiten und Festnahmeeinheiten rotieren damit keine persönlichen Beziehungen entstehen können. So wäre eine unabhänige Beweissicherung sichergestellt die in beide richtungen funktioniert und zudem glaubhaft ist.
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  •   andi79
    (2650 Beiträge)

    07.12.2011 10:55 Uhr
    Gleiches recht für alle
    ----
    enn man jetzt gegen die Polizisten aus Frankfurt mit aller Härte vorgeht (was ich hoffe) muss man die gleiche Härte auch bei den Störenfrieden und Aggros vorgehen nicht nur Stadionverbote und Sozialstunden. Gleiches Recht für alle.
    -----

    gegen Fans die überführt werden wird in der Regel immer in aller härte vorgegangen, bei Strafanzeigen gegen die Polizei muß praktisch immer das Beweismaterial selbst geliefert werden. Auch folgt ein Stadionverbot gegen Fans bereits nach kürzester Zeit, eine suspendierung aus dem Dienst aber bestenfalls nach eine erfolgreichen überführung vor gericht... und da ist schon das Hauptproblem... fast alle Fälle von Polizeigewalt kommen nie vor gericht. Sie werden von der Staatsanwaltschaft (die auf eine Zusammenarbeit mit der Polizei angewiesen ist) über Monate verschleppt und dann fallen gelassen (zulets bei uns passiert bei den Polizeireitern in Stuttgart)... mit gleichen maß wird nur gemessen... -> teil 2
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  •   landei
    (6123 Beiträge)

    07.12.2011 08:47 Uhr
    ich denke
    das war ein sehr gutes Schlusswort zu dem Thema. Hofefntlioch kapieren es alle Seiten die es lesen.
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  •   KA78
    (1074 Beiträge)

    07.12.2011 08:23 Uhr
    und warum nicht
    ganz einfach. Weil die ja dafür bezahlt werden Ihren Kopf hinzuhalten. Wie gesagt es rechtfertigt nicht solch ein brutales vorgehen. Ich möchte damit nur sagen. Ich würde mir wünschen auch mal an die Polizistinnen und Polizisten zu denken die von "Fans" der verschiedensten Fußballvereine angegriffen wurden angepöpelt angespuckt. Mit Flaschen und Steinen beworfen. Und das passiert nicht nur einmal in einem Monat. Wenn man jetzt gegen die Polizisten aus Frankfurt mit aller Härte vorgeht (was ich hoffe) muss man die gleiche Härte auch bei den Störenfrieden und Aggros vorgehen nicht nur Stadionverbote und Sozialstunden. Gleiches Recht für alle. Bei Gewalt im Fußball hört es einfach auf egal von welcher Seite. Das soll für alle Schichten der Menschen einfach Unterhaltung sein. Jetzt ist es einfach nur das hoffen nicht verletzt zu werden. Und mit Kindern hinzugehen ein Wagnis sondergleichen. So macht man Sport kaputt.
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  •   KA78
    (1074 Beiträge)

    07.12.2011 08:18 Uhr
    Pyro abzubrennen
    ohne Chaos und Polizeianarchie zu provozieren. Aber da waren die Menschen auch anders. Jetzt gibt es einfach viel zu viele die Fußball nicht mehr nur als Sport ansehen sondern eher als Privatsache. Man fühlt sich persönlich angegriffen wenn sie verlieren. Der Fan will mitbestimmen. Es gab schon früher Ultras da gibt es ein schönes Buch über einen Norddeutschen Ultra ist schon älter wäre aber interessant für einige das mal zu lesen. Da wird die Szene mal beleuchtet.Die Absprachen zur Keilerei das desinteresse für das Spiel. Heut hat sich das Bild etwas verändert. Aber die Aggressionen sind mehr geworden. Und das bauscht sich auch auf der anderen Seite auf die Polizei darf nie im Leben auf Wehrlose einschlagen und Pfefferspray nutzen. Aber das passiert leider unsinniger Weise doch hier wird jetzt lamentiert und nach Gerechtigkeit geschrien hat man das bei den verletzten Polizisten in vielen anderen Fällen bei Risikospielen ob es Dresden, Rostock, Pauli, Frankfurt, Köln etc. getan nein
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  •   KA78
    (1074 Beiträge)

    07.12.2011 08:11 Uhr
    Da ich net dabei war kann
    ich jetzt nichts zu den Ursachen und Entwicklungen sagen. Aber bei sovielen Aussagen das die Polizei so aggressiv vorgegangen ist ist klar da war eine sinnlose Polizeihärte dabei. Und man sollte dagegen genauso vorgehen wie gegen Fans die sinnlos randalieren und provozieren und prügeln. Sicherlich ist es eine Überreaktion aufgrund von den Vorkommnissen in anderen Stadien. Was die Aggressionen der "Fans" bei anderen Spielen gegen die Polizei nicht weniger werden läßt. Aber es wäre heuchlerich zu sagen, das unsere "ultras" alle Lämmer sind. Ob es bei Spielen gegen Lautern im Zug war. Aggressionen gegen die eigenen Fans und Polizei. Oder gegen Stuttgart oder gegen Cottbus oder gegen Dresden in den vergangenen Jahren. Und ich wette mit jedem der es wagt. Wenn wir so wie in England keine Zäune hätten es würde mehr passieren als jetzt weil es zuviele Leute gibt die sich und Ihre Aggressionen nicht unter Kontrolle hätten. Die Schiris oder Spieler angreifen würden. Früher war es evtl. möglich
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  •   Gelbsocke
    (3955 Beiträge)

    07.12.2011 01:37 Uhr
    Fans
    sind doch keine kriminelle Gruppen bei denen es heißt: "Mitgegangen, Mitgehangen!"

    Woher nimmt sich also jemand das Recht auf übelste Art und Weise gegen Menschen Gas und Schlagstöcke einzusetzen die zufällig neben welchen stehen die bestenfalls als Störer einzustufen sind?

    Soll ich einem der einen Rauchtopf zünden will gleich ne Kelle geben und dann als gewalttätiger Fan ausgeschlossen und verurteilt werden?

    Kein Wunder haben die so schlecht gespielt da war ja ne Stimmung wie bei der Pest.
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  • unbekannt
    (8066 Beiträge)

    06.12.2011 16:05 Uhr
    Neues Fanprojekt!
    Modellhäuschen und Handpuppen: Kinder lernen spielend, mit Feuer umzugehen

    In diesem Sinne...
    *duckundweg* zwinkern
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