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Karlsruhe Gute Zahlen beim KSC: Sportlicher Erfolg bringt 341.000 Euro Gewinn

330 Mitglieder waren am Donnerstagabend in der Badnerlandhalle in Neureut bei der Mitgliederversammlung des Karlsruher SC anwesend, in der KSC-Präsident Ingo Wellenreuther in seinem Jahresbericht davon sprach, dass dem KSC in wirtschaftlicher Hinsicht die "Trendwende gelungen" sei.

Der KSC konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 341.000 Euro verbuchen. Zum ersten Mal seit 2009 schrieb der Verein wieder schwarze Zahlen, wie Vizepräsident Georg Schattling der Versammlung sagte. Und zum ersten Mal seit 2011, als der KSC die Saison noch mit einem Verlust von über zwei Millionen Euro abschloss, der dann aber Jahr für Jahr geringer ausfiel, konnte für die Saison 2014/2015 auf der Ertragsseite wieder ein Plus verzeichnet werden.

Relegation bringt 93.000 Euro Überschuss

Geschuldet sei diese positive Entwicklung der herausragenden sportlichen Entwicklung, die nicht nur die Mannschaft auf den dritten Tabellenplatz und damit in die Aufstiegsrelegation zur ersten Liga geführt hat, wodurch allein ein Überschuss von 93.000 Euro erwirtschaftet wurde.

Damit einher ging auch eine starke Verbesserung der Marketingerlöse um rund 400.000 Euro und auch im Merchandising wurde ein großes Umsatzplus erzielt, was auch dem sehr gut angenommenen Jubiläumstrikot zum 120 -jährigen Vereinsjubiläum zu verdanken ist, das sage und schreibe 14.000 mal über den Ladentisch ging.

Karlsruher SC als großer Steuerzahler

Zwar verzeichnet der KSC nach wie vor ein Negativkapital von rund 4,62 Millionen Euro, das sich aber gegenüber den 4,96 Millionen im Vorjahr weiter verkleinert hat. Auch die im Rahmen der Lizenzerteilung durch die DFL erteilte Auflage, dieses Negativkapital jedes Jahr um fünf Prozent zu verringern, konnte der Verein zum ersten Mal seit vielen Jahren ohne die Hilfe seines finanzstarken Vizepräsidenten Günter Pilarsky stemmen, dessen in vielen Bereichen geleistete großzügige Unterstützung von der Versammlung mit großem Beifall bedacht wurde.

In seinem Finanzbericht ging Georg Schattling auch auf die Bedeutung des KSC als Steuerzahler ein, der im Berichtszeitraum insgesamt 4,9 Millionen an Steuern und Abgaben an die Finanzbehörden überwies. Auch die laufende Saison soll wiederum vom Streben nach Konsolidierung gekennzeichnet sein. Der von der DFL genehmigte Haushaltsplan sieht Einnahmen in Höhe von rund 20,2 Millionen Euro und Ausgaben in Höhe von rund 20,1 Millionen Euro vor.

Dies würde zu einem Gewinn von etwa 100.000 Euro führen. Da durch die Verkäufe von Rouwen Hennings, Dennis Mast und Philipp Max aber hohe Erlöse in einer Größenordnung von fast sieben Millionen Euro erzielt werden konnten, die allerdings nicht in voller Höhe beim KSC verbleiben (Beraterprovision oder Transferbeteiligungen beispielsweise von Schalke für Philipp Max) wird ein deutlich besseres Saisonergebnis erwartet. Das Ziel der Verantwortlichen ist es, dadurch das negative Vereinsvermögen merklich zu verbessern.

"Wir hätten gerne Zusammenarbeit mit Kauczinski fortgesetzt"

Über 8.500 Dauerkarten konnte der KSC für die neue Saison absetzen und rund 600 neue Mitglieder fanden nach der unglücklich verpassten Relegation den Weg zum KSC, der aktuell 7.043 Mitglieder zählt und damit einen Höchststand seit 1962 verzeichnen kann. Die erlebten allerdings einen schlechten Saisonstart, der, wie Präsident Wellenreuther ausführte, auch dem verpassten Aufstieg geschuldet sei.

Zuletzt habe die Mannschaft, von der übrigens ein großer Teil um Mannschaftskapitän Dirk Orlishausen anwesend war (der andere Teil fehlte wegen eines gleichzeitig stattfindenden Sponsorenspiels) trotz der Rückschläge Charakter gezeigt, meinte Wellenreuther. "Ich bin mir sicher, dass die positive Entwicklung fortgesetzt wird", sprach der KSC-Chef der Mannschaft Mut zu.

Dann ging er auch kurz auf die zum Saisonende anstehende Trennung von Cheftrainer Markus Kauczinski ein, der seinen dann auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern wollte. "Wir hätten sehr gerne die Zusammenarbeit mit Markus Kauczinski fortgesetzt. Aber er hat uns mitgeteilt, dass er ab 1. Juli 2016 eine neue Herausforderung suchen will. Wir sind aber sicher, dass Markus Kauczinski die Saison mit uns zu einem guten Ende bringen wird“, meinte Wellenreuther.

KSC holt sich Expertenrat beim Stadion-Neubau

Die Gespräche mit der Stadt über den Neubau des Wildparkstadions sieht Wellenreuther auf einem guten Weg, nachdem man sich am 15. April 2015 in einem sogenannten "Letter of Intent" (LOI) auf wirtschaftliche Rahmendaten verständigt und das weitere Vorgehen in der Sache verabredet hat. Zudem enthält der LOI eine Übersicht über die noch abzuschließenden Verträge.

"Für den KSC sehr bedeutsam ist die Tatsache, dass der LOI eine Ankaufsoption des Vereins für das Stadion enthält", erklärte Wellenreuther. Das heißt im Klartext, dass die Stadt die Vorfinanzierung leistet, der KSC das Projekt aber durch seine Pachtzahlungen refinanziert und dann sein eigen nennen kann. In den Verhandlungen mit der Stadt setzt das KSC-Präsidium auch auf kompetente Beratung. Neben der Unterstützung durch Mitglieder des Verwaltungsrates steht Claus Binz vom Institut für Sportstättenentwicklung Euskirchen ebenso beratend zur Seite wie die Anwälte der Frankfurter Kanzlei Kapellmann und Partner.

Wellenreuther gab außerdem bekannt, dass der KSC einen Projektleiter zur Koordination und Organisation der Projektarbeit des Vereins einstellen werde. Wenn die Details zum Stadion fix sind, soll in einer außerordentlichen Versammlung das, was ausgehandelt wurde, von den Mitgliedern beschlossen werden.

Verwaltungsrat mahnt weiteren Schuldenabbau an

Der Verwaltungsratsvorsitzende Michael Steidl ging ebenfalls auf die sportlich hervorragende Saison ein und lobte in diesem Zusammenhang die gesteigerten Werbeeinnahmen durch Sport 5 sowie die Umsatzsteigerung im Merchandising auf 1,2 Millionen Euro. "14.000 verkaufte Trikots sind eine starke Zahl", meinte Steidl , der aber auch darauf hinwies, dass "wir unsere Schulden jedes Jahr weiter minimieren, aber auch Investitionen für die Zukunft vornehmen müssen".

Um dies alles zu bewerkstelligen, sei der Neubau des Stadions "unbedingt im geplanten Zeitrahmen äußerst wichtig", so Steidl. In Bezug auf die Zusammenarbeit mit dem Präsidium sprach er davon, dass diese sehr gut sei. "Wir sind uns nicht immer einig, wenn es über die Dinge im Verein geht, aber wir diskutieren das dann intern aus und es bleibt in unseren Wänden, wo es hingehört. Diese Ruhe bracht der Verein, wenn er weiter vorankommen will", sagte Steidl unter dem Beifall der Mitglieder und empfahl der Versammlung die Entlastung des Präsidiums.

Diese erfolgte einstimmig ohne Gegenstimmen und Enthaltungen, was auch für die Entlastung des Verwaltungsrats galt. Schließlich folgten noch die Wahlen der Mitglieder zum Wahlausschuss, bei dem die Versammlung die vorgeschlagenen Kandidaten per Akklamation einstimmig wählte. Um 20.15 Uhr endete eine KSC- Mitgliederversammlung, die trotz des sportlichen Holperstarts in die neue Saison und der Ankündigung des Trainers, seinen zum 30. Juni 2016 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, erstaunlich ruhig und harmonisch über die Bühne ging.

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  •   Torflut
    (2161 Beiträge)

    10.10.2015 13:16 Uhr
    Wenn auch
    nicht alles bei der Stadt bleibt, es ist aber ein Betrag auf den Stadt bestimmt nicht verzichten möchte.
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  •   zahlenbeutler
    (1073 Beiträge)

    10.10.2015 12:54 Uhr
    KSC und Steuern
    nicht vergessen, die VIP`s zahlen Sektsteuer, allerdings nicht an die Stadt.
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  •   Torflut
    (2161 Beiträge)

    09.10.2015 21:53 Uhr
    4,9 Mio €
    Steuern für die Stadt plus von den Angestellten. Wo sind die Kritiker, wo immer besorgt sind um ihre verschwendeten Steuergelder . . . .
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  •   bundesligainbaden
    (76 Beiträge)

    13.10.2015 13:25 Uhr
    4,9 Mio € ??
    das ist nur ein Bruchteil der Polizeikosten für eine Saison!
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  •   Torflut
    (2161 Beiträge)

    13.10.2015 14:13 Uhr
    Mir sind
    die genauen Kosten nicht bekannt und ich gebe Ihren Bedenken recht. Diese Finanzproblematik wird auch in anderen Städten diskutiert.
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  •   80er
    (5533 Beiträge)

    10.10.2015 12:40 Uhr
    Wie kommst....
    ...auf 4,9 Mio Euro Steuern an die Stadt? Im Artikel steht 4,9 Euro an die Steuerbehörden ... und nichts steht da dass 4,9 Mio. € an die Stadt flossen...von den 4,9 Mio. € geht nur an ein ganz geringer Teil an die Stadt. Dieser Teil ist so klein, dass ihn die Stadt gar nicht bemerkt.
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  •   BlockE4
    (167 Beiträge)

    10.10.2015 08:26 Uhr
    wetten..
    daß uns mixe, haku und der Zahlenbeutler das Gegeteil beweisen ?
    Zu den Steuern kommen noch pro Ticket 0,85€ KVV Zuschlag dazu ( der wird nicht versteuert) macht bei 301000 Zuschauern in der Saison 14/ 15 satte 255850€ für die KVV.
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  •   Torflut
    (2161 Beiträge)

    10.10.2015 13:18 Uhr
    Sonst
    wäre es langweilig ohne Rechtskunde im Steuerwesen. ✌️
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  •   BlockE4
    (167 Beiträge)

    10.10.2015 08:35 Uhr
    Nachtrag ..
    sind bei 135 Mio € Fahrgeldeinnahmen der KVV natürlich nur peanuts grinsen
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  •   Badenmaus
    (89 Beiträge)

    09.10.2015 18:40 Uhr
    MK gib nochmals alles für den Verein
    bitte MK, führe den KSC trotz Ausscheidens noch auf einen einstelligen Tabellenplatz und hole das Beste aus der Mannschaft raus, Danke!!!!!!
    Hoffe, die meisten werden die auslaufenden Verträge verlängern und alles geben für den Verein und sich selbst. Auf gehts Karlsruh Kämpfen und Siegen!!!!
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