Karlsruhe 120 Jahre KFC Phönix: Alles Gute, KSC!

120 Jahre Karlsruher FC Phönix 1894: Der Vorgängerverein des Karlsruher SC feiert am 6. Juni Jubiläum. Anlass für ka-news in der Vergangenheit zu graben. Ab Montag, 2. Juni, greifen wir daher in die historische Fotokiste. Heute: Eine Fusion in Karlsruhe. Die neue Mannschaft von Phönix und Alemannia Karlsruhe präsentierte sich zum ersten Mal!

Das heutige Bild ist eine historische Aufnahme: Mit schicker Fliege, Anzug und in Uniform zeigte sich die Elf von KSC-Vorgänger Phönix Karlsruhe im Jahre 1912 nicht ohne Grund. Denn hier präsentierte sich zum ersten Mal die neue Mannschaft von Phönix und Alemannia Karlsruhe! Am 6. Juli 1912 hatten beide Teams eine feierliche Fusion vollzogen - "Phönix-Alemannia Karlsruhe" war entstanden.

Die Vereinigung war damals eine große Sache, denn beide Teams spielten zusammen in der höchsten Liga und auch die 1897 gegründete Alemannia, in der Stadt liebevoll "s' Klüble" genannt, war schon ein Traditionsverein. "Eine Fusion in Karlsruhe! Was sich in den Straßen von Karlsruhe seit einiger Zeit als offenes Geheimnis herumsprach, ist jetzt vollzogene Tatsache", jubelte die Sportzeitung "Fussball". Die Verhandlungen hatten sich überraschenderweise ohne große Streitereien vollzogen, auch die "Kardinalsfrage" - der Name des neues Clubs - war schnell geklärt: "Von Seiten Alemannias kam man hier in weitgehenster Weise entgegen und zwar insbesondere, dass der Name Phönix, mit dem der deutsche Meistertitel verbunden ist, an erster Stelle erhalten bleiben sollte!", lautete die schöne Begründung.

Selbst beim zukünftigen Trikot war man sich rasch einig - und dass, obwohl die Farben (Schwarzblau für Phönix und Grün-Weiß-Rot für Alemannia) nicht gerade einfache Lösungen zulassen! Zudem trat Alemannia, die im Hauptbahnhofsquartier oder beim Rüppurer Schloss kickten, oft auch in grünweißen "Ringelpanzern" oder mit grünem Rock und weißer Hose an. Der Clou: Man beschloss, schwarzblaue Blusen zu entwerfen, auf die "eine grüne Rosette in den Alemanniafarben aufzustellen" sei. Ob das verspielte Shirt jemals umgesetzt wurde, lässt sich nicht beweisen. Es existieren nur zwei Fotos, die so etwas ähnliches wie ein "Fusions-Wappen" erahnen lassen. Kritiker hatten außerdem immer mal wieder behauptet, Phönix hätte nur einen unliebsamen Konkurrenten aus dem Verkehr gezogen, gegen den man sich auf dem Rasen traditionell schwer tat.

Sportlich war die Fusion kein Selbstläufer, im Gegenteil: Der Aufschwung blieb zunächst aus, erst 1914 und 1915 wurde es besser. "Noch putzt der unsterbliche Vogel sein Gefieder! Noch ist die eine oder andere Feder nicht ganz nachgewachsen, noch strahlen andere nicht im sattesten, prächtigsten Glanze. Aber das wird werden", dichtete Fußballexperte Michler dazu. Kein Wunder: Im Gegensatz zu Phönix spielte Alemannia "Kick and Rush" und überzeugte fast nur durch Leidenschaft und Durchschlagskraft. Die sportliche Übergewicht der Schwarzblauen macht sich auch auf dem heutigen Bild bemerkbar: Mit Andres und Reeb verstärkten gerade mal zwei Kicker die Phönix-Elf!

Interessant ist, dass die beiden Vereine eine Vereinigung ihrer Teams bereits 1908 still und heimlich ausprobiert hatten: Beim Match gegen Baden-Baden (2:1) am 7. Juli spielte eine kombinierte Phönix/Alemannia-Mannschaft so groß auf, dass sich selbst der anwesende Schirmherr der Einheimischen, Freiherr von Benningen, "sehr vorteilhaft" über die Leistung geäußert hatte.

Lustige Anekdote zu Robert Heger: Der "Deutschmeister" war zuerst Alemanne, wechselte dann zu Phönix, später wieder zu Alemannia, um schließlich durch die Vereinigung "endgültig ins Blauschwarz des Phönixes eingekleidet zu werden."

Die zweite wichtige Fusion erfolgte erst 40 Jahre später: Am 16. Oktober 1952 ging man eine Ehe mit dem VfB Mühlburg ein. Und dass, obwohl Phönix-Spieler wie Fritz Reiser anfangs nicht begeistert waren: "Der Fusion stand er solange mit Skepsis gegenüber, bis die ihm phantastisch erscheinenden Versprechungen verwirklicht waren. Das Stadion überwältigte auch ihn. Er fehlte seither bei keinem Spiel", wusste Kollege Wegele. Bei der Vereinigung zum KSC waren noch neun der elf "Deutschmeister" von Phönix am Leben.

"Die Deutschmeister. 1909 - eine vergessene Meisterschaft" von Thomas Alexander Staisch ist ab 30. Juni für 24,80 Euro im Handel erhältlich. Bei Bestellungen bis zum 18. Juni kostet es den Jubiläumspreis von 18,94 Euro. Das Buch erscheint beim BadnerBuch Verlag, ISBN 978-3-944635-09-5, Infos unter: www.facebook.com/diedeutschmeister und www.badnerbuch.de

120 Jahre Karlsruher FC Phönix 1894: Der Vorgängerverein des Karlsruher SC feiert am 6. Juni Jubiläum. Anlass für ka-news in der Vergangenheit zu graben. Ab Montag, 2. Juni, greifen wir daher in die historische Fotokiste: Täglich präsentieren wir Ihnen hier historische Fotos garniert mit spannenden Anekdoten aus der Geschichte des Karlsruher FC Phönix 1894. Reinschauen lohnt sich!

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