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Karsruhe KSC-Ikone Schuster: "Mit Darmstadt im Wildpark spielen, wäre riesig"

Dirk Schuster gehörte zu den Uefa-Cup-Helden des KSC, der in der Saison 1993/94 im Europapokal für Furore sorgte und bis ins Halbfinale dieses Wettbewerbs vorstieß. Mittlerweile ist der 43-Jährige Cheftrainer bei Darmstadt 98 und peilt mit den "Lilien" den Zweitliga-Aufstieg an. Den Relegationsplatz hat Darmstadt sicher, aber auch der direkte Aufstieg ist noch möglich. Am Ostersamstag kommt es in Leipzig zum vorentscheidenden Spiel um den zweiten Tabellenplatz. Zurzeit liegt Darmstadt einen Punkt hinter RB Leipzig, aber Dirk Schuster ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft auch beim neureichen RB punkten kann. "Den Druck haben die, wir haben nichts zu verlieren", so Schuster im Gespräch mit ka-news.

Sechs Jahre lang (von 1991 bis 1997) trug Dirk Schuster das Trikot der Blau-Weißen, bei denen er seine erfolgreichste Zeit als Fußballer erlebte. Dabei wurde der eisenharte Außenverteidiger auch drei Mal in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Noch heute lebt Schuster in der Fächerstadt, wo er auch seine Karriere als Trainer beim ASV Durlach begann. Danach arbeitet er bei den Stuttgarter Kickers, ehe er 2012 beim SV Darmstadt 98 anheuerte, mit dem er in dieser Saison einen ungeahnten Höhenflug erlebt.

Herr Schuster, zum Ende der vergangenen Saison war Darmstadt sportlich aus der dritten Liga abgestiegen. Jetzt klopfen Sie mit Ihrer Mannschaft an die Tür zur zweiten Liga. Hätten Sie sich so etwas vor einem Jahr träumen lassen?

Niemals. Damals waren alle sehr frustriert. Sauer, geschockt. Denn es ging ja auch um Arbeitsplätze, die in Gefahr waren. Ein Gedanke an die zweite Liga wäre da natürlich völlig aberwitzig gewesen.

Dann erhielt aber Kickers Offenbach keine Lizenz, wo Ihr alter sportlicher Weggefährte Manni Bender als Sportdirektor arbeitete und Darmstadt blieb der Regionalliga-Abstieg erspart. Was war denn das für ein Gefühl?

Um Manni tat es mir natürlich Leid, aber wir haben dieses Geschenk dankbar angenommen.

Das bedeutete aber auch einen kompletten Neuaufbau.

Nicht ganz. Wenn wir abgestiegen wären, hätten wir eigentlich fast keine Spieler mehr gehabt, weil die Verträge, die wir hatten, nicht für die vierte Liga galten. Aber da das Thema Lizenzentzug für den einen oder anderen Verein im Raum stand, haben wir unsere Spieler nach dem letzten Spieltag gebeten, zunächst mal die Füße still zu halten. Und als das Urteil dann kam, konnten wir wieder planen und um den bestehenden Kern eine neue Mannschaft aufbauen.

Sie haben sich vor allem in der Offensive verstärkt und mit Dominik Stroh-Engel den Toptorjäger der dritten Liga in Ihren Reihen. Der war bei seinen vorherigen Vereinen nicht unumstritten. Warum haben Sie ihn trotzdem geholt?

In der Saisonanalyse haben wir festgestellt, dass wir in der Abwehr zumeist sehr stabil gestanden sind, wir aber in der Offensive Probleme hatten. Also haben wir unsere Offensivabteilung runderneuert. Und was Stroh-Engel anbelangt: Ich wollte ihn schon zu meiner Zeit bei den Stuttgarter Kickers holen, weil ich von seinen Qualitäten überzeugt war, aber damals ging er nach Babelsberg. Und als ihn Wehen-Wiesbaden trotz laufenden Vertrages abgeben wollte, haben wir sofort zugeschlagen.

Der Saisonstart ließ ja nicht unbedingt darauf schließen, dass Darmstadt eine solche herausragende Rolle spielen würde. Was war der Knackpunkt für den Höhenflug, der dann einsetzte?

Wir wussten, dass wir eine schlagkräftige Mannschaft hinkriegen. Aber es musste sich eine gewisse Grundformation herausbilden, zumal einige Spieler erst während der Saisonvorbereitung oder sogar nach Saisonstart zu uns gekommen sind. Da hat es seine Zeit gebraucht und es gab auch einige Rückschläge. Der Drehpunkt war eigentlich das Spiel in Unterhaching. Zuvor hatten wir nur zwei Punkte aus drei Spielen geholt und im Umfeld wurde schon wieder von einer missratenen Saison geunkt. Dann haben wir in Unterhaching 4:2 gewonnen. Stroh-Engel hat einen Dreierpack gemacht. Da ist nicht nur bei ihm, sondern der ganzen Mannschaft der Knopf aufgegangen.

Seither ging es bergauf und am Samstag kommt es jetzt in Leipzig zum Endspiel um den Direktaufstieg in die zweite Liga...

Es ist kein Endspiel, denn danach gibt es ja immer noch drei Spiele, bei denen es Punkte zu verteilen gibt. Aber es ist natürlich ein sehr wichtiges Spiel und eine große Herausforderung.

Ein bisschen wie David gegen Goliath.

Vom Finanziellen her bestimmt. Wir haben einen Etat von 2,4 Millionen Euro und schauen Sie sich Leipzig an. Da ist er zweistellig. Die haben vor der Saison Spieler geholt und dafür Ablösesummen von einer Million Euro bezahlt. Wir haben Spieler geholt, die kein anderer Verein mehr haben wollte. Jetzt bekommen sie einen neuen Bus in der Preisklasse der Bayern, aber dennoch wird das Spiel auf dem Platz entschieden. Und da sehe ich durchaus Chancen. Wir müssen defensiv kompakt stehen, mit unseren schnellen Außen Druck machen und mutig spielen. Wir haben nichts zu verlieren. Leipzig schon. Die haben den Druck, denn sie müssen aufsteigen. Wir können. Und wenn es nicht auf direktem Wege klappt, vielleicht in der Relegation. Denn die ist jetzt eigentlich ebenso sicher wie die Teilnahme am DFB-Pokal, was schon jetzt ein großer Erfolg für den Verein ist.

Und dann in der kommenden Saison mal wieder ein Spiel im Wildpark gegen Ihren alten Verein?

Das wäre natürlich absolut riesig, mich in der zweiten Liga im Wildpark mit dem KSC zu messen.

Fragen: Harald Linder

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Kommentare (10)
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  •   Badenpfaelzer
    (20 Beiträge)

    19.04.2014 01:46 Uhr
    Noch ein Vorteil !
    Wenn Schuster den Retortenclub in die Relegation schickt und direkt aufsteigt, haben wir nicht mehr die größte Bruchbude der Liga in KA, denn das Böllenfalltor ist noch schäbiger wie unsere Dixikloarena.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (599 Beiträge)

    18.04.2014 12:44 Uhr
    Haut den Brause Club in
    Die Relegation 😆
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  •   citizentm
    (1416 Beiträge)

    18.04.2014 10:47 Uhr
    Wünsche den Lilien den Aufstieg
    Erinnere mich noch an unser Auswärtsspiel dort in der ersten RL Saison 2000. Trostlos. Toll, dass da auch wieder Fussball-Euphorie herrscht.

    Weniger Toll die Bildredaktion. Ehemaliger KSC-Spieler und heutiger Darmstadt Trainer abgebildet mit einem Bild aus seiner Kickers Stuttgart Zeit. Schwach. Entweder aktuelles Bild oben eben ein Valencia Bild.
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  •   WilliEms
    (61 Beiträge)

    17.04.2014 23:48 Uhr
    Ist das jetzt der Sportkommentar?
    oder was?
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  •   friend60
    (2577 Beiträge)

    17.04.2014 18:22 Uhr
    Dann wünsche ich mal viel Glück
    Da wäre der Weg zum Auswärtsspiel nicht so weit grinsen
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  •   Malefiz
    (4616 Beiträge)

    18.04.2014 00:10 Uhr
    Stimmt,
    lieber nur bis Darmstadt als nach Cottbus.
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  •   patrickkk
    (2170 Beiträge)

    17.04.2014 17:02 Uhr
    Sechs Jahre lang (von 2001 bis 2007)
    Hab ich was verpasst?
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  •   redaktion
    (1365 Beiträge)

    17.04.2014 17:10 Uhr
    Korrekt :)
    .. danke für den Hinweis, wir haben den Fehler soeben behoben.
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  •   pascal
    (168 Beiträge)

    17.04.2014 16:18 Uhr
    Noch ein Grund mehr...
    Ist doch gleich (noch) ein Grund mehr, warum man Darmstadt beide Daumen drücken muss...

    Wenn RB dann in die Relegation müsste (gegen Dresden), würde es sehr spannend!
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  •   ralf
    (3732 Beiträge)

    17.04.2014 23:18 Uhr
    RB Leipzig vs. Dynamo Dresden
    Ich will nicht wissen, was da außerhalb des Spielfeldes zu erwarten ist und was so drauf fliegt.
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